Oberweiler, Schwesternsammlung
| Kurzbeschreibung: | Zwischen 1227 und 1231 Umzug der Schwesterngemeinschaft in Birnau nach Oberweiler – 1231 Zusammenschluss mit einer Gemeinschaft aus Mengen zur Gründung einer Frauenzisterze in Boos – 1240/1241 Verlegung des Klosters nach Baindt Kirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Linzgau |
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| Beschreibung: | GeschichteDer Frauenkonvent in Oberweiler bildete nur eine Zwischenetappe in der langwierigen und verschlungenen Gründungsgeschichte der Frauenzisterze Baindt. Er hat deshalb im Unterschied zu →Birnau, Mengen und Boos, den anderen Stationen der Baindter Klostergeschichte, keine urkundlichen Spuren hinterlassen, sondern ist einzig und allein durch die Baindter Gründungsberichte des 16. und 17. Jahrhundert dokumentiert. Sie haben allerdings eine ältere Vorlage. Herbord, Kirchherr von Reichenbach, verfasste diese um die Mitte des 13. Jahrhunderts im Auftrag der Baindter Stifterfamilie der Schenken von Schmalegg-Winterstetten.1 Mit der Identifikation des Ortes Oberweiler hatten die Chronisten des 17. Jahrhunderts allerdings ihre liebe Not. Ein Bearbeiter veränderte Oberweiler kurzerhand in Oberstenweiler, einen Ort, der sich leichter auf den Landkarten des Klosters Salem finden ließ. Ein anderer lokalisierte Oberweiler aus unerfindlichen Gründen in der Umgebung von Weingarten. Die älteste Fassung der Gründungsberichte aus dem 16. Jahrhundert schreibt dagegen Obernweyller (Oberweiler) und meinte damit wohl eine Höfegruppe bei Homberg in der heutigen Gemeinde Deggenhausertal. Sieht man die chronikalischen Aufzeichnungen und die urkundliche Überlieferung zusammen, so hatte Baindt zwei Beginengemeinschaften zum Vorläufer. Die erste ist 1227 in Birnau am Bodensee bezeugt, die zweite 1231 in Mengen. 1227 versetzte Abt Eberhard von →Salem die Birnauer Schwestern nach Oberweiler. Vermutlich standen sie den Expansionsbestrebungen der Abtei im Wege. Denn bis 1241 gelang es Salem, den Ort vollständig in seinen Besitz zu bringen.2 Auch die Schwestern mussten dazu ihre Hand reichen. Als sie 1227 von einem Überlinger Bürger einen Weingarten in Birnau zum Geschenk erhielten, wurde er nicht ihnen selbst, sondern der Männerabtei übergeben, zur größeren Sicherheit, wie es in der Urkunde heißt, und mit der Maßgabe, dass die Mönche bei allen Verfügungen die Wünsche des Frauenkonventes zu befolgen hätten. An ihrem neuen Domizil in Oberweiler bestanden dagegen keine Interessenkonflikte zwischen beiden Konventen. Oberweiler zählte nicht zum Salemer Kerngebiet. Die Chronik lässt den Aufenthalt der Schwestern in Oberweiler nach 6 ½ Jahren, also 1233, enden. Damals gründete der Konvent gemeinsam mit Schwestern aus Mengen eine erste Frauenzisterze in Boos bei Saulgau. Die Urkunden zeichnen freilich ein leicht abweichendes Bild. Die Initiative zur Klostergründung ging tatsächlich von Mengen aus, und sie fand schon zwei Jahre früher, 1231 statt.3 Auch Boos blieb nur Etappe. Als die Schwestern 1238 am Widerstand lokaler Adeliger endgültig zu straucheln drohten, übernahm der Reichsministeriale Konrad von Winterstetten die bisher unausgefüllte Rolle des Stifters und führte die Klostergründung 1241 in Baindt zum erfolgreichen Abschluss. BibliographieHandbücher und Lexika: kloester-bw, Schwesternsammlung Altbirnau (Elmar L. Kuhn). Literatur: Wilts 1994, S. 61–68. Anmerkungen
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| Objekttyp: | Konvent |
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Literatur + Links
| Weiterführende Links: |
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