Neuenbürg - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1272

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Die Stadt ist mit langgestrecktem leiterförmigem Grundriß dem steil eingeschnittenen Tal der Enz eingeschmiegt, die hier stark mäandrierend einen Umlaufberg modelliert, auf dem sich das alte und neue Schloß erheben. Die Haupt­straße erweitert sich zu einem Marktplatz mit kleinem Geschäftszentrum. Eine frühe Stadterweiterung liegt als Vorstadt auf dem westlichen Enzufer. Neue Wohngebiete entstan­den nordwestlich und nördlich oberhalb der Stadt zunächst an Hangverflachungen, dann auch in steile­ren Lagen. Hier auch die im Stadtbild hervortretenden Anlagen des Krankenhauses und des Gymnasiums. Am Bahnhof im Оsten ein Gewerbegebiet. Ein Straßentunnel, der den Umlaufberg durchschneidet, entlastet die Stadt vom Durchgangsverkehr.
Historische Namensformen:
  • Novum Castrum 1272
Geschichte: 1272 Novum Castrum. Die alte Burg, von der sich dieser Name abhebt, könnte die sogenannte Waldenburg südlich von Neuenbürg und jenseits der Enz sein. Ihre Gründer waren als Herren des ganzen Rodungsgebiets die Grafen von Malsch oder die Grafen von Vaihingen. Letztere bauten die neue Burg. Anlaß dafür könnte neben der Siedlungserschließung und der Beherrschung des Verkehrs auf der Enz der schon in prähistorischer Zeit nachweis­bare, mit Unterbrechungen bis ins 18. Jahrhundert betriebene Erzbergbau gewesen sein. Wohl erst im 14. Jahrhundert wurde Neuenbürg durch Württemberg zur Stadt erhoben, 1431 erhielt es Marktrechte. Langgestreckte unregelmäßige Stadtanlage auf der Talsohle unterhalb der Burg, dreieckiger Marktplatz, obere Vorstadt der Neuzeit (jenseits der Enz) und untere Vorstadt. Oberes und unteres Tor, letzteres beim Enzübergang, außerdem Burgtor und Mühlentörle. Die Stadt im Kern samt dem Rathaus 1783 abgebrannt, letzteres 1800 neu erbaut. Graf Konrad von Vaihingen nannte sich Mitte des 13. Jahrhunderts nach Neuenbürg. Dort Ministeria­lenadel um 1300 aus dem Haus der Truchsessen von Waldeck bezeugt. Von den mit den Grafen von Vaihingen verwandten Herren von Neuffen erwarb Graf Albert von Ho­henberg die Burg, die er 1285 an König Rudolf verkaufte. Der König erweiterte seine Position durch einen Tausch mit Kloster Maulbronn, ohne die übrigen Herrschaftsrechte der Vaihinger ganz beseitigen zu können. Diese gingen vor 1289 an die Markgrafen von Baden über. Um 1315/20 fiel die gesamte Herrschaft an Württemberg. Die Grafen von Württemberg trugen 1361 Neuenbürg der Krone Böhmen zu Lehen auf. 1519-1529 behielten es Franz von Sickingen und seine Erben als Entschädigung für dessen Kriegsaufwand im Feldzug des Schwäbischen Bundes gegen Württemberg. Bis 1938 war Neuenbürg Sitz eines Oberamt. In der langgestreckten Burganlage im Оsten ein festes Haus des 14. Jahrhunderts, heute Ruine. Im Westen in Richtung auf die Stadt steht das Neue Schloß von 1550/67, eine Dreiflügelanlage auf trapezförmigem Grundriß. Es wurde 1658 wiederhergestellt, heute Forstamt.
Ersterwähnung als Stadt: 1300 [im 14. Jahrhundert]
Wirtschaft: Die Stadt lebte von den Mühlen und dem Flößergewerbe, zeitweilig auch vom Bergbaund Später ging die wirtschaftliche Bedeutung auf die 1803 gegründete Sensenfabrik über. Diese und der Bahnhof erst 1914 von der Gemarkung Gräfenhausen zu Neuenbürg.

Name: Alte Burg, möglicherweise die sogenannte Waldburg / Schloss Neuenbürg
Datum der Ersterwähnung: 1272

Ersterwähnung: 1290
Kirchengeschichte: In den kirchlichen Ver­hältnissen zeigt sich, daß die Gemarkung aus zwei völlig verschiedenen Bestandteilen zusammengewachsen ist. Der Teil westlich der Enz, mit einer 1332 genannten und nach der Re­formation abgebrochenen Ägidienkapelle, zählte zur Pfarrei Gräfenhausen, das eigentli­che Stadtgebiet jedoch zur alten Pfarrei Brötzingen. 1290 bestand schon eine Pfarrseelsorge in Neuenbürg. Die St. Georgskirche wohl im 13. Jahrhundert zwischen Burg und Burgweiler an­gelegt. Romanisch-gotischer Bau mit Wandmalereien von 1340 und 1460. Stadtkirche St. Marien von 1399, an ihrer Stelle heute frühklassizistische Kirche von 1789. Evangelische Kirchengemeinde mit 2 Pfarrämtern, das zweite auch für Waldrennach zuständig. Die katholische Pfarrei Heilig­kreuz mit Saalkirche und Turm, unter einem großen Pultdach von 1927/28. Eingepfarrt sind die Katholiken in den Gemeinden der Verwaltungsräume Neuenbürg, Birkenfeld, Straubenhardt und Keltern, soweit diese ehemals württembergisch waren. Seit der Reformation Lateinschule, an ihrer Stelle seit 1844 Höhere Bürgerschule.
Patrozinium: St. Ägidien (Kapelle, abgebrochen) / St. Georg
Ersterwähnung: 1290

GND-ID:
  • 4102486-2
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