Freiburg, Schwesternsammlung »Klause bei der St. Peterskirche« 

Kurzbeschreibung:

1351 erste Erwähnung – 1445 Zugehörigkeit zum Dritten Orden des Hl. Dominikus belegt – vor 1550 Auflösung

Kirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Freiburg

Ortsbezüge:
Ordensregel:
  • Schwesternsammlung »Klause bei der St. Peterskirche« 1351-1550
Beschreibung:

Name: swester Katherinen von sant Peter (1351);1 klossneren so yetz ze sant Peter in der closen sint (1428);2 sororibus inclusorii sive domus sancti Petri in suburbio opidi Friburgensis Constanciensis diocesis de penitencia sancti Dominici (1445)3

Geschichte

Die Klause oder Schwesternsammlung befand sich in der Lehener Vorstadt in unmittelbarer Nähe zur 1644 zerstörten Peterskirche. Sie ist damit ein typisches Beispiel für die Ansiedlung und Entwicklung einer kleineren Frauengemeinschaft in direkter Näher einer Kirche.

Anfänglich scheint dort nur eine einzige Frau gewohnt zu haben, so vermachte swester Katherinen von sant Peter 1351 dem →Freiburger Dominikanerkloster eine Weingülte.

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts entstanden Differenzen zwischen den klossneren so yetz ze sant Peter in der closen sint und den Kirchenpflegern der Peterskirche. Streitpunkte, die 1428 in einem Vertrag vor dem Freiburger Rat geregelt wurden, waren die regelmäßige Öffnung und Schließung des Kirchhofes durch die Frauen für Umgänge der Gemeinde um die Kirche an Samstagen, Sonntagen sowie bestimmten Feiertagen. Diese Umgänge scheinen auch Teile der Räumlichkeiten bzw. der Fläche des Kirchhofes, den die Gemeinschaft für sich beanspruchte, berührt zu haben. Die Frauen dagegen beharrten auf bestimmten Einkünften, Wegerechten und einem Nutzungsrecht am Kirchhof.4

Trotz dieser Regelung kam es im weiteren Verlauf des 15. Jahrhunderts zu erneuten Streitigkeiten: 1445 bestätigte der Konstanzer Generalvikar den Frauen, dass sie dem Dritten Orden der Dominikaner angehören und von dem Freiburger Konvent betreut würden.5 Hier ist wohl vor allem ein Versuch der Frauen zu sehen, sich gegen den Einfluss der Pfleger von St. Peter zur Wehr zu setzen. Dazu passt, dass der Konstanzer Offizial die Geistlichen in und um Freiburg drei Jahre später aufforderte, die Pfleger von St. Peter mit kirchlichen Strafen zu belegen, wenn sie nicht von ihrem Plan absehen würden, den Neubau einer Sakristei bei der Pfarrkirche so zu errichten, dass er den Schwestern das Licht raubte.6 1450 musste schließlich Erzherzog Albrecht VI. (1458–1463) zwischen den Klausnerinnen und der Gemeinde von St. Peter vermitteln.7 Die Streitpunkte waren dieselben wie 1428 sowie der Neubau der Sakristei.

1495 wird die Gemeinschaft in einer städtischen Steuerliste mit der vergleichsweise geringen Summe von drei Gulden veranschlagt.8 Im Jahr 1550 heißt es dann in einer Urkunde, die Schwestern seien verstorben und die Klause existiere nicht mehr.9 Die konkreten Gründe und Umstände ihrer Auflösung sind nicht bekannt. Da sich die Urkunden der Sammlung heute in den Beständen des Heilig-Geist-Spitals befinden, hat dieses sehr wahrscheinlich den Besitz nach der Auflösung der Gemeinschaft übernommen.

Bibliographie

Handbücher und Lexika: kloester-bw, Schwesternsammlung bei der St. Peterskirche Freiburg (Martina Wehrli-Johns).

Literatur: Schadek/Treffeisen 1996; Kammerer 2024.

Anmerkungen

  • 1 UB HGS Fr I, Nr. 370 S. 154.
  • 2 UB HGS Fr II, Nr. 936 S. 76.
  • 3 UB HGS Fr II, Nr. 1066 S. 142.
  • 4 UB HGS Fr II, Nr. 936 S. 7 6-78.
  • 5 UB HGS Fr II, Nr. 1066 S. 14 1-143.
  • 6 UB HGS Fr II, Nr. 1088 S. 154.
  • 7 UB HGS Fr II, Nr. 1100 S. 16 7-169; Bestätigung des Konstanzer Generalvikars: UB HGS Fr II, Nr. 1151 S. 203.
  • 8 StadtA FR A 1 VII b 1495 August 6.
  • 9 UB Gutleuthaus Freiburg, Nr. 234 S. 696
Objekttyp: Konvent
Personenbezüge:
  • Johannes Krämer [Autor]
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