Bruchsal, Antoniter 

Kurzbeschreibung:

1472 Stiftung – 1537 letzte Erwähnung

Patrozinium: Antonius
Ordensgliederung: Präzeptorei Isenheim
Kirchliche Zugehörigkeit: Bistum Speyer, Archidiakonat des Stiftspropstes bei St. Guido, Landkapitel Bruchsal

Ortsbezüge:
Ordensregel:
  • Antoniter 1472-1537
Beschreibung:

Name: hus und hoffstatt […] in der stat Bruchsal (1472);1 curia sancti Anthonii in Prussella (1485);2 des heyligen huß und hoff […] wye das zu Brussel […] gelegen ist (1527)3

Geschichte

Der Straßburger Domvikar Eberhard Sydman übergab auch im Namen seines verstorbenen Bruders, ihr hus und hoffstatt in Bruchsal samt Zubehör von insgesamt zehn Morgen Land an das Antoniterhaus von Isenheim im südlichen Elsass. Im Jahr 1472 ließ der Isenheimer Präzeptor Jean d’Orlier darüber eine Urkunde ausstellen.4 Bedingung für die Stiftung war, dass der zuvor in Eppingen ansässige Schaffner oder Balleier nun in dieses Bruchsaler Haus umziehen sollte. Ferner wurde Eberhard der lebenslange Nießbrauch des Anwesens vorbehalten, das nach seinem Tod ganz den Antonitern gehören sollte. Beim Verstoß gegen diese Bedingungen sollten die Güter halb an die Präsenz in Bruchsal fallen, halb an das dortige Spital. Vermutlich umfassten die zu diesem Hof gehörenden Balleien die Diözesen Speyer und Worms.

Aus dem Jahr 1485 liegt eine Verpachtung des Bruchsaler Hofes an den Antoniter Jean Rostang vor.5 Diese sollte zunächst auf ein Jahr begrenzt sein, dann aber um zwei weitere Jahre verlängert werden können. Als Pacht waren insgesamt 230 Gulden zu entrichten. Weiter war der Balleier dazu verpflichtet, ständig einen am Antoniusfeuer Leidenden in Bruchsal zu unterhalten, den ihm der Isenheimer Präzeptor zuweisen sollte. Vermutlich nutzten die Inhaber des Hofes diesen als Terminierhaus für den Antoniusorden. Ob ein im engeren Sinn klösterliches Leben dort stattfand, ist unklar.

Im 16. Jahrhundert wurde der Hof dann wohl wie ein gewöhnliches Anwesen an Laien verpachtet. Im Jahr 1527 erhielt ihn ein Bruchsaler Bürger, 1535 zwei weitere.6 Letztmalig erwähnt wird der Hof im Jahr 1537.7

Bibliographie

Handbücher und Lexika: kloester-bw, Antoniterniederlassung Bruchsal (Stefanie Zumbrink).

Literatur: Mischlewski 1974.

Anmerkungen

  • 1 Mischlewski 1974, Nr. 2 S. 541.
  • 2 Mischlewski 1974, Nr. 3 S. 543.
  • 3 Mischlewski 1974, Nr. 4 S. 545.
  • 4 Wie Anm. 1.
  • 5 Wie Anm. 2.
  • 6 Mischlewski 1974, Nr. 4 f. S. 545 f.
  • 7 Mischlewski 1974, Nr. 7 S. 546
Objekttyp: Konvent
Personenbezüge:
  • Boris Bigott [Autor]
Suche
Durchschnitt (0 Stimmen)