Waldenburg 

Regionalauswahl:
Typauswahl: Gemeinde
Status: Stadt
Homepage: http://www.waldenburg-hohenlohe.de
service-bw: Informationen zu wichtigen Adressen, Nummern und Öffnungszeiten in Waldenburg
Einwohner: 2912
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 92.0
Max. Höhe ü. NN (m): 523.54
Min. Höhe ü. NN (m): 333.77
PLZ: 74545, 74638

Die an der Südgrenze des Hohenlohekreises gelegene Stadt Waldenburg erstreckt sich mit den Stadtteilen Waldenburg und Obersteinbach über eine Gemarkung von 3154 ha. Das Gemeindegebiet reicht von der Öhringer bzw. Kupferzeller Ebene im Norden bis auf die Hochfläche des südlich anschließenden Waldenburger Berglands. Die im Stadtgebiet verlaufende steile Bruchstufe markiert eine bedeutende Landschaftsgrenze. Auf den Gemarkungen der Kernstadt und des Ortsteils Obersteinbach liegen die Naturschutzgebiete Rößlesmahdsee, Obere Weide und Entlesboden. Der höchste Punkt liegt mit fast 524 m über NN südlich der Kernstadt (Mühlberg 514 m), der niedrigste Punkt mit rd. 334 m im Nordteil der Gemarkung. Mit der Aufhebung der hohenlohischen Fürstentümer 1806 gelangten Waldenburg und Obersteinbach an Württemberg. Zunächst dem Oberamt Neuenstein zugeordnet, kamen sie 1810 zum neuen Oberamt Öhringen, ab 1938 Landkreis Öhringen. 1971 wurde die Ortsteile nach Waldenburg eingemeindet, 1977 Hohebuch durch Entscheid des Innenministeriums angegliedert. 1973 entstand der neue Hohenlohekreis. In der Endphase des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt durch Kampfhandlungen zu mehr als 80% zerstört. Nach Kriegsende begann der Wiederaufbau. Zugleich wurden neue Siedlungsgebiete auf der nach Süden breiter werdenden Hochfläche sowie im Nordwesten der Kernstadt geschaffen. Hier entstanden auch in den folgenden Jahrzehnten bis in die Gegenwart neue, wenngleich flächenkleinere Siedlungsgebiete. Die Stadt liegt verkehrsgünstig und hat seit 2001 einen Autobahnanschluss zur A6. Die 1862 eröffnete Bahnlinie von Heilbronn nach Schwäbisch Hall dient dem Regionalverkehr. Die 1892 eingerichtete Nebenbahn nach Künzelsau wurde 1981 eingestellt.

An der Südgrenze des Kreisgebiets gelegen, umfasst die Stadt Waldenburg einschließlich der seit 1971 dazugehörigen Altgemeinde Obersteinbach eine Fläche von 31,55 Quadratkilometern. Sie greift von der Öhringer beziehungsweise Kupferzeller Ebene im Norden weit auf die Hochfläche des südlichen, nach der Stadt benannten Berglands aus. Die steile Stufe, mit der dieses zur Ebene hin abbricht, markiert eine bedeutende Landschaftsgrenze, die gerade im Stadtgebiet besonders eindrucksvoll zur Geltung kommt. Die Anrainer der Stadt sind im Westen die Gemeinde Pfedelbach und die Stadt Öhringen, im Norden die Stadt Neuenstein, im Osten die Gemeinde Kupferzell und im Süden die Stadt Schwäbisch Hall und die Gemeinde Michelfeld. Die Entfernung zur Kreisstadt Künzelsau beträgt auf den Landesstraßen 1046 und 1036 sowie auf der Bundesstraße 19 rund 14 Kilometer. Waldenburg ist im Landkreis die einzige Gemeinde, deren Flächenschwerpunkt nicht mehr auf der Muschelkalkstufe, sondern zu mehr als zwei Dritteln im Keuperbergland liegt. Dort umfasst das Stadtgebiet auf einer Höhe von 480 bis 500 Meter über Normalnull den Quell- und obersten Einzugsbereich von Steinbach und Bibers. Letztere bildet hier das Hauptgewässer, das – entsprechend dem schwachen Einfallen der Hochfläche – nach Süden abfließt. Die Stufenoberfläche, bestehend aus den bis zu 50 Meter mächtigen, von Mergellagen durchsetzten Schichten des Kieselsandsteins, ist im Westen weithin eben (Gemarkung Obersteinbach) und nur zur Bibers hin stärker reliefiert. So entspringen die Quellen des Steinbachs flachen Mulden, in denen sich stellenweise kleine Quellmoore entwickeln konnten. Dagegen vermochte sich die Bibers mit steilen Talflanken bis zum Schilfsandstein tief einzugraben und dadurch ausgeprägte Höhenunterschiede von knapp 50 Meter zu erzeugen. Hier treten vor allem unterhalb des Kieselsandsteins zahlreiche Quellen mit recht unterschiedlicher Schüttung zutage. Die sandigen Böden sind nährstoffarm, zum Teil extrem sauer und können über Mergel auch stark vernässen (Pseudo- und Stagnogleye). Die rauhere, gegenüber dem Vorland mit einer Jahresmitteltemperatur von 7,5 Grad Celsius deutlich kühlere und mit bis zu über 900 Millimeter Jahresniederschlag (im südlichen Stadtgebiet) wesentlich feuchtere Hochfläche ist nur schwach besiedelt und überwiegend von Wald bedeckt. Dieser ist nur im Bereich einiger Rodungsinseln (Laurach, Obersteinbach, Sailach) und gelegentlich in den Tälern (Goldbachtal) zurückgedrängt. Der Wald diente außer als Brennstofflieferant lange Zeit als Viehweide und zur Gewinnung von Streu. Durch Viehverbiss verschwanden aus dem ursprünglichen Hainsimsen-Buchenwald allmählich die Buchen, und es stellte sich ein lichtes Waldbild aus den für die Saumast gepflanzten Eichen- und Birkenbeständen ein, durchsetzt mit Borstgras-Magerrasen, Pfeifengras und Heidekrautflächen. Ein letzter Rest konnte seit 1969 im Naturschutzgebiet Obere Weide östlich von Obersteinbach auf 1,9 Hektar erhalten werden. Andernorts wuchsen solche Flächen zu oder wurden mit Kiefernbeständen aufgeforstet. Während die früher zahlreichen Fischweiher auf der Gemarkung von Obersteinbach heute weitgehend verfallen sind, staut eine Reihe von ursprünglich ebenfalls zur Fischzucht bestimmten künstlichen Seen nach wie vor die Bäche Bibers und Goldbach auf. Sie tragen nicht nur zur landschaftlichen Attraktivität bei, sondern stellen auch ein wichtiges Biotop für wassergebundene Vögel dar. Einer dieser Weiher am Goldbach, der Rößlesmahdsee, wurde deshalb 1982 zusammen mit der nach Nordosten in den Stufenabhang eingetieften Pfaffenklinge zum Naturschutzgebiet erklärt (16,2 Hektar). Eine Besonderheit dieses Weihers liegt zudem darin, dass man bei ihm die »Kampfzone« zwischen dem rheinischen und dem älteren, zur Donau orientierten Fluss-System erleben kann; er entwässert nach zwei Seiten. Das ältere, danubische System repräsentiert der Goldbach, der nach Süden zur Bibers und damit ursprünglich in Richtung Donau fließt, inzwischen jedoch auf einem langen Umweg zum Kocher. Hingegen gehört der durch die Pfaffenklinge auf viel kürzere Distanz, sozusagen direkt zum Kocher strebende Beltersroter Bach dem rheinischen System an. Sein stärkeres Gefälle bewirkt eine aggressive Erosion, mit der er durch rückschreitende Abtragung den Oberlauf des Goldbachs abzuschneiden und gewissermaßen zu »köpfen« vermochte; der einstige Oberlauf endet an der Stufenkante gleichsam im Freien. Der Goldbach war also ursprünglich länger, jedoch wurde er bei der fortschreitenden Rückverlegung der Stufe – bedingt durch den Angriff des rheinischen Fluss-Systems – immer wieder gekappt. Auf diese Art ist die Stufenkante im Stadtgebiet stark in Sporne aufgelöst (Friedrichsberg, Buchberg, Mühlberg), und die Kernstadt selbst liegt auf einer Bergnase, die schon fast vom Hinterland abgetrennt ist. Unter dem morphologisch markant hervortretenden Stufenrand aus Kieselsandstein reicht die Schichtung von den Unteren Bunten Mergeln bis zum Gipskeuper, der zwei Drittel des unteren Stufenteils aufbaut. Die beiden anderen, härteren Schichtglieder – Schilfsandstein in der oberen Stufenpartie, Engelhofer Platte im Gipskeuper – zeichnen sich als Terrassen am Hang ab. Die steilen Stufenbereiche sind bewaldet, die weniger steilen unteren Gipskeuperhänge tragen in den windgeschützten, klimatisch milden Buchten vornehmlich Obstwiesen. Weite Bereiche am Fuß der Keuperstufe sind von Löss beziehungsweise Lösslehmen, vermengt mit Keuperfließerden, bedeckt. Unmittelbar vor dem Stufenfuß tritt die Grundgipsschicht des Unteren Keupers zutage, die früher in Steinbrüchen (so etwa beim Bahnhof Waldenburg) und sogar in einem Untertagebetrieb abgebaut wurden. Vielfach sind die Gipse aber ausgelaugt, was sich an dem unruhigen, welligen Relief mit Trockentälern und Erdfällen zeigt. An den Gipskeuper sind einige große Quellen mit Schüttungen von bis zu 3 Litern pro Sekunde gebunden, deren Wasser je nach Gipsauslaugung unterschiedliche Härtegrade aufweist. Nach Norden hin stößt der Gipskeuper bis an die Eisenbahnlinie vor, wird dann allerdings von Lettenkeuper mit darüberliegender Lössdecke abgelöst. Hier hat das Stadtgebiet auf der Kupferzeller Ebene Anteil an der sehr fruchtbaren Hohenloher-Haller Gäulandschaft. Deshalb prägt dort weithin offenes Ackerland das Landschaftsbild, wobei die Landwirtschaftsflächen vor allem von der ehemaligen Staatsdomäne Hohebuch genutzt werden.

Mit der Mediatisierung der hohenlohischen Fürstentümer fielen 1806 auch Waldenburg und Obersteinbach an das Königreich Württemberg. Waldenburg wurde Sitz eines Patrimonialobervogteiamts, dem Obersteinbach, Sailach und Ziegelhalden angehörten, und dem königlichen Oberamt Neuenstein zugeordnet. 1810 kam es zum neu geschaffenen Oberamt Öhringen (seit 1938 Landkreis Öhringen). Zur Schultheißerei Waldenburg zählten 1809 Buchhaus, Espachhof, Goldbach, Hohenau, Laurach, Lindig, Obermühle, Rebbigshof, Rebbigsmühle, Streithof und Ziegelhütte; Fasanenmühle, Fischhaus, Hohebuch und Untermühle gehörten damals noch zu Westernach. Die 1809 eingerichtete Schultheißerei Sailach umfasste Obersteinbach, Ziegelhalden, Tommelhardt, Neumühle, Jagdhaus, Büchelberg und Gnadental. Zwischen 1812 und 1815 wurde die Schultheißerei Sailach in Obersteinbach umbenannt; dazu zählte 1824 nur noch Büchelberg, wohingegen Sailach und Ziegelhalden Gnadental zugeschlagen wurden. Tommelhardt, Jagdhaus und Neumühle gehörten nun zu Waldenburg. Noch vor 1828 entstand schließlich die Gemeinde Obersteinbach mit Sailach und Hinterziegelhalden. Lindig – 1873/77 aufgeteilt in Groß- und Kleinlindig – wurde von der Schultheißerei Waldenburg getrennt und kam vor 1828 zur Schultheißerei Kesselfeld. Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform wurden 1971 Obersteinbach, das schon davor zusammen mit Waldenburg verwaltet war, eingemeindet, und Groß- und Kleinlindig, die bisher zu Kesselfeld gehörten, nach Waldenburg umgemeindet. Das früher unter den drei Gemeinden Waldenburg, Westernach und Grünbühl aufgeteilte Hohebuch wurde 1977 aufgrund einer Entscheidung des Innenministeriums Waldenburg vollständig angegliedert. Zuvor hatte die Einwohnerschaft des Grünbühler Ortsteils für eine Anbindung an Waldenburg plädiert, und die Bürgermeister von Waldenburg und Neuenstein hatten 1976 eine Vereinbarung über die Gemeindegebietsänderung getroffen. Mit Kupferzell und Neuenstein bildet Waldenburg seit 1975 den Teilverwaltungsraum Hohenloher Ebene. Die Ablösung der am Grund und Boden haftenden Lasten und ein Ende des Wildschadens waren 1848 die zentralen Forderungen der Revolutionäre. Mit entsprechenden Zugeständnissen des Fürsten zu Hohenlohe-Waldenburg vom 9. März 1848 entspannte sich die Lage. Sonstige Differenzen zwischen Standesherrschaft und Untertanen gab es bis auf wenige Ausnahmen nicht; die bislang im Schloss untergebrachte Kinderschule zog 1848 aus. Unmut verursachte Pfarrer Johann Georg Ludwig Göller, der für das Fürstenhaus Partei ergriff; vor einem seitens der Aufständischen geplanten Überfall auf seine Person wurde er rechtzeitig gewarnt. Revolutionäre Ideen kamen eher in kleineren Zirkeln und Konventikeln zur Geltung oder in Leserbriefen an den ›Boten für Hohenlohe‹, wo sich der republikanisch gesinnte Schulmeister Friedrich Bühl mit der 1848 gegründeten Turnergemeinde über deren politische Haltung stritt. Am 13. Juni 1849 zog ein Teil der Waldenburger Bürgerwehr zur Unterstützung der von württembergischem Militär bedrohten Heilbronner Wehr aus, kehrte allerdings, wie verschiedene andere Mannschaften, in Öhringen wieder um. Zu beklagen war am Ende nur der Tod eines demokratisch gesinnten Metzgers, allerdings nicht durch Kampfhandlungen, sondern infolge eines tätlichen Angriffs im Streit. Weniger als die Revolution von 1848/49 fand die von 1918/19 in Waldenburg Widerhall. Gleichwohl wurde wie vielerorts auch hier ein Arbeiter-, Bauern- und Soldatenrat gegründet. Unter den Flurnamen auf Waldenburger Gemarkung erinnert noch der Spartakistenweg entlang dem Belzhager Schlag an jene Zeit. Er heißt so, weil dort die 1919/20 zum Wegebau herangezogenen Arbeitslosen beim Ausbruch des Berliner Spartakusaufstands die Arbeit niederlegten. Als 1898 erstmals der Bauernbund (seit November 1918 WBWB, Württembergischer Bauern- und Weingärtnerbund) antrat, votierte Obersteinbach zu 50 Prozent für diese konservative Partei; in Waldenburg, wo es mehr Handwerker, Beamte und Bedienstete der Standesherrschaft gab, kam die gleiche Gruppierung nur auf 33,1 Prozent. Bis zur Reichstagswahl 1930, der letzten Wahl, in der sich der WBWB gegen die erstarkende NSDAP zu behaupten vermochte, votierten oft mehr als zwei Drittel der Wähler von Obersteinbach für die Bauernpartei, in Waldenburg durchschnittlich etwa ein Drittel. Sein bestes Ergebnis erreichte der WBWB in Obersteinbach 1930 mit 86,8 Prozent, in Waldenburg 1907 mit 48,8 Prozent. In der Reichstagswahl von 1903 profilierte sich die SPD mit ihrem besten Wahlergebnis – 23,8 Prozent in Obersteinbach, 29,2 in Waldenburg –, fiel dann aber in Obersteinbach bis zum Ende der Weimarer Republik auf unter 5 Prozent. In Waldenburg hingegen konnte sie bis 1930 (20,1 Prozent) zunehmend die eher nach links tendierenden Wähler gegen die seit Mitte der 1920er Jahre zunehmenden Rechtsparteien mobilisieren. Die ebenfalls nach rechts orientierten DVP (Deutsche Volkspartei) und DNVP (Deutschnationale Volkspartei) vereinigten in der Reichstagswahl 1928 in Waldenburg 9,2 beziehungsweise 13,6 Prozent auf sich; die linksliberale Deutsche Demokratische Partei (DDP) setzte sich noch mit 10,9 Prozent durch. Die Reichstagswahl im Juli 1932 verhalf schließlich auch hier der NSDAP zum Durchbruch; in Obersteinbach erzielte sie 64,1 Prozent, in Waldenburg 56,2. Am 6. Mai 1933 zogen fünf Stadträte von der NSDAP und drei von der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot, einem Bündnis aus DNVP und Stahlhelm, in das Waldenburger Rathaus ein. Der mit der NSDAP kooperierende Stahlhelm hatte im Hohenlohischen eine seiner Hochburgen und in Waldenburg einen führenden Vertreter in dem evangelischen Stadtpfarrer und späteren Oberkirchenrat Albert Borst. Borst versah das Pfarramt in Waldenburg bis 1930. Opfer der neuen politischen Verhältnisse wurde der ehemalige katholische Stadtpfarrer Johann Gualbert Buck, der 1933 in Emeringen auf Betreiben der NSDAP in den Ruhestand versetzt wurde. Die 1942 vom Kreisamtsleiter in Schwäbisch Hall angeordnete Übernahme der evangelischen Kleinkinderschule durch den NSV scheiterte am Widerstand der kirchlichen Stellen und an Schwester Luise Kühner, die einen Eintritt in den NSV-Dienst verweigerte. In Hohebuch und Rebbigshof hatte der Stahlhelm 1933 Arbeitsdienstlager eingerichtet. Während der Kriegsjahre arbeiteten immer mehr polnische und russische Gefangene in der Landwirtschaft. Ein Lager entstand 1943 am Bahnhof mit einem Außenlager in der Fohlenweide für russische Kriegsgefangene, die am Umbau des Bahnhofs und an der Erweiterung der Gleisanlagen mitwirken mussten. Erste Kriegshandlungen erlebte Waldenburg 1943 und 1944 mit kurzen Luftkämpfen. Am 13. April 1945 setzte die Beschießung Waldenburgs durch amerikanische Artillerie von der Ebene aus ein; der Angriff amerikanischer Infanterie begann am 15. April. Auf Leitern überwanden die Soldaten die Stadtmauer an der Nordwestecke. Nach erbitterten Kämpfen zogen sich die Deutschen am 16. April aus der Südstadt nach Goldbach zurück. Ein Großteil der Stadt war bereits durch die Kämpfe ruiniert. Nach der Besetzung am 16. April wurde auch noch der Rest ein Raub der Flammen, als amerikanische Soldaten nach versteckten deutschen Soldaten suchten. Am Ende war die Stadt zu 80 bis 90 Prozent vernichtet, das Schloss ausgebrannt, 89 Wohngebäude und Scheunen zerstört, sechzehn Gebäude schwer beschädigt. Weitgehend unversehrt blieben die evangelische Kirche und einige wenige Häuser, die meisten im nordöstlichen Stadtteil. Acht Zivilisten starben. Bei den Kämpfen um Waldenburg wurden auch Goldbach und Obersteinbach von amerikanischer Artillerie und Tieffliegern beschossen. In Goldbach kamen bei einem Luftangriff am 16. April drei Zivilisten ums Leben. Am 17. April wurden Goldbach und Obersteinbach von den Amerikanern besetzt. In Obersteinbach nahmen etliche Wohn- und Wirtschaftsgebäude Schaden; drei Einwohner starben. Am 17. November 1945 berief die amerikanische Besatzungsmacht Franz Gehweiler zum Bürgermeister von Waldenburg; der am 27. Januar 1946 gewählte Gemeinderat bestätigte ihn in seinem Amt, das er anschließend bis 1978 ausübte. Aus der Wahl zur Verfassunggebenden Landesversammlung Württemberg-Baden am 30. Juni 1946 ging die DVP, Vorläuferin der FDP/DVP, mit 37,7 Prozent als stärkste Partei hervor. Die SPD rangierte im Gesamtergebnis mit 27 Prozent auf Platz drei, erlangte aber in Obersteinbach mit 42,1 Prozent eine Spitzenposition, die sie dort in der folgenden Landtagswahl am 24. November 1946 auf 52,3 Prozent weiter ausbaute; in Waldenburg verbesserte sie ihr Ergebnis gleichzeitig auf 30 Prozent und war damit in dieser Wahl stärkste Partei. Die CDU kam in der Landtagswahl mit 25,4 Prozent auf den dritten Platz, erreichte also das Kreismittel – nach heutigem Gebietsstand – nicht einmal zur Hälfte. Die erste Bundestagswahl 1949 ergab für die erstmals angetretene Notgemeinschaft, einer Wählervereinigung von Heimatvertriebenen und Kriegsgeschädigten, das beste Durchschnittsergebnis von 39,1 Prozent; dies ging zu Lasten der CDU (16,6 Prozent) und noch weit mehr der SPD (7 Prozent). Nur die FPD behielt ihre Stammwählerschaft und konnte im Ortsteil Obersteinbach sogar noch dazugewinnen (55,5 Prozent). Die Notgemeinschaft erreichte im kriegszerstörten Waldenburg 41 Prozent, in Obersteinbach, wo die Wahlbeteiligung aber nur bei 35,4 Prozent lag, 27,2 Prozent der abgegebenen Stimmen. In den folgenden Bundestagswahlen verlor die Notgemeinschaft beziehungsweise der BHE immer mehr an Zustimmung. Stattdessen errang im zukünftigen Parteiengefüge die CDU den ersten Platz. Diesen behauptete sie seit 1953 in fast allen Wahlen bis heute, ausgenommen allein die Wahl von 1998, in der sie von der SPD um rund zwei Prozent übertroffen wurde. Die Sozialdemokraten konnten sich erstmals bei der Bundestagswahl 1965 vor der FDP an zweiter Stelle positionieren. Ihren seither innegehabten dritten Platz verloren die Liberalen 1994 an die Grünen, die damals 12,9 Prozent erzielten (FDP 9,9 Prozent). Die Wahlen zum Landtag ergeben ein entsprechendes Bild. Die Grünen konnten dabei aber schon 1988 ihren liberalen Konkurrenten übertreffen. Auf Landesebene erzielte die CDU oft bessere Ergebnisse als auf Bundesebene, desgleichen die Republikaner, die 1992 ihr bestes Ergebnis mit 11,2 Prozent erreichten. In der Gemeinderatswahl von 2004 errangen von vierzehn Sitzen die Bürgervereinigung Waldenburg neun und die Freie Wählergemeinschaft fünf. Seit 1969 pflegt Waldenburg eine Städtepartnerschaft mit der lothringischen Stadt Sierck-les-Bains.

Wappen von Waldenburg

In geteiltem Schild oben in Gold (Gelb) auf grünem Boden drei grüne Tannen, unten in Silber (Weiß) ein schreitender, rot bewehrter und rot bezungter hersehender schwarzer Löwe (Leopard) mit untergeschlagenem Schweif.

Beschreibung Wappen

Das im Stadtsiegel seit dem 16. Jahrhundert nachweisbare Wappen bezieht sich durch die drei Tannenbäume in seiner oberen Hälfte auf den Namen und in der unteren durch den hohenloheschen „Leoparden" auf die ehemalige Herrschaft der Stadt. Die Stadtflagge zeigt die hohenloheschen Hausfarben Rot und Weiß, die mehrere im ehemaligen Territorium der Grafen und späteren Fürsten von Hohenlohe gelegene Städte unabhängig von ihren Wappen führen.