Michelfeld 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Gemeinde
Homepage: http://www.michelfeld.de
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Einwohner: 3679
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 104.0
Max. Höhe ü. NN (m): 505.97
Min. Höhe ü. NN (m): 347.74
PLZ: 74545

Die überwiegende Fläche des 35,22 qkm großen Gemeindegebiets von Michelfeld im Westen des Landkreises Schwäbisch Hall gehört den durch mächtige Sandsteinschichten geprägten Schwäbisch-Fränkischen Waldbergen an. Nur im Südosten hat es mit etwa einem Fünftel der Fläche um den Kernort Anteil an der Hohenloher-Haller Ebene mit ihrem Lettenkeuperuntergrund. In den Waldbergen nordöstlich von Rinnen im Wald Elfenhau nahe der Gemeindegrenze ist mit 506 m NN der höchste Punkt des Geländes, das Höhenminimum befindet sich südlich Michelfeld auf einer Höhe von ungefähr 351 m NN an der Stelle, an der die in Nord-Süd-Richtung das Terrain durchfließende Bibers das Gemeindegebiet verlässt. Michelfeld gehört zum Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald. Durch Kauf gelangte bis 1611 fast ganz Michelfeld in die Hände der Reichsstadt Schwäbisch Hall, mit deren Mediatisierung es 1802/03 an Württemberg fiel. Der im oberen Biberstal gelegene Weiler Gnadental war zuletzt hohenlohischer Besitz, bevor er 1806 ebenfalls zum Königreich kam. Siedlungskern von Gnadental war ein 1245 begründetes Zisterzienserinnenkloster, das die Grafen von Hohenlohe als Schutzvögte 1556 im Zuge der Reformation aufgehoben und ihrem Besitz einverleibt hatten. Heute sind von der Klosteranlage noch das Spitalgebäude und die dreischiffige frühgotische Kirche erhalten. Am 1. Juli 1971 wurde Gnadental, seit etwa 1820 selbständige Gemeinde, nach Michelfeld eingemeindet, das seit 1802/03 zum Oberamt bzw. Landkreis (Schwäbisch) Hall gehört.

Die im Westen des Landkreises Schwäbisch Hall gelegene Gemeinde Michelfeld ist nur wenige Kilometer vom Zentrum Schwäbisch Hall entfernt und grenzt im Nordwesten an den Hohenlohekreis. Die Gemeinde gehört nach dem Regionalplan zum Verdichtungsbereich im ländlichen Raum und wird von großen Gegensätzen geprägt wie zwischen dem Hauptort Michelfeld an der stark befahrenen B 14 mit einem expandierenden Gewerbegebiet und ländlich-idyllischen Gebieten in den Waldenburger Bergen. Fast das gesamte Gemeindegebiet – außer dem äußersten Südosten um Michelfeld – gehört zum Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald. Am nordwestlichen Rand der Haller Bucht nimmt die Gemeinde Michelfeld einen kleinen Teil dieses Naturraums ein. Etwa ein Fünftel der Gemeindefläche – die waldfreien Flächen um den Kernort Michelfeld und das Biberstal bis etwa zur Messersmühle – gehört hierzu. Der Untergrund wird vom Unterkeuper und Gipskeuper gebildet, im Tal der Bibers von Auensedimenten mit teils anmoorigem Charakter. Die bei Waldenburg entspringende Bibers durchfließt das Gemeindegebiet in südöstlicher (danubischer) Richtung und zeugt noch von der alten, zur Donau gerichteten Entwässerung. Die überwiegende Fläche zählt zu den Waldenburger Bergen. Der Kieselsandstein, der hier mit etwa 50 Meter seine maximale Mächtigkeit in Baden-Württemberg erreicht, bildet weite Verebnungsflächen, zum Beispiel zwischen Streiflesberg und Rinnen (Flurname Große Ebene) oder nordwestlich und nördlich von Büchelberg. In der Mitte der Büchelberger Berghalbinsel sowie um Neunkirchen und Witzmannsweiler ist auch noch der darüber liegende Stubensandstein erhalten. Auf der Hochfläche der Waldenburger Berge werden mit Höhen um die 500 Meter über Normalnull die höchsten Erhebungen auf dem Gemeindegebiet gemessen. Der tiefste Punkt – 350 Meter über Normalnull – liegt an der Bibers südlich von Michelfeld. Der Rohstoff Gips hat Michelfeld ins Gespräch gebracht. Südlich von Michelfeld, auf den Gemeindegebieten Schwäbisch Hall und Rosengarten, bestand ein Gipsbruch. Nach dem Ende des Abbaus und der Renaturierung des Geländes stellten die Gipsfirmen einen Antrag auf Abbau der ergiebigen, reinen Gipslager im Streifleswald nördlich von Michelfeld. Eine Bürgerinitiative und die Gemeinde Michelfeld waren gegen diese Pläne, weil der Abbau zu einem großen Eingriff in die Landschaft geführt hätte. Nach jahrzehntelangen Verhandlungen und Auseinandersetzungen, die bis vor das Bundesverwaltungsgericht getragen wurden, wurde der Gipsabbau in Michelfeld 2004 für die Zukunft abgelehnt. Früher spielte auch die Sandgewinnung aus dem Kiesel- und Stubensandstein eine Rolle, wovon noch Reste von Sandgruben auf der Hochfläche der Waldenburger Berge zeugen. Quellen, die für die Trinkwasserversorgung gefasst und in deren Umgebung Wasserschutzgebiete festgesetzt worden sind, befinden sich nordöstlich von Büchelberg und zwischen Neunkirchen und Blindheim. Mit der Ausweisung zum Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald wurde 1979 eine 900 Quadratkilometer große naturnahe, reich strukturierte Kultur- und Erholungslandschaft ausgezeichnet. Die Gemeinde Michelfeld im Nordosten des Naturparks hat fast alle typischen Landschaftselemente des Keuperberglands aufzuweisen: naturnahe Wälder, tief eingekerbte Klingen, lang gestreckte Bachtäler, Mühlen, feuchte und trockene Wiesen, Viehweiden, Obstbaumwiesen, Ackerflächen, Hecken, Feldgehölze und verstreut liegende Weiler und Einzelhöfe. Weite Landschaftsteile sind zudem als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen, so das obere Biberstal von Hahnenbusch bis zum Stausee Gnadental, wo die Bibers mit einem Erddamm aufgestaut ist. Das Staubecken wurde 1974–76 als Hochwasserrückhaltebecken und Erholungsgebiet erbaut, allerdings sind Baden und Bootfahren nicht erlaubt. Angrenzend an das obere Biberstal wurden das Rinnener Tal und der Ostabfall der Waldenburger Berge mit Streiflesberg und Streifleswald ebenfalls zu Landschaftsschutzgebieten erklärt. Ein besonders abwechslungsreiches Gebiet erstreckt sich nordöstlich von Neunkirchen bei der ehemaligen Schneidemühle: In der Übergangszone von Wiesenland und Wald sind hier unterschiedliche Biotope wie feuchte und nasse Wiesen, Waldränder und trockene Partien miteinander vernetzt. Im Südwesten der Gemeinde, übergreifend auf das Gemeindegebiet von Mainhardt, wurde das obere Ohrntal mit den Mündungsbereichen der von Blindheim, Witzmannsweiler und Neunkirchen herabziehenden Klingen zum Landschaftsschutzgebiet bestimmt. Zu den Besonderheiten landschaftlicher und kultureller Art gehört zweifellos die Haller Landhege – die mittelalterliche Grenzbefestigung der freien Reichsstadt Hall. Sie ist an mehreren Stellen der Gemeinde Michelfeld deutlich erhalten, besonders im Wald in der Umgebung der Roten Steige sowie bei Gnadental und Rinnen. Die 1352 erstmals erwähnte Landhege besteht meist aus einem Wall und Graben und war ursprünglich eine Verteidigungslinie. Später hatte sie dann mehr die Funktion einer Rechtsgrenze. An wichtigen Verkehrswegen standen Landtürme, so auch an der alten Roten Steige, der bis etwa 1860 benutzten Straße Schwäbisch Hall–Mainhardt–Heilbronn, die nahe der heutigen B 14 verlief. An der Stelle des einstigen Landturms besteht heute ein Tierheim. Die Gemeinde Michelfeld weist eine Mischung aus Landwirtschaft und Gewerbe auf und hat durch die Nähe zur Stadt Schwäbisch Hall auch Bedeutung als Wohngemeinde für Auspendler nach Hall. Auf den Rodungsinseln der Waldenburger Berge und im oberen Biberstal herrscht die landwirtschaftliche Nutzung – je etwa zur Hälfte Ackerbau und Grünlandnutzung – vor. Rinderhaltung ist verbreitet. Gut die Hälfte der Bodenfläche ist von Wald bedeckt. Die Gemeinde zählt damit zu den waldreicheren im Kreis. An der B 14 am östlichen Ortsrand von Michelfeld hat sich dagegen ein großflächiges Gewerbegebiet mit Einzelhandel, Dienstleistungen, Handel, Handwerk und Industrie entwickelt. Die Gewerbegebiete der Gemeinde Michelfeld und der Stadt Schwäbisch Hall gehen hier ineinander über. Das weite Hinterland, das vollständig im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald liegt, wird als Wander- und Naherholungsgebiet viel besucht. Gnadental ist wegen seiner Klosterkirche bekannt. Im Regionalplan sind große Teile der Gemeinde als regionaler Grünzug ausgewiesen. Er soll dem Naturschutz und der Landschaftspflege, der Hochwasserretention, der Frischluftbildung, der Erholung sowie der Bodenerhaltung und Landwirtschaft nützen. In die Grünzäsur, die am östlichen Ortsrand von Michelfeld festgesetzt wurde, um ein Zusammenwachsen der Siedlungen zu vermeiden und den Luftaustausch zu gewährleisten, ist von beiden Seiten durch Gewerbegebiet und Wohnbebauung eingegriffen worden.

Wappen von Michelfeld

In Gold (Gelb) ein steigendes rotes Ross, oben links eine blaue Pflugschar.

Beschreibung Wappen

Als Siegelbild der Gemeinde sind seit 1930 drei aus den Kuppen eines Dreibergs wachsende Ähren nachgewiesen. Im Jahre 1963 legte sie mit Beratung durch die Archivdirektion Stuttgart das jetzige Wappen fest, in dem sich das Ross auf die in dieser Gegend seit dem 16. Jahrhundert nachweisbare Pferdezucht bezieht, während die Pflugschar als Symbol der Landwirtschaft gilt. Die hällischen Farben Rot und Gold erinnern an die von 1521 bis 1803 währende Zugehörigkeit zum Territorium der Reichsstadt Schwäbisch Hall. Das Wappen und die Flagge wurden vom Innenministerium am 17. Februar 1964 verliehen.

GND-ID:
  • 4039128-0
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