Konstanz, Bruderhaus »Willige Arme«
| Kurzbeschreibung: | 1377 Erstnennung – 1469 Betreuung durch die Kölner Alexianerbrüder – zwischen 1519 und 1522 aufgelassen. Kirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, kein Landkapitel |
|---|---|
| Ortsbezüge: |
|
| Ordensregel: |
|
| Beschreibung: | Name: bruder Ulrich und sin gesellschaft dü willig armut (1377)1 GeschichteEine Brüdergemeinschaft in der Neugasse wird erstmals 1377 in einem Zinsrodel des Eberhard von Kreuzlingen genannt.2 Der dort erwähnte Bruder Ulrich dürfte Vorsteher, vielleicht sogar Initiator dieser Gemeinschaft gewesen sein. Ein späterer Hinweis auf eine Betreuung durch die Kölner Brüder macht deutlich, dass es sich um ein Bruderhaus handelte, das wohl spätestens seit dem Konstanzer Konzil lose mit dem Alexianerorden verbunden war. In einer Missive von 1469 heißt es, dass es von alters herkommen sei, dass man Brüder von Köln in das Konstanzer Bruderhaus entsandt hätte.3 Es ist von wenigen, vielleicht drei bis vier Brüdern auszugehen, die vor allem in der Krankenpflege wirkten oder Kleingewerbe nachgingen.4 Die Brüder stammten meist nicht aus Konstanz und hatten ein Handwerk erlernt.5 Sie mussten das Konstanzer Bürgerrecht annehmen und standen unter strenger Aufsicht des Rates.6 1460 hatte der Rat Bruder Ulrich für zwei Jahre verbannt, da er mit der Frau eines Schmiedemeisters in der Heiligen Nacht Unzucht getrieben hatte, vier Jahre später stand ein Bruder Konrad wegen homosexueller Beziehungen zu einem Bewohner der Stadt vor Gericht und wurde zum Feuertod verurteilt.7 Das Bruderhaus stellt die einzige Konstanzer Gemeinschaft dar, die im Laufe der Zeit keine Güter oder Zinsrechte bekam; nur wenige Zuwendungen sind in Testamenten belegt.8 Die Brüder erhielten ihr Holz von der Stadt und die einfache Kost der Unterpfründner im Spital. Über das geistige Leben der Brüder erfahren wir nichts. Am Ende des 15. Jahrhunderts bewohnte dann meist nur noch ein Bruder das Haus und dem Rat fiel die geeignete Besetzung immer schwerer. Als spätestens 1522 das Haus erneut leer stand, besetzte es der Rat mit →Franziskanerterziarinnen. BibliographieHandbücher und Lexika: HelvSac IX,2, S. 458–462 (Andreas Wilts); kloester-bw, Franziskanerinnen im Bruderhaus Konstanz (Elmar L. Kuhn). Literatur: Wilts 1994, S. 363 f. Anmerkungen
|
| Objekttyp: | Konvent |
| Personenbezüge: |
|
Literatur + Links
| Weiterführende Links: |
|---|
leobw