Offenburg, Schwesternsammlung »Mutzerin-Gottshaus« – »Gottshaus beim Schindhaus« 

Kurzbeschreibung:

1395/1401 Ersterwähnung – 1579 letzte Erwähnung als anstoßendes »Beginenhaus«

Kirchliche Zugehörigkeit: Bistum Straßburg, Archidiakonat Ultra Rhenum, Landkapitel Offenburg

Ortsbezüge:
  • Offenburg
  • Offenburg, Ortenaukreis
Ordensregel:
  • Schwesternsammlung »Mutzerin-Gottshaus« – »Gottshaus beim Schindhaus« 1395-1579
Beschreibung:

Namen: der Mutzerin gottshuhs (1395);1 gotzhuß by dem Schinthuß (1401);2 Schinthuß gotzhus (1532);3 beginenhaus (1579)4

Geschichte

Die erstmals 1401 als gotzhuß by dem Schinthuß erwähnte Beginensammlung ist vermutlich identisch mit dem bereits 1395 einmal genannten Mutzerin gottshuhs. Die Gemeinschaft stand zu dieser Zeit in enger Beziehung zu den Offenburger →Franziskanern und unter der Oberaufsicht einer Regelmeisterin,5 weshalb sie als Franziskanerterziarinnen einzustufen sein dürfte. Sie gehörte neben dem →»Bortschöbin-Gotteshaus« zu den beiden kleinsten Offenburger Sammlungen. Ihre jüngere Bezeichnung bezog sich auf die Nachbarschaft zum städtischen Schlachthaus (Schindhaus), das sich im Bereich der heutigen Ecke Lange Straße/Schuttergasse befand.6 Die Sammlung besaß um 1477/80 nur eine begrenzte Anzahl an Einkünften aus Zinsen und Korngülten.7 Im Gegensatz zu den übrigen Offenburger Sammlungen, die wohl nach und nach im 1531 aufgelösten →»Großen Gottshaus« aufgingen, existierte das Schinthuß gotzhus zumindest als Gebäude bis weit ins 16. Jahrhundert weiter, ist 1532 und letztmals 1579 unter der Bezeichnung Beginenhaus belegt.8 Es ist jedoch unklar, bis zu welchem Zeitpunkt die Sammlung tatsächlich noch über Mitglieder verfügte.

Bibliographie

Literatur: Müller 1978 (d); Gutmann/Jenisch 2007; Hillenbrand 2018.

Anmerkungen

  • 1 GLA 30 Nr. 1659.
  • 2 GLA 30 Nr. 2544.
  • 3 GLA 30 Nr. 622.
  • 4 StadtA OG 10/18/103, fol. 244 r.
  • 5 GLA 30 Nr. 1659 (1395), 2544 (1401). Beide Jahrzeitstiftungen nennen je fünf Beginengemeinschaften, denen offensichtlich nach ihrer Größe gestaffelte Einkünfte zugewiesen werden, wobei sie trotz teils unterschiedlicher Bezeichnungen weitgehend identisch sein dürften. Während die Schuttertal-Sammlung und die Sammlung der »Bortschöbin« (bei Gutmann/Jenisch 2007, S. 128 und Hillenbrand 2018, S. 263 falsch als von Schuburg angezeigt) gleich benannt sind, ersetzte 1401 das »Große Gotteshaus« die Rickeldey-Sammlung, das »Kähner-Gotteshaus« die Ortenberg-Sammlung und das »Gotteshaus beim Schindhaus«, die Sammlung der »Mutzerin«.
  • 6 Gutmann/Jenisch 2007, S. 128 f. HT 83.
  • 7 EAF UH 193, darin S. 5 9-61 (undatiert, eingebettet zwischen den Angaben zum »Großen Gotteshaus« [datiert 1477 ] und dem Schuttertal-Gotteshaus [datiert 1480 ]).
  • 8 GLA 30 Nr. 622; StadtA OG 10/18/103, fol. 244 r
Objekttyp: Konvent
Personenbezüge:
  • Andre Gutmann [Autor]
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