Heilbronn - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 0741 [741/747]

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Die zusammenhängende Bebauung der Stadt zieht sich von der östlichen Niederterrasse des Neckartals bis hinauf zu den umliegenden Gipskeuperhöhen (»Heilbronner Muschel«) am Fuß der Heilbronner Berge. Dabei entstanden neuere Wohngebiete im Süden zwischen Heilbronn und Sontheim, im Norden am Fuß des Wartbergs und im Osten. Die Industrie siedelte sich unterhalb des Wartbergs vornehmlich in der Neckartalaue an. Dort wurde auch der Hafen angelegt, der sich in Richtung Neckarsulm nach Norden ausdehnt. Von der überaus starken mittelalterlichen Befestigung (Mauern, Tore, Türme) sind nur noch geringe Reste erhalten, so der Bollwerksturm, ein Eckturm der Stadtbefestigung, in dem Ritter Götz von Berlichingen 1519 als Gefangener des Schwäbischen Bundes vorübergehend saß. Die Türme und Tore wurden 1804 und 1849 fortfolgend, die Stadtmauer nach 1809 und ein letzter Rest 1948 abgebrochen. — Die Altstadt mit fast allen historisch wertvollen Bauten wurde im zweiten Weltkrieg bei 32 Luftangriffen, darunter besonders durch den Angriff am 4.12.1944, der allein 6504 Tote kostete, sowie durch die Kämpfe zwischen Deutschen und Amerikanern (3.-12. 4. 1945) fast ganz vernichtet; von 14 350 Gebäuden wurden ca. 5100 mit mehr als 11000 Wohnungen zerstört. Das aus dem 13. Jahrhundert stammende, 1417 erweiterte und 1579/97 sowie 1890/1905 umgebaute Rathaus wurde 1944 zerstört, 1950/53 wiederaufgebaut und 1959/62 durch einen modernen Anbau erweitert. Das »Käthchenhaus«, ein großes Steinhaus am Marktplatz, erinnert an die Bürgermeisterstochter Lisette Kornacher, die Kleist ab Vorbild für sein »Käthchen von Heilbronn« diente. Das einstige Fleischhaus der Stadt von 1600 ist heute Historisches Museum. Von der großen Anlage des Deutschhofs (ursprünglich Hauskommende, 1785/1808 Landkommende der Bailei Franken) ist nur die barocke Fassade von 1712/18 erhalten. Von den öffentlichen Gebäuden konnten nur wenige im alten Stil wiederhergestellt werden; die Stadt bietet heute ein modernes Bild.
Historische Namensformen:
  • villa Helibrunna 0741 [741/747]
  • Heilicbrunno 0841
  • Heylprunn 1200 [im 13. Jahrhundert]
Geschichte: 741/747 (Кор. 822) in villa Helibrunna, 841 Heilicbrunno, seit dem 13. Jahrhundert Heylprunn (nach dem einstigen »heiligen oder heilenden Brunnen« in der Kirchbrunnenstraße, der vielleicht auf eine vorchristliche germanische Kultstätte hinweist). Möglicherweise war Heilbronn in der Zeit nach 260 alemannischer Fürstensitz. Wohl noch im 6. Jahrhundert wurde der Bereich um Heilbronn fränkisches Königsgut, Heilbronn selbst Königshof, 841 wird es als königliche Pfalz bezeichnet. Heilbronn war damit Mittelpunkt des Königsgutbezirks rechts des Neckars auch in kirchlicher und siedlungsgeschichtlicher Hinsicht. Das um 742 gegründete Bistum Würzburg erhielt hier reichen Besitz und Einkünfte, so die königliche Eigenkirche mit Pfarrgut und den Zehnten aus dem Heilbronner Königsgutbezirk, dessen Königshof an der Stelle des späteren Hirsauer Hofes lag. Sicher noch in der 1. Hälfte des 11. Jahrhunderts kam der Königshof mit einigem Zubehör, wohl zuerst als Lehen, an die Grafen von Calw. Ebenfalls wohl im 11. Jahrhundert entstand hier eine Marktsiedlung mit Münze und Hafen, wovon eine Hälfte dann den Calwern, die andere wahrscheinlich den Bischöfen von Würzburg (entweder vom Reich oder von Calw her) gehörte. Ein weiterer Teil des Reichsguts gelangte wohl im 12. Jahrhundert an die mächtig aufstrebenden Herren von Dürn. Wohl bald nach 1075 schenkte Uta von Calw den gesamten hiesigen Calwer Besitz, also einen Fronhof mit 17 abhängigen Huben und 14 Weingütern, den gesamten Wartberg sowie je die Hälfte an Markt, Münze und Hafen dem Kloster Hirsau. Den Vollzug dieser riesigen Schenkung verhinderte zuerst Utas Bruder, der kaisertreue Pfalzgraf Gottfried von Calw, dann dessen Schwiegersohn Welf VI. bis 1146. Da Hirsau wohl schon damals von den Staufern bevogtet wurde, war es für sie ein immenser Machtzuwachs im Heilbronner Raum. Die bedeutende Marktsiedlung, zwischen Hirsau und dem Hochstift Würzburg geteilt, muß vor 1220 Stadtrecht erhalten haben, spricht doch 1220 der Bischof von Würzburg von »cives nostri«. Die Staufer, schon durch den Heimfall der Lauffener Reichslehen 1219 in ihrer Position am unteren Neckar gestärkt, nötigten 1225 im Nordhäuser Vertrag dem Hochstift Würzburg dessen gesamten Heilbronner Besitz als Kirchenlehen ab und waren, da sie ja die Hirsauer Vogtei hatten, alleinige Herren des »oppidum Heilecbrunnen« (so 1225). Ulrich von Dürn schenkte 1222 bei seinem Eintritt in den Deutschen Orden diesem Gelände außerhalb der ältesten Ummauerung, auf dem in der Folge der Deutschhof (= Deutschordenskommende Heilbronn) entstand. Bereits 1241 war die Ummauerung einer bedeutenden Stadterweiterung, die auch die 1146 erwähnte Fischersiedlung (?) Hanbach einschloß, im Gange. In den Wirren des Interregnums gelang es der Stadt, die königlichen Beamten zu verdrängen, so daß König Rudolf I. 1281 den Bürgern weitgehende Selbstverwaltung zugestehen mußte (neben dem Schultheißen zwölf aus dem Patriziat stammende consules). Gleichzeitig verlieh er ihr die Rechte der Stadt Speyer. Freie Reichsstadt wurde Heilbronn durch den Erwerb des Blutbanns 1322, des »Privilegium de non evocando« 1334, des Schultheißenamts 1360 (vorher vom Reich an Württemberg verpfändet) und der Vogtei 1464. Die nachstaufische Zeit vollendete die Entwicklung der Stadt und brachte wirtschaftlichen Aufschwung. So schuf das Privileg von 1333 zur Verlegung und zum Aufstau des Neckars die Grundlage für eine blühende Mühlenindustrie. Der Erwerb des Reichsdorfs Bochingen-Altböckingen 1333 und der Orte Neckargartach 1341, Böckingen 1342/1431, Flein 1385 und Frankenbach 1420/38 ließ ein kleines Territorium entstehen, das seinen Rückhalt gegen den Adel und die mächtigen Nachbarn Pfalz und Württemberg in den Städtebünden des 14. und 15. Jahrhunderts fand. Heilbronn nahm am Krieg gegen Württemberg 1360 teil und wurde als Mitglied des Städtebundes 1388 von Baden und der Pfalz sowie 1450 von Württemberg, Baden und Kurmainz vergeblich belagert. Die Auseinandersetzung zwischen den bisher allein regierenden Patriziern und den aufstrebenden Zünften wurde durch die Regimentsordnung Karls IV. von 1371 so geregelt, daß beide Gruppen paritätisch das Stadtregiment ausübten. Durch das Ergebnis des pfälz. Kriegs 1504 verschlechterte sich die Situation Heilbronns, das zukünftig auf drei Seiten von Württemberg umklammert wurde. Im Bauernkrieg 1525 stellte sich die Masse der Bevölkerung auf die Seite der Aufständischen, so daß der ohnmächtige Rat nach dem Fall von Weinsberg die Plünderung der Deutschordenskommende und der Klöster in der Stadt durch die Bauern dulden mußte. Trotz der zahlreichen geistlichen Niederlassungen (neben der Kommende seit 1272 ein Franziskaner-, seit 1302 ein Klarissen- und seit 1442 ein Karmeliterkloster sowie zahlreiche Höfe auswärtiger Klöster) setzte sich die von Johann Lachmann betriebene Reformation sehr früh durch (1528 Abendmahl in beiderlei Gestalt, 1531 lutherischer Gottesdienst). Da die Zünfte die Hauptträger der Reformation waren, ließ Karl V. 1551/52 die aristokratisch-patrizische Regierungsform wiederherstellen, die auch durch den »Ferdinandischen Rezeß« von 1654 nur gemildert wurde. Im 30 Jährigen Krieg litt Heilbronn schwer; es war 1631 — 1650 nacheinander von Schweden (hier wurde 1633 der Heilbronner Bund gegründet), Kaiserlichen und Franzosen besetzt. In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts erlebte die Reichsstadt unter einer aufgeklärten Regierung eine kulturelle und wirtschaftliche Blüte. Sie fiel 1802/03 an Württemberg und wurde sofort Sitz der Verwaltung des neugeschaffenen Oberamts, seit 1938 Landkreis Heilbronn und erhielt selbst 1938 den Status eines Stadtkreises. Bald nach dem Anschluß an Württemberg wurde Heilbronn Sitz von Militärbehörden und war bis 1918 und 1934 — 1945 bedeutende Garnisonsstadt. 1873 fielen einer Choleraepidemie 96 Personen zum Opfer. — Das 1306 gegründete Katharinenspital machte im 14. und 15. Jahrhundert bedeutende Erwerbungen; es wurde 1867 aufgehoben und bis 1871 abgebrochen. Das aus dem 13. Jahrhundert stammende Leprosenhaus St. Jakob vor der Stadt wurde 1634 zerstört. — Die schon seit dem frühen 15. Jahrhundert bestehende vereinigte Schule wurde 1531 in eine lateinische und eine deutsche getrennt, die erstere 1620 zum Gymnasium erhoben. Eine Fachschule für Weingärtner wurde 1857 gegründet.
Ersterwähnung als Stadt: 1220 [vor 1220]
Wirtschaft: Infolge seiner verkehrsgünstigen Lage am schiffbaren Neckar und als Kreuzungspunkt mehrerer wichtiger Handelsstraßen hatte Heilbronn schon im Mittelalter ausgedehnte Handelsverbindungen mit anderen süddeutschen Städten. Hafen, Markt und eine Münze werden schon 1146, ein dreiwöchiger Michaelis-Jahrmarkt 1288 erwähnt; Hafen, Markt und Münze entstanden aber sicher im 11. Jahrhundert. 1299 — 1438 kommen oftmals hiesige Münzmeister vor. Nach 1477 ist über eine Heilbronner Münztätigkeit nichts bekannt. Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts war die Flößerei von Schwarzwaldtannen sehr beachtlich. Im 16. Jahrhundert wurde Heilbronn Umschlagplatz für den Güteraustausch zwischen Süddeutschland, den Donauländern und Norddeutschland; auch die Erzeugnisse von Heilbronn und Umgebung, vor allem Wein, Getreide, Wolle, spielten für die Ausfuhr eine Rolle. Nachdem die Folgen des 30 Jährigen Krieges überwunden waren, folgte eine neue Blüte und der Transithandel erreichte 1789 mit einer Gütermenge von 110554 Zentnern das Höchstmaß. Neben den Koalitionskriegen führte der Übergang der rechtsrheinischen Pfalz an Baden zum Zusammenbruch des älteren Heilbronner Handels. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Heilbronn zur ersten und bis 1900 bedeutendsten Industrie- und Handelsstadt in Württemberg, wozu die Erbauung des Wilhelmskanals 1821 und des Karlshafens 1888 nicht unwesentlich beitrug. Die Industrialisierung ging rasch voran; so entstand 1805 die Silberwarenfabrik P. Bruckmann & Söhne, 1838 die Suppenartikel- und Hafernährmittelfabrik С. H. Knorr GmbH, 1853 eine Zuckerfabrik, 1868 die Sprit- und chemische Fabrik L. Brüggemann KG, 1870 die Flammer-Werke für Seifen- und Waschmittel, 1900 das Karosseriewerk Drauz KG, 1921 die Werkzeugmaschinenfabrik Eugen Weiser & Co. und 1923 die Glashütte. 1832 gab es bereits 17 Fabriken. 1896 schon 58 mit etwa 9000 Arbeitern, vor allem in der Papier-, Nahrungs- und Genußmittelindustrie. Um 1900 kam die Aufwärtsentwicklung zum Stillstand. Der mächtige gewerbliche Aufstieg der Landeshauptstadt Stuttgart verdrängte Heilbronn mehr und mehr aus der Stellung als erste Handels- und Industriestadt in Württemberg. Erst der Ausbau der Neckarkanalstrecke nach Mannheim 1935, die eine Binnenwasserverbindung zur Nordsee gab, und des Kanalhafens machte Heilbronn wieder zu einem bedeutenden Handels- und Umschlagplatz. Nach den Zerstörungen des zweiten Weltkriegs hat die Stadt ihre alte Stellung als wirtschaftlicher Mittelpunkt des württembergischen Unterlandes wieder erreicht.

Ersterwähnung: 0741
Kirchengeschichte: Zwischen 741 und 747 kam die königliche Eigenkirche St. Michael, die Mutterkirche Heilbronns, an das neugegründete Bistum Würzburg; ihre Fundamente liegen unter der heutigen Kilianskirche. Als Pfarrkirche St. Kilian wird sie erstmals 1297 erwähnt und entstammt der Zeit um 1278; ihr Patronat stand (1349 auch vom Reich beansprucht) bis zur Reformation dem Bischof von Würzburg zu. Die Reformation fand früh Eingang; das Abendmahl wurde schon 1528 in beiderlei Gestalt gereicht. Der Konkordienformel trat Heilbronn 1577 bei. 1803 wurde es Sitz eines Dekanats, wenig später auch einer Prälatur. Neben der um 1225 gegründeten Deutschordenskommende hatte Heilbronn drei Klöster, die aber in der Reformation aufgehoben wurden. Das Franziskanerkloster entstand 1272; seine aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts stammende Kirche wurde 1688 zerstört, der heute als Kriegerdenkmal dienende Turm bis 1727 von J. G. Meyer aus Straßburg neu erbaut. Die Gebäude des 1302 von Flein nach Heilbronn verlegten Klarissenklosters wurden 1877, die 1380 vollendete Kirche 1889 abgebrochen. Das 1447 vor der Stadt entstandene Karmeliterkloster mit der 1458 erbauten Kirche wurde 1632 abgetragen. Evangelische Pfarreien und Pfarrkirchen: Die Kilianskirche wurde um 1278 erbaut, Schiff und Turm wurden im 15. und 16. Jahrhundert vergrößert. Seitenschiffe 1447/54 von Hans von Mingolsheim errichtet, 1490 erhöht und 1579 fortfolgend neu überdacht. Hallenmäßige Erneuerung des Chors durch Anton Pilgram um 1480, durch Aberlin Jörg 1485/87 vollendet. Den Westturm gestaltete 1513/29 Hans Schweiner aus Weinsberg. Die beiden vierseitigen Geschosse bis zur zweiten Plattform wurden auf 62 m erhöht, während sich über dem Oktogon die Kolossalstatue eines Landsknechts als Bannerträger der Stadt erhebt. Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche fast ganz zerstört (unter anderem das Sakramentshäuschen von Pilgram und die Kanzel von 1581), vom spätgotischen Hochaltar von 1498 nur 13 Figuren und die Flügel gerettet. Die fünf Statuen des Mittelschreins stammen von Hans Seyfer, dem Schöpfer der Kreuzigungsgruppe der Stuttgarter Leonhardskirche. Der Wiederaufbau der Kilianskirche wurde 1965 abgeschlossen, der gesamte Hochaltar seit 1968 völlig nachgestaltet und wiederaufgestellt (3 Pfarreien). Die hochgotische, 1351 erstmals erwähnte Nikolaikirche wurde 1944 bis auf die Langhausumfassung zerstört und 1950/51 in alter Gestalt wiederaufgebaut (2 Pfarreien). Die Südkirche von 1925, nach Kriegsschäden 1946 restauriert, wurde 1962 abgebrochen und durch die 1962/63 erbaute Christuskirche ersetzt (2 Pfarreien). Die Friedenskirche von 1899 wurde 1944 zerstört und an ihrer Stelle 1948 die Wichernkirche erbaut (3 Pfarreien). Die Aukirche (am Industrieplatz) wurde 1907 erbaut, 1944 zerstört und 1957 neu eingeweiht (1 Pfarrei). Martin-Luther-Kirche von 1933/34, ausgebrannt 1944, neu eingeweiht 1948 (2 Pfarreien). Kreuzkirche, 1963/64 erbaut, seit 1965 Kirchengemeinde (1 Pfarrei). Wartbergkirche, 1966/67 erbaut, seit 1959 Kirchengemeinde (1 Pfarrei). Katholische Kirchen: Die Deutschordenskirche, um 1230 als einschiffige Kapelle St. Maria erbaut und später auf die Heiligen Petrus und Paulus umbenannt, wurde 1340/50 umgebaut, um 1400 vergrößert, 1721 umgestaltet, dann 1944 bis auf die Umfassungsmauern zerstört, 1949/51 wiederaufgebaut und 1969 umgebaut; seit 1806 dient sie als erste katholische Pfarrkirche der nachreformatorischen Zeit. Der Turm aus der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts beherbergt im Erdgeschoß den früheren Chor; das Chorgewölbe zeigt Maulbronner Übergangsstil um 1240. Pfarrkirche und Pfarrei St. Augustinus seit 1926, zerstört 1944, aufgebaut 1949/57. Maria-Immakulata-Kirche 1946/47 erbaut.
Patrozinium: St. Kilian, vormals St. Michael
Ersterwähnung: 1297
Jüdische Gemeinde: Bereits in der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts bestand eine jüdische Gemeinde; dem Pogrom von 1298 fielen 143 Juden zum Opfer. Bei der Verfolgung 1349 soll auch die Synagoge verbrannt worden sein. Die neu entstandene Gemeinde wurde 1476 aus der Stadt verwiesen. Erst infolge der liberalen württembergischen Gesetze von 1828 durften sich wieder Juden in Heilbronn niederlassen. 1861 wurde eine israelitische Gemeinde eingerichtet, 1867 der Sitz des Lehrensteinsfelder Rabbinats nach hier verlegt und 1877 die Synagoge eingeweiht. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts spielten die Juden in Industrie und Handel eine bedeutende Rolle. Von den 1933 ansässigen 790 Juden wanderten viele aus, über 200 kamen in der Deportation um. Die Synagoge wurde 1938 niedergebrannt, die Gemeinde löste sich im August 1939 auf.

GND-ID:
  • 4024025-3
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