Ochsenhausen - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1100 [um]

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Die Stadt wird von der Rottum durchflossen und zeigt ihrem dörflichen Ursprung entsprechend einen ungeregelten Grundriss. Im Süden auf dem Hochflächensporn zwischen der Talgabel beherrschend die Klosteranlage. Am Stadt­rand im Norden quert die Вundesstraße 312 das Tal, die dann dem rechten Flussufer folgend die Hauptstraße bildet. Neubaugebiete am östlichen und westlichen Talhang sowie am Kreuzberg in Richtung Erlenmoos. Gewerbegebiet an der Вundesstraße 312 im Südosten, ein weiteres auf der Talaue im Norden.
Historische Namensformen:
  • Ohsinhusin
Geschichte: Um 1100 (Корie 12. Jahrhundert) Ohsinhusin (Personenname?). Vermutlich Siedlung der merowingischen Ausbauzeit. Das Kloster wurde vor 1093 als Priorat der Benediktinerab­tei Sankt Blasien durch die welfischen Ministerialen von Wolfertschwenden (bei Memmin­gen) gestiftet. Mit ihnen verwandt war vielleicht der 1100 erwähnte Hatto von Ochsenhausen. 1128 bestätigten die Stifter nochmals die Schenkung des Ortes Ochsenhausen an das Kloster. Um 1129 bestand hier auch ein später nicht mehr nachweisbarer Schwesternkonvent. Die Klostervogtei hatten die Welfen, nach 1191 die Staufer inne. Die seit 1391 selbstän­dige Abtei erlangte 1397 das Privileg der freien Vogtwahl, also die Reichsunmittelbarkeit mit Sitz und Stimme auf Reichs- und Kreistagen. 1488 Verleihung des Blut­banns, 1495 der Pontifikalien. Die Schirmvogtei übte seit 1343 die Stadt Ulm aus, die in der Reformationszeit versuchte, sich das Klosterterritorium einzuverleiben, und das Kloster 1546 gewaltsam reformierte. Nach Wiederherstellung mit kaiserlicher Hilfe Schirm der österreichischen Landvogtei 1548. Ausgedehntes Klostergebiet mit den Äm­tern Ochsenhausen (15. Jahrhundert), Tannheim (16. Jahrhundert), Ummendorf (1565) und Sulmetingen (1699). Bewaffnete Bauernaufstände 1502 und im Bauernkrieg 1525. Nach dem 30jährigen Krieg umfangreiche Bautätigkeit und kultureller Aufschwung. 1803 wurde das Kloster sä­kularisiert und sein Besitz größtenteils den Fürsten von Metternich-Winneburg überlas­sen, die die Klostergebäude als Schloss nutzten. Klosterkirche Sankt Georg 1128. Basi­lika 1489/95 erbaut, 1725/32 um ein Joch nach Westen verlängert und Barockfassade von Christian Wiedemann. Gleichzeitig Barockisierung des Innenraums, Stuckierung von Gaspare Mola. Antoniusaltar von Dominikus Zimmermann 1718, Benediktusaltar von Jos. Spiegier 1743. Aus der älteren Kirche noch Hochaltarbild (1668) und Chor­gestühl (1686). Berühmte Orgel von J. Gabler 1729 folgende, Kanzel 1742. Vom mittelalterlichen Klo­ster sind noch Teile des spätgotischen Kreuzgangs (zwischen 1434 und 1468) erhalten. Prälatur mit Eckturm um 1500, oft erneuert. Im Obergeschoss prächtige geschnitzte Renaissancedecke und Türeinfassungen (Th. Heidelberger). Treppe um 1770. Vierge­schossige Konventsflügel ab 1615 (Südflügel), barocke Umgestaltung wohl durch J. M. Fischer ab 1740. Bibliothekssaal, Kapitelsaal und Armarium klassizistisch 1785 und 1787 (von Th. Schaidhauf mit Deckengemälden von J. A. Huber). Torbau 17. Jahrhundert; Gastbau, auch »Fürstenbau«, 1667 (3. Geschoss 1710 aufgesetzt). Mariensäule vor der Kirche 1717. Wirtschaftsgebäude ab der Spätgotik. Fruchtkasten 1719/25. Umfas­sungsmauer des Klosterbezirks noch fast vollständig erhalten. Seit 1964 sind Restau­rierungsarbeiten der Klosteranlage im Gang. 1806 kam die Herrschaft Ochsenhausen unter württembergische Staatshoheit. 1809 bis 1810 eigenes Oberamt, dann Oberamt (1938 Landkreis) Biberach. 1825 Verkauf der ganzen Standesherrschaft an Württemberg. 1950 wurde der Ort, der seit 1605 Marktrecht hatte, zur Stadt erhoben. Rathaus, ursprünglich Kornhaus, von 1606.
Ersterwähnung als Stadt: 1950

Ersterwähnung: 1359
Kirche und Schule: Kirchlich im Mittelalter zunächst Filial der Pfarrei Goldbach. 1359 wird die dem Kloster inkorporierte Pfarrei Ochsenhausen erwähnt. Noch heute ist die ehemalige Klosterkirche zugleich katholische Pfarrkirche. Katholische Herz-Jesu-Kirche 1972. Gottesackerkapelle Sankt Veit von 1679, später verändert. Evangelische Pfarrverweser 1848, Pfarrei 1898, Kirche mit Gemeindezentrum 1970/72 (vorher diente der Kapitelsaal des Klosters als evangelische Kirche).
Patrozinium: Sankt Veit
Ersterwähnung: 1679

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