Durlach - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1196

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Mittelalterliche Gründungsstadt am Gebirgsrand westlich des Turmbergs. Jüngere Erweiterungen und ausgedehnte Neubaugebiete in der Rheinebene südlich der Altstadt und am Gebirgsrand im Оsten und Südosten verleihen Durlach eine bevorzugte Wohnfunktion.
Historische Namensformen:
  • Durlaich 1196
Geschichte: 1196 Durlaich, vielleicht trockene Lache. Gründungsstadt vermutlich 1191/92 auf Gemarkung Grötzingen. Die Burg Hohenberg über Durlach. Nach ihr nannte sich Ende des 11. Jahrhunderts bis kurz vor 1130 eine Grafenfamilie, zugleich auch Vögte von Lorsch. Hier waren sie, wohl aufgrund salischer Weiterbelehnung, Vögte über den Weißenburger Außenbesitz geworden. Ihre Burg, ursprünglich eine Wohnturmanlage mit unregelmäßig polygonalem Mauerbering, wurde nach 1279 mit einem Bergfried wiederaufgebaut, der als Durlacher Warte bis ins 18. Jahrhundert in Gebrauch blieb. Im 12. Jahrhundert war die Burg als Schloss Grötzingen in den Händen von zwei, vielleicht genealogisch nicht im Zusammenhang stehenden, von den Staufern belehnten Grafen Wetzel und Heinrich. Nach 1187 fiel sie unmittelbar an die Staufer und bot damit die Voraussetzung für die Stadtgründung unter Heinrich VI. Diese namentlich erstmals 1196 mit der Bezeichnung oppidum gesichert. Kern der Anlage ein Oval von 200 x 300 Meter, Hauptachse in Ost-West-Richtung durch die Schmalseite, sonst nur mauerparallele und unregelmäßige Straßenzüge. Vom 14. bis 16. Jahrhundert nach Оsten und Nordosten durch Vorstädte erweitert, die dortige Wasserburg in Mauerbering einbezogen und schließlich durch eine quadratische Bastion nach Südosten hin verstärkt. Wie wohl schon die frühe Anlage, hatte auch jetzt Durlach 4 Tore. Von ihnen nur das Baslertor mit Resten der anschließenden Mauerzüge erhalten (um 1565 erneuert, Haube 18. Jahrhundert). Vor dem Blumentor im Оsten im 17. Jahrhundert die Blumenvorstadt, im 18. Jahrhundert die Pfinzvorstadt. 1219 überließ Friedrich II. im Austausch gegen die von den Welfen stammenden Braunschweiger Erbgüter der Markgrafen diesen unter anderem die Stadt Durlach zu eigen. 1274 wurde sie in einer Auseinandersetzung um die Reichsgüter mit dem Markgraf Rudolf I. durch Rudolf von Habsburg erobert, 1279 in weiterer Fehde durch Bischof Konrad von Straßburg eingenommen, die Burg auf dem Turmberg zerstört. 1525 schloss sich die Stadt den aufständischen Bauern an. In der Landesteilung 1535 kam Durlach zur Unteren Markgrafschaft und wurde 1565 anstelle von Pforzheim zur Residenz. Zuvor hatte Markgraf Karl am Platz der im frühen 16. Jahrhundert zum Jagdschloss umgebauten Wasserburg das Schloss Karlsburg und die nötigen Gebäude für die Zentralbehörden errichten lassen. Erst jetzt wurde Durlach von der Leibeigenschaft befreit. Im Dreißigjährigen Krieg ab 1622 bis 1632 mehrmals von den Kaiserlichen besetzt, dann von den Schweden befreit. Am 16. August 1689 durch die Franzosen fast vollständig niedergebrannt. Wiederaufbau der Stadt mit Modellhäusern, ab 1697 auch des Schlosses nach von der Bauleitung mehrfach verkleinerten Plänen D. E. Rossis. Im Süden blieb von der vorausgehenden Anlage der Prinzessinnenbau, der einstige Torbau mit Renaissance-Giebel und zwei Treppentürmen, erhalten. Die Neubauten im Westen bildeten ein langgestrecktes, dreigeschossiges Rechteck um einen sehr schmalen Innenhof. Die Residenz 1715 von hier nach Karlsruhe verlegt. Schloss danach Witwensitz, später Kaserne, später zum Teil Museum. Das Amt Durlach 1924 mit Karlsruhe vereinigt. 1921 Aue eingemeindet. Ab 1. April 1938 Durlach zu Karlsruhe.
Ersterwähnung als Stadt: 1191 [vermutlich 1191/92]
Wirtschaft: Durlach war bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts Ackerbürgerstadt mit zwei Jahrmärkten. 1571-1596 und 1734-1793 Münze. Von 1723 bis 1840 Fayencefabrik, 1742-1812 Orgelfabrik.

Name: Burg Hohenberg (Schloss Grötzingen); Wasserburg; Schloss Karlsburg

Ersterwähnung: 1255
Kirchengeschichte: Kirchlich ist Durlach bald nach der Stadtgründung von der Pfarrei Grötzingen getrennt worden, ab 1255 eigene Pfarrer belegt, Patrozinium St. Stephan (1467). Den Kirchensatz hatte im 13. Jahrhundert der Markgraf als Weißenburger Lehen inne, wahrscheinlich nicht unbestritten, denn Ende des 15. Jahrhunderts gehörte der Pfarrsatz der Johanniterkommende Heimbach, die ihn am ehesten von den Staufern oder ihren Gefolgsleuten erhalten haben könnte. 1526 trat sie ihre Rechte an den Markgrafen ab. Ab 1556 endgültige Reformation im lutherischen Sinne. Die Kirche hat noch den Turm aus dem 12. Jahrhundert. An ihn mit Nordwestecke angeschlossen die 1698-1700 neuerbaute Stadtkirche mit gegenüber dem gotischen Vorgängerbau stark verbreitertem Schiff unter Verwendung der alten Fundamente im polygonalen Chor. Heute Zentrum der evangelischen Nord- und Südpfarreien. Das Spital im Nordosten der Stadt, 1465 gegründet, durch die Zerstörung abgegangen. Katholische Pfarrei 1822 errichtet. Kirche St. Peter und Paul von 1900. 1586 Gymnasium illustre begründet, das sogenannte Ernestinum. 1724, als dieses nach Karlsruhe verlegt wurde, blieb in Durlach eine Lateinschule, 1780 zum Pädagogium erhoben, 1837 dazu höhere Bürgerschule, ab 1880 Progymnasium mit Realgymnasium, 1907 Vollanstalt.
Patrozinium: St. Stephan
Ersterwähnung: 1467
Jüdische Gemeinde: Nach wiederholter Vertreibung Ende des 17. Jahrhunderts Bildung einer Judengemeinde auf Dauer. Nur privater Betsaal.

GND-ID:
  • 4070638-2;4073258-7
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