Veringenstadt - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1251

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Die kleine mittelalterliche Stadtanlage im Laucherttal wird auf drei Seiten von einem Flussbogen, auf der vierten vom Berghang unter der ehemaligen Burg begrenzt. Planmäßig angelegte Hauptstraße von Brücke zu Brücke mit Erweiterung zum dreieckigen Markt. Ansprechendes Ortsbild durch neue Farbgebung. Am Berg­fuß im Nordwesten wohl Reste des ehemaligen Burgweilers einbezogen, im Südosten innerhalb des Flussbogens dagegen auffallend regelmäßige Bebauung nach Stadtbrand 1847. Wachs­tumszeile am Bergfuß Richtung Dillstetten als »Vorstadt« schon Mitte des 16. Jahrhunderts er­wähnt. Bis zum 2. Weltkrieg hatte sich das weitere Siedlungswachstum auf die lange Häuserzeile am Fuß des gegenüberliegenden Talhangs entlang der Talstraße beschränkt. In der Nachkriegszeit starke bauliche Entwicklung, zunächst Nebener­werbssiedlung Deutstetten, dann anschließend großes neues Wohngebiet am Hang bis hinauf auf die Hochfläche des Deutstetter Bergs im Norden der Stadt. Neubautätigkeit auch auf dem östlichen Steilhang und auf dem Bergsporn links der Lauchert im Süden der Stadt. Umgehungsstraße mit Untertunnelung des großen Bergsporns im Norden der Stadt 1977 (Bahntunnel schon 1908). Gewerbegebiet auf der oberen Talsohle.
Historische Namensformen:
  • Veringin
  • Weringen
  • Vöhringen die Stadt
Geschichte: Vier Wohnhöhlen besonders der Altsteinzeit mit reichen Kulturresten. 1251 Veringin, Weringen, Vöhringen die Stadt, Anfang des 19. Jahrhunderts Veringenstadt. Im An­schluss an die von den Grafen von Altshausen wohl im 12. Jahrhundert von Veringendorf aus erbaute, nach 1120 erbweise an die Grafen von Veringen übergegangene umfangreiche Burganlage auf dem Bergsporn über dem Laucherttal, von der noch beträchtliche Ruinen erhalten sind (Tor und Kapelle), entwickelte sich aus einem Burgflecken die Marktsiedlung, die im 13. Jahrhundert von den Grafen zur Stadt ausgebaut wurde. Sie er­streckte sich zunächst wohl nur bis knapp südlich der Hauptstraße; die im Süden an­schließende Talaue erst später bebaut. Burg und Stadt waren von gemeinsamer Mauer umgeben. 1368 Mühl-, Hag- und Junglistor genannt. 1285 Verleihung des Marktprivilegs durch König Rudolf von Habsburg. Mit Burg und Grafschaft Veringen ging die Stadt 1291 endgültig durch Kauf an Habsburg über, jedoch vor 1306 wieder an die Grafen von Veringen verpfändet. 1344/59 als österreichisches Pfand an die Grafen von Württem­berg, 1399 als Afterpfand an die Grafen von Werdenberg, die sie 1459 als direktes Pfand von Österreich erwarben. 1535 von Österreich an die Grafen von Zollern verliehen, die die Grafschaft Sigmaringen innehatten. 1251 Schultheiß, 1274 cives, 1326 12 Bürger als Siegler eines Freiheitsbriefs, 1374 Schultheiß und 12 Richter, 1414 Bürgermeister. Die Stadtordnung 1498 nennt Schultheiß, Bürgermeister, 12 Richter und 6 Räte zur Kontrolle des Gerichts und als Ersatzrichter. Wahl des Schultheißen durch die Ge­meinde, des Bürgermeisters durch die Richter und Räte. Rathaus um 1500, mehrfach umgebaut. Zoll und Handwerkspfennige 1292 an die Herren von Regentsweiler ver­pfändet. 1306 Brotbäcker, Fleischbänke und Tavernen genannt. 1695 Zunftordnung für Stadt und Grafschaft. 1805 erlosch die österreichische Lehenshoheit über Stadt und Grafschaft. 1807 hohenzollerisches Oberamt Sigmaringen, 1827 hohenzollerisches, seit 1850 preußisches Oberamt Gammertingen. 1925 Landkreis Sigmaringen. 1952 Wiederverleihung der 1883 aberkann­ten Bezeichnung Stadt.
Ersterwähnung als Stadt: 1274

Ersterwähnung: 1316
Kirche und Schule: Ursprüngliche Pfarrzugehörigkeit unklar. 1442 galt die Stadt als seit Menschengedenken der Pfarrkirche in Veringendorf unterstellt, deren Rektor seit 1360 Kaplaneistiftungen in der städtischen Nikolauskapelle genehmigen musste. An­dererseits besaß die Pfarrei Deutstetten den städtischen Zehnt. 1543 gab Deutstetten die Pastoration seiner Pfarrangehörigen in Stadt und Vorstadt Veringen an die Pfar­rei Veringendorf ab. 1811 Errichtung des Kapitels Veringen. 1821 wurde die 1316 geweihte Nikolauskapelle durch Zusammenlegung der ursprünglich 4 Kaplaneien zur Pfarr­kirche erhoben. 1862 umgebaut, Unterbau des Turms mit Portal noch Anfang 13. Jahrhundert Friedhofskapelle. Peterskapelle auf der Burg mit Bauteilen des 12. Jahrhunderts, Kon­chen 1515 wahrscheinlich von Peter Strüb ausgemalt. Restauriert 1962. Heiliggeistspital 1471 gegründet. Evangelische nach Gammertingen.
Patrozinium: Sankt Nikolaus
Ersterwähnung: 1316

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