Villingen, Schwesternsammlung, »Neue Klause bei der St. Nikolaus-Kapelle«
| Kurzbeschreibung: | 1303 Ersterwähnung und Übersiedlung nach Villingen – 1434 Benediktsregel und de facto Aufhebung durch Inkorporation in das Benediktinerinnenkloster St. Agnes in Schaffhausen Kirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Villingen |
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| Beschreibung: | Name: nuwe closenne gelegen ze sant Niclavwese bi Vilingen (1303)1; reclusorio novo sito aput capellam sancti Nycoly episcopi in veteri ville Vilingen (1303)2; closelinen (1323)3; nostra congregationis [i.e. Benedicti] monacha (nach 1434)4 GeschichteDie Gemeinschaft wurde noch im ausgehenden 13. Jahrhundert in →Dauchingen gegründet. Konrad von Fürstenberg gestattete im September 1303 die Übersiedlung und Wohnungsnahme im reclusorio novo an der St. Nikolaus-Kapelle im Dorf Villingen-Altstadt wie auch die Nutzung der zur Kapelle gehörenden borkirche5. Bei der nuwen closenne6 muss es sich entweder um eine zweite oder die wieder besiedelte erste Klause bei St. Nikolaus handeln.7 Nachdem die Klausnerinnen 1307 einen vermutlich ihnen gehörenden Lehenhof in Dauchingen an die Vettersammlung in Villingen verkauft hatten,8 erwarben sie vor 1329 zu ihrer Versorgung einen Acker nahe ihrer neuen Heimstatt. Die Frauen bestritten ihren Lebensunterhalt im Wesentlichen durch Anbau und Verkauf von Feldfrüchten. Einzelne besaßen zudem Verkaufsstände auf dem Villinger Markt9 und alle pflogen im Übrigen eine durch Eigenbesitz und Vererbung gekennzeichnete Lebensweise. Eine Konfrontation und ein längerer Prozess10 mit dem Villinger Rat in Besteuerungsfragen veranlasste die Schwestern vor 1433 zur Flucht nach Konstanz. 1434 schließlich bestimmte der Konstanzer Domdekan und Richter Johann Lüti die Verlegung der Frauenklause St. Nikolaus in Villingen in das Benediktinerinnenkloster St. Agnes in Schaffhausen. Im Benediktinerinnenkloster blieb die Frauengruppe bis zum Tod der letzten Priorin Margreth Sponhart 1454 wirtschaftlich eigenständig und erwarb noch 1437 ein weiteres, an die verlassene Villinger Klause angrenzendes Feld. Im Streit um ihre mitgebrachten Einkünfte begab sich die Priorin Margreth Sponhart 1447 zunächst nach Horb, dann zurück nach Villingen, wo sie 1451 mit einem rückgängig zu machenden Verkauf einer (Markt)bank und einem (unerlaubt) wieder geführten Siegel vorübergehend nachweisbar ist. Mit ihrem Tod nach 1454 endete auch die Selbständigkeit der in Schaffhausen verharrenden Schwestern.11 Das Haus selbst bei der Nikolauskapelle im Dorf Villingen-Altstadt vor den Mauern scheint seine Eigenschaft als Klause bereits vor 1508 verloren zu haben und soll 1525 abgebrochen worden sein.12 Ein heute in der Kirche des 2016 aufgelösten Villinger Klosters St. Ursula befindliches Kruzifix soll der Tradition zufolge aus der Klause stammen.13 BibliographieHandbücher und Lexika: kloester-bw, Schwesternsammlung Dauchingen (Joachim Sturm). Literatur: Frauenfelder 1964; Boewe-Koob 2004; Gutmann 2021 (b), S. 193 f. Anmerkungen
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| Objekttyp: | Konvent |
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Literatur + Links
| Weiterführende Links: |
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