Offenburg, Schwesternsammlung »Beginen im Gottshaus der von Rickeldey« – »Großes Gottshaus« 

Kurzbeschreibung:

1326 Ersterwähnung – 1401 selbstständiger Hauptbestandteil des neu gegründeten »Großen Gottshauses« – 1432 Erwähnung als selbstständige Gemeinschaft unter einer Meisterin – 1531 Aufhebung des »Großen Gottshauses«

Kirchliche Zugehörigkeit: Bistum Straßburg, Archidiakonat Ultra Rhenum, Landkapitel Offenburg

Ortsbezüge:
  • Offenburg
  • Offenburg, Ortenaukreis
Ordensregel:
  • Schwesternsammlung »Beginen im Gottshaus der von Rickeldey« – »Großes Gottshaus« 1326-1531
Beschreibung:

Namen: collegio beginarum in domo dicta Rickendein hus in Offemburg sita (1326);1 beginen in der von Rickeldere gotshuhs (1395);2 swesteren im […] grossen gotzhuß (1401);3 Rickeldere gotzhus (1432);4 die swoesteren im grossen gotzhus in Offemburg (1477);5 (ehemaliges) Rickeldeyin gotzhus (1531)6

Geschichte

Nach dem Erstbeleg einer Offenburger Begine 13077 wird 1326 eine erste Sammlung im Haus der Rickendein erwähnt,8 die vermutlich auf Gertrud von Ortenberg, verwitwete Rickeldey, zurückgeht. Bald nach 1395 bildete die unter den Offenburger Beginen mit Abstand größte Gemeinschaft den Grundbestand des 1401 erstmals erwähnten »Großen Gottshaus«,9 das später noch mehrere andere Sammlungen in sich aufnahm, blieb jedoch selbstständig, wie es das Auftreten einer Meisterin mit ihren Mitschwestern 1432 belegt.10 Spätestens 1395 war die Sammlung der bis 1414 belegten Katharina Erbin, regelmeisterin zu Offenburg, unterstellt, die 1401 zugleich als Meisterin dem »Großen Gotteshaus« vorstand. Eine solche hußmeisterin wird auch 1477 neben der Regelmeisterin erwähnt.11 Die Sammlung hatte zudem eine enge Beziehung zu den Offenburger →Franziskanern und dürfte zu den Franziskanerterziarinnen gehört haben. Ihre Wohn- und Hofstatt befand sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Franziskanerkloster an der östlichen Stadtmauer (nördlich der heutigen Schuttergasse).12 1477 verfügte das groß gotzhuß über umfangreiche Einkünfte in Offenburg und 15 weiteren Orten der Umgebung.13 Nach dem Tod der letzten Schwester wurde die Sammlung 1531 aufgelöst und ihr Vermögen zwischen der Stadt und den Franziskanern aufgeteilt, wobei seitens der Stadt konstatiert wurde, die Sammlung habe nicht allein aus dem Rickeldeyin gotzhus bestanden, sondern noch weitere Gemeinschaften (auch nicht franziskanische?) in sich aufgenommen, deren Erbe den Franziskanern nicht überlassen werden könne.14

Bibliographie

Literatur: Müller 1978 (d); Gutmann/Jenisch 2007; Hillenbrand 2018.

Anmerkungen

  • 1 EAF UH 197.
  • 2 GLA 30 Nr. 1659.
  • 3 GLA 30 Nr. 2544.
  • 4 StadtA OG U-Sp 89.
  • 5 EAF UH 193, S. 17.
  • 6 GLA 30 Nr. 1970.
  • 7 GLA 34 Nr. 1272.
  • 8 EAF UH 197.
  • 9 GLA 30 Nr. 1659 (1395), 2544 (1401). Vgl. dazu im Artikel zum → Mutzerin-Gottshaus die Anm. 5.
  • 10 StadtA OG U-Sp 89. Eine vollständige Übereinstimmung beider Häuser verneint Müller 1978, S. 474, der jedoch die Angaben in GLA 30 Nr. 1970 (1531) fehlerhaft interpretiert.
  • 11 EAF UH 193, S. 1 7-51, darin S. 17: in gegenwertigkeit der regelmeisterin und auch der hußmeisterin.
  • 12 Vgl. Gutmann/Jenisch 2007, S. 119 HT 63.
  • 13 EAF UH 193, S. 1 7-51.
  • 14 GLA 30 Nr. 1970. Die den Franziskanern zugefallenen Zinse und Gülten verzeichnet in GLA 30 Nr. 1971, ebenso durch Randglossen vermerkt im Einkünfteverzeichnis für vier der Beginenhäuser: EAF UH 193, S. 1-10, 1 7-51, 5 9-61, 6 5-72
Objekttyp: Konvent
Personenbezüge:
  • Andre Gutmann [Autor]
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