Söflingen - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Liegt auf Gemarkung: Ulm
Ersterwähnung: 1170 [um 1170/80]

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Der Stadtteil zieht sich aus dem Blautal den flachen Nordhang des Kuhbergs hinauf und ist schon seit den 30er Jahren baulich übergangslos mit der Weststadt verbunden. Der alte, seit der Eingemeindung verstädterte Dorf­kern hebt sich noch durch seine gebogenen Gassen zwischen Einsteinstraße und Neuer Gasse heraus. Gemeindeplatz und Kapellengasse als neues Geschäftszentrum. Einen Bezirk für sich bildet durch seine Ummauerung und erhalten gebliebenen Wirtschaftsgebäude noch der Klosterbezirk. Seit Ende 19. Jahrhundert Siedlungswachstum nach Osten. Kleinere neue Wohngebiete aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg aber auch im Nordwesten des Klosterbezirks (bis zur Sankt-Jakob-Straße) und im Südwesten (bis zur Waidstraße). Im Nordosten setzt sich auf der Talaue das Industrie- und Gewerbegebiet der Weststadt fort. Weiter im Süden bedecken neue Wohnviertel der Nachkriegszeit den Kuhberghang. Auf der Höhe als Abschluss das neue Schulzentrum. Im Westen wuchs das Neubaugebiet in zwei Zungen, auf der Talaue zwischen Blaubeurer Straße und Blaukanal und am Hang oberhalb der Harthauser Straße, wo bereits 1900 am damaligen Westrand des Ortes das Krankenhaus gebaut wurde. Weiter draußen, am Hangfuß zum Blautal, entstand schon 1949 als erste Söflinger Nachkriegssiedlung die Wohnsiedlung Roter Berg.
Historische Namensformen:
  • Sevelingen 1170 [um 1170/80]
  • Sewelingen
Geschichte: Um 1170/80 Sevelingen, Sewelingen (Personenname Sefilo). Älteste Siedlungsschicht. An drei Stellen wurden alemannische Reihengräber gefunden, was vielleicht auf ebensoviele frühe Siedlungen hinweist. Die Oberhoheit stand im 12. Jahrhundert den Grafen von Dillingen zu. Niederadel von Söflingen, Ministerialen und Truchsessen der Grafen, ist erstmals um 1170/80 mit dem Minnesänger Meinloh erwähnt. Später vermutlich unter dem Namen Seveler oder Sophiler im Ulmer Patriziat aufgegangen, im 14. Jahrhundert geteilt in die Linien Schwarz und Roth. Abgegangene Burg im Dorf, 1270 ans Klarissenkloster verkauft. Ein Meinloh von Söflingen stiftete die Ulmer Deutschordenskommende. 1258 schenkte Graf Hartmann (IV.) von Dillingen seinen ganzen hiesigen Besitz an das 1237 in Ulm gegrün­dete Franziskanerinnenkloster »auf dem Gries«, das hierher übersiedelte. Die gün­stige Entwicklung des Schwesternkonvents ließ ein zusammenhängendes Klosterterritorium entstehen und machte die Niederlassung zum reichsten deutschen Klaris­senkloster. 1356 wurde die Vogtei der Stadt Ulm übertragen, die nachweisbar seit 1392 auch die Blutgerichtsbarkeit ausübte. Mit der Erhebung in den unmittelbaren Reichs- und Kreisstand 1773 erlangte das Kloster die Reichsunmittelbarkeit sowie die Hoch- und Blutgerichtsbarkeit. 1803 an Bayern und Säkularisation; 1810 an Württemberg, Oberamt Ulm, 1905 Eingemeindung nach Ulm.

Name: Burg Söflingen

Ersterwähnung: 1258
Kirchengeschichte: Ursprünglich Filial der Pfarrei Ulm. Kapelle Sankt Laurentius und Johannes 1258 (1805 abgebrochen). Kapelle Sankt Leonhard (seit 1626 Friedhofskapelle) 1490 geweiht. Renoviert 1948/49 (innen) und 1965 (außen). Auf dem Friedhof außerdem die Kreuzkapelle. In der Reformations­zeit konnte das Kloster seine kirchliche Selbständigkeit gegenüber Ulm behaupten. Spätestens 1. Viertel 17. Jahrhundert pfarrliche Eigenständigkeit (Friedhof 1626). Als Pfarrkir­che scheint die Leonhardskapelle gegolten zu haben. Die Klostergebäude und die Kirche wurden 1687/93 (durch Caspar Feichtmayr den Jüngeren) neu erbaut. Konventsge­bäude 1818 abgebrochen. Die Klosterkirche Maria Himmelfahrt wurde 1805 bei der förmlichen Pfarreierrichtung katholische Pfarrkirche, renoviert 1958/59. Evangelische Pfarrverweserei 1889, Pfarrei an der Christuskirche 1910.
Patrozinium: St. Laurentius und Johannes
Ersterwähnung: 1258

GND-ID:
  • 4305466-3;4107391-5
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