Wiesloch, Augustinereremiten
| Kurzbeschreibung: | 1738 Gründung – 1802 Aufhebung Patrozinium: LaurentiusOrdensgliederung: Rheinisch-schwäbische ProvinzKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Worms, Archidiakonat des Propstes von Neuhausen, Landkapitel Heidelberg |
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| Beschreibung: | Name: die denen P. P. Augustinis verwilligte residentz in dem stättlein Wißloch (1738)1 GeschichteNach dem Herrschaftsantritt der katholischen Linie Pfalz-Neuburg im Jahr 1685 in der Kurpfalz bildete sich nach 1722 auch eine kleine katholische Gemeinde in Wiesloch, für die jedoch keine seelsorgerliche Betreuung in der Stadt existierte. Vorstöße der Augustinereremiten beim Landesherrn, die Genehmigung für die Gründung eines Klosters zu erreichen, führten erst 1738 zum Erfolg.2 Allerdings sollte die Niederlassung nur den Rang eines Hospizes haben. Der Orden stellte die finanziellen Mittel in Höhe von 4.000 Gulden zum Erwerb eines Areals für das künftige Kloster zur Verfügung. Zudem erhielten die Patres vom Walldorfer Pfarrer Johann Adam Stumpf ein Haus geschenkt. Hauptaufgabe des Konvents war die Seelsorge in Wiesloch und einigen Nachbargemeinden (Baiertal, Eichtersheim, Walldorf), seit 1749 unterhielten die Mönche ein Gymnasium. Die ordenstypische Bruderschaft der Maria vom Trost wurde 1759 gegründet. Im Sommer 1801 lebten vier Patres und zwei Laienbrüder im Kloster. Bereits im Februar 1802 wurde die Niederlassung aufgehoben, die Mönche wurden in die Karmelitenklöster in →Weinheim und →Heidelberg versetzt. Bau- und KunstgeschichteDas Kloster der Augustinereremiten wurde im Süden des kurpfälzischen Schlossareals errichtet. 1725 entstand neben dem später abgetragenen Bergfried eine kleine katholische Pfarrkirche (1837 abgebrochen). Das angrenzende Pfarrhaus diente seit 1729 als Hospitium des Ordens; hier wurden eine Bartholomäuskapelle sowie eine Gruft für Begräbnisse eingerichtet (1811 profaniert, partiell abgebrochen). 1745–51 konnte südlich davon, auf einem bis zur Stadtmauer reichenden Areal, durch Johann Schmidt aus Königshofen die neue, größere, nach Westen ausgerichtete Klosterkirche erbaut werden, die mit ihrer barocken Ausstattung hervorragend erhalten ist und seit 1827 als katholische Pfarrkirche genutzt wird. Als Baumaterial sollen Steine des 1689 zerstörten Schlosses benutzt worden sein. Ihre heutige Außenwirkung wird durch den 1890/91 schräg angefügten monumentalen Ostbau geprägt. Der breite, vierachsige Saalraum wird außen von Lisenen gegliedert; das Westportal wurde in den neobarocken Ostbau umgesetzt. Viertelkreisförmige Wandabschnitte leiten zum Altarraum über, dessen gerade Ostwand ebenfalls mit runden Wandabschnitten eingefasst ist. An das Schiff schloss im Norden die Bartholomäuskapelle an, die weiterhin als Psallierchor diente. Große Rundbogenfenster belichten den durch Lisenen gegliederten Innenraum. Die zurückhaltende Stuckdekoration in Rokokoformen fertigten Michael Ebner, Leonhard Schüssler und Vitus Settele, die wohl vom Augustineremitenkloster Münnerstadt (Franken) kamen. Auch die geschwungene Brüstung der Orgelempore ist mit Stuck verziert; sie wird von zwei Säulen getragen. Die großen Deckenbilder malte 1752 Johannes Griesser (Abb. 2). Im Hauptbild übergibt Jesus vom Schoß seiner Mutter aus den Bußgürtel an den Hl. Bischof Augustinus und die Augustinerheiligen Nikolaus von Tolentino und Wilhelm von Maleval; die rahmenden Medaillons zeigen weitere Heilige des Ordens. In der Flachkuppel über dem Altarraum ist der Gottesstaat der Augustiner dargestellt. Der viersäulige Hochaltar und die beiden schräg vor den Triumphbogen gestellten Seitenaltäre sind bauzeitlich und prägen zusammen mit der Kanzel mit ihrer Rotmarmor-Gold-Weiß-Farbigkeit den Raum. Sie wurden von Schreiner Nikolaus Steiner und Bildhauer Johann Kessler, beide aus Münnerstadt, angefertigt; die Altarblätter malte Johann Anwander. Das Hochaltarbild zeigt Christus auf der Weltkugel über dem Hl. Nikolaus von Tolentino, dem Hl. Augustinus und der Muttergottes; seitlich stehen Statuen der Hl. Bischöfe Ambrosius und Augustinus. Der linke Nebenaltar zeigt die Hl. Monika (Mutter des Hl. Augustinus), wie sie die Bundeslade empfängt; das rechte, 1756 gemalte Altarbild zeigt den Hl. Augustinus mit der Vision der Hl. Dreifaltigkeit, im oberen Bild den Hl. Erasmus. Im Dachreiter sind zwei Glocken von Johann Paulus Strobel (Speyer) von 1756 und 1768 erhalten. Der ehemals in der Bartholomäuskapelle aufgestellte Altar von ca. 1525 gelangte nach Kirrlach. Das schlichte, zweigeschossige Klostergebäude von 1740 schließt südlich an den Altarraum an (heute kath. Gemeindehaus); der Garten erstreckte sich im Süden und Westen; er ist weitgehend modern überbaut. BibliographieQuellen: Höhn 1744; Gesterkamp 1972. Handbücher und Lexika: Dehio, Baden-Württemberg Bd. 1, S. 858 f. (Rainer Laun); DI 12,4 (Renate Neumüllers-Klauser); KB Heidelberg/Mannheim Bd. 2, S. 1017 (Meinrad Schaab); KDM Bd. 8,1, S. 244 (Adolf von Oechelhäuser); kloester-bw, Augustiner-Residenz Wiesloch (Michael Wernicke OSA). Literatur: Schmid 1979 (d); Mohr 1989; Wernicke 1997. Anmerkungen |
| Objekttyp: | Konvent |
| Personenbezüge: |
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Literatur + Links
| Weiterführende Links: |
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