Überlingen, Schwesternsammlung »an der Wiese« in einem ehemals jüdischen Haus
| Kurzbeschreibung: | 1351 einzige Erwähnung Kirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Linzgau |
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| Beschreibung: | Name: a secundo latere domui seu collegio aut habitationi dominarum dictarum die swesteren an der Wise (1351)1 GeschichteAusgehend von einem Komplex von Güterübertragungen jüdischer Häuser nach dem zweiten Überlinger Pogrom 1349 hat ein Teil der Forschung die Existenz einer Schwesternsammlung in einem ehemals jüdischen Haus erschlossen.2 In einer Urkunde wird ein Haus, das möglicherweise sogar die ehemalige Synagoge beherbergte, so beschrieben, dass es auf der einen Seite an das Haus, bzw. die Sammlung oder Behausung der →Schwestern an der Wiese angrenzt.3 Dabei kann es sich aber nicht um das vor der Stadt gelegene Kloster gleichen Namens handeln, sondern um eine Niederlassung in der Stadt, entweder in der heutigen Kessenringstraße oder wahrscheinlicher am heutigen Landungsplatz,4 die durch eine Analyse der übrigen Besitzübertragungen wohl mit dem Haus des Juden Gumprecht gleichgesetzt werden kann.5 Entgegen der bisherigen Forschung sind die genannten Häuser jedoch nicht nach dem ersten Judenpogrom 1332, sondern erst nach dem zweiten Judenpogrom 1349 in christlichen Besitz gelangt.6 Die Schwestern an der Wiese, scheinen wie die Stadt selbst, der Schulmeister, das →Franziskanerkloster sowie insbesondere das Heiliggeistspital Profiteure der Judenverfolgung gewesen zu sein.7 Angesichts der im 14. Jahrhundert im Kloster auf der Wiese belegten inneren Spannungen und Auseinandersetzungen um die richtige Lebensweise erscheint es plausibel, dass sich in dem Haus in der Innenstadt Schwestern niederließen, die eine abweichende Vorstellung vom Zusammenleben praktizierten. Die Vermutung, dass hier die Anfänge der erstmals 1375 sicher bezeugten Klausnerinnen zu St. Gallus zu sehen sind, ist allerdings Spekulation.8 Bereits 1352 scheint das Haus in den Besitz des späteren Überlinger Bürgermeisters Konrad von Heudorf d. J. übergegangen zu sein.9 Die »Sammlung in einem ehemals jüdischen Haus« scheint also nur für wenige Jahre unmittelbar nach der zweiten Judenverfolgung bestanden zu haben. BibliographieQuellen: Roder 1913. Handbücher und Lexika: AFA 14, S. 255–260 (Sigismund Keck/Gerda Koberg); kloester-bw, Schwesternsammlung im Judenhaus (Elmar L. Kuhn). Literatur: Stern 1887; Nebe 2002; Schneider 2008; Stadt Überlingen 2023. Anmerkungen
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| Objekttyp: | Konvent |
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Literatur + Links
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