Weil am Rhein - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 0786

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Stadt im äußersten Südwesten der Bundesrepublik Deutschland im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz, in der Basler Bucht unterhalb des Tüllinger Bergs in einer mittleren Höhe von 274 m. Das Ortszentrum, ein altes langgestrecktes Dorf, liegt am Südwesthang des Tüllinger Bergs. Die westlich gelegene Leopoldshöhe, das heutige Zentrum mit rechtwinkligem Straßennetz, entwickelte sich aus einer Eisenbahner-Siedlung. Die Eisenbahn prägt auch heute entscheidend das Gesicht der Stadt, allein der Rangierbahnhof (1908/13) beansprucht von der Gemarkungsfläche 120 ha. Neue Bebauung vornehmlich in den umliegenden Stadtteilen, am Tüllinger Berg und im Westen.
Historische Namensformen:
  • Willa 0786
Geschichte: 786 Willa, wahrscheinlich aus dem Lateinischen, genannt bei Schenkung an Kloster St. Gallen. Die Klöster St. Blasien und Weitenau hatten 1344 hier Besitz, Inhaber der hohen und niederen Gerichtsbarkeit waren die Herren von Osenberg, die ihre Rechte 1361 an die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg verkauften. Die Röttier Lehen in Weil, unter bischöflich Basler Oberlehenshoheit, wurden von den Basler Herren Münch von Münchenstein 1368 ebenfalls den Markgrafen verkauft. Zur Vogtei Weil gehörten das Schloßgut Ötlikon, Kleinhüningen (Kanton Basel-Stadt) bis zum Verkauf an die Stadt Basel 1640, und Tüllingen (siehe Stadt Lörrach). Eine Familie von Weil erscheint, freilich nicht als Ortsherrschaft, im 14. Jahrhundert mehrfach. Mit der markgräflichen Herrschaft Rötteln kam das Dorf Weil 1503 an Baden und nach Auflösung des Oberamts Rötteln 1809 zum Bezirksamt/Landkreis Lörrach. 1929 wurde der Ort, zu welchem Leopoldshöhe, Friedlingen und Otterbach gehörten, zur Stadt erhoben, 1972 zur Großen Kreisstadt. Ende des 19. Jahrhunderts zunehmende Industrialisierung, vornehmlich in Friedlingen, wo sich auf der früheren Schusterinsel Großfärbereien entwickelten. 1856 Eröffnung des Bahnhofs Leopoldshöhe. 1871 Bau einer Schiffsbrücke nach Hüningen, 1878 Eisenbahnbrücke, abgebrochen 1937. Ab 1908 Errichtung des großen Verschiebebahnhofs auf Weiler Gemarkung zwischen Haltingen und Kleinbasel, wo 1913 der neue Badische Bahnhof in Betrieb genommen wurde. 1934 wurde die Rheinhafengesellschaft Weil am Rhein gegründet.

Name: Schloßgut Ötlikon

Ersterwähnung: 0786
Kirchengeschichte: Den Besitz der Kirche in Weil hatte 786 das Kloster St. Gallen erhalten. Patrozinium St. Gallus. Ein Pfarrer wird 1275 genannt. 1360 erscheint das Basler Domstift im Besitz der Kirche; 1493 war sie ihm wohl schon seit längerem inkorporiert, Patrozinium jetzt St. Peter und Paul. Nach der Reformation wurde die Pfarrei von der Herrschaft Baden-Durlach besetzt (1595). Die alte Kirche hatte einen 1323 erneuerten Chorturm. Neubau der Kirche 1791, Erhöhung des Turmes 1906. Von der alten evangelischen Pfarrei, heute Pfarrei Altweil genannt, wurde 1937 die West-, heute Johannespfarrei, abgetrennt. Sie ist für das Zentrum der Stadt (Leopoldshöhe) sowie für Otterbach zuständig und erhielt mit der Johanneskirche 1956 ein eigenes Gotteshaus. Der Stadtteil Friedlingen hat seit 1957 seine eigene evangelischen Pfarrei, die 1973 nach dem Bau der Friedenskirche (1963) in Friedenspfarrei umbenannt wurde. Die Katholiken, bisher eingepfarrt nach Lörrach-Stetten, erhielten 1904/05 eine Peter-Pauls-Kirche in Leopoldshöhe mit einer Pfarrkuratie, 1937 Pfarrei. In Friedlingen 1957 eine dem Guten Hirten geweihte Kirche gebaut, moderner Hallenbau mit freistehendem Turm. Seit 1964 ist Friedlingen selbständige katholische Pfarrei.
Patrozinium: St. Gallen
Ersterwähnung: 0786

GND-ID:
  • 4065085-6
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