Waldshut - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1256

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Langgestreckte Stadt auf der Hochrhein-Niederterrasse. Rechteckiger Stadtkern mit breiter, in Ost-West-Richtung verlaufender Hauptstraße, die von dem Unteren und Oberen Tor begrenzt wird. Ältere Stadterweiterung nach Оsten und Westen. Jüngere Siedlungsausdehnung in Talsohlen- und Hanglage im Westen entlang des Rheins und im Norden und Nordosten entlang zweier Seitentäler.
Historische Namensformen:
  • Waldishuote 1256
  • Waltzhuot 1288
Geschichte: 1256 Waldishuote, 1288 Waltzhuot. Die Stadt Waldshut (1298 civitas) wurde vor 1240, wie der Name auch sagt, zum Schutz der habsburgischen Besitzungen auf dem Wald vermutlich durch Graf Albrecht auf der Gemarkung Stunzingen gegründet. Durchzogen wurde die rechteckige Stadtanlage von einer in Ost-West-Richtung verlaufenden Hauptstraße mit zwei parallelen Gassen und von einer Querstraße. Die Befestigung erfolgte zwischen 1241 und 1249. Auf jeder Seite war die Stadtmauer von einem Tor durchbrochen, das im Norden gelegene Waldtor erhielt noch ein Vorwerk. Das äußere Tor wurde 1852, das innere 1882 abgebrochen. Erhalten sind noch die beiden auf das 15. Jahrhundert zurückgehenden Tore der Hauptstraße. Die Stadtverfassung kannte neben dem von den Bürgern gewählten Schultheiß (1256) einen achtköpfigen Rat (1354), der die niedere Gerichtsbarkeit ausübte. Da sich Waldshut im Bauernkrieg auf die Seite der Aufständischen gestellt hatte, setzte seit 1527 der Landesherr den Schultheißen, zugleich auch Waldvogt, ein. Jetzt wurde auch zwischen dem inneren Rat und dem äußeren unterschieden, der eine Vertretung der Bürger und Zünfte darstellte. Seit 1789 bezeichnete sich der dem inneren Rat angehörende Schultheißenamtstatthalter als Bürgermeister. Waldshut zählte zu den vier vorderösterreichischen Waldstädten, die sich über eine eigene Konferenz ihrer Vertreter gegenseitig Unterstützung gewährten. Wie sie war auch Waldshut von 1469-1474 an Karl den Kühnen von Burgund verpfändet. 1805 fiel die Stadt, Mitglied des 3. Standes der Breisgauer Landstände, an Baden und wurde Sitz des gleichnamigen Amtes, 1939 des Landkreises.

Ersterwähnung: 1321
Kirchengeschichte: 1321 wird erstmals die untere Kirche in Waldshut erwähnt. Sie gehörte kirchenrechtlich zu Dogern. Patrozinium St. Johannes Baptista (1393). Die Herzgöe von Österreich schenkten den Kirchensatz 1377 dem Kloster Königsfelden im Aargau. 1804 wurde das Gotteshaus abgerissen. Die obere Kirche, 1351 genannt, war zunächst Filiale von Stunzingen; sie wurde 1378 dem Kloster Königsfelden inkorporiert. Patrozinium 1393 St. Leodegar, 1438 Unserer Lieben Frau. Der Reformation schloß sich Waldshut 1524 unter dem Theologen Balthasar Hubmaier an, doch erzwang Österreich die Rückkehr zum alten Glauben. 1526 wurden die beiden Waldshuter Kirchen (Pfarreien) vereinigt. Vom Kloster Königsfelden ging das Patronat im Zuge der Reformation an die Stadt Bern über. Sie verkaufte es 1684 an Kloster St. Blasien. Die heutige Pfarrkirche Unserer Lieben Frau 1804/1806 erbaut, klassizistisch, Chor aus dem 13. Jahrhundert Innenrenovierung 1978/80. Die katholische Pfarrei umfaßt heute Waldshut und den Stadtteil Eschbach. Gottesackerkapelle, Allerheiligen geweiht; 1683 erbaut. Diente zeitweilig den Altkatholiken als Gottesdienstraum. Die Evangelischen wurden von Säckingen aus betreut und erhielten erstmals 1870 einen eigenen Geistlichen. 1890 Filialkirchengemeinde; seit 1921 Pfarrei, seit 1970 mit zwei evangelischen Pfarrern. Die Pfarrei umschließt neben Waldshut von der Stadt Waldshut-Tiengen die Stadtteile Eschbach, Indiekofen und Waldkirch, von der Gemeinde Weilheim die Ortsteile Bannholz, Bierbronnen, Nöggenschwiel und Remetschwiel sowie von der Gemeinde Albbruck Birkingen und Birndorf, außerdem die Gemeinde Dogern. Die evangelische Versöhnungskirche 1977 gebaut. Ein 1654 vor dem Untertor der Stadt gegründetes Kapuzinerkloster bestand bis 1821. Die Baulichkeiten kaufte 1858 die Spitalstiftung zu Waldshut.
Patrozinium: St. Johannes Baptista
Ersterwähnung: 1393

GND-ID:
  • 4064419-4
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