August 1923

Hohenzollerisches Notgeld aus der Zeit der Hyperinflation

Hohenzollerisches Notgeld

Hohenzollerisches Notgeld (Landesarchiv BW, StAS Dep. 1 T 3-4 Nr. 1502)

Im August 1923 gab der Regierungsbezirk Sigmaringen diesen 1-Millionen-Mark-Schein aus. Wie konnte es dazu kommen? Die kriegsbedingte Währungs- und Wirtschaftskrise der frühen 1920er Jahre mündete 1923 in einer Hyperinflation. Während der Preis für Waren aller Art stieg, verlor das Geld seinen Wert. Güter des täglichen Gebrauchs wurden unerschwinglich. Die Reichsbank ließ neue, nicht gedeckte Geldscheine mit größeren Nominalwerten drucken. Dies befeuerte allerdings den Wertverfall des Geldes. Auch Kommunen druckten eigenes Notgeld. Ein fataler Kreislauf setzte ein. Die Inflation war eine Folge des Krieges: Denn dieser wurde über Kredite, Anleihen und frisches Druckgeld finanziert und rief zugleich Güterknappheit hervor. Diese Finanzierungsmethode forderte nun ihren Preis, nachdem die Zwangsbewirtschaftung schrittweise aufgehoben wurde. Die Reparationsforderungen der Alliierten, die ebenfalls durch Druckgeld bedient wurden, verschärften die Probleme. Erst 1924 wurde die Inflation durch einen Währungsschnitt gestoppt.