Villingen, Schwesternsammlung, Dominikanerterziarinnen »Kürnecker Sammlung«, »Obere Sammlung«
| Kurzbeschreibung: | bis 1294 Umzug von Waldhausen in ein Haus innerhalb des Villinger Mauerrings neben dem Oberen Tor – 1294 seelsorgerische Betreuung durch Rottweiler Dominikaner – 1310 zusätzlicher Erwerb des Nachbarhauses, Umbenennung in Kürnecker Sammlung – 1343 Umbenennung in Obere Sammlung – 1446 Bezeichnung als Dominikanerterziarinnen – 1452 Vereinigung mit der Vettersammlung Ordensgliederung: Provinz Teutonia, Nation SueviaKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Villingen |
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| Beschreibung: | Name: priorissa et conventus sororum ad portam seu de Walthusen (1294);1 priorissis et conventibus sororum ad portam seu de Walthusen (1308);2 priorin und swestern in Kuirnegger samenunge ze Vilingen (1310);3 diu priolin und der convent in Kuirnegger samenunge ze Vilingen (1334);4 priolin und die frowen gemainlich des conventes ze Vilingen by dem obern tor, dem man sprichet Kuirnegger samenunge (1343);5 obern samenunge ze Vilingen (1343);6 convente frowe in der oberen samenuonge ze Vilingen (1345);7 inclusorium superiore de Vilingen de pentitentia S. Dominici (1446);8 obere samblung, der man spricht Kürneckher samblung, Prediger ordens (1451);9 hus und close die Obersamlung (1452)10 GeschichteZwischen 1274 und 1294 siedelte die →Waldhauser Sammlung, zunächst unter Beibehaltung ihres Namens, in den Villinger Mauerring um und bezog ein Haus unmittelbar westlich des Oberen Tors, weshalb sie alsbald auch unter der Bezeichnung Sammlung ad portam firmierte. Die von einer Priorin geleitete Gemeinschaft wurde ab 1294 von den Dominikanern in Rottweil betreut.11 Im Jahr 1308 bestätigte der Konstanzer Bischof ihr gemeinsam mit der Villinger →Vettersammlung dieses Betreuungsverhältnis.12 Wohl nur wenig später erwarben die Schwestern das Nachbarhaus ihrer bisherigen Unterkunft am Oberen Tor, das wohl nach seinen früheren Besitzern, den Herren von Kürneck, benannt war, und änderten, fassbar ab 1310, ihren Namen zu Kürnecker Sammlung. Im Laufe des Jahres 1343 wurde dieser Name vollständig von der Bezeichnung Obere Sammlung abgelöst.13 Die Kontinuität der Sammlung unter den verschiedenen Namen ist durch die Weiterverwendung eines möglicherweise noch vor dem Umzug nach Villingen hergestellten Konventsiegels der Schwestern DE WALTHVSEN 1334 und 1343 nachgewiesen.14 Erst spät 1446 wird die Sammlung vom Konstanzer Generalvikar als inclusorium superiore de Vilingen de Pentitentia S. Dominici bezeichnet, wobei letzteres eine Sammlung des dominikanischen Dritten Ordens meint. Den Unterhalt sicherte sich die Gemeinschaft, die das Villinger Bürgerrecht besaß, durch einen bescheidenen Güterbesitz sowie die Aufnahme von Pfründnerinnen. Ihre bereits im 14. Jahrhundert schlechte wirtschaftliche Situation wurde bis 1450 so prekär, dass die unter der finanziellen Aufsicht zweier Pfleger aus dem Villinger Rat stehende Sammlung, in der nur noch eine Schwester und eine Pfründnerin lebten, 1452 mit der Villinger →Vettersammlung vereinigt wurde. Die Urkunden und Handschriften der Villinger Schwesternsammlungen wurden nach und nach durch deren schrittweisen Zusammenlegung im Archiv der Vettersammlung konzentriert und gingen mit deren Vereinigung mit den Ursulinen des Bickenklosters 1782 in dessen Archivbestand über. Dieser liegt als Depositum im Stadtarchiv Villingen-Schwenningen (dort Bestand 4.15, bezeichnet A. B.), befindet sich aber noch heute im ehemaligen Bickenkloster (heute St. Ursula Schulen) und ist nur beschränkt zugänglich. Bau- und KunstgeschichteDie Niederlassung der Kürnecker Sammlung lässt sich an der Oberen Straße 37, angrenzend an das Obere Tor lokalisieren. Im östlichen Teil des späteren Zeughauses sind Teile des ursprünglichen Gebäudes erhalten. Der dreigeschossige, an der Stadtmauer errichtete Bau stammt in seinen ältesten Teilen aus dem 13. Jahrhundert. Teile des Gebäudes, wie die gotischen Maßfenster an der Stadtmauerseite und die Eckbossen stammen noch aus der Zeit der Nutzung als Schwesternsammlung. Die in die Stadtmauer als nördliche Gebäudeflucht, unterhalb des Wehrgangs eingebrochenen fünf gotischen Maßwerkfenster sind heute zugemauert und funktionslos. Sie erhellten ursprünglich im ersten Obergeschoss den großen Saal der Schwesternsammlung. Die Südwestecke ist noch mit den ursprünglichen Eckbossen gefasst. Reste des alten Dachwerks lassen sich dendrochronologisch in das Jahr 1313 datieren. Nach Erwerb der Liegenschaften durch die Stadt Villingen 1459–81 war dort bis 1745 das städtische Zeughaus untergebracht. Das Gebäude ist seit 1820 privat genutzt. BibliographieHandbücher und Lexika: kloester-bw, Schwesternsammlung Waldhausen/Oberes Tor in Villingen (Edith Boewe-Koob). Literatur: Boewe-Koob/Schulze 2005, S. 13–17, 26–30; Gutmann 2021 (b), S. 194. Anmerkungen
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| Objekttyp: | Konvent |
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Literatur + Links
| Weiterführende Links: |
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