Esslingen am Neckar 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Große Kreisstadt
Homepage: http://www.esslingen.de
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Einwohner: 88295
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 1.902
Max. Höhe ü. NN (m): 498.43
Min. Höhe ü. NN (m): 221.65
PLZ: 73728, 73730, 73732, 73733, 73734

Die Stadt liegt wenige Kilometer östlich der Landeshauptstadt Stuttgart am Neckar in dessen unmittelbarer Nachbarschaft und gehört damit zum Kern des Verdichtungsraums Stuttgart. Das Stadtgebiet greift vom Schurwald im Nordosten über das Neckartal auf den Rand der Filderhochebene im Süden aus. Im Nordwesten hat es noch Anteil an der Stuttgarter Bucht. Die Höhen reichen von 499 m über NN am Birkengehrn auf dem Schurwald bzw. 356 m auf den Fildern bis 231 m am Neckar bei Mettingen hinab. Talklingen und Feuchtbiotope des Schurwalds (‚Stettener Bach‘ und ‚Krähenhäule‘) sowie eine ursprüngliche Neckarschlinge (‚Alter Neckar‘) des hier begradigten und zur Schifffahrt kanalisierten Flusses stehen unter Naturschutz. Dank anhaltenden Wachstums reicht die Stadt heute weit auf den Schurwald und die Fildern hinauf. Unterhalb von Rebhängen liegt im Tal die weitgehend erhaltene mittelalterliche Altstadt mit ihren Marktplätzen, Kirchen und dem herausragenden Alten Rathauses. Touristisch viel besucht ist sie Einkaufsmittelpunkt mit einen weiten Spektrum an Fachgeschäfte und einem Shopping Center. Auch als Kultur-, Bildungs- und vor allem Universitätsstandort hat sie sich im Umfeld Stuttgarts einen eigenständigen Ruf erworben. Dennoch spielen in der einstigen Industriestadt, in der Maschinen- und Fahrzeugbau sowie Elektroindustrie nach wie vor präsent sind, industriebezogenen Dienstleistungen im wachsenden Tertiären Sektor eine kennzeichnende Rolle. Die Stadt ist Sitz des Landratsamtes und Mittelzentrum für den nördlichen Landkreis Esslingen. Sie ist über die Eisenbahnlinie Stuttgart-Ulm eng in den S-Bahnverkehr des Mittleren Neckars eingebunden. Eine Buslinie besteht zum Flughafen Stuttgart; im Stadtgebiet verkehren O-Buslinien. Über die vierspurig ausgebaute, dem Neckar folgende B10 ist sie gut zu erreichen. 1802/03 kam die Stadt an Württemberg und wurde Sitz eines Oberamtes bzw. 1938 des gleichnamigen Landkreises.

Die Große Kreisstadt Esslingen ist nach der Einwohnerzahl mit Abstand die größte Kommune des Landkreises und Sitz des Landratsamts, rangiert der Fläche nach (46,42 Quadratkilometer) allerdings nur an zweiter Stelle. Sie erstreckt sich mit ihren 24 Stadtteilen von den Höhen des Schurwalds bis auf die Filder und nimmt das Neckartal zwischen Zell und Mettingen ein. Die Landeshauptstadt Stuttgart ist 14 Kilometer entfernt. Auf der Stadtfläche von Esslingen treffen drei Naturräume zusammen: der Schurwald im Norden, die Stuttgarter Bucht im Westen und die Filder im Süden. Das Neckartal trennt und verbindet zugleich Filder und Schurwald, zählt doch der Talraum – als Teil der Filderscholle – naturräumlich ebenso zu den Fildern (Untereinheit Nürtinger-Esslinger-Neckartal) wie die terrassenartige Verebnung am Südhang des Schurwaldes (Schurwaldfilder). Sie ist Teil der Filder-Schurwald-Störungszone, an welcher der Fildergraben staffelförmig abgesunken ist, die Gesteinsschichten vielerorts gegeneinander verschoben und zerstückelt sind. Eine ganze Schar von Verwerfungen durchzieht das Stadtgebiet von Esslingen, entlang derer, etwa 100 Meter über dem Neckartal, streifenförmige Unterjuraschollen als markante Staffeln erhalten blieben. In ursprünglicher, unverstellter Lage findet man Unterjura beim Jägerhaus oberhalb von Liebersbronn in 490 Metern über Normalnull, dagegen in den Stadtteilen Rüdern, Sulzgries und Neckarhalde, auf der abgesunkenen Scholle, bei 390 Metern über Normalnull. Die relativ ebenen Platten sind meist lössüberdeckt und werden dank der aus den Lössen hervorgegangenen fruchtbaren Parabraunerden dort, wo sie nicht überbaut sind, als Ackerland genutzt. Auf beziehungsweise am Rand dieser Unterjuraplatten liegen mehrere der alten Siedlungskerne (Rüdern, Krummenacker, Sulzgries, Serach). Die steilen Hänge unterhalb der Schollen werden von Schichten des Keupers aufgebaut, die hier vom Rhät bis zum Schilfsandstein reichen. Als südexponierte Sonnenhänge werden sie nahezu durchweg von Weinbergen eingenommen. Überwiegend sind es Terrassenweinberge mit Trockenmauern in Steillagen, wie die bekannte Neckarhalde. Die Trauben reifen hier optimal. Nördlich der Bruchlinien beginnt der eigentliche Schurwald. Die Schichtenfolge setzt sich wiederum aus Stubensandstein, Knollenmergel, Rhät und Unterjura zusammen, diesmal jedoch in ungestörtem Schichtverbund. Die teilweise harten Bänke des Stubensandsteins sind überwiegend von Wald bedeckt und im Relief durch ihre scharf eingeschnittenen Klingen zu erkennen (Fuchsklinge beim Jägerhaus, auf der Lindhalde im nördlichen Stadtgebiet). Auf den weicheren Knollenmergeln finden sich, zumindest an der sonnenbeschienenen südlichen Hangseite, verbreitet Streuobstwiesen. Nordöstlich der Unterjuraplatte, wo das Relief bis zur Stadtgrenze am Stettener Bach wieder abfällt, sind auch die Knollenmergelhänge bewaldet. Die geschlossene, durchgehende Unterjuraplatte bildet die Deckschicht des Stettener Sattels und ist vor allem im südlichen Stadtgebiet weitestgehend dem Wald überlassen worden. Auf ihr, am Birkengehren, wird mit knapp 499 Metern über Normalnull auch der höchste Punkt der Stadt erreicht. Vielseitige Anwendung, insbesondere im Bauwesen, fand früher der Stubensandstein: Loser Sand wurde als sogenannter Grabsand gewonnen. Dort, wo die Schichten hart genug waren, wurde der Stubensandstein auch als Werkstein (Baustein) gebrochen. Mit ihm errichtete man die Pliensaubrücke und die Esslinger Frauenkirche. Allerdings erwies sich der karbonatisch gebundene Stubensandstein nicht als witterungsbeständig. Der saure Regen im Neckartal ließ ihn zerfallen und er musste an der Frauenkirche durch haltbaren Muschelkalk ersetzt werden. Die früheren Brüche und Gruben sind aufgelassen und in vielen Fällen rekultiviert. Die Verwerfungen am Schurwaldhang sind mit ein Grund für die zahlreichen Quellaustritte, vor allem im Unterjura und in den Stubensandsteinschichten. Die meisten Quellen sind gefasst und spielten früher für die Trinkwasserversorgung eine große Rolle. Seit der Fernwasserzuleitung (zu etwa drei Viertel über die Landeswasserversorgung aus Ostwürttemberg und zu einem Viertel vom Bodensee) haben sie ihre Bedeutung eingebüßt. Dennoch wurde zum Schutz des Quellhorizontes oberhalb des Zeller Bachs ein Wasserschutzgebiet ausgewiesen. Zu den besonderen Wasservorkommen zählt die neue Thermalquelle. 32 Grad Celsius warmes Wasser wurde 2005 beim Merkel’schen Bad erbohrt. Das Natrium-Calcium-Chlorid-Sulfat-Mineral-Thermalwasser, so der Fachbegriff, stammt aus 200 Metern Tiefe, dem Oberen Muschelkalk, und wird für Badezwecke genutzt. Von den nicht wenigen Bächen im Stadtgebiet sind die meisten im Siedlungsbereich durchgängig verdolt. Lediglich das größte Gewässer, der Hainbach, der an der nördlichen Stadtgrenze durch den Zusammenfluss von Lindhaldenbach und Krebsbach entsteht, führt weitgehend offen und erst beim Übergang in den Talraum abgedeckt zum Neckar. Er ist im Stadtgebiet bestes Beispiel dafür, wie solche Gewässer die Keuperbergflanken samt der Deckschicht des Unterjuras zerlegen und durch relativ breite Sohlentäler in einzelne Riedel auflösen können. Der Neckar ist die Lebensader der Stadt Esslingen. Bis 200 Meter tief hat sich der Fluss eingeschnitten und, ursprünglich stark mäandrierend, eine breite Talaue, Prall- und Gleithänge geschaffen. Der Eisberg auf der linken und die Neckarhalde auf der rechten Flussseite sind solche steilen Prallhänge, die bogenförmigen Talauen im Bereich der Esslinger Altstadt und bei Weil Gleithänge. Mächtige Lagen aus Kiesen und Sanden der Eis- und Nacheiszeit füllen das Neckartal auf. Darüber liegen Auensedimente, die später hier zusammengeschwemmt wurden (vergleiche Gemeinde Altbach, Gemeinde Deizisau) und die das nacheiszeitlich-historische Neckarbett kennzeichnen. In dieses ist, beginnend mit der Neckarkanalisierung, besonders stark eingegriffen worden. Ob die durch die Esslinger Altstadt fließenden alten Neckararme natürlichen Ursprungs sind, oder aus einer mittelalterlichen Verlegung des Neckars herrühren, ist unklar. Sie folgen dem Lauf des Neckars vor seiner Begradigung in den 1960er Jahren und seinem Ausbau zur Schifffahrtsstraße. Nach wie vor stehen sie in Verbindung mit dem Flusssystem und haben einen Wasseraustausch mit dem kanalisierten Neckar. Von der östlichen Stadtgrenze bis zur Kernstadt verläuft der Neckar im Stubensandstein, ab da im Schilfsandstein. Das bei Esslingen etwa einen Kilometer breite Neckartal erreicht dann bereits bei Weil mit dem Eintritt in die Stuttgarter Bucht den weicheren Gipskeuper, in dem es sich noch stärker in die Breite ausdehnen konnte. An der westlichen Stadtgrenze, in Mettingen, liegt mit 231 Metern über Normalnull schließlich auch der tiefste Punkt der Stadt. Auf der linken Neckarseite erstreckt sich das Stadtgebiet bis auf die eigentliche Filderebene hinauf, die hier rund 100 Meter über dem Fluss auf einem Höhenniveau von 300 bis 340 Metern über Normalnull liegt. Allerdings ist im Stadtgebiet die Unterjuraplatte mit ihren hochwertigen Lösslehmböden überwiegend bebaut und weist nur noch stellenweise Ackerbau, öfters dagegen Obstbaumwiesen auf. Der nord- beziehungsweise nordostexponierte Abfall zum Fluss zeigt sich als ausgesprochener Schattenhang weitgehend bewaldet. Im äußersten Südosten greift der Wald mit dem Buchenwäldle sogar bis auf die Filderhochfläche aus. In die Steilhänge unter der Juraplatte haben sich wiederum zahlreiche, für die Keuperschichten typische Klingen eingeschnitten. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden am Eisberg und am Zollberg Kohleschmitzen im Stubensandstein geschürft, die aber wenig ergiebig waren. Später dienten die Stollen weitaus einträglicher als Eiskeller, in denen man im Winter Eis aus dem Fluss einlagerte, das dann bis weit in den Sommer zum Kühlen von Bier verwendet werden konnte. Entsprechend der geologischen Schichteigenschaften weisen auch die linken Neckartalhänge Quellaustritte auf, vor allem am Palmenwald im westlichen Stadtgebiet, insbesondere aber am Erlenhau im Südosten. Zum Schutz dieser Quellen wurden Wasserschutzgebiete zwischen Berkheim und Zollberg festgesetzt. Im stark verdichteten Stadtgebiet, wo 41 Prozent des Areals Siedlungs- und Verkehrsflächen einnehmen, sind die nicht überbauten Flächen vielfach als Schutzgebiete mit unterschiedlichem Status ausgewiesen. Mehrere Landschaftsschutzgebiete – meist übergreifend auf die Nachbargemeinden – gibt es in den Wein- und Obstbaugebieten am Südabhang des Schurwalds sowie in dessen Waldgebieten, am Alten Neckar an der Grenze zu Altbach, aber auch südöstlich von Berkheim, im Hangwald Champagne bei Weil und im Neckartal zwischen Pliensauvorstadt und Weil. Diese Freiflächen, geprägt durch Streuobstwiesen, Weinberge, Trockenmauern, Wälder, Klingen, Wiesen, Felder und andere schützenswerte Grünbestände sollen zur Sicherung eines ausgewogenen Naturhaushaltes sowie als Lebens- und Erholungsräume erhalten werden. Einen umfassenden Schutz vor Eingriffen jeder Art genießen die Naturschutzgebiete Krähenhäule und Stettener Bach im Schurwald sowie Alter Neckar bei Zell. Während die Stadt Esslingen an der Keuperklinge Stettener Bach und am Alten Neckar, einem Neckaraltarm, nur Anteile hat (siehe Gemeinden Aichwald und Altbach), liegt der ehemalige Schießplatz Krähenhäule ganz auf Esslinger Markung. In dem Gebiet kommen auf kleinem Raum trockene, feuchte und nasse Biotope mit vielen seltenen Pflanzen- und Tierarten vor. Der Bannwald Weilerhalde im Waldstück Champagne, ein 4 Hektar großer Schluchtwald in einer Keuperklinge, soll sich völlig ungestört von menschlichen Eingriffen entwickeln. In den Schonwäldern Stiftungswald Sirnau und Stettener Bach findet eine gezielte, schonende Bewirtschaftung und Pflege statt. Zum Schwerpunkt der Naherholung hat sich im Stadtgebiet der Schurwaldbereich beim Jägerhaus entwickelt, im Volksmund »auf dem Jägerhaus« genannt. Hier befindet sich, direkt auf der ebenen Unterjuraplatte, auch ein Segelfluggelände. Esslingens Stadtteile sind inzwischen so weit die Hänge hinauf gewachsen, dass zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen – Boden, Wasser, Klima, Vegetation – neben den oben genannten Schutzgebieten Grünzäsuren und regionale Grünzüge ausgewiesen werden mussten. Diese sind von einer Bebauung und Versiegelung unbedingt freizuhalten.

Wappen von Esslingen am Neckar

In Gold (Gelb) ein rot bewehrter schwarzer Adler mit einem von Grün und Rot gespaltenen Brustschild, darin die schwarzen Großbuchstaben С und E.

Beschreibung Wappen

Im Jahre 1219 wurde erstmals ein Esslinger Stadtsiegel erwähnt. Der früheste bekannte und noch erhaltene Siegelabdruck der Stadt aus dem Jahre 1232 weist bereits den Reichsadler auf. Zur Unterscheidung von den vielen anderen reichsstädtischen Adlerwappen wurde später der gespaltene Brustschild hinzugefügt, der - gemäß der Tracht der Stadtmiliz - vom 15. Jahrhundert an in den Farben Grün und Braun, seit 1600 aber in der gleichfalls regelwidrigen Farbenverbindung Grün und Rot erscheint. Letztere bestimmt seit 1601 auch die Stadtflaggen. Im Brustschild der Wappen sind seit dem 17. Jahrhundert auch die Buchstaben CE, für „Civitas Esslingensis", zu sehen.

GND-ID:
  • 4015575-4