Wertheim, Schwesternsammlung »Beginen«
| Kurzbeschreibung: | 1315 Ersterwähnung – 1438 Neugründung und Statuten – 1524 Aufhebung Kirchliche Zugehörigkeit: Bistum Würzburg, Landkapitel Karlstadt |
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| Beschreibung: | Name: beginen zu Wertheim […], die man nennet die willigen armen (1373);1 die willigen armen zu Wertheim (1438);2 frauen und jungfrauen in dem willigen armenhus zu Wertheim (1461);3 muter und schwester des begeyn hause in Wertheim (1500);4 daß beggen hauß zu Wertheim (1516)5 GeschichteEs gab in Wertheim entgegen der Literatur nur ein Beginenhaus, in der Schulgasse gelegen, ganz in der Nähe der Stadtkirche, in der die Schwestern dienende Tätigkeiten verrichteten. Ihre Ersterwähnung findet sich in einer Kaufurkunde von 1315, laut der ein Konverse des Klosters →Bronnbach von metzam dictam Kneppin becginam de Wertheim gegen eine Jahresrente einen Weinberg in Lindelbach erwarb.6 Für das Jahr 1373 gibt es einen weiteren Nachweis in einer Seelmessstiftung von Graf Eberhard von Wertheim (1355–1373), in der er den beginen, zu Wertheim hinder dem kirchofe geseßen, die man nennet die willigen armen funff gulden vermacht.7 Weitere Spenden an die Frauen lassen sich für die Jahre nach 1427 nachweisen.8 Zwischenzeitlich muss es zum Niedergang gekommen sein, denn erst 1438 wurde die Einrichtung dictam domum das willige armhaus de novo gegründet.9 Mit der Bestätigung einer Stiftung von Graf Johannes II. (1407–1444) von Wertheim erhielten die Frauen 1438 auch Hausstatuten (Diß sint die punct stuck und artickel der willigen armen zu Wertheim), die maximal acht Frauen, darunter eine oberste, in der Einrichtung erlaubten.10 Wirtschaftliche Verflechtungen werden 1452 sichtbar, als ein niederadeliges Ehepaar aus Wertheim, dem die Schwestern offenbar Abgaben schuldig waren, darauf verzichtete, im Gegenzug allerdings Pflege durch die frommen Frauen verlangte.11 Der Besitz der Wertheimer Beginen reichte über die Stadt hinaus. Im Jahr 1461 verkaufte Fritz Hofmann d. J. den erbern […] frauen und jungfrauen in dem willigen armenhus zu Wertheim eine Gült von 5 ½ Malter Korn in Michelrieth.12 In den Jahren 147113 und 148214 mussten sie Streitigkeiten mit Nachbarn in Wertheim austragen. Weitere Geschäfte wurden in den Jahren 1500,15 1508,16 151617 und 152118 abgewickelt. In dem letztgenannten Jahr scheint es nur noch drei Frauen gegeben zu haben, nämlich Kunigunde Mantel, Anna Hagen und eine Ottilia, die durch ständige Auseinandersetzungen untereinander auffielen.19 Bereits 1499 trat Margaretha Sperling von Homburg aus dem begem haws aus.20 Nach dem Verkauf des Inventars und der Abfindung der drei Frauen löste Graf Georg II. von Wertheim (1509–1530), der der Reformation zugeneigt war, das Beginenhaus 1524 auf; die Immobilie ging an das »Gemeine Almosen«. Dabei wurde ein Inventar der Mobilien (Hausgerät) und Immobilien (Weinberge, Grasgarten, Krautgärten, Gärten) sowie der Zinsen aufgestellt. Der Gesamterlös des Verkaufs ergab 84 Gulden 8 Turnosen 5 Pfennig.21 BibliographieQuellen: Engel 1959. Handbücher und Lexika: KDM Bd. 4,1, S. 277, 303 (Adolf von Oechelhäuser). Literatur: Kaufmann 1868; 1884; Langguth 1996; 2012; 2013/14. Anmerkungen
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| Objekttyp: | Konvent |
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Literatur + Links
| Weiterführende Links: |
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