Leutkirch im Allgäu 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Große Kreisstadt
Homepage: http://www.leutkirch.de
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Einwohner: 21785
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 125.0
Max. Höhe ü. NN (m): 918.26
Min. Höhe ü. NN (m): 622.02
PLZ: 88299

Die Stadt Leutkirch im Allgäu liegt im Osten des Landkreises Ravensburg und grenzt an Bayern. Das Stadtgebiet erstreckt sich am nördlichen Ausläufer des bewaldeten, schluchtenreichen Mittelgebirgszug der Adelegg. Im äußeren Südosten tritt die Eschach in das Stadtgebiet ein, durchfließt dieses und vereinigt sich nördlich mit der Wurzacher Ach zur Aitrach, die in die Iller mündet. Naturräumlich gehört das Gebiet mit dem Südwesten zur übergeordneten Einheit des Westallgäuer Hügellandes, mit dem Norden und Osten zu den Riß-Aitrach-Platten und mit einem kleinen südöstlichen Bereich zur Adelegg. Der höchste Punkt liegt im Nordwesten auf 918,26 m, der tiefste Punkt in der Niederung auf 622,02 m. Das Stadtgebiet hat Anteil an den Naturschutzgebieten Laubener Brunnen, Moosmühle, Reps- und Ochsenweiher, Rimpacher Moos-Weites Ried, Sigrazhofer Ried und Taufach- und Fetzachmoos mit Urseen. Leutkirch kam 1803 zunächst an Bayern und 1810 im Tausch an Württemberg, dass hier ein Oberamt errichtete. Aus diesem ging 1934 der Kreis Leutkirch hervor, der 1938 aufgelöst wurde. Danach gehörte die Stadt zum Landkreis Wangen, bis sie mit der Verwaltungsreform 1973 zum Landkreis Ravensburg kam. 1972 wurden die vorher selbständigen Gemeinden Diepoldshofen, Friesenhofen, Gebrazhofen, Herlazhofen, Hofs, Reichenhofen, Winterstetten und Wuchzenhofen eingemeindet. 1974 wurde Leutkirch zur Großen Kreisstadt erhoben Die Stadt nimmt mittelzentrale Funktionen für die umliegenden Gemeinden wahr. Nach 1945 konnten bis zum Ende der 1960er Jahre neue Siedlungsflächen vorwiegend im Westen, aber auch im Nordosten und Süden besiedelt werden. In den 1970er Jahren folgten weitere Baugebiete im Westen und Osten, in den 1980er und 1990er Jahren dann größere Flächen im Norden, Westen Süden und Osten, die teils abgesetzt von der Stadt lagen. Große Industrie- und Gewerbeflächen entstanden überwiegend im Norden und Nordwesten der Stadt. Die Stadt ist durch A96, die B18 und die B465 an den Fernverkehr angeschlossen. Der ÖPNV wird durch Stadtbuslinien und Buslinien des Verkehrsverbundes Bodensee-Oberschwaben gesichert. 1872 wurde die Bahnstrecke Kißlegg–Leutkirch eröffnet. 1874 folgte die Eröffnung der Bahnlinie nach Isny und 1889 der Strecke nach Memmingen. Die Strecke nach Memmingen wird heute im Taktverkehr bedient. Seit 1955 besteht der Verkehrslandeplatz Leutkirch-Unterzeil.

Teilort

Wohnplatz

aufgegangener Ort

Wüstung

Im Stadtgebiet, flächenmäßig dem größten des Regierungsbezirks Tü­bingen, berühren sich die jungeiszeitliche Bodensee-Morä­nenlandschaft, das Altmoränen-Hügelland und die All­gäuer Voralpen. Diese Teillandschaften sind um die zen­trale, leicht nach Nordosten geneigte Ebene der »Leutkircher Heide« beim Zusammentritt der Eschachniederung und der Niederung der Wurzacher Ach gruppiert, aus der sie weithin scharfrandig und mit belebtem Relief aufsteigen (Höhen zum großen Teil über 700 Meter, an der Südostgrenze bis über 920 Meter). Die Leutkircher Ebene und ihre Fortsetzungen stellen breite ehemalige Schmelzwasserabzugsebenen vor der Äußeren Jungendmoräne dar, die von Arnach über Diepoldshofen, Willerazhofen, Tautenhofen, Herlazhofen und Urlau diagonal das Gebiet quert. Die Anhöhen am Nordrand mit Schloss Zeil und östlich Leutkirch sind dagegen Altmoränenland, das vom Eis der letzten Eiszeit nicht mehr überfahren wurde, mit entsprechend etwas ausgeglichene­rer Bodengestalt. Ganz im Südosten bilden in relativ hoher Lage Aufragungen des Tertiär-Untergrunds (Adelegg) den Übergang zu den Voralpen.

Wappen von Leutkirch im Allgäu

In Blau eine rot gedeckte silberne (weiße) Kirche (Basilika) mit rechtsstehendem großem Turm mit Giebeldach und goldenem (gelbem) Kreuz sowie mit zwei linksstehenden kleinen Türmen mit Kegeldächern; über dem Kirchendach in goldenem (gelbem) Schildchen ein doppelköpfiger schwarzer Adler (Reichswappen).

Beschreibung Wappen

Das „redende" Wappen bezieht sich auf die Martinskirche, die als kirchliches Zentrum des Nibelgaues eine „Leutkirche" (Pfarrkirche) gewesen ist. Die von ihr ausgegangene Bezeichnung ist schon seit 843 als Name der ganzen Siedlung bezeugt. Die Wappenfiguren der Kirche und des auf die ehemalige Reichsstadt hinweisenden Adlers sind unter allerlei stilistischen Wandlungen im wesentlichen seit dem frühesten bekannten Siegelabdruck von 1382 vorherrschend geblieben. Nach der Mediatisierung der Stadt musste der Adler im 19. Jahrhundert allerdings zeitweilig den württembergischen Hirschstangen weichen, die im gespaltenen Schild links von der Kirche dargestellt wurden. Die Flaggenfarben sind vermutlich vom Stadtwappen abgeleitet. Sie mögen aber auch von der 1832 geweihten Fahne der Bürgergarde beeinflusst worden sein, auf der diese Farben vorherrschten.