Freiburg, Dominikanerinnen »Adelhauser Neukloster«
| Kurzbeschreibung: | 1687 Zusammenlegung der Dominikanerinnen von Mariä Verkündigung (Adelhausen) und St. Katharina in der Wiehre – 1687–94 Klosterbau – 1786 Vereinigung mit den Schwestern von St. Catharina de Senis »Auf dem Graben« und Einrichtung einer Mädchenschule – 1811 Umwandlung in ein »Weibliches Lehr- und Erziehungsinstitut« – 1867 Auflösung des Lehrinstitutes und der Klostergemeinschaft Patrozinium: Mariä VerkündigungOrdensgliederung: Provinz Teutonia, Nation Alsatia, 1697 Nation Suevia; 1709 Provinz Saxonia (Süddeutsche Provinz)Kirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Freiburg, 1821/27 Erzbistum Freiburg |
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| Beschreibung: | Name: frauenkloster Dominikaner ordens zu Adelhausen in Freiburg (1792);1 Priorin u. der Convent des klosters Adelhausen (1859)2 GeschichteIm Jahr 1687 schlossen sich die Dominikanerinnenkonvente →Adelhausen sowie →St. Katharina in der Wiehre, welche seit 1677 in Freiburger Privathäusern lebten, zu einer klösterlichen Gemeinschaft zusammen. Dafür ließen sie in der Schneckenvorstadt 1687–94 einen Klosterbau errichten. Die Nonnen kamen aus Freiburg und dem Breisgau, aber auch aus dem Elsass, aus Tirol, Bayern, Böhmen und Schwaben. Meist stammten sie aus bürgerlichen, zum Teil aber auch aus bäuerlichen Familien, einzig drei Frauen waren adeliger Herkunft. Im Jahr 1780 bestand der Konvent aus der Priorin, 17 Chorfrauen und sechs Laienschwestern. Die älteste war 74, die jüngste 24 Jahre alt. Seelsorgerisch wurden die Monialen von den örtlichen →Dominikanern betreut. Die Klosterfrauen oblagen dem strengen Chorgebet Tag und Nacht, ansonsten waren sie mit Handarbeiten beschäftigt. Die Hof-, Land- und Viehwirtschaft besorgten zehn Knechte und Mägde. Für die Erhebung der weit verstreuten Boden- und Lehenzinsen war ein Verwalter angestellt. Beträchtliche Einkünfte zog Adelhausen aus einer Reihe von Höfen im Breisgau und in der südlichen Markgrafschaft. Selbst bewirtschaftetes Ackerfeld hatte die Kommunität im Freiburger, Wiehrener, Betzenhauser und Uffhauser Bann. Die Wiesen waren teilweise verpachtet, desgleichen zwei kleine Fischwasser. Ein bedeutender Aktivposten bildete der Wald von 800 Morgen in der Herrschaft Wendlingen. Insgesamt dürfte sich das Vermögen des Neuklosters zu jener Zeit auf rund 250.000 Gulden belaufen haben, womit es keineswegs wohlhabend war, aber doch auf einer soliden wirtschaftlichen Grundlage stand. Der Auflösung aller beschaulichen Klöster unter Kaiser Joseph II. 1782 entging Adelhausen nur durch die 1786 erfolgte zwangsweise Vereinigung mit dem verarmten Freiburger Konvent →St. Katharina von Siena. Dies bedeutete für das Neukloster die Abschaffung der strengen Klausur und die Einrichtung von Schulzimmern im Konventsbau. Auch mussten sich einzelne Nonnen zu Lehrerinnen ausbilden lassen. Mit der Aufhebung des Freiburger →Dominikanerklosters 1794 kam Adelhausen unter die Zuständigkeit des Bischofs von Konstanz. Die Seelsorge wurde von den Freiburger →Franziskanern übernommen. Der anerkannte Schulbetrieb war wohl ein wesentlicher Grund dafür, dass auch die zweite Säkularisationswelle 1802–11 überdauert werden konnte. Mit dem I. Badischen Konstitutionsedikt (1807) wurde das Vermögen der Ordensgesellschaften, so auch das des Adelhauser Klosters, welches durch den Wechsel des Herrscherhauses 1805 unter das badische Landrecht geraten war, zum Staatsvermögen erklärt. Das 1811 erlassene staatliche »Regulativ für die katholischen weiblichen Lehr- und Erziehungsinstitute des Großherzogthums Baden« bedeutete für den Konvent die Umwandlung in ein solches Institut mit weiteren reglementierenden Eingriffen in das Klosterleben: Noviziat und Profess wurden praktisch abgeschafft, ebenso das lateinische Breviergebet, das klösterliche Silentium und die Tischlesung. Die steigende Anzahl an Schülerinnen bedingten den Bau eines gesonderten Schulhauses auf dem Klosterhof 1855/56. Die Wahl einer neuen Priorin 1863, welche von der Landesbehörde nicht anerkannt wurde, sowie die staatlicherseits 1867 verfügte Ernennung zweier Novizinnen zu vollberechtigten Mitgliedern des Institutes, ohne dass diese die kirchlichen Gelübde abgelegt hatten, führten zu einem Machtkampf zwischen Staat und Kirche. Dieser mündete schließlich in der ministeriell am 14. November 1867 verfügten Aufhebung des Lehrinstitutes und damit auch der Klostergemeinschaft. Das Vermögen der Kommunität wurde in eine Stiftung überführt und die ausscheidenden Lehrfrauen mit Pensionen ausgestattet. Die Archivalien des Klosters kamen nach seiner Aufhebung an das Freiburger Stadtarchiv. Die Bibliothek und die Bücher aus dem Privatbesitz der Nonnen gingen nach der Aufhebung ebenfalls an das Stadtarchiv und an die Sammlung der Adelhausenstiftung. Bau- und KunstgeschichteLageDas Adelhausener Neukloster wurde auf dem Platze des ehemaligen Tennenbacher Klosterhofs in der sogenannten Schneckenvorstadt südlich der Freiburger Altstadt (heute Adelhauser Straße 33) gebaut. Indem das Neukloster ohne wesentliche lagebedingte Einschränkungen errichtet werden konnte, bot sich die Möglichkeit, eine Klausuranlage zu verwirklichen, welche baulich in vorbildhafter Weise alle für ein satzungsgemäßes Leben erforderlichen Ansprüche erfüllen. In architektonischer Hinsicht stellt die heute noch bestehende Anlage so auch eine hochgradige Entsprechung zu jener idealen Vorstellung von einem dominikanisch-observanten Frauenkonvent dar, wie sie bereits Johannes Meyer 1454 entwickelt hatte. Kirche und KonventsbautenDer Südflügel beherbergte den fast quadratischen, über zwei Geschosse reichenden Psallierchor. Dieser bildete einen gesonderten, der Laienkirche gegenüberliegenden zweiten Kirchenraum von nahezu gleicher Größe. Mit dem im Zentrum zwischen beiden liegenden Altarhaus war er durch Türen und Fenster sowie durch eine Öffnung in der Wand zum Sanktissimum verbunden. Mit Teilen ihrer Originalausstattung erhalten sind die kleine Küsterei im Süden des Altarhauses und die daran anschließende äußere Sakristei. Der Kreuzgang dieses Traktes diente als Begräbnisstätte. Das Tonnengewölbe der relativ kleinen Laienkirche ruht auf drei Wandpfeilern, dagegen ist die Wölbung des Sanktuariums fast ansatzlos in die glatten Seitenwände überführt. Ansonsten rhythmisieren einzig tiefe Stichkappen den ursprünglich weiß getünchten Kirchenraum. Er wird von der Südseite durch vier hohe Fenster beleuchtet. Das Bildprogramm des 1702 gefertigten Hochaltarensembles (1730 gefasst) spiegelt die Vorgeschichte des Neuklosters wider. In das Jahr 1730 datieren die zwei Seitenaltarwerke, deren untere Bereiche von Chorfrauen mit Reliquien in Klosterarbeit geschmückt worden sind. Der von zwei Fenstern belichtete Altarraum, welcher auch als Grablege diente, war vom Schiff durch eine hölzerne Schranke getrennt. Der über dem südlichen Kreuzgangflügel gelegene Flur im Obergeschoss wies Fenster zum Nonnenoratorium und zwei vergitterte Fensteröffnungen zum Altarraum der Kirche auf. Die tiefe Nonnenempore im Westen des Schiffs erhielt 1732 eine neue Orgel. Die Empore war mittels eines Gitters an der Brüstung zudem noch optisch abgeschirmt. Nach Aufhebung der Klausur 1786 wurde das klassizistische, doppelreihige Gestühl auf der Nonnenempore erbaut. Dem im Osten, Westen und Süden zweigeschossigen Kreuzgang über annähernd quadratischer Grundfläche von 52 × 50 m wurde im Nordosten versetzt ein Annex (Länge 28,3 m, Breite ca. 8 m) angeschlossen. Lediglich die im Südflügel integrierte Kirche weist eine gegenüber dem sonst relativ einfach gehaltenen Bau reicher gegliederte Gestaltung auf. Der achtzehnachsige Konventsbau im Osten beinhaltete das Refektorium. Von der Ausstattung erhalten haben sich hier die Eingangstür (1748 [i]), die Deckenstuckatur, der Sandsteinbrunnen (1694 [i]) und der große Kachelofen (1693). Südlich schlossen sich die Weinkammer, ein Stichflur und das Archiv an. Neben diesem Raum befand sich der Kapitelsaal. Im Obergeschoss war ein Dormitoriumsgang mit Zellen (1780 waren insgesamt 31 vorhanden) eingerichtet. Zum Dormitorium im Obergeschoss bestand ein Treppenaufgang. Der Anbau in Nordosten besteht aus einem langen Gang, in dem die Abtritte untergebracht waren. Seitlich daran schlossen sich ein Treppenaufgang und die große Küche an. Am Ende des Flügels befanden sich die Badestube und das Waschhaus, das Obergeschoß des Traktes diente als Krankenrevier. Die Erdgeschoss-Räume am Kreuzgangflügel des elfachsigen Nordtraktes wurden für den klosterinternen Wirtschaftsbetrieb genutzt. Eine Treppe im Westen führte in das Obergeschoss, welches einen Dormitoriumsgang mit beidseitig je sechs oder sieben, einfenstrigen Zellen umfasste. Das Erdgeschoss des dreizehnachsigen Westtraktes diente den Kontakten nach außen und der Administration. Hier befand sich der Eingangsbereich zum Kloster, an welchen der Pfortenraum mit Winde, Brotkasten und Redfenster angrenzte. Gegenüber lagen die beiden Sprechzimmer. In den weiteren Räumen dürften der Arbeitsbereich für die Klosterfrauen, die Schaffnei und das Priorat untergebracht gewesen sein. Im Obergeschoss befanden sich außer Zellen wohl noch Räume anderer Funktion. Zum Klosterareal gehörig waren noch eine Reihe von Ökonomiegebäuden und kleineren Anbauten, die den Kreuzgang im Westen, Norden und Osten umgaben. Nach der Aufhebung 1867 wurden die Räumlichkeiten weiterhin als Mädchenschule genutzt. Nach temporärer Unterbringung verschiedener musealer Sammlungen dienen die ehemaligen Konventsbauten heute der Verwaltung der Adelhausenstiftung. Die Kirche wird noch immer als Sakralraum genutzt. Materielle Kulturgeschichte und BauausstattungDer in großen Teilen erhaltene Ausstattungs- und Inventarbestand umfasst Gemälde, Bildwerke, Metallobjekte, Möbel, Textilien, Klosterarbeiten und liturgische Handschriften, darunter viele bedeutende Stücke aus mittelalterlicher Zeit. Er ermöglicht einen seltenen Einblick in die klösterliche Sachkultur eines dominikanischen Frauenkonventes des II. Ordens. BibliographieHandbücher und Lexika: Kloester-bw, Dominikanerinnenkloster Adelhausen Freiburg (Martina Wehrli-Johns). Literatur: Schmid 1984; 1987; Bock 2016. Anmerkungen |
| Objekttyp: | Konvent |
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Literatur + Links
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