Kirnhalden, Paulinereremiten
| Kurzbeschreibung: | vor 1360 Gründung, wohl gefördert von den Markgrafen von Hachberg – 1554 Aufgabe des Klosters Patrozinium: Heilig KreuzOrdensgliederung: Deutsche ProvinzKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Freiburg |
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| Beschreibung: | Name: de sancte Cruce in Kurenbach (1360);1 monasterium ac domus sancte Crucis in Kurembach, fratrum Heremitarum sancti Pauli, primi heremite, ordinis Sti Augustini, Constantciensis diocesis (1409);2 1495 gotzhuß in dem Kürnbach zu dem heiligen Crutz under dem sloß Kürnberg gelegen (1495);3 Pauliner clösterlin bey dem H. Creutz im Kirnbach, sonsten Kirnhalden genandt (1579)4 GeschichteDas Kloster befand sich im Tal des Kirnbaches, jetzt Bad Kirnhalden, südlich vom Kirnberg, östlich von Kenzingen. Erstmals erwähnt werden Paulinermönche in Kirnhalden, als der Straßburger Bischof Johann von Lichtenberg (1353–1365) 1360 auf Bitten der dilectis in Christo fratres Paulus et Nycolaus de sancte Cruce in Kurenbach ordinis fratrum Heremitarum sancti Pauli primi heremite Constanciensis dyocesis inserierte päpstliche Bullen für den Gesamtorden von 1328 und 1352 beglaubigte.5 Wie die Gründung zustande kam, ist unbekannt. Die Markgrafen von Hachberg, die 1352 die Kirnburg erworben hatten, sollen die Gründung gefördert und den Konvent mit Zinsen, Gütern und Weiderechten ausgestattet haben.6 Die Habsburger als Lehenherrn fochten den Erwerb der Herrschaften Kenzingen und Kirnburg durch die Hachberger an und eigneten sich 1369 diese Herrschaften an. 1375 nahm Herzog Leopold den Prior und seine Mitbrüder in seinen Schutz und Schirm, bestätigte ihnen alle Rechte, befreite sie von Steuer und Diensten, vergabte ihnen weitere Zinsen und Güter aus dem Zubehör der Kirnburg und wiederholte alle Zusicherungen 1378, ebenso wie sein Sohn 1394.7 Das Kloster besaß ein Asylprivileg, wonach es Totschläger sechs Wochen und drei Tage in seinen Mauern vor Verhaftung schützen konnte.8 Außer dem Prior zählte der Konvent nur wenige Mönche. 1448 wird bei einem Rechtsakt neben dem Prior lediglich ein Klosterschüler erwähnt.9 Oft nur Klösterlein genannt, blieb die Ausstattung bescheiden und ermöglichte nur eine ärmliche Existenz. Die Verkaufsurkunde von 1585 führt den ehemaligen Klosterbesitz nur pauschal auf. Ein älteres Güterbuch nennt Rechte in 16 Orten der Nachbarschaft.10 1409 wurde dem Kloster das Recht für den Bau einer Mühle verliehen, zur Ausführung kam es aber wohl nicht.11 Immer wieder verursachten Überschwemmungen des Kirnbaches Schäden an den Gebäuden, so sollen 1485 der übertretende Bach und Hagel das Kloster zerstört und verwüstet haben.12 Im Bauernkrieg 1525 wurde es geplündert, in Brand gesteckt, die Mönche vertrieben und vor allem das Archiv vernichtet, wodurch es später kaum mehr möglich war, Besitz und Einnahmen wieder zu ermitteln.13 Die Kirnhalder Mönche suchten Zuflucht im Paulinerkloster Rohrhalden bei Rottenburg. In den Jahren nach dem Bauernkrieg raubte der Kenzinger Pfandherr Wolf von Hürnheim Messgefäße und -gewänder aus dem Kloster.14 Von den Schäden erholte es sich nicht mehr, obwohl die vorderösterreichische Regierung in Ensisheim um wiederbawung und aufkommen dises orths sich vilfeltig und langt bemücht hatte.15 Um 1554 starb der letzte Mönch. 1578 befanden sich wohl auf Betreiben der vorderösterreichischen Regierung der gesamte Besitz und die ehemaligen Einkünfte des Klosters, soweit noch feststellbar, im Eigentum des Schulkollegiums von Ensisheim im Elsass.16 1579 verfügte die Regierung dort eine Untersuchung der Vermögensverhältnisse des ehemaligen Klosters mit bescheidenem Erfolg. Angesichts des geringen Ertrags dieser Güter verkaufte 1585 das Schulkollegium den gesamten, nicht näher bezeichneten Besitz wie alles von altem das gotsheußlin Kürnhalden hergebracht, besessen, genutzt und genossen hat17 für 1.000 Gulden mit Genehmigung des Provinzialpriors der deutschen Paulinerprovinz an das Zisterzienserinnenkloster →Wonnental. Das Patrozinium zum Hl. Kreuz legt die Vermutung nahe, dass in der Klosterkirche ein Kreuzpartikel verehrt wurde. Die beim Kloster gelegene Quelle und der wundertätige Brunnen mit dem miraculösen effekt18 soll auch schon im Mittelalter besucht worden sein. Wie andere schwäbische Paulinerklöster besaß auch Kirnhalden Pfarrrechte in benachbarten Pfarreien. 1424 trat das elsässische Benediktinerinnenstift Andlau Kirnhalden das Patronatsrecht an der gering dotierten Pfarrkirche zu Ottoschwanden ab (Gde. Freiamt, Lkr. Emmendingen),19 der letzte Paulinermönch in Kirnhalden betreute bis zu seinem Tod 1554 die Pfarrei Heimbach (Gde. Teningen, Lkr. Emmendingen). 1556 führte der Markgraf von Baden-Durlach in seiner Herrschaft und damit auch in beiden Pfarreien die Reformation durch. 1409 werden in monasterio ac domo sancte Crucis in Kurenbach in stuba majori seu conventuali Urkunden beglaubigt.20 1666 war das Kloster ganz am kirchlein, haus, scheuer, stall und allen gebäuden in ruin und abgang geraten.21 1669 wurde das Kirchlein neu erbaut. 1719 erbauten die Wonnentaler Zisterzienserinnen »auf den Fundamenten des in Abgang gekommenen Paulinerklösterlein ein Badhaus […], nebst einem Wirtshause«.22 Die späteren Nutzungen als Heilbad, Erholungsheim, Senioren- und Pflegeheim und jetzt Fachpflegheim für psychisch Kranke führten immer wieder zu baulichen Veränderungen. Von den Bauten des Paulinerklosters ist nichts erhalten. Alte Ansichten sind nicht vorhanden. Die nach dem Bauernkrieg wiederaufgebaute Kirche soll einen hölzernen Kirchturm erhalten haben. BibliographieHandbücher und Lexika: HelvSac IV,7, S. 945–981 (Elmar L. Kuhn); KB Emmendingen Bd. 2,1, S. 456 (Jürgen Treffeisen); KDM Bd. 6,1, S. 119 f. (Franz Xaver Kraus/Max Wingenroth); kloester-bw, Kirnhalden (Elmar L. Kuhn). Literatur: Kürzel 1879; Schmid 1986 (b); 1991; Kuhn 2005. Anmerkungen
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| Objekttyp: | Konvent |
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Literatur + Links
| Weiterführende Links: |
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