Sulz am Neckar - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 0790

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Ovaler Stadtkern am Ufer des bis in den Mittleren Muschelkalk eingetieften oberen Neckars. Er wird von einem gitterförmigen Straßennetz durchzogen. Ausdehnung der Stadt talauf- und -abwärts. Neuere Ortsteile an den Talhängen ansteigend. Planmäßiges Neubaugebiet im Westen und auf der linksseitigen Talschulter. Gewerbe- und Industriegebiete im Nordosten zwischen Bahnlinie und Neckar sowie auf der südlichen Talhochfläche.
Historische Namensformen:
  • Sulza 0790
Geschichte: 790 Sulza, hier wohl salzige Stelle. Frühmittelalterliche Siedlung im Altsiedelland. Reihengrabfund an der Straße Sulz-Oberndorf. Grundbesitz der Grafen von Hohenberg (1285 an Kloster Reutin) und von Zollern (1099 an Kloster Alpirsbach) im Ort. Hier auch seßhaft der miles Саго Herzog Bertholds (von Zähringen) 1094. Patriziergeschlechter der Gut und der Ungericht von Sulz, die später in den Niederadel aufstiegen. Der Ort war namengebend für die Grafen von Sulz, die erstmals mit Graf Alwig 1095 auftraten und im Mannesstamm 1687 erloschen. Mit dem Tod des Graf Berthold 1251 ging der Kern der Grafschaft (Sulz, Schenkenzell und Loßburg) an das mit ihm verwandte ortenauische Haus Geroldseck (wohl an dessen Zweig Tiersberg) über, während den Nachkommen des Graf Hermann, der 1267 erstmals auftrat, nur Randbesitzungen blieben. Die engere Herrschaft Sulz konnten die Grafen, die später das erbliche Hofrichteramt in Rottweil bekleideten, trotz mehrfacher Versuche im 15. Jahrhundert und während des 30jährigen Krieges nicht wieder zurückgewinnen. Stammburg der Grafen ist wohl Burg Albeck (mit diesem Namen erst seit 1240, vorher Burg Sulz genannt), eine Abschnittsburg südwestlich der Stadt auf steil abfallendem Bergrücken. Im Kern Anlage des 12. Jahrhunderts (?) mit Ringmauern und einem Wohnturm (wohl im 13./14. Jahrhundert erbaut), aber ohne Bergfried. Über dem Eingang von 1370 ein verwittertes Allianzwappen Geroldseck-Urslingen. Burg 1688 zerstört. Nach dem Absterben des geroldseckischen Zweiges Tiersberg fiel die Herrschaft Sulz 1278 an Heinrich von Hohengeroldseck, den Grafen von Veldenz. Dessen Enkel Johannes erhob Anspruch auf die (real abgeteilten) gesamten Sulzer Besitzungen (Sulz, Schenkenzell und Loßburg), wurde aber abgewiesen, trennte sich darauf mit der Herrschaft Sulz vom Gesamthaus und begründete so die Linie der Geroldsecker zu Sulz (zwischen 1301/04). Trotz einiger vorteilhafter Heiraten im 14. Jahrhundert (Tübingen, Urslingen, Fürstenberg) wurde die Kraft der Herrschaft durch zahlreiche Fehden geschwächt, die Verschuldung der Geroldsecker wuchs. Schließlich kaufte Württemberg die verschiedenen Schulden auf und setzte sich daraufhin 1471 mit Gewalt in den Besitz der Herrschaft. Die Geroldsecker von Sulz verschwanden nach Verlust ihrer Herrschaft völlig, wohl auch durch eine bürgerliche Heirat des letzten Vertreters des Geschlechts; Schloß und Stadt wurden dann als württembergisches Mannlehen an Dr. Ludwig Wirtenberger gegeben. Bei der Vertreibung Herzog Ulrichs von Württemberg setzte sich Gangolf von Hohengeroldseck 1519 in den Besitz der Herrschaft, nahm sie 1526 von Erzherzog Ferdinand zu Lehen, mußte aber 1534 Schloß und Stadt vor Herzog Ulrich räumen. Fortan war Sulz wieder, wie schon seit 1483, Sitz des württembergischen Obervogtes am Schwarzwald, dem die Ämter Sulz, Rosenfeld, Dornstetten, Dornhan und Hornberg unterstellt waren. Von herrschaftlichen Gebäuden nur das Amtshaus in der Nähe der Kirche erhalten, bis 1600 Wohnung der Vögte, und der Alpirsbacher Pfleghof (Gasthof zur Traube). Sulz wurde 1284/85 auf Initiative der Geroldsecker durch königliche Privileg zur Stadt nach Freiburger Recht erhoben. Offenbar daraufhin nahm sie das Wappen der Stadtherren an. Nach einem großen Stadtbrand 1794 wurde die Stadt großzügig nach modernem gleichmäßigem Grundriss wiederaufgebaut. Sulz war seit 1471 Hauptort des Amtes, später Oberamt Sulz, das 1938 im Landkreis Horb aufging.
Ersterwähnung als Stadt: 1284 [1284/85]
Wirtschaft: Die Stadt war im Mittelalter wohl gleichermaßen Ackerbürgersiedlung wie Handelszentrum; eine besondere Stellung nahm die Saline (Salzhallen) ein, im wesentlichen in herrschaftlichem Besitz, aber auch an Bürger, Adlige, Klöster usw. übergegangen.

Name: Burg Sulz; Burg Albeck
Datum der Ersterwähnung: 1240 [vor 1240]

Ersterwähnung: 1275
Kirchengeschichte: Kirchlich bis 1503 mit der Pfarrei Bergfelden vereinigt, aber bereits ab 1275 wiederholt als Pfarrei Sulz genannt. Das Patronat der Pfarrkirche zu den Heiligen Sebastian und Fabian hatte Württemberg als Patronatsherr von Bergfelden. 1503 Errichtung einer eigenen Pfarrei Sulz für die Stadt und Holzhausen. Kirchbau 1515. Seit der Reformation evangelische Dekanatssitz, heute bei Pfarrei I, die den Süden der Stadt umfaßt; außerdem Pfarrei II für den Nordteil von Sulz, zu deren Bezirk bis 1979 auch Holzhausen gehörte. Katholiken bis 1920 nach Leinstetten, dann eigene Pfarrei. Der Sprengel umfaßt auch die Stadtteil Bergfelden und Holzhausen sowie von der Gemeinde Vöhringen den Ortsteil Vöhringen. Die Kirche St. Johannes von 1952. An Kapellen werden genannt die Liebfrauenkapelle (»untere Kirche«) auf dem Friedhof 1436, St. Bernhardskapelle vor der Stadt 1632, St. Nikolauskapelle oberhalb der Vorstadt 1696. St. Wendelin, mit eigener Pflege, »ob Vöhringer Steige« 1402. Evangelische Pfarrkirche, spätgotische Westturmanlage, 1513/15 erbaut, das Langhaus 1817 erneuert, der polygonale Chor mit Netzgewölbe noch original. Im Innern Renaissancegrabsteine, u.a. für Anna von Hohengeroldseck, geborene Gräfin von Lindau-Ruppin von 1528.
Patrozinium: Heilige Sebastian und Fabian
Ersterwähnung: 1275

GND-ID:
  • 4374010-8
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