Crailsheim - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1140 [um 1140]

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Der Reihengräberfriedhof unter der Johanneskirche legt nahe, die ursprüngliche Siedlung am Trutenbach zu suchen. Das spätere Stadtgelände war jedenfalls bis 1000 Ackerland. Erst der Bau der Kirche zog dann die Siedlung an, vielleicht zunächst nur entlang der heutigen Adam-Weiß-Straße. Spätestens im 13. Jahrhundert wurde dann mit der Langen Straße eine Marktstraße mit zwei Toren angelegt. An dieser Straße entstand im 14. Jahrhundert das herrschaftliche Rathaus und in dessen Schutz wohl ein jüdisches Ghetto, das im Zuge der Pestpogrome zerstört wurde. Offenbar wurde nun an dessen Stelle Ende des 14. Jahrhunderts als Sühne die Liebfrauenkapelle errichtet. Die so genannte Fronveste übernahm die Sicherung des Nordtores, der Goldbacher Freihof die des Südtores, und ein weiterer Freihof in der Schulstraße die Deckung der Südostecke, das Bauhaus am Mittelabschnitt der Westmauer die Sicherung der darunter gelegenen Herrenmühle. Ein entsprechender Schutz im Nordosten war der heutige Diebsturm vor der damaligen Stadtmauer, wahrscheinlich Bergfried einer dortigen Burg. Vom Diebsturm nach Süden erstreckte sich der Breitsee, der diese am stärksten gefährdete Mauerpartie sicherte. Gegenstück auf der Südwestecke war eine Wasserburg unterhalb der Johanneskirche, vielleicht auch der im Stadtmuseum enthaltene Steinturm innerhalb der Ursiedlung am Trutenbach. Spätestens im 14. Jahrhundert entstand im Breitsee die Wasserburg des Landesherrn. Ende des 14. Jahrhunderts wurde das Gelände der Innenstadt um Geschosshöhe aufgefüllt und zugleich der Breitsee zugeschüttet. Die Stadt wurde nun in der Weise erweitert, dass die Stadtmauer zwischen die beiden Burgen im Osten gelegt und vom Diebsturm nach Westen eine neue Partie vorverlegt wurde. Dabei entstanden zwei neue Tore: Jagsttor und Ziegeltor, benannt nach der davor gelegenen Ziegelei. Zur Aufsiedlung dieser etwa verdoppelten Stadtfläche wurden offenbar einige bisherige Orte im Umkreis der Stadt aufgelassen, womit Crailsheim wohl die Markung erhielt, die 1835 mit 1025 Hektar landwirtschaftlicher Fläche, dazu circa 800 Hektar Wald angegeben wird. Auch die Pfarrkirche wurde ab 1398 erweitert. Ein 1400 gestiftetes Spital beim Rathaus wurde ab 1423 in die Spitalvorstadt verlegt, wo es mit der Südmauer und dem davor gelegenen Spitalsee eine zusätzliche Vorbefestigung darstellte. Hier lagen auch das älteste, bis heute noch betriebene Crailsheimer Wirtshaus Zum Stern sowie einige feuergefährliche Handwerksbetriebe und ein Bauernhof. Eine ähnliche Besetzung bietet später auch die Jagstvorstadt mit Häfnerei, Glockenschmiede, den seit 1425 belegten Gerberhäusern und einem Wirtshaus. Jenseits der Jagstbrücke von 1497 stand die Brechhütte und seit mindestens 1463 das Feldsiechenhaus mit Wolfgangskapelle. An der Jagst selbst lagen bereits 1357 die Velweiden- oder Kuppelesmühle, die Herrenmühle und die Kalkofenmühle bei einem Kalkofen. Auf der durch den Mühlkanal der Herrenmühle gebildeten Insel war die Bleiche mit entsprechendem Waschhaus, eine weitere Bleiche lag am Trutenbach oberhalb des Spitalsees. Auf der Brücke wurde in einem Zollhaus Brückenzoll erhoben. 1737 ordnete der Markgraf an, die am Ziegeltor gelegenen öden Hausplätze zu bebauen. Möglicherweise gehörte dahin auch eine Förderung der jüdischen Ansiedlung, für die in Crailsheim 1783 eine eigene Synagoge gebaut wurde. 1754 wurden die Stadtgräben zugeschüttet und zu Gärten umgewandelt. In der Bergwerkstraße wurde 1766 von den Weißgerbern Leiberich eine Walkmühle eingerichtet. Auf dem heutigen Karlsberg stand der Galgen, dahinter hatte der Abdecker sein Haus. Der Trutenbach betrieb eine Schleifmühle und eine Lohmühle und bot mit dem Spitalsee einen großen Fischteich. Jenseits auf dem Kreuzberg wurde wohl über einem Pestfriedhof 1418 die namengebende Kreuzkapelle geweiht. 1768 wurde hierher das Schießhaus vom Schießberg verlegt; die Mooswiese wurde seit 1777 betrieben, nachdem Crailsheim 1769 durch Chausseebau von Feuchtwangen her an ein modernes Fernstraßennetz angeschlossen war, das sich bis zur Landesgrenze bei Saurach fortsetzte. Die Stadt liegt beiderseits der Jagst am Eingang zur »Crailsheimer Keuperstufenrand-Bucht«, der älteste Siedlungskern auf dem rechten Hochufer des Flusses. Erst im 18. Jahrhundert griff sie mit kleinen Vorstädten längs der Ausfallstraßen über die noch 1828 mit allen Toren erhaltene Stadtmauer hinaus. Der Grundriß der Altstadt bildete ein verschobenes Viereck. Von der bis Kriegsende großenteils unzerstörten Befestigung haben einige Reste, namentlich der sogenannte Diebsturm im Nordosten, die Verwüstung der Stadt von 1945 überstanden. Anfang des 20. Jahrhunderts führte erst die Anlage des Bahnhofs zu einer wesentlichen Ortserweiterung links der Jagst durch Industrieanlagen und Wohnviertel. Der Bau des Militärflugplatzes nach 1935 hatte die Erschließung weiteren Baugeländes gebracht. Nach dem zweiten Weltkrieg erfolgte durch Auflockerung beim Wiederaufbau der Altstadt eine starke Ausdehnung nach Westen und Nordwesten in Richtung Tiefenbach und gegen Roßfeld hin, in jüngerer Zeit auch nach Оsten entlang den Straßen nach Goldbach und Mariäkappel. In diesem Zusammenhang sind die neuen Wohnsiedlungen zu nennen: im Westen außer »Sauerbrunnen« (seit 1945) »Spitalfeld«, »Riedwiesen«, »Lehenbusch«, im Оsten »Mittlerer Weg« (seit 1945), im Norden »Schießberg«, »Am Karlsberg« (1955/65), im Nordwesten »Roter Buck« (1945/65), im Nordosten »Kerzenwiesen« (seit 1965), im Südosten »Kreuzberg« (seit 1945, auch Hochhäuser), im Südwesten Baugebiete in Altenmünster (seit 1955, auch Hochhäuser) und im Süden Ingersheim »im Feldle« (seit 1965). Vorwiegend nahe der Eisenbahnanlagen ließ sich die Industrie nieder. So entstanden die Industriegebiete »Strunk« (seit 1945) im Norden, Fliegerhorst (1945), »Hofwiesen« (1965) im Westen, im Stadtteil »Türkei« (1945) im Süden, das Industriegebiet »Südost« (1955) sowie die Industriegebiete »Flügelau« (1955) im Südwesten und »Schönebürgstraße« (1965) im Osten.
Historische Namensformen:
  • Kreuwelsheim 0996
  • Crowelesheim 1136 [um 1136]
  • Crewelsheim 1252
  • Creulshein 1290
  • Crowelsheim
Geschichte: 996 beansprucht in einer gefälschten Urkunde Kloster Amorbach den Zehnt in der »villa« Crailsheim, nachdem 993 der Würzburger Bischof Amorbach mit anderen Königsklöstern unter seine Herrschaft gebracht hatte. Da aber Würzburg in der Folge mit der Johanneskirche eine zentrale Pfarrkirche schuf, besaß es nun selbst eine Hälfte des Crailsheimer Zehnts, die es 1345 an Konrad von Finsterloh, später an den Stadtherrn vergab. Ein Viertel hatten die Herren von Crailsheim als helfensteinisches Lehen, das andere statt Amorbach Kloster Ellwangen, das bei der ersten einwandfreien Nennung von »Crowelesheim« um 1140 über weitere Besitzungen am Ort verfügte. 1403 werden als ellwangischer Besitz eine Hube, fünf Lehen, drei Häuser, ein Viehhaus und weitere Besitzungen genannt. 1528 heißt es ausdrücklich, dass die sieben Huben (entspricht 14 Lehen) Ellwangens die besten von Crailsheim seien. Um 1000 tritt auch das Augsburger Moritzstift in Crailsheim in Erscheinung. Dieser Besitz wird zwar erst 1178 erwähnt, kann aber durchaus schon Ausstattungsgut des Moritzstiftes gewesen sein. 1230/50 kamen noch die Patronatsrechte an der Crailsheimer Johanneskirche dazu, bevor es seine hiesigen Besitzungen 1289 an die Grafen von Oettingen verkaufte. Diese arrondierten damit ihren bereits aus dem Erbe der Herren von Lohr oder aus der Ellwanger Vogtei gewonnenen Besitz und richteten dafür ein Amt Crailsheim unter Vogt Arnold ein. In der Kaufurkunde wird Crailsheim erstmals »oppidum« genannt, war also schon befestigt und mit Marktrecht ausgestattet. Aber schon 1310 wurde Konrad Schrimpf Graf von Oettingen geächtet und verlor seine Besitzungen an das Reich. Zwar versuchte er, diesen Verlust dadurch zu vermeiden, dass er Crailsheim den Wittelsbachern auftrug; diese erstatteten dies aber umgehend zurück, um nicht selbst in die Reichsacht zu verfallen. Später allerdings behandelten sie Crailsheim als Eigentum, nachdem durch die Königsherrschaft Ludwigs eine klare Unterscheidung zwischen Reichs- und Hausgut nicht mehr gegeben war. Crailsheim selbst hatte jedenfalls ab 1310 das Reich als unmittelbaren Herrn und wurde zum Beispiel 1314 von König Fried¬rich an Kraft von Hohenlohe verliehen, von den konkurrierenden Königen Ludwig und Friedrich dann zur selben Zeit an unterschiedliche Herren aus der Familie von Hohenlohe. Erst der Sieg Ludwigs klärte diese Situation, indem er 1323 die Stadt und Burg Lohr als Pfand an Kraft von Hohenlohe gab. In der Folge erhöhte er diese Pfandsumme immer weiter und gab weitere Rechte wie Wildbann, Geleit und Zoll, bis er 1338 den Ort mit Umgebung an Hohenlohe freite und Crailsheim das Stadtrecht nach Haller Vorbild erteilte. Wahrscheinlich baute Kraft nun eine Wasserburg an Stelle des späteren Schlosses. Daneben muss es aber auch für die Herren von Crailsheim einen älteren Ansitz in Crailsheim gegeben haben; andere Adlige besaßen Freihäuser. Die Bedeutung der Stadt für den Adel wird besonders deutlich, als 1381 ein Ritterbund Sankt Georgen und Sankt Willebald sich verabredete, bei Bedarf in Crailsheim zusammenzukommen. Wie benachbarte Reichsstädte wurde Crailsheim ab 1370 gelegentlich zum Schutz des Landfriedens aufgerufen. 1382 wurde bei einem Kreditvertrag ausdrücklich Zahlung in Crailsheimer Währung verabredet. Dass der Kreditgeber damals ein Crailsheimer Jude war, neben dem 1378 und 1387 zwei weitere Juden erscheinen, spricht auch für Crailsheims Rang. Die Stadt diente häufig als Einlager, aber auch als Aufenthaltsort der Hohenlohe selbst. Die Gattin des ›Stadtgründers‹, Adelheid von Württemberg, soll der Sage nach auf der Schönebürg gewohnt haben und wird noch heute als Gönnerin der Stadt am Stadtfeiertag geehrt. Anlass dazu bietet ihre Seelstiftung in die Johanneskirche, die in der Austeilung der so genannten Horaffen, eines typischen Seelgebäcks, an die Schuljugend nach wie vor realisiert wird. Daneben soll sie den Crailsheimern Teile der Allmende gestiftet haben. Ihr Sohn stiftete 1352 die Frühmesse und gewährte 1363 den Priestern des Crailsheimer Dekanats freie Verfügung über ihr Eigentum. Allerdings gerieten die Hohenlohe durch den Bevölkerungsrückgang durch die Pest um 1350 in eine Schuldenkrise, in deren Verlauf Crailsheim im Winter 1379/80 von Hall, Dinkelsbühl und Rothenburg erfolglos belagert wurde, was noch heute in Crailsheim mit allerlei sagenhafter Ausschmückung am Stadtfeiertag gefeiert wird. Trotzdem wurde 1387 Crailsheim mit Langenburg und Ilshofen an die Städte Hall, Heilbronn, Wimpfen und Weinsberg verpfändet, 1388 schließlich an Nürnberger Gläubiger abgetreten. Im selben Jahr trat aber der Landgraf Johann von Leuchtenberg in diese Schuld ein und löste nach und nach die entsprechenden Pfänder wieder aus. Crailsheim, für das Leuchtenberg 1394 sogar die bayerische Lehnshoheit hatte ablösen können, wurde so als Zentrale eines neuen Territoriums fernab von den leuchtenbergschen Stammlanden ausgebaut: Vielleicht begann er mit der Stadterweiterung, jedenfalls wurde 1393 die Liebfrauenkapelle mit drei Altären und einem vierzigtägigen Ablass geweiht und 1398 damit begonnen, die Johanneskirche auf doppelte Größe zu erweitern. 1399 verkaufte er aber seinen gesamten hiesigen Besitz an die beiden Burggrafen von Nürnberg, die zunächst vor allem die Schulden übernahmen. So musste das 1400 gestiftete Crailsheimer Spital ohne die Unterstützung des Stadtherrn gebaut werden, zumal die Stadt selbst mit dem Bau der erweiterten Stadtmauer bis 1452/54 beschäftigt war. Lediglich die pfälzische Lehnshoheit konnte Burggraf Friedrich 1405 auslösen. Erst 1435 war die Situation des inzwischen zum Markgrafen von Brandenburg avancierten Stadtherrn soweit gefestigt, dass er eine umfassende Neuordnung durchführen konnte, die sich einerseits in einer Bestandsaufnahme seiner Güter, andererseits im Erlass einer Stadt- und zugleich Gerichtsordnung 1434 für sein gesamtes Herrschaftsgebiet bemerkbar machte. Der Rat bildete das städtische Niedergericht und unter Vorsitz des Vogtes oder Amtmanns das Hochgericht für das gesamte (Ober)Amt. Die landesherrliche (Wasser)Burg wurde zu einer Dreiflügelanlage erweitert und 1621 durch die Anlage eines Schlossparks Richtung Spitalsee zu einem Fürstenschloss ausgebaut, das zeitweise als Witwensitz diente. Die Reformation brachte dem Stadtherrn erheblichen Machtzuwachs durch den Zugriff auf das Kirchengut, was im Falle Crailsheims etwa eine Verdoppelung der Untertanen im Amtsbezirk und vielfach erst eine relativ geschlossene Ortsherrschaft bedeutete. Zugleich wurde damit die geistliche Konkurrenz des Würzburger Bischofs ausgeschaltet, konnten aber auch Kirchengeräte eingeschmolzen, Altäre und Priestergewänder verkauft werden. Jedenfalls verdichtete sich die Herrschaft, und die weltliche Regierung gewann auch Einfluss auf die Seelen. Ausdruck dieser Allzuständigkeit dürften gegen Jahrhundertende die Hexenprozesse gewesen sein. Überhaupt machte sich eine Verrechtlichung bemerkbar, etwa in den Auseinandersetzungen mit dem benachbarten Adel um Jagdrechte, wobei sich der Markgraf auf die Kaufurkunde von 1399 berief, die ihm den Wildbann im Umkreis von zwei Meilen um Crailsheim zusicherte. Allerdings kam er dabei selten durch und musste auch in Verträgen mit den Nachbarn überzogene Ansprüche zurückstecken, etwa 1539 mit Ellwangen, 1567 und 1572 mit den Vellberg oder 1589 mit Hohenlohe. Im eigenen Land wurde das Recht systematisiert, etwa 1582 mit der neuen Strafprozessordnung, aber auch mit dem Erlass zahlreicher Zunftordnungen. Der 30-jährige Krieg brachte dann auch eine systematische Wirtschaftsreform im Sinne des Merkantilismus: Schon 1644 ließ Markgraf Albrecht das gesamte Land nach Bodengüte schätzen. 1649 wurde für das Kastenamt Crailsheim ein neues Lagerbuch angelegt und die Zahl der Juden in Crailsheim stetig gesteigert. Selbst unter den zu absolutistischer Verschwendung neigenden Nachfolgern hielt sich diese ökonomische Rücksicht, wenn etwa Caroline Charlotte von Württemberg, die Gattin des Markgrafen Wilhelm Friedrich, 150 000 Gulden stiftete, um in Crailsheim, Gunzenhausen oder Heilsbronn eine Landesuniversität zu bauen, oder wenn ihr Sohn, Markgraf Carl Wilhelm Fried¬rich, in Triesdorf ein Landesgestüt gründete. Die Universitätsgründung scheiterte, der Universitätsfonds floss schließlich 1810 an die Erlanger Universität. 1792 verkaufte Alexander seine beiden Markgrafschaften an Preußen, das diese zu preußischen Provinzen machte. Dies bescherte den markgräflichen Untertanen preußische Reformen: Sofort gab es Steuererhöhung und erhebliche Vermehrung des Militärs und dabei Einführung einer Servis- und Fouragesteuer. Die Arbeitszeit wurde durch Abschaffung einiger Feiertage erhöht. Daneben wurden überflüssige Immobilien abgestoßen, etwa das Feldsiechenheim, und 1802 wurde die Liebfrauenkapelle auf Abriss verkauft, um die Renovierungskosten zu sparen. Als aber die Bürger diese Kosten bestritten, konnte sie erhalten bleiben. Als unrentabel wurde jetzt auch das Bergwerk geschlossen. 1806 wurde die Markgrafschaft von den Franzosen besetzt, nachdem Preußen selbst das Gebiet als Tauschobjekt gegen das Königreich Hannover angeboten hatte. Als Preußen dann seinerseits den Krieg erklärte, gaben sie diese Beute den Bayern. Crailsheim musste nun die weiteren Napoleonischen Kriege mittragen und fiel in einem Gebietstausch zwischen Bayern und Württemberg 1810 an das Königreich Württemberg. Nach 1534 wurde alles Wesentliche durch die markgräfliche Regierung in Ansbach bestimmt. Der Rat benützte zunächst zwei Stuben im herrschaftlichen Tanzhaus und erwarb 1622 ein adeliges Haus am Markt. Der anstoßende Stadtturm wurde 1717 errichte. 1945 ging das Rathaus zugrunde. Der untere quadratische Teil des Turms blieb erhalten, er wurde wiederhergestellt und erhielt 1979 wieder seine Haube mit Laterne in historisierender Form zurück. In die südliche Stadtmauer ist die sogenannte Liberei von 1488, ein Steinhaus mit Quadern an den Ecken und Schießscharten eingefügt. Alle anderen Adels- und Bürgerhäuser von baugeschichtlicher Bedeutung sind zerstört. An der Nordost-Ecke der einstigen Stadtbefestigung steht noch der Diebsturm, ein Rundturm des 13. Jahrhunderts, von der Stadtmauer sind Teile erhalten, ein Teil wurde wiederhergestellt. —Im Schmalkaldischen Krieg hatte Crailsheim unter Einquartierung und Plünderung zu leiden, noch mehr gilt dies für den 30 Jährigen Krieg. 1688 und 1806/07 wurde die Stadt durch Franzosen besetzt. Am schlimmsten getroffen wurde Crailsheim 1945, zunächst durch Luftangriffe, noch mehr durch die Kämpfe, in denen amerikanische Truppen am 6. 4. die Stadt einnahmen, am 10. 4. durch deutsche Soldaten verdrängt wurden und am 21. 4. die Stadt wieder eroberten. Der schlimmste Tag war der 20. 4., an welchem ein Großbrand fast alles vernichtete, was an Gebäuden noch stand. Der Neuaufbau erfolgte in einer gegenüber früher aufgelockerten Form. — Schon unter hohenlohischer Herrschaft war Crailsheim Amtssitz geworden, Ansbach errichtete hier ein Oberamt, dem außer der Stadtvogtei und dem Kastenamt Crailsheim die Kastenämter Werdeck und Gerabronn, Bemberg-Wiesenbach und Lobenhausen unterstanden. Nach Eingliederung eines Teils der Zent Lobenhausen unterstanden dem Hochgerichtsbezirk Crailsheim mehr als 100 Wohnplätze. — Crailsheim gehörte zum gleichnamigen Oberamt (seit 1938 Landkreis) Crailsheim. Personen: Adam Weiß, circa 1480 — 1534, maßgeblich für die Durchführung der Reformation in Crailsheim. — Simon Eise(n) genannt Haym, 1560 — 1619, Vizekanzler und Konsistorialpräsident in Ansbach, Verfasser der ansbachischen Amtsordnung. — Johann Karl von Horlacher, 1769 — 1852, preußischer Generalarzt und Leibarzt Blüchers.
Ersterwähnung als Stadt: 1323
Wirtschaft: Die Einwohnerzahl Crailsheims ist erst 1497 aus dem Register für die Reichssteuer mit etwa 1100–1200 Personen zu erschließen. Immerhin gibt das Urbar von 1434 einige Auskünfte über das Crailsheimer Handwerk: Im Rathaus waren damals je acht Fleischbänke und Brotbecken einquartiert. Weiter gab es in der Stadt fünf Gewandschneider, sechs Kramläden, vier Gerber und 20 Schuster. Außerdem werden ein Kalkofen und die Ziegelhütte genannt sowie drei Badhäuser. Das Lagerbuch von 1532 gibt Auskunft über die Ackerbürger der Stadt: 26 Städter hatten mit drei Onolzheimern die 29 Feldlehen des Markgrafen inne, dazu kamen noch fünf Feldlehen, die von Ellwangen vergeben wurden, und ein Eigengut. Vorübergehend gab es in Crailsheim auch Weinbau, ausdrücklich 1396 vom Landgraf von Leuchtenberg angeregt. Die soziale Schichtung der Bevölkerung lässt sich ebenfalls aus dem Reichssteuerregister ablesen, insofern von den 219 Vollbürgern 16 ein Vermögen über 500 Gulden und sieben über 1000 Gulden hatten, das heißt circa 10 Prozent der Bürger konnten als reich gelten. Diese Bürger besaßen ihrerseits im Umland circa 120 Untertanen, wozu noch die von den Bürgern verwalteten kirchlichen Einrichtungen mit etwa gleichem Güterumfang kamen. Eine nahezu vollständige Übersicht über die Gewerbe in der Stadt erlaubt die Legende zum Stadtplan von 1738. Danach diente Crailsheim umfassend dem Bedarf der umwohnenden Bevölkerung, zumal die sieben Jahrmärkte zusätzliche Angebote schufen. Auf die Bedeutung als Marktort, seit 1689 als Poststation, weist die große Zahl von 16 Wirtschaften, wozu noch zwei Bierbrauer kamen. Umgekehrt verarbeitete Crailsheim Rohstoffe des Umlandes, ablesbar etwa an den Gerbern, Schustern, Kürschnern, Säcklern, Sattlern und Gürtlern einerseits und Mehlhändlern und wohl Juden für den (Vieh)handel andererseits. Gewebt wurde dagegen offenbar auf dem Bauernhof selbst, während in der Stadt sieben Weber, sechs Hutmacher, fünf Tuchmacher, vier Bortenwirker, je drei Seiler und Strumpfstricker sowie zwei Zeugmacher Spezialanfertigungen lieferten. Dazu gab es vier Färber, die auch für die Gerbereien arbeiten mochten, und einen Tuchscherer sowie sieben Strumpfhändler, die in merkwürdigem Missverhältnis zu den drei Strumpfstrickern stehen. Einen weiteren Schwerpunkt stellte das Metallhandwerk dar mit zwölf Schmieden, sechs Schlossern, zwei Rot- und Zinngießern, zwei Uhrmachern und einem Büchsenmacher. Gerade diese Metallhandwerker stellten nach der Bruderschaft der Schneider von 1452 denn auch die zweitälteste bekannte Zunft Crailsheims dar mit ihrer Elegiusbruderschaft von 1472. Weitere Zunftordnungen sind vom 16. bis 18. Jahrhundert belegt. Im 18. Jahrhundert traten zu den Handwerksbetrieben auch Manufakturen, beginnend mit der Fayencemanufaktur der ehemaligen Häfnerei Weiß und 1755 mit der Glockengießerei Lösch, die 1754 ein Privileg für die gesamte Markgrafschaft erhalten hatte und 1782 eine Dependance in Ansbach eröffnete. Dann folgten circa 1760 eine Färbereifabrik, eine Baumwollweberei, aus der 1788 eine Manchesterfabrik hervorging, und eine Spinnerei sowie seit 1766 das von Markgraf Alexander gegründete Bergwerk, das aus Lettenkohle Vitriol und Alaun gewinnen sollte. Dazu passte die Gründung einer Messe 1777, die ausdrücklich die erlahmten Umsätze in Crailsheim fördern sollte, und die Privilegierung einiger Manufakturen. 1792 wurde ein Kaffeehaus (mit Billardbetrieb) eröffnet (Wilhelmstraße 19). Eine Apotheke bestand seit 1561, einen Stadtmedicus gab es seit 1594. Die eigentliche medizinische Versorgung leisteten die drei Bader und Hebammen, für die bereits 1480 Pfarrer Sattler eine Ordnung samt Anweisung für einen Kaiserschnitt aufschrieb. Seit 1702 gab es zudem ein Badhaus mit Kurbetrieb (Sauerbrunnen). Als herrschaftliche Verwaltungsposten wies der Stadtplan je einen Amtsschreiber, Kastner, Überreiter und Zolleinnehmer neben Oberamtmann und dessen Gesinde aus; die Stadt selbst hatte je einen Stadtschreiber, Torschließer und Torwart, dazu sind ein oder mehr Hirten anzunehmen; die Kirche beschäftigte den Dekan, je einen Mesner und Organisten, ferner zwei Kapläne und drei Lehrer an der Lateinschule und zwei an den beiden deutschen Schulen. Der Übergang an Württemberg beeinträchtigte die Bedeutung von Crailsheim nicht, sie wurde durch Zuzug neuer Behörden eher noch gehoben, die Verkehrsverhältnisse verbesserten sich vor allem durch den Bau der Eisenbahn seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Landwirtschaft verlor schon im 19. Jahrhunderts an Bedeutung, doch herrschten noch lange Handel und Kleingewerbe vor. Stärkere Ansiedlung von Industrie erfolgte erst in neuester Zeit.

Name: Wasserburg (später Schloss) – abgegangene Burg
Datum der Ersterwähnung: 1338

Ersterwähnung: 1285
Kirchengeschichte: Die als Taufkirche um 1000 erbaute Johanneskirche nahm einer älteren Kirche einen beachtlichen Sprengel weg: Tiefenbach, Onolzheim, Ingersheim, Westgartshausen, Goldbach, Mariäkappel und Beuerlbach gehörten ursprünglich dazu, vielleicht auch Jagstheim, wurden aber großenteils später ausgepfarrt. Trotzdem behielt die Johanneskirche bis in die Gegenwart als Diakonat beziehungsweise Dekanat eine Zentralfunktion. 32 Pfarreien und Kaplaneien gehörten 1285 zu diesem Kapitel. Der Crailsheimer Pfarrer selbst, der erstmals 1300 namentlich greifbar wird, benötigte für die Betreuung seines riesigen Sprengels ein bis zwei Gehilfen und erhielt durch Stiftungen nach und nach mehrere Kapläne, die bestimmte Wochengottesdienste übernahmen oder auswärtige Filialen betreuten. Eine entsprechende Liste von 1422 führt neben dem Pfarrer und seinem »Gesellen« (Mitherrn) den Frühmesser, je einen Kaplan an der Liebfrauenkapelle und Spitalkapelle auf und den Schulmeister der Lateinschule. Im Laufe des 15. Jahrhunderts kamen weitere Pfründen dazu: 1448 die neue Frühmesse, 1459 ein zweiter Spitalkaplan, 1472 die Apostelpfründe. Vor 1474 wurde der Pfarrer verpflichtet, einen zweiten Gesellen anzunehmen. 1499 wurde für die 1465 auf dem Burgberg gebaute Wallfahrtskapelle eine eigene Kaplanei eingerichtet, die zwar bis zur Reformation zur Pfarrei Roßfeld gehörte, aber von je zwei Roßfelder und Crailsheimer Pflegern verwaltet wurde. Regelmäßig kamen außerdem als Prediger Dominikaner aus Mergentheim und Franziskaner aus Schwäbisch Hall nach Crailsheim, wenn sie dort ihre Sammlungen durchführten. Im Gegenzug wuchsen im 15. Jahrhundert die Aufgaben der Geistlichen durch zahlreiche Stiftungen von Jahrtagen und Altären sowie durch die Einrichtung von Bruderschaften. Pfarrer Sattler verzeichnete 1480 alle damaligen Jahrtage. Allein sieben Bruderschaften führte er auf. Hinzu kam 1460 eine allgemeine Bruderschaft des Sebastian und seit 1511 eine Anna-Bruderschaft. Entsprechend wuchs die Zahl der Altäre: Schon 1440 wurde die Johanneskirche mit acht Altären geweiht, 1480 waren es dann 13. Das Kirchengebäude selbst wurde entsprechend »möbliert«: Schon 1467 wurde die Westempore eingebaut und 1498 zum 100. Geburtstag die Ausstattung mit dem heutigen Hochaltar aus der Nürnberger Wolgemutschule und dem Sakramentshaus sowie einem Treppenturm als Aufgang zur Empore verschönert. 1508 kam noch über der Ritterkapelle eine Schwalbennestorgel hinzu; 1493–1513 wurde ein vierstimmiges Geläut angeschafft. Dennoch waren weitere Kirchengebäude erforderlich: Im Friedhof bestand mindestens 1476 ein Karner mit einem Marienaltar. Ebenfalls eine Friedhofskapelle war wohl die 1418 mit einem Altar geweihte Kreuzkapelle. Die Liebfrauenkapelle wurde 1393 mit drei Altären geweiht. Ein eigener Kaplan ist 1398 belegt, der Turm wurde erst 1477 errichtet und erhielt 1727 sein achteckiges Obergeschoss. Das Spital wurde 1400 von dem Dinkelsbühler Bürger Fritz Smit gestiftet. 1403 wurden zwei Altäre geweiht. 1423 beschlossen Bürgermeister und Rat, das Spital vor die Stadt zu legen, wie denn die dortige Kapelle tatsächlich erst 1425–28 gedeckt wurde. Nachdem 1435–37 auch der Kapellenanbau als Wohnung des Spitalmeisters und 1423/24 beziehungsweise 1515 die beiden Pfründnerhäuser samt Spitalbad und Wirtschaftsgebäuden sowie die beiden Kaplanshäuser im Laufe der folgenden Jahre fertig gestellt waren, konnten hier 1497 47 Pfründner und zwei »Narren« von den beiden Spitalkaplänen, dem Spitalbader, dem Spitalmeister und acht Ehalten versorgt werden. Hinzu kamen Arme und Pilger, die mitversorgt und beherbergt wurden, so dass hier 1534 täglich etwa 70 Personen verpflegt wurden. Hierzu lieferten 1532 42 Güter Abgaben oder wurden direkt von den Spitalangestellten bearbeitet. Bis 1633 wuchs dieser Güterbestand auf 63 Güter in 170 Ortschaften an. Spitalordnungen legten das Leben und die Versorgung für Pfründner und Angestellte fest. Das Spitalbad wurde unabhängig von einem Bader betrieben, der nach Eingehen der beiden anderen Badstuben die medizinische Versorgung der gesamten Stadt leistete. Das 1463 erstmals erwähnte Feldsiechenheim erhielt zwar 1477 eine Wolfgangkapelle mit einem Altar, besaß aber keinen eigenen Geistlichen und wurde 1797 aufgegeben. Die damaligen Insassen wurden ins Spital verlegt, wozu dessen Hauptgebäude 1804 mit Abrisssteinen von der Wolfgangkapelle erweitert wurde. Wo freilich die älteste Lateinschule Crailsheims lag, die durch Erwähnung des Lehrers 1422 belegt wird, ist unbekannt. Schon 1480 gab es außer dem Rektor noch einen Infimus und einen Kantor. Spätestens mit der Reformation wurde diese Lateinschule in den Karner gelegt, gleichzeitig auch im Sinne Luthers 1530 eine deutsche Schule gegründet. Bis 1561 wurden beide Schulen gemeinsam geführt, wozu 1531 eine Schulpflege aus allerlei aufgegebenen geistlichen Pfründen geschaffen worden war. Die Reformation änderte den bisherigen Kirchenbetrieb erheblich, insofern etwa die Wallfahrt auf den Burgberg eingestellt und die dortige Kaplanei 1534 in die Stadt verlegt und 1560 aufgelöst wurde. Dasselbe geschah mit einer der beiden Spitalkaplaneien 1552 und der Liebfrauenkaplanei 1537 jeweils bei Tod der betreffenden Pfründeninhaber. Entsprechend war eine Neuordnung der Aufgaben und der Einkünfte nötig, wozu 1536, basierend auf den ersten Erhebungen von 1528, Bestandsregister angelegt wurden. Die nicht mehr benötigten Altäre wurden nach und nach entfernt. Vor allem fand aber ein Wandel der religiösen Auffassung und der Kirchenorganisation statt, wobei Crailsheim innerhalb der Markgrafschaft eine gewisse Vorreiterrolle spielte: Der im Herbst 1521 nach Crailsheim berufene Pfarrer Adam Weiß muss von Anfang an im Sinne der Reformation gepredigt haben und beriet Markgraf Kasimir, vor allem aber Georg bei der Durchführung der Reformation auf Landesebene. Wohl deshalb wurde bei der Neuordnung der Kapitel 1556 Crailsheims Pfarrer nun dauerhaft Dekan, wenn auch durch Wegfall einiger katholisch gebliebener Pfarreien das Kapitel kleiner als im würzburgischen Landkapitel war. 1810 wurde Crailsheim württembergischer Dekanatssitz. — Von den kirchlichen Bauten überdauerte die evangelische Stadtkirche zum heiligen Johannes die Zerstörungen von 1945 am besten. Bei Ausgrabungen anläßlich der Innenrenovierung wurden 1965 Teile eines merowingerzeitlichen Reihengräberfeldes entdeckt, ferner die Fundamente zweier Vorgängerinnen, Ende 10. Jahrhundert und 2. Viertel 13. Jahrhundert, sowie Reste zahlreicher Innenbestattungen in der jetzigen Kirche, die nach dem Ausgrabungsbefund als völliger Neubau errichtet wurde: Baubeginn 1398, geweiht 1440. Der Turm von 1399, mit welscher Haube und Laterne 1643 versehen, steht im Winkel zwischen Chor und nördlichem Seitenschiff. Der Chor erhielt 1852 ein hölzernes Scheingewölbe, die Glasgemälde wurden 1945 zerstört. Mittel- und beide Seitenschiffe tragen flache Decken, Westempore von 1467, Seitenemporen 17. bis 19. Jahrhundert, Orgel mit barockem Prospekt von 1709. Im Chor Hochaltar, Nürnberger Arbeit um 1490, im geschnitzten Mittelschrein der Gekreuzigte zwischen vier Heiligen, auf den gemalten Flügeln innen Passionsszenen, außen Darstellungen aus dem Leben Jesu und des Kirchenheiligen Johannes des Täufers. Gotisches Sakramentshäuschen in Turmform von 1498. In der Kirche mehrere Grabmäler des landsässigen Adels. An der inneren Nordwand wurde 1967 ein Totentanz von 1434 restauriert. — Wieder aufgebaut wurde die evangelische Liebfrauenkapelle von 1393 mit ihrem 1727 veränderten Turm von 1477. Im Innern blieben eine spätgotische Predella, eine bäuerliche Madonna von 1500 und das Altarkreuz erhalten, im Turmeingang ein Wandbild mit dem Martyrium St. Veits (um 1495). — Die Spitalkapelle zum Heiligen Geist, Anfang 15. Jahrhundert, bewahrt im Westturm rundbogige Fenster mit romanischen Teilen, im kreuzrippen-gewölbten Chor die Ausmalung von 1500. Sie dient mit einem der ehemaligen Spitalhäuser vom Anfang des 19. Jahrhunderts heute als Fränkisch-Hohenlohisches Heimatmuseum, das unter anderem eine Sammlung hiesiger Fayencen enthält. Im Alten Friedhof von 1545 steht noch die Friedhofskapelle von 1580 mit Turm von 1586. Eine katholische Pfarrei besteht wieder seit 1877, eine zweite seit 1964. Die Pfarrkirche St. Bonifatius von 1886/87 wurde 1966 durch einen turmlosen Neubau ersetzt, die Pfarrkirche zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit 1964 erbaut.
Patrozinium: St. Johannes der Täufer
Ersterwähnung: 1435
Jüdische Gemeinde: 1910 erreichte die Zahl der jüdischen Bevölkerung den höchsten Stand. 1783 wurde die Synagoge erbaut. 1835 bis 1923 bestand eine jüdische Volksschule, der Friedhof wurde 1841 angelegt. Nach der Auswanderung der meisten Mitglieder wurde 1939 ihre Gemeinde aufgelöst. Etwa 38 Personen kamen im Dritten Reich ums Leben. Die Synagoge, 1938 in der sogenannten »Kristallnacht« schwer beschädigt, wurde 1945 durch Beschuß vollends zerstört.

GND-ID:
  • 4010676-7
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