"Der Holzäpfeltanz in Dossenheim" 

Datierung :
  • 1. Viertel 19. Jh.  [Herstellung]
Objekttyp: Genrebild
Weitere Angaben zum Werk: Breite: 29 cm, Höhe: 21 cm [Maße]
Kurzbeschreibung: Die aquarellierte Federzeichnung stellt den Holzäpfeltanz aus Dossenheim dar, der in Zusammenhang mit dem Weiderecht stand: Unverheiratete Männer beaufsichtigten den Weidegang auf dem Gebiet des Dorfes. Verstöße der Viehhalter wurden beim späteren "Bannweidgericht" mit Geldstrafen belegt, die man dann für Tanzvergnügen ausgab. Ein Heidelberger Theologiestudent schildert um 1808 in einem Brief einen solchen Tanz: "Wir besuchen gemeinschaftlich das Holzapfelfest in Dossenheim, einem niedlichen Dörfchen eine Stunde von hier in den Gebirgen der Bergstrasse. [...] In einem Kreise stehen die Junggesellen unter den Bauern bereit zum Tanze. Der Tanzboden im Freien ist mit Holzäpfeln belegt, zwischen welchen soll getanzt werden. Es wird ein Zeichen gegeben, und nun werden die schüchternen Bauernmädchen mit Gunst oder Gewalt zum Tanz geholt. [...] Während dem geht unter den Tänzern eine Rute herum, die einer dem andern reicht. Es fällt ein Schuss. Wer die Rute jetzt hat, der hat den vorher ausgesetzten Preis gewonnen". Nach langem Streit schaffte die badische Obrigkeit 1814 den Dossenheimer Holzäpfeltanz ab, da man die finanzielle Belastung der Gemeinde durch einen zweiten Festtermin neben der Kirchweih fürchtete. Erst 1922 wurde der Holzäpfeltanz im Zusammenhang mit einem historisierenden "Heimatschauspiel" als Kirchweihprogramm folkloristisch wiederbelebt.
Quelle/Sammlung: Kunst- & Kulturgeschichte - Graphik
Identifikatoren/​Sonstige Nummern: 2004/587 [Inv.Nr.]
Weiter im Partnersystem: http://swbexpo.bsz-bw.de/blm/

Schlagwörter: Trachtenpflege, Volkstanz, Trachtenfest, Holzäpfeltanz, Brauchtum, Dossenheim, Tanz
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