Orthophoto 1968

 Ausschnitt eines Luftbilds von 1968
Ausschnitt eines Luftbilds, das im Rahmen der systematischen Luftbilddokumentation entstanden ist. Hier zu sehen ist der Rhein und die Gemeinde Elchesheim-Illingen. Quelle: StAL

Im Frühjahr 1968 wurde erstmals eine systematische Luftbilddokumentation für das gesamte Bundesland Baden-Württemberg erstellt.

Im Kartenmodul finden Sie das daraus entstandene Orthophoto (unter "Orthophotos 1968" in der Kartenauswahl).

Im Auftrag des Landesvermessungsamts erhielten drei Firmen den Auftrag, im März und April 1968 insgesamt ca. 19.500 schwarz-weiße Luftbilder im Format 23 auf 23 cm herzustellen. Um ein einheitliches Ergebnis für den gesamten Südwesten zu erzielen und die angestrebten Auswertungsmöglichkeiten realisieren zu können, erfolgte die Befliegung nach konkreten Vorgaben. Bei der Planung wurden 125 Streifen im Abstand von jeweils zwei Kilometern festgelegt. Die ihnen jeweils zugewiesenen Streifen fotografierten die Flugzeugbesatzungen von Osten nach Westen und anschließend in umgekehrter Richtung. Aus der vorgeschriebenen Flughöhe von ca. 1.800 Metern ergab sich so für jede der Senkrechtaufnahmen ein abgebildetes Quadrat mit 2,7 Kilometern Kantenlänge. Um eine einheitlich gute Datengrundlage zu erhalten, fand im Juni die erneute Befliegung derjenigen Gebiete statt, die im Frühjahr noch schneebedeckt waren. Zur Erfassung der 35.751 Quadratkilometer großen Fläche des Landes mussten die Flugzeuge insgesamt eine Distanz von 18.325 Kilometern zurücklegen (Starts, Landungen sowie An- und Abflüge zu den Aufnahmegebieten nicht mit eingerechnet).

Ziel des aufwändigen Projekts war es, Basisinformationen für eine umfassende Straßendatenbank für ganz Baden-Württemberg zu erheben. Die exakte Aufnahme des vorhandenen Straßenbestands sollte anschließend dazu dienen, den Straßenbau zukünftig modern und EDV-gestützt zu planen. 1976 wurden die unhandlichen Originalfilmrollen dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart übergeben. Als sensibel eingestufte Flächen (darunter einige Flughäfen und insbesondere ein Teil der militärischen Infrastruktur) wurden zuvor unkenntlich gemacht. Die für die Schwärzung maßgeblichen Kriterien sind unbekannt, zudem ist unklar, durch wen und auf wessen Veranlassung sie erfolgten.

Othophoto im GIS
Das Orthophoto in der Ansicht im LEO-BW-Kartenmodul

In einem gemeinsam vom Landesarchiv und dem Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung zwischen 2017 und 2020 durchgeführten Projekt erfolgte die Digitalisierung und anschließende Aufbereitung der Luftbilder, so dass sie nun als Orthofoto zur Verfügung stehen.

Der Blick zurück ins Jahr 1968 macht deutlich, wie sehr sich manche Siedlung oder Gegend insgesamt oder im Detail verändert hat. Insbesondere die besiedelte Fläche ist deutlich gewachsen. Daneben haben sich Gewässerverläufe verändert, Straßen und andere Verkehrswege wurden ausgebaut. Vielerorts entstand in Folge der Flurbereinigung ein neues Landschaftsbild. Auch die fortschreitende Motorisierung hat die Landschaft nachhaltig verändert. Neben Details wie Garagen und Stellplätzen sind 1968 in vielen Innenstädten noch Parkplätze zu erkennen, wo sich inzwischen verkehrsberuhigte Flächen befinden.

Das Orthophoto im Kartenmodul von LEO-BW kann dort auf vielfältige Weise mit anderen Karten kombiniert werden.

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