Konstanz, Kapuziner 

Kurzbeschreibung:

1603 Gründung auf Initiative von Dompropst Jakob Fugger – 1604 Weihe der Klosterkirche – 1647 Abbruch der Klosteranlage – 1649 Verlegung des Klosters in die Stadt, Weihe der zweiten Kirche – 1668 Erhebung des Klosters zum Sitz der Vorderösterreichischen Provinz – 1694/97 Abbruch und erneute Verlegung der Klosteranlage – 1803 Aufhebung – 1819 Tod des letzten Guardians – 1864 Abbruch der Gebäude

Patrozinium: Jakobus maior
Ordensgliederung: 1603 Schweizerische Provinz, Kustodie Konstanz; 1668 Vorderösterreichische Provinz, Kustodie Konstanz, Sitz des Provinzials
Kirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, kein Landkapitel

Ortsbezüge:
Ordensregel:
  • Kapuziner 1603-1819
Beschreibung:

Name: seraphico ordini S. Francisci vulgo Capucinis (1603)1

Geschichte

Historische Entwicklung

Die Initiative zur Gründung eines Kapuzinerklosters in der Bischofsstadt ging 1602 vom Konstanzer Dompropst und späteren Bischof Jakob Fugger (1593 Dompropst, 1604–1626 Bischof) aus. Unterstützt durch den Schweizer Nuntius Giovanni della Torre und abgesichert durch ein Schreiben von Papst Clemens VIII. (1592–1605) gewann er den erforderlichen Rückhalt von Erzherzog Maximilian von Österreich (1602–1618).Versuche des Konstanzer Rats, vertraglich die Handlungsmöglichkeiten und Größe des Konvents einzugrenzen, scheiterten am Landesherrn, der auf die heftigen Auseinandersetzungen um die Gründung des →Jesuitenkollegs verwies und drohend anfügte, dass ein Widerstand gegen die Kapuziner als Ungehorsam gegen Österreich ausgelegt würde (Der Jesuiten halb hab man sich beschwert, da solchs der Capuciner halb auch beschehe, wurde anders nicht dann die verargwonte ungehorsame gesterckt).2 Zu diesem Zeitpunkt waren die ersten Kapuziner bereits im Pfarrhof von St. Paul in der Stadt einquartiert. 1603 wurde der Grundstein für das Kloster gelegt, das – typisch für die Kapuziner – außerhalb der Stadtmauern im Paradies, so die örtliche Bezeichnung für die Gegend, lag. Der Hinweis der Kapuzinerchronik, dass in der Gegend des Klosters während des Konstanzer Konzils (1414–18) Jan Hus verbrannt worden sei, unterstreicht den gegenreformatorischen Impetus der Gründung.

Die Klosterkirche wurde als Referenz an Jakob Fugger dem Apostel Jakobus dem Älteren geweiht. Bischof Fugger wurde – entsprechend seiner testamentarischen Verfügung – nach seinem Tod 1626 auch bei den Kapuzinern bestattet. Die in der Klosterchronik festgehaltenen Wunderheilungen, die auf die Fürbitte der Bettelmönche erfolgten, verdeutlichen, wie der junge Orden allmählich die Unterstützung der städtischen Oberschicht (z. B. Familien Guldinast, Leiner, Straub) gewinnen konnte. Eine ähnliche Entwicklung zeigen die Stiftungen an die Bettelmönche, die zusammen mit den Legaten an die →Dominikaner den höchsten Anteil an Vermächtnissen aus der Bürgerschaft erhielten (rd. 16 %). Auch räumlich fasste das Kloster in der Bischofsstadt Fuß: Zunächst außerhalb der Stadtmauern gelegen, erfolgte der Neubau im Schutz der Stadtbefestigung beim Emmishofer Tor im Stadtteil Stadelhofen (1647/49), fünf Jahrzehnte später zogen die Mönche in die unmittelbare Innenstadt in die Nähe der Marktstätte (1694/97) um. Der Neubau von 1647/49 war durch Stiftungen, u. a. des Konstanzer Patrizierpaars Jodok Muntprat von Spiegelberg und Margarethe von Schwarzach, finanziert worden.

1668 war Konstanz Sitz der neu errichteten Vorderösterreichischen Ordensprovinz geworden, wodurch die Stellung des örtlichen Konvents gestärkt wurde. Die Besuche der Generalminister des Ordens, die auf ihren Visitationsreisen auch in Konstanz Station machten, wurden in besonderer Weise inszeniert, weil ihnen besondere Wunderkräfte zugeschrieben wurden, so etwa 1695 anlässlich des Aufenthalts von Bernardin von Arezzo (1691–1698), signis et miraculis famosus.3 Der charismatische Bußprediger Markus von Aviano war im Herbst 1681 in Konstanz. Wegen des großen Andrangs (populum multum commotum et multum comlorantem) fanden die drei Predigten am 4. und 5. September auf der Marktstätte und auf der bischöflichen Pfalz statt. 4 Die Kranken hofften auf die Segnungen, mit denen der Kapuziner jeweils seine Predigt beendete. Man zählte 106 Krücken, 131 Stöcke, 9 Bruchbänder und 2 Tragsessel, die von den Geheilten als Zeichen des Dankes auf der bischöflichen Pfalz abgegeben wurden. Ebenso wurde die Heiligsprechung von Ordensheiligen liturgisch in Szene gesetzt: Bei der Heiligsprechung von Felix von Cantalice (1515–1587) im Jahr 1712 fanden Prozessionen in die Klosterkirche und ein feierlicher Festgottesdienst statt, zudem wurde ein Bild des Heiligen aufgestellt.5 Die Seligsprechung von Fidelis von Sigmaringen (1578–1622, provinciae et patriae concives) im Jahr 1729, die maßgeblich von der Vorderösterreichischen Provinz vorangetrieben worden war, wurde mit dreitägigen Feierlichkeiten begangen. Erst 1746 folgte dessen Heiligsprechung.6

Die Beziehungen der Kapuziner zu den anderen Ordensgemeinschaften in der Bischofsstadt waren nicht immer spannungsfrei; dies betraf auch die Jesuiten, mit denen man sich 1728 darüber stritt, wer eine zum Tode verurteilte Diebin auf dem Weg zur Hinrichtung begleiten dürfe.7

Fragen zur sozialen Zusammensetzung des Konvents, in dem in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts rund 23 Patres und vier Laienbrüder lebten, sind aufgrund der hohen Mobilität der Brüder und aufgrund des Brauchs im Orden, den Familiennamen zugunsten der Angabe der Herkunft (von Konstanz usw.) abzulegen, kaum möglich.

Im Zug der josephinischen Klosteraufhebungen geriet auch der Konstanzer Kapuzinerkonvent in den Blick der vorderösterreichischen Verwaltung. Hoffnungen auf die Unterstützung durch Joseph II. (1765–1790), der 1777 in der Stadt war und im Kapuzinerkloster die Messe besuchte, zerschlugen sich. Im Dezember 1787 erfolgte die förmliche Aufhebung des Klosters durch den Kaiser. Bischof und Domkapitel protestierten gegen die Entscheidung, auch weil die Anlage auf dem Grund und Boden des Domkapitels errichtet worden war. Am 4. April 1788 prüfte eine landesherrliche Kommission unter Leitung des Konstanzer Stadthauptmanns die Vermögensverhältnisse der Kapuziner. Die Ausstattung des Klosters war mehr als bescheiden. Die Klosterzellen waren mit einem Strohsack, einer Decke und dem nötigen Hausrat sehr einfach ausgestattet. Zu diesem Zeitpunkt zählte der Konvent 14 Priester und drei Laienbrüder. Da entgegen erster Planungen die Klosteranlage nicht für die Ansiedlung eines Industriebetriebs genutzt werden konnte, blieben die Mönche – auch nach dem Übergang von Konstanz an das Großherzogtum Baden – im Kloster. 1814 lebten unter der Leitung des Guardians Pantaleon Reitermann von Reitermannsfelden noch zwei Priester und ein Laie im Konvent. Der Tod des Guardians 1819 bedeutete das Ende des Klosters,8 auch wenn sich die Liquidation des Vermögens hinzog, weil der Guardian vor seinem Tod noch Wertgegenstände zu den Benediktinerinnen in Münsterlingen in Sicherheit gebracht hatte.

Besitz und Wirtschaft

Das Konstanzer Kapuzinerkloster besaß aufgrund des strikten Armutsgebots des Ordens keinen Grundbesitz. Neben der Vergütung für die Unterstützung der Seelsorge in Pfarrkirchen und anderen Klöstern der Stadt und des Umlands bildeten Schenkungen aus der Bevölkerung eine wichtige Einnahmenquelle. Das Verbot, im Gebiet Vorderösterreichs zu betteln, beschnitt im späten 18. Jahrhunderts den Terminbezirk empfindlich. 1819 wurde der Wert der Klosteranlage mitsamt der Einrichtung auf die geringe Summe von rund 2.000 Gulden geschätzt.

Religiöses und kulturelles Wirken

Im Mittelpunkt der Tätigkeit des örtlichen Kapuzinerkonvents stand die Seelsorge in den Formen barocker Frömmigkeit, die auch in Zahlen gemessen werden konnte. Für den Bericht auf dem Provinzkapitel in Bregenz 1674 errechnete man 35.672 Beichten, die man – vermutlich in den letzten drei Jahren – abgenommen hatte. 1722 waren es – wohl für den gleichen Zeitraum – 148.672 Beichten. Die geringe Zahl von vier bzw. zwei Konversionen verdeutlicht hingegen, dass die konfessionellen Grenzlinien stabil waren.9 Die heiligmäßige Lebensweise der Bettelmönche zeigte sich – so die Deutung der Klosterchronik – besonders in Zeiten existentieller Bedrohung. Beim Ausbruch einer Seuche 1690 verstarben zwei Patres, die sich beim Gang zu den Kranken angesteckt hatten. Ein Eremitorium im Klostergarten weist auf die Wurzeln des Ordens als Gemeinschaft von Eremiten hin.

Die Tätigkeit als Beichtväter bei den Benediktinerinnen im nahen thurgauischen Münsterlingen stieß immer wieder auf Vorbehalte, da die Bettelmönche nicht ihrem Orden angehörten. Die Predigttätigkeit in der Pfarr- und Stiftskirche →St. Stephan wurde 1743 neu geregelt, wonach die Kapuziner nicht mehr an den Sonntagen, sondern nur an den Feiertagen predigen sollten.

Besondere Bedeutung besaß die Verehrung des Hl. Antonius von Padua, eines Zeitgenossen des Hl. Franz von Assisi. Minutiös verzeichnet die Klosterchronik die zahlreichen Wunder, die auf dessen Fürsprache hin erfolgten. Wundertätige Kraft wurde auch dem Franziskuspulver zugeschrieben, das die Mönche im Kloster ausgaben. Die ausführliche Schilderung von Wundern auf die Fürsprache des Fidelis von Sigmaringen war auch im Hinblick auf dessen angestrebte Kanonisation wichtig.

Von einigen Unterbrechungen abgesehen, war am Konvent auch der Sitz des Ordensstudiums der Provinz. Überregionale Bedeutung besaß das literarische Schaffen von Kapuzinermönchen. Laurentius von Schnifis, der nach einem Bruch in seiner Biographie und dem Eintritt in den Kapuzinerorden 1663 zum Priester geweiht wurde, dichtete im Konstanzer Konvent den Roman Philotheus (1665) sowie Erbauungsbücher mit geistlichen Liedern, denen er die Form barocker Schäferdichtung gab (1682 Mirantisches Flötlein, 1688 Mirantische Wald Schallmey, 1692 Mirantische Mayen Pfeiff, 1695 Mirantische Maultrommel). Das Pseudonym »Mirant« ergab sich aus einer Kombination seines bürgerlichen Namens Johann Martin. Die Klosterchronik erbat nach dessen Tod für ihn einen ewigen Lorbeerkranz für sein Wirken (poetam coelestem lauream gloriae suae coronet aeternam).10 Theobald von Konstanz dichtete marianische Werke, in denen er in langen Gedichten die moralische Umkehr der Menschen forderte (z. B. Marianische Einöde, 1698). Lukian vom Montafon, von 1693 bis 1696 als Provinzial in Konstanz tätig, trieb die Kanonisation des Fidelis von Sigmaringen voran und verfasste daneben Katechismuspredigten. Franz Joseph Rodt von Bußmannhausen, bis 1670 Guardian des Konstanzer Klosters, trat ebenfalls als Verfasser von Predigtwerken hervor. Romuald von Stockach, Verfasser der Geschichte der Vorderösterreichischen Provinz, war Lektor im Konvent, wurde aber 1728 von Konstanz versetzt.

Bibliothek und Archiv

Das Kapuzinerkloster erhielt mit der testamentarischen Verfügung von Bischof Jakob Fugger aus dessen Besitz einen Grundbestand an Büchern, der in der Folge durch Schenkungen anwuchs. Die Klosterchronik weist für die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts gezielte Ankäufe von Predigtliteratur nach.11 Für 1756 ist eine Erweiterung und Erneuerung der Bibliotheksräume belegt. Das detaillierte Bibliotheksinventar, das 1819 bei der Aufhebung des Klosters erstellt wurde, umfasst rund 1.300 Bände.12 Gegen die Ansprüche der Universität Freiburg ging die Bibliothek in den Bestand des großherzoglichen Lyzeums in Konstanz (heute Heinrich-Suso-Gymnasium) über.13

Das Klosterarchiv war Teil des vorderösterreichischen Provinzialarchivs, das im Konstanzer Konvent verwahrt wurde. 1757 wurden die Räumlichkeiten renoviert (archivium multo labore et expensis renovatum).14 1788 wurde es auf Wunsch des Provinzials nach Laufenburg gebracht.15 Damit verlieren sich seine Spuren. Lediglich die Chronik des Konstanzer Konvents gelangte aus Privatbesitz an das Generallandesarchiv in Karlsruhe.16

Bau- und Kunstgeschichte

Das Konstanzer Kapuzinerkloster ist dreimal an unterschiedlichen Standorten errichtet worden, und dennoch ist heute – zumindest obertägig – nichts mehr davon zu finden.17

Das Kloster am ersten Standort wurde 1603/04 erbaut. Es stand im Paradies an der Straße nach Zürich und Schaffhausen, heute die Gottliebenstraße, und wird im Baublock zwischen Blarer-, Leiner- und Schulthaißstraße vermutet. Bildliche Darstellungen finden sich in der Stadtansicht von M. Merian von 1643. Dort lag die Kirche längs der Straße mit nach Osten gerichteter Chorachse und der Konvent auf der rechten, von der Straße abgewandten Südseite. Der dargestellte polygonale Chorabschluss wäre für eine Kapuzinerkirche ungewöhnlich, doch bei Details sind die Stiche Merians wenig verlässlich. Beim geringen Abstand zur Stadtbefestigung hätte die Gefahr bestanden, dass sich Belagerer dort verschanzen, weshalb man die Klosterbauten 1647 im Vorfeld absehbarer kriegerischer Auseinandersetzungen abgerissen hat.

Ein neuer Klosterbau fand seinen Platz 1648/49 in der Vorstadt Stadelhofen, nun aber innerhalb der Stadtmauer. Der Standort war neben dem Emmishofer Tor, heute der Eckbereich östlich der Einmündung der Schwedenschanze in die Emmishofer Straße. Nach einer bildlichen Darstellung von 1653 stand die Kirche längs der Straße mit dem Portal nach Nordosten und der Chorachse nach Südwesten. Der Konvent befand sich linksseitig in südöstlicher Richtung. Aufgrund der Nähe zur Stadtmauer darf vermutet werden, dass das Refektorium im südöstlichen, parallel zur Kirche liegenden Flügel untergebracht war, was die bildliche Darstellung durch dicht gereihte Fenster bestätigen dürfte. Die Küche kann in der nach Süden gerichteten Ecke gesucht werden. Eine Ummauerung umschließt einen Vorhof vor dem Kirchenportal und einen ausgedehnten Garten. Weil abzusehen war, dass die Baulichkeiten abermals einem Ausbau der Befestigungsanlage im Weg stehen würden, gab man auch diesen Standort auf. Eine archäologische Ausgrabung 2009 im Innenhof des Häuserblocks stieß auf zwei rechtwinklig zusammentreffende Mauerzüge. In den Grund getriebene Pfähle zur Fundamentierung konnten dendrochronologisch in die Jahre 1647 und 1648 datiert werden. Die Mauern lassen sich folglich als Teil des nordöstlichen, an das Langhaus anstoßenden Flügels sowie des südöstlichen Flügels mit dem Refektorium interpretieren.

Der dritte Klosterbau entstand 1694–97 an der Südseite der Marktstätte, wo zur Gewinnung des Baugrunds sieben Häuser und eine Scheune weichen mussten. Weihbischof Ferdinand Geist von Wildegg konsekrierte die Kirche am 4. Juni 1697. Der Hauptalter war dem Patron der Kirche, dem Hl. Jakobus, geweiht, der rechte Seitenaltar den Ordensheiligen Franz von Assisi und Antonius von Padua, der linke der Gottesmutter Maria.18 Das Klosterareal bildete das östliche Ende der Bebauung an der Stadtmauer unweit des Seeufers. Die Kirche setzte sich aus einem breiten Langhaus, Altarraum und Psallierchor zusammen und stand längs zur Markstätte mit der Chorachse nach Osten. Unter dem Chor gab es eine Gruft. Der Konvent schloss auf der von der Marktstätte abgewandten Südseite, rechtsseitig der Kirche an. Sakristei und Refektorium lagen im Ostflügel und die Küche in der Südostecke. 1702 wurde auf dem Klosterfriedhof eine Kapelle mit einem Josephsaltar geweiht.19 Im Vergleich mit anderen Kapuzinerklöstern war der vierflügelige Konvent mit Kreuzgang deutlich größer. Von den beiden Schmalseiten der Klosterkirche war er nur wenig eingerückt, was aus dem Status von Konstanz als Sitz des Provinzials abgeleitet werden kann. Schriftlich belegt ist 1721 die Errichtung eines Altars für den Ordensheiligen Felix von Cantalice, der mit einem Gemälde des württembergischen Hofmalers Luca Antonio Colomba geschmückt war. Der fürstbischöfliche Hofmaler Franz Ludwig Herrmann wurde 1759 durch den Konvent damit beauftrag, im Chorraum Tafelgemälde der Kreuzwegstationen anzufertigen, 1763 war er wieder im Kloster tätig.20 Die Reliquiare im Kirchenraum waren mit Klosterarbeiten von Dominikanerinnen aus →St. Peter an der Fahr geschmückt.

Als das Kloster 1819 aufgelöst wurde, nutzte das in Konstanz stationierte Militär die Baulichkeiten. Das in diesem Zusammenhang erstellte Inventar hob vor allem die kostbare Monstranz hervor, die Altargemälde wurden als wertlos erachtet.21 Die Klosterkirche diente künftig dem evangelischen Gottesdienst für Bevölkerung und Militär, wofür man die Trennwand zum Psallierchor entfernte. Der Neubebauung von Hafengelände und ufernahem Bereich im Rahmen des Baus der Eisenbahn um 1864 fielen auch die ehemaligen Klosterbauten zum Opfer.

Das frühere Hochaltarbild wurde 1662 von Johann Christoph Storer geschaffen und hat die Berufung zweier Jünger, vermutlich Jakobus Major und Johannes, zum Motiv. Laut der Datierung ist es für die zweite Klosterkirche angefertigt worden und hängt heute im oberen Saal des evangelischen Gemeindehauses. Das Epitaph von Bischof Jakob Fugger befindet sich heute im Rosgartenmuseum in Konstanz (Abb. 2).

Bibliographie

Quellen: Romuald von Stockach 1747, S. 91–101.

Handbücher und Lexika: KB Konstanz Bd. 3, S. 390 (Anneliese Müller).

Literatur: Holl 1898, S. 105–114; Schmid 1978 (a), S. 85–90; Burkhardt/Dobras/Zimmermann 1991, S. 187 f., 300–302, Zimmermann 1994, S. 153 f.; 1996.

Anmerkungen

  • 1 GLA N Mone Nr. 140, S. 23 (Grundstein).
  • 2 Quellenbelege bei Zimmermann 1994, S. 153 Anm. 279; die zentralen Dokumente abschriftlich in GLA N Mone Nr. 140, S. 2-26.
  • 3 GLA N Mone Nr. 140, S. 68.
  • 4 Archivalische Belege: Zimmermann 1996, S. 43 mit Anm. 10 9-113.
  • 5 GLA N Mone Nr. 140, S. 89.
  • 6 GLA N Mone Nr. 140, S. 110 f.
  • 7 GLA N Mone Nr. 140, S. 106.
  • 8 St AF A 68/1 Nr. 316; GLA 209 Nr. 1644.
  • 9 GLA N Mone Nr. 140, S. 52, 101.
  • 10 GLA N Mone Nr. 140, S. 78.
  • 11 GLA N Mone Nr. 140, S. 158, 190, 209 u. ö.
  • 12 GLA 209 Nr. 1644.
  • 13 GLA 209 Nr. 54.
  • 14 GLA N Mone Nr. 140, S. 159.
  • 15 GLA 209 Nr. 1389.
  • 16 GLA N Mone Nr. 140.
  • 17 GLA 65 Nr. 311, S. 6 1-75, kurze Baugeschichte der drei Anlagen durch den Guardian Ignaz von Konstanz, 1780.
  • 18 GLA N Mone Nr. 140, S. 69.
  • 19 GLA N Mone Nr. 140, S. 79.
  • 20 GLA N Mone Nr. 140, S. 100, 161, 165.
  • 21 GLA 209 Nr. 1644
Objekttyp: Konvent
Personenbezüge:
  • Wolfgang Zimmermann [Autor]
  • Stefan King [Autor]
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