Bopfingen - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 0800 [im 9. Jahrhundert]

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Zu Füßen des Ipf, in der Eingangspforte zum Nördlinger Ries, entstand im Egertal das Städtchen. Neue Wohnsiedlungen kamen nach dem zweiten Weltkrieg hinzu in den Gebieten »Alte Kirchheimer Straße« (1956), »Buchfeld und Feldwiesen« (1953/60), »Feurersflecken« (1953), »Häuslensfeld« (1955), »Ipffeld« (1950/65), »Neresheimer Straße« (1958, 1973). Neben dem östlichen Industriegebiet (1970) gibt es das Industriegebiet Süd-Ost (1975). — Die Altstadt, eine Zweitoranlage, hat elliptischen Grundriß. Von den im 16. Jahrhundert umgebauten Stadtmauern und den acht Tor- und Mauertürmen sind nur bescheidene Mauerreste und der Hähnlesturm erhalten. Die außerhalb der Mauer vor dem Südtor liegende Burg der Herren von Bopfingen wurde 1377 von den Bürgern zerstört. Am Marktplatz Rathaus von 1585/86 mit 1969 entdeckten Fresken.
Historische Namensformen:
  • Pophingen 0800 [im 9. Jahrhundert]
  • Bophingen 1153
Geschichte: 9. Jahrhundert (Кор. 12. Jahrhundert) Pophingen, 1153 Bophingen (Personenname?), wohl in der Landnahmezeit in der Nähe des römischen Kastells Opie (Ipf) entstanden. Mehrere Reihengräberfriedhöfe, darunter einer des 5. Jahrhunderts, im Westen der Stadt. Bopfingen liegt an der Kreuzung von zwei alten Handelsstraßen, die von Augsburg über Dinkelsbühl nach Frankfurt am Main und von Nürnberg beziehungsweise Nördlingen durch das Remstal an den Mittelrhein führten. Im 9. Jahrhundert war das Kloster Fulda hier begütert. Der Ort war sicher altstaufisch, vielleicht zum Teil auf Fuldaer Kirchenlehen zurückgehend. Eine erstmals 1153 vorkommende, im 16. Jahrhundert erloschene Adelsfamilie, von der ein Zweig den Beinamen Hahn führte, saß auf einer Burg »am Schultor«. Diese Herren von Bopfingen, ursprünglich staufische Ministerialen, waren Marschälle und Kämmerer der Staufer und auch Ammänner in Bopfingen. Bopfingen und die Feste Flochberg waren 1188 als Heiratsgut des Staufers Konrad vorgesehen. Wohl um 1230 wurde Bopfingen Stadt; im Reichssteuerverzeichnis von 1241 ist es mit 50 Mark Silber ausgewiesen. Nach dem Erlöschen der Staufer kam Bopfingen ans Reich; es wurde durch Adolf von Nassau und Kaiser Karl IV. mehrmals an Brandenburg, Öttingen und Bayern verpfändet, konnte aber nach dem Erwerb der öttingischen Güter in der Stadt 1362 und des Reichsammannamts 1384 seine besonders durch Öttingen bedrohte Reichsfreiheit mit Hilfe des Schwäbischen Städtebundes bewahren. Ein eigentliches Herrschaftsgebiet konnte die Stadt, die Öttingen schließlich den Blutbann bis vor die Mauern zugestehen mußte, nicht erwerben. Ihr Besitz beschränkte sich auf einen Teil Oberdorfs und zerstreute Höfe, während dem vor 1379 gegründeten Heiliggeistspital ein Teil von Dirgenheim gehörte. Die Bedeutung als Reichsstadt war stets gering; Bopfingen nahm auf der Schwäbischen Städtebank im Reichstag die 37. und letzte Stelle ein. Die Stadt fiel 1802 an Bayern, 1810 an Württemberg. Bis 1938 Oberamt Neresheim, dann Landkreis Aalen. — Eine alte Ostermontagsfeier auf dem Ipf mit Wallfahrt und anschließendem Markt kam teils durch die Reformation, teils später allmählich ab. Die Ipfmesse, zum Andenken an König Friedrichs Besuch auf dem Ipf am 11. Juli 1811 seit 1812 gehalten, wurde 1829 von der Kuppe an den Fuß des Berges verlegt und ist heute noch ein sehr stark besuchtes Volksfest. Bopfingen wurde im Schmalkaldischen Krieg 1546 von den Spaniern schwer geplündert und hatte im 30 Jährigen Krieg mehrfach besonders stark zu leiden.
Ersterwähnung als Stadt: 1230 [um 1230]

Name: Burg am Schultor (?)
Datum der Ersterwähnung: 1100 [im 12. Jahrhundert]

Ersterwähnung: 1299
Kirche und Schule: Das vor 1266 von Marquard dem Kämmerer von Bopfingen gestiftete Frauenkloster St. Agnes wurde 1283 mit Kloster Kirchheim, das in der Stadt einigen Besitz hatte, vereinigt. Ein Dekan zu Bopfingen wird erstmals 1298, die Pfarrkirche St. Blasius 1299 erwähnt. Das Patronat der Kirche gehörte im 14. Jahrhundert als Annex der Burg Flochberg den Grafen von Öttingen, die es 1358 dem Kloster Kirchheim überließen. Nach der vom Rat 1525/46 durchgeführten Reformation kam es zu Streitigkeiten mit dem Patronatsherrn, so daß die Stadt das Patronat 1774 durch Tausch erwarb. — Evangelische Pfarrkirche mit romanischen Fragmenten im Schiff (Triumphbogen und Südportal), rechteckiger Chor mit hochgotischen Zisterzienserformen und Maßwerkfenstern. Turm unten frühgotisch, an der Glockenstube spätgotisch, schließt mit einem Kranz, Achteck und Kuppeldach in Renaissanceformen. Tabernakeltürmchen von Hans Böblinger 1510 und Flügelaltar von Friedrich Herlein aus Nördlingen 1472. Hochgotisches Grabmal des Wilhelm von Bopfingen (gestorben 1288), spätgotischer Taufstein; im Chor freigelegte Wandmalerei um 1400. Evangelische Friedhofskirche von 1617/19 mit Dachreiter, renoviert 1893. Spital mit ehemaliger Kirche zum heiligen Geist von 1600; zwei ehemalige Kapellen St. Nikolaus und St. Johannes sind zu Wohnhäusern umgebaut. Die seit 1810 in die vorher rein evangelische Stadt zugezogenen Katholiken waren bis 1885 nach Flochberg eingepfarrt. 1885 wurde ein Expositurvikariat, 1906 eine Pfarrei errichtet. Katholische Pfarrkirche St. Josef 1953 erbaut.
Patrozinium: St. Blasius / Heiliger Geist (Spitalkirche) / St. Johannes und St. Nikolaus (ehemalige Kapellen) / St. Josef
Ersterwähnung: 1299
Jüdische Gemeinde: Juden sind in Bopfingen seit 1241 nachweisbar; sie verschwanden nach den Pogromen von 1349, kehrten aber bald zurück. Neuerliche Vertreibung im 16. Jahrhundert. Die wenigen im späten 19. und 20. Jahrhundert ansässigen Juden zählten zu Oberdorf.

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