Neuenstein - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1230

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Mit seinem Wasserschloß liegt Neuenstein am künstlich gestauten Epbach, und zwar leicht an den Hang des Hochflächensporns aus Lettenkeuper im Mündungswinkel zwischen Epbach und dem Bernbach gelehnt. Den Grundriß der alten Stadt bestimmt die mittelalterliche Stadtmauer. Sie umgab das vom Schloß im Tal ausgehend den Hang hinaufgewachsene Städtchen in einem unregelmäßigen Rechteck. In nordöstlicher Richtung führt die Hauptstraße aus der Altstadt und erschließt die kleine Vorstadt des 18. Jahrhunderts sowie die Wachstumsgebiete aus dem 19. Jahrhundert am Bahnhof. In neuerer Zeit ist die Stadt besonders an den umliegenden Hochflächenhängen im Westen, Norden, Оsten und Süden gewachsen. Wohnsiedlungen entstanden nach dem zweiten Weltkrieg unter anderem in den Gebieten »Sophienberg«, »Krummen Rain«, »Oberer Berg«, »Krappenfeld« und die Eschelbacher Siedlung. Industrie ließ sich im Bereich »Hochfeld« nieder.
Historische Namensformen:
  • Nuwenstein 1230
Geschichte: 1230 Nuwenstein, Burgsiedlung des Hochmittelalters Die seit 1230 belegten Herren von Neuenstein waren wohl Verwandte und Erben der bis 1172 bezeugten Herren vom Stein und stammverwandt mit den Familien von Bartenstein, Gabelstein, Wunnenstein, Bartenau und Stetten. Möglicherweise waren die von Neuenstein staufische oder regensburgische Ministerialen. Die Familie war im Spätmittelalter weitverzweigt und mit dem Niederadel der Umgebung vielfach versippt. Große Teile ihres Besitzes erwarben schrittweise die Hohenlohe, darunter um 1300 Neuenstein, später Neufels. Die Familie starb im beginnenden 16. Jahrhundert aus. Ihr Wappen verlieh Kaiser Karl V. 1525 der nach ihnen benannten Stadt. Der Grundbesitz in Neuenstein wurde von den Hohenlohe zu einem erheblichen Teil als Mannlehen ausgegeben, zum Teil allodifiziert. 1351 erhielten die Hohenlohe von Kaiser Karl IV. das Recht, auf ihrem Eigengut bei der Burg Neuenstein eine Stadt zu errichten, die von Anfang an Sitz eines hohenlohischen Amtes wurde. Der etwa rechteckige Grundriß liegt an einem sanften Hang mit dem Schloß an der tiefsten Stelle. Er wird von einer Hauptachse, von der ein zweiter Straßenzug abzweigt und im überbauten Marktplatz wieder mündet, durchzogen. Die Ummauerung wurde zu Beginn des 30 Jährigen Krieges verstärkt, vielleicht zum Teil erstmals angelegt (Bürgerturm 1620). 1553 wurde Neuenstein in der Hauptlandesteilung der Hohenlohe namengebender Sitz einer Hauptlinie, die sich später vielfach verzweigte. 1698 starb die in Neuenstein residierende Linie mit Graf Wolfgang Julius aus. Seine Erben waren die Hohenlohe-Oehringen, die bis zum Anfall an Württemberg 1806 Stadtherren waren. 1806 — 1809 war Neuenstein Oberamt und gehörte seitdem zum Oberamt, 1938 Landkreis Öhringen. — Schloß Neuenstein wurde im 13. Jh. als Wasserburg zwischen Epbach und Bernbach errichtet. Der Bergfried und Teile der Untergeschosse stammen aus der Erbauungszeit. Nach einzelnen Umbauten im 14. und 15. Jahrhundert wurde die Burg 1556/64 unter dem Heilbronner Baumeister Balthasar Wolff zu einer mächtigen Renaissance-Vierflügelanlage mit vier Ecktürmen erweitert. Die skulpturen- und wappengeschmückten Portale stammen aus dem 16. Jahrhundert. Nach 1698 diente das Schloß nur als Amtssitz und verfiel zusehends, trotz einzelner Renovierungsmaßnahmen. Im 18./19. Jahrhundert Sitz der Stiftung »Institut Neuenstein« (Waisenhaus, Altersheim, Manufaktur). Nach dem Rückerwerb durch das Haus Hohenlohe-Oehringen wurde der Kaisersaal seit 1873 restauriert, 1878 ein Museum eingerichtet. Umfassende Renovierungsmaßnahmen durch Bodo Ebhardt seit 1907 wurden durch den ersten Weltkrieg abgebrochen. Aus dieser Zeit stammen die Renaissance-Ziergiebel am ursprünglich nicht vorhandenen vierten Obergeschoß, die hofseitige Arkadengalerie, der Neubau der Galerie am Südflügel und das Lusthaus. Von den älteren Bauteilen sind der Kaisersaal, das Königsgewölbe und die Schloßkirche im wesentlichen unverändert. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Schloß erneut zum größten Teil als Museum eingerichtet. Neu geschaffen wurde der Rittersaal. Außerdem wurde durch Konzentration der auf zahlreiche Stellen verteilten schriftlichen Überlieferung der hohenlohischen Verwaltungen das Hohenlohe-Zentralarchiv errichtet (seit 1971 in staatlicher Verwaltung).
Ersterwähnung als Stadt: 1351

Name: Wasserschloss Neuenstein
Datum der Ersterwähnung: 1200 [im 13. Jahrhundert]

Ersterwähnung: 1365
Kirche und Schule: Kirchlich gehörte Neuenstein zur Stiftskirche Öhringen. 1365 wird eine sicher ältere Kapelle erstmals erwähnt, deren Reste vermutlich in einem Bau südlich der Kirche enthalten sind. Die Kapelle wurde reich ausgestattet, 1499 zur Pfarrei unter hohenlohischem Patronat erhoben, mit einem umfangreichen, nach der Reformation reduzierten Sprengel, der seit 1672 nur noch Neuenstein, Obersöllbach, Grünbühl und Kleinhirschbach umfaßte. Die evangelische Pfarrkirche enthält einen gotischen Chor mit Netzrippengewölbe. Das Schiff wurde 1609/10 von Georg Kern als dreischiffige Halle erneuert. 1699 wurde in einem Anbau das Grabmal des Grafen Wolfgang Julius (gestorben 1698) aufgestellt, das sich heute im Chor befindet. In der Gruft ruhen mehrere Angehörige des Hauses Hohenlohe-Neuenstein. Für die ursprünglich zur Pfarrei Pfedelbach gehörenden Katholiken wurde 1950 die von der Pfarrei Öhringen abhängige Pfarrkuratie Neuenstein errichtet, 1955/58 die Kirche Christkönig erbaut.

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