Odenheim, Benediktiner 

Kurzbeschreibung:

1102/1118 Gründung – 1123 Ersterwähnung – 1494 Umwandlung in ein weltliches Chorherrenstift

Patrozinium: Peter und Paul
Ordensgliederung: 1491 Bursfelder Kongregation
Kirchliche Zugehörigkeit: Bistum Speyer, Archidiakonat des Stiftspropstes bei St. Guido, Landkapitel Bruchsal

Ortsbezüge:
  • Odenheim
  • Odenheim, Östringen, Landkreis Karlsruhe
Ordensregel:
  • Benediktiner 1102-1494
Beschreibung:

Name: monasterium […] quod dicitur Wigoldesberc (1123);1 abbati et conventus de Othinehm (1184/85);2 convent zu Odenheim (1334);3 closter zu Odenheym (1350);4 monasterio in Odenheim, ordinis sancti Benedicti (1377)5

Geschichte

Historische Entwicklung

Die Geschichte des Benediktinerklosters Odenheim wurde unterschiedlich stark erforscht. Besondere Aufmerksamkeit erfuhren die Gründungs- und Frühzeit im 12. Jahrhundert ebenso wie die Umwandlung des Klosters in ein weltliches Chorherrenstift in den 1490er-Jahren. Der Zeitraum vom 13. bis zum 15. Jahrhundert wurde demgegenüber kaum behandelt. Gerade im Vergleich zur Nachfolgeinstitution des Benediktinerklosters, dem →Ritterstift Bruchsal, ist die Forschungslage deutlich schlechter.

Ein genaues Gründungsdatum der monastischen Gemeinschaft in Odenheim ist nicht bekannt. Der älteste Beleg für deren Existenz ist ein Diplom Kaiser Heinrichs V. (1106–1125), das stellenweise ins Jahr 1122 datiert, jedoch eher im darauffolgenden Jahr 1123 ausgefertigt wurde (Abb. 2).6 Aus der Urkunde geht nicht nur hervor, dass der Konvent über die freie Abt- und Vogtwahl verfügte, sondern vor allem auch, dass das Kloster auf Initiative des Trierer Erzbischofs Bruno (1102–1124), aus der Familie der Grafen von Lauffen, mit dessen Erbteil und der Zustimmung seines Bruders Poppo auf dem Wigoldsberg, nordöstlich von Odenheim, einige Jahre zuvor gestiftet worden war. Die Stiftung wurde von Papst Paschalis II. (1099–1118) bestätigt.7 Deswegen kann als terminus post quem der Klostergründung die Bischofserhebung Brunos im Jahr 1102 und als deren terminus ante quem der Tod Papst Paschalis’ II. im Jahr 1118 angesetzt werden.8

Die Etablierung der benediktinischen Gemeinschaft in Odenheim reiht sich in eine Welle von Klostergründungen im deutschen Südwesten ein, die auf das Wirken des Reformklosters Hirsau zurückzuführen ist. Eine vergleichbare Gründung stellt etwa das nahegelegene Kloster in →Gottesaue dar. Die enge Verbindung zwischen Hirsau und Odenheim zeigt sich am ersten nachweisbaren Odenheimer Abt Eberhard, der aus Hirsau stammte, am Patrozinium Peter und Paul, mit welchem man auf eine Hirsauer Tradition aufbaute, und am Hirsauer Formular aus dem Jahr 1075, an welchem sich die Urkunde Heinrichs V. von 1123 für Odenheim stark orientiert. Darüber hinaus darf nicht außer Acht gelassen werden, dass bereits im Jahr 1109 Konrad von Mörlheim im Zuge seines Eintritts in das Kloster Hirsau seine Besitzungen in Odenheim an den Hirsauer Konvent übertragen hatte.9

Die Vogteirechte des Klosters lagen zunächst bei der Stifterfamilie. Mit dem Aussterben der Grafen von Lauffen in männlicher Linie fiel die Vogtei im Jahr 1219 an König Friedrich II. (1212–1250), nachdem sich der Odenheimer Konvent für das Reichsoberhaupt ausgesprochen hatte. Ein Jahrhundert darauf verpfändete Kaiser Ludwig IV. (1314–1347) die Rechte 1330 zunächst an Albrecht Hofwart von Kirchheim, ehe sie Gerhard von Ehrenberg (1336–1363), Bischof von Speyer, 1338 von diesem auslöste. Dank zahlreicher Bestätigungen verblieben die Vogteirechte nunmehr bis zur Umwandlung des Klosters in ein Säkularstift am Ende des 15. Jahrhunderts bei den Speyerer Bischöfen. Damit waren diese sowohl geistliche als auch weltliche Schutzherren des Odenheimer Konvents, was für dessen spätmittelalterliche Geschichte von großer Bedeutung sein sollte.

Das Kloster scheint in der Regel zwischen zehn und zwanzig Mönchen umfasst zu haben, wobei es über die Mitte des 15. Jahrhunderts heißt, dass gerade einmal zwei Ordensangehörige im Kloster verblieben seien.10 In den 1490er-Jahren bestand der Konvent jedenfalls aus dem Abt und bis zu 15 Mönchen. Das geografische Einzugsgebiet der Ordensangehörigen war auf den Oberrheinraum beschränkt. Der überwiegende Teil der Konventsmitglieder entstammte Kraichgauer Adelsfamilien. So finden sich unter den Äbten prominente Namen wie Helmstatt oder Venningen, aber auch Vertreter aus dem Niederadel wie etwa Angelloch, Finsterlohe oder Nippenburg.

Der Ritteradel spielte gerade im Zusammenhang mit den monastischen Reformbemühungen der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts eine entscheidende Rolle. Bereits annähernd drei Jahrzehnte vor der Umwandlung des Klosters in ein weltliches Stift wies der Speyerer Bischof Matthias Ramung (1464–1478) den Odenheimer Abt Johannes Schenk von Winterstetten zu Jahresbeginn 1469 an, das Kloster entsprechend der neuen Klosterordnung zu reformieren.11 Dies hatte Abt Johannes dem Speyerer Bischof bereits bei Amtsantritt zugesagt. Die Klosterordnung betraf mehrere Konvente in der Diözese Speyer, etwa auch die linksrheinischen Klöster Klingenmünster und Limburg sowie das rechtsrheinische →Sinsheim.

Nachdem der Odenheimer Abt Johannes an dieser Aufgabe scheiterte, resignierte er vier Jahre darauf im Jahr 1472. Anfang der 1490er-Jahre bemühten sich die Bischöfe von Speyer, namentlich Ludwig von Helmstatt (1478–1504), erneut um die Verbesserung des geistlichen Lebens. Dieses Mal bat Bischof Ludwig den Kurfürsten Philipp von der Pfalz (1476–1508) um Unterstützung. Durch pfalzgräfliche Vermittlung und unter Zuhilfenahme externer Geistlicher schloss sich Odenheim im März 1491 der Bursfelder Kongregation an.12 Obschon sich Abt Christoph von Nippenburg dazu verpflichtet hatte, Observanz zu halten, protestierten einige aus den Kraichgauer Adelsfamilien stammende Mönche gegen die neue Ordnung. Im Kern ging es darum, dass nach dem Ausschluss mehrerer adeliger Konventsmitglieder nichtadelige Mönche durch den Odenheimer Abt aufgenommen worden waren. Der Streit zwischen Bischof Ludwig und Abt Christoph einerseits und dem ritterbürtigen Konvent andererseits wurde Ende Juli 1493 durch den Pfälzer Kurfürsten geschlichtet. Für ein Jahr sollten die neuen nichtadeligen Mönche ihre Reformen als Prior, Kustos und Großkeller ausführen, danach jedoch austreten und durch adelige Mönche ersetzt werden. Der Kompromiss des Jahres 1493 führte indes nicht zur Reformierung des Benediktinerklosters, sondern läutete das Ende der Gemeinschaft ein. Im darauffolgenden Jahr entschlossen sich Abt Christoph und der Konvent, das Kloster in ein Ritterstift umzuwandeln. Diese Entscheidung wurde mit der Genehmigung König Maximilians I. (1493–1519) von Papst Alexander VI. (1492–1503) im November 1494 vollzogen.13

Weder mit dem Anschluss an die Bursfelder Kongregation noch mit der Umgestaltung der Gemeinschaft in ein Säkularstift stand Odenheim im ausgehenden Mittelalter im deutschen Südwesten allein da. Gerade die Umwandlung von einer monastischen Gemeinschaft in ein weltliches Stift erfolgte in zahlreichen Institutionen, wie etwa Ellwangen 1460, Comburg 1488, Klingenmünster 1490 oder →Sinsheim 1496. Mit der Umwandlung hörte zwar die knapp 400-jährige alte monastische Institution auf zu existieren, doch deren Geschichte und Tradition lebten zugleich im neuen Ritterstift für weitere drei Jahrhundert fort – nun allerdings an einem anderen Ort. Denn die adeligen Mitglieder des Stifts zogen im Jahr 1507 aus ihrer Anlage in der Nähe von Odenheim an die Liebfrauenkirche →Bruchsal.14 Neben der erhöhten Sicherheit, welche die städtischen Mauern gewährleisteten, dürfte vor allem die soziale und wirtschaftliche Attraktivität des urbanen Raums den Ausschlag für den Umzug gegeben haben.

Besitz und Wirtschaft

Die Besitz- und Wirtschaftsgeschichte des Benediktinerklosters Odenheim ist aufgrund des weitgehenden Fehlens von Rechnungen und Urbaren nur unzureichend auszuleuchten. Sie muss im Wesentlichen aus der urkundlichen Überlieferung rekonstruiert werden. Wie die meisten monastischen Institutionen war auch Odenheim in der Mühlenwirtschaft und im Weinbau aktiv. Besonders die Weinberge rund um das Kloster waren eine wichtige ökonomische Grundlage, deren Tradition bis in die Gegenwart fortgesetzt wird.

Während der Initialbesitz Odenheims im 12. Jahrhundert noch recht weiträumig über den Südwesten verteilt war, verdichtete er sich im 13. und 14. Jahrhundert zunehmend im unmittelbaren Gebiet um das Kloster. Zahlreiche Verpfändungen und Verkäufe führten überdies dazu, dass der Grundbesitz des Klosters im Laufe des späten Mittelalters schwand. Dennoch wurden in den letzten beiden Jahrhunderten des Mittelalters einzelne Besitzkomplexe und Rechte erworben. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Ort Rappach (Hohenlohekreis), wo das Kloster Odenheim 1341 Güter erwarb und eine Propstei einrichtete, welche schließlich im Jahr 1444 an das Stift Öhringen verkauft wurde.

Der auf die Grafen von Lauffen zurückgehende ursprüngliche Stiftungsbesitz des frühen 12. Jahrhunderts verteilte sich auf Odenheim und dessen direktes Umland, den Kraichgau sowie den mittleren Neckarraum. Noch im Laufe des 12. Jahrhunderts wurde der Grundbesitz sodann entlang des Neckars und der Zaber, im Kraichgau sowie in der linksrheinischen Pfalz ausgebaut. Die pfälzischen Besitzkomplexe stieß das Kloster jedoch bereits in der Mitte des 13. Jahrhunderts wieder ab. Im 15. Jahrhundert scheinen von dem weiträumigen Güterbesitz auf den ersten Blick nur noch Reste übriggeblieben zu sein. Ein Urbar aus den 1430er Jahren listet jedenfalls lediglich Höfe und Mühlen auf, die im Kraichgau in der Nähe des Klosters lagen.15 Doch fehlt darin zum Beispiel die erwähnte hohenlohische Propstei Rappach, die sich zum Zeitpunkt der Anlage des Urbars noch im Besitz des Klosters befand. Folglich hält das Amtsbuch nur Teile der spätmittelalterlichen Grundherrschaft der benediktinischen Gemeinschaft fest. Die exakten Besitzverhältnisse des späten Mittelalters bleiben somit zumindest teilweise im Dunkeln.

Religiöses und kulturelles Wirken

Über die religiöse und kulturelle Wirkung des Benediktinerklosters Odenheim lässt sich wenig sagen, fehlt es dafür doch an aussagekräftigen geistlichen Handschriften oder Realien.

Bibliothek und Archiv

Eine Klosterbibliothek ist nicht erhalten. Das mittelalterliche Klosterarchiv zog mit der 1494 zum weltlichen Stift umgewandelten Institution zunächst im Jahr 1507 von Odenheim nach Bruchsal. Dort verblieb es bis zur Säkularisation, ehe es gemeinsam mit dem Archiv des Hochstifts und Domkapitels Speyer an das Großherzogtum Baden fiel. Die Odenheimer Hauptüberlieferung findet sich folglich im Generallandesarchiv Karlsruhe.

Bau- und Kunstgeschichte

Lage

Zwischen Odenheim und Eichelberg, etwa zwei Kilometer vom ersten Klosterort auf dem Wigoldesberg entfernt, liegt in einer Talsenke der heute sogenannte Stifterhof.

In Odenheim haben sich außerdem ein Verwaltungsgebäude (Amtsgasse 6) und eine Mühle (Untere Mühle 1) erhalten und in Eichelberg eine Kelter (Obere Klosterstraße 18).

Der Stifterhof erhebt sich nördlich des von der Klosterstraße begleiteten Kapellenbachs und nordwestlich des Mönchsweihers, einem zugehörigen Fischweiher, anstelle des einstigen Benediktinerklosters; die Anlage wurde unter Abt Dietrich von Venningen (1403–1412) mit einer teils in Ansätzen oberirdisch sichtbaren, teils archäologisch beobachteten Mauer umfriedet, in die mindestens im Nordosten und im Südwesten erhaltene Rundtürme mit Schießscharten integriert waren. Über einem in der nordwestlichen Ecke erhaltenen rechteckigen Keller könnte sich einst das Archivgebäude bzw. die spätere Kustorie erhoben haben. Der nördliche Mauerzug war von einem zweiten, parallel verlaufenden begleitet, dazwischen befand sich vielleicht Wasser.16 Auch vor der westlichen Mauer scheint ein etwa 5 m breiter Graben gewesen zu sein. Vor und/oder nach den Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg befanden sich laut einer Bildquelle samt Legende westlich des ummauerten Bereichs Häuser mit Gärten für Handwerker und Knechte, etwa auf Höhe des verlorenen »Odenheimer Tors«, das wohl mit einer (Zug-?)Brücke versehen war und von Westen in den Wirtschaftshof führte; in diesem ist ein massiver, etwa 33 × 12,5 m großer, im Inneren gewölbter Speicherbau erhalten, der laut Wappen unter Abt Dietrich von Angelloch (1425–1442) errichtet wurde. Der Wirtschaftshof verfügte zusätzlich über ein Tor im Osten, das »Angellocher Tor«. Nördlich des Wirtschaftsbereichs waren Konventsgebäude und Kreuzgang samt Kapelle angeordnet, wohl Maria geweiht.17 Konventsbauten, Kreuzgang und Kapelle grenzten laut archäologischen Erkenntnissen im Süden an die geostete Kirche an;18 nordwestlich von dieser stand ein Archivgebäude – möglicherweise über dem bereits erwähnten, erhaltenen Keller.

Nach der Übersiedlung der Gemeinschaft nach Bruchsal im Jahr 1507 wurden die Klostergebäude verpachtet und im Dreißigjährigen Krieg großteils zerstört. 1671 wurde für den nun hier eingerichteten Meierhof die Kirche lediglich einschiffig wiedererrichtet und wie erwähnt Wohngebäude für Arbeiter und vermutlich einen Verwalter errichtet. Nach der Zerstörung Bruchsals 1676 kehrten die Stiftsherren vorübergehend nach Odenheim zurück. Die Dauer des Aufenthalts ist nicht bekannt; angesichts des 1676 und erneut 1689 zerstörten Bruchsaler Stiftsbereichs und den dortigen Wiederaufbauten zwischen 1700 und 1716 sowie angesichts der in Odenheim relativ umfänglichen Neubauten könnte ein längeres oder auch wiederholtes Ausweichen an den alten Wirkungsort anzunehmen sein. Damals ließen die Stiftsherren den Archivbau umbauen, so dass er als Kustorie auch einen sogenannten Rittersaal aufnahm; im Bereich des Wirtschaftshofes, südöstlich der einstigen Klausur samt Marienkapelle wurde eine neue Prälatur errichtet und die Kapelle als nun sogenannte Prälatenkapelle wiederhergestellt.

Die Bauten wurden nach 1803 weitgehend abgebrochen, um Platz für einen Gutshof, den erwähnten Stifterhof, zu schaffen. Seitdem wird der gesamte Bereich durch jüngere Straßen getrennt bzw. überlagert und ist teils Grünfläche, teils mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden der Jahre 1840–49 überbaut.

Kirche und Konventsbauten

In Odenheim besaß die Gemeinschaft zunächst einen mittelalterlichen Abtshof, der in Folge gemeinsam mit dem Hochstift Speyer zwischen 1478 (i) und 1513 (i) als Amtssitz genutzt und vielleicht im Bauernkrieg zerstört wurde. Der Hof wurde 1569 (i) – dann durch das Ritterstift mit Sitz in Bruchsal – offenbar über den älteren Resten wiederaufgebaut. Die beiden großen Gebäude datieren aus dieser Zeit, während die Wappen von Speyerer Bischöfen am Hofzugang auf eine Entstehung der Hofanlage mindestens in der Zeit um 1500 verweisen. Der dem Stift gehörige Nordostbau weist im unteren Bereich ältere Bausubstanz auf. Die vermutlich bereits im Mittelalter bestehende Mühle ist in stattlicher Bausubstanz des 18. Jahrhunderts gut überliefert. Der ebenfalls stattliche Kelterbau in Eichelberg, 1556 erstmals bezeugt, entstammt auch dem 18. Jahrhundert.

Die Klosterkirche verfügte 1507 über einen Glockenturm, der abgebrochen werden sollte.19 Auf Bildquellen ist wohl stets die Kirche von 1671 zu sehen, ihre Bauart jedoch nicht abschließend zu deuten: Möglicherweise verfügte der einschiffige Bau über eine westliche Vorhalle, einen Chorturm sowie zwei Nischen mit eingestellten Figuren (Peter und Paul?) an der Westfassade.20

Die Lage des kleinen Sakralbaus am Ostflügel des Kreuzgangs ist durch geophysikalische Untersuchungen und bei mehreren Beobachtungen einzelner Mauerzüge im Zusammenhang mit Leitungsverlegungen geklärt.21 Er könnte ausweislich seines polygonalen Ostschlusses und seiner zumindest im Fundament angelegten Strebepfeiler in gotischen Formen errichtet gewesen sein; dass auf den Bildquellen des 19. Jahrhunderts oberirdisch keine Strebepfeiler zu sehen sind, dürfte mit dem Neubau der sog. Prälatenkapelle aus der Zeit um 1676 zu erklären sein; laut Bauplänen trug diese einen westlichen Dachreiter. 22

Über das Aussehen der Konventsbauten samt Kreuzgang ist nichts bekannt; sie waren laut archäologischen Beobachtungen südlich der Kirche angeordnet. Auch die erwähnte Prälatur von 1676 ist laut Bildquelle und archäologischer Befunde23 hier zu verorten.

Materielle Kulturgeschichte, Bauausstattung

Zwei Wappensteine von Äbten sind in situ erhalten: von Dietrich (III.) von Venningen am Nordostturm und von Dietrich (V.) von Angelloch am Speicherbau; zwei weitere Wappensteine sind als Spolien an Gebäuden des 19. Jahrhunderts angebracht: von Dietrich (II.) von Helmstatt bzw. von Christoph von Nippenburg.

In die Gebäude des 19. Jahrhunderts dürfte neben den Wappensteinen auch Baumaterial aus klösterlicher Zeit integriert worden sein. Erhalten ist zudem ein steinernes Wegkreuz auf einem Podest in barocken Formen, das möglicherweise zur Kirche von 1671 gehörte.

Bibliographie

Handbücher und Lexika: DI 20 (Anneliese Seeliger-Zeiss); GermBen V, S. 464–471 (Hansmartin Schwarzmaier); KDM Bd. 9,2, S. 285–290 (Hans Rott); kloester-bw.de, Kollegiatstift Odenheim (Dennis Nagel/Karl-Heinz Braun); SKHB, S. 464–472 (Ralf Fetzer).

Literatur: Fetzer 2002, S. 13–16; Schwarzmaier 2012.

Anmerkungen

  • 1 MGH D H V., Nr. 252 (online unter: https://data.mgh.de/databases/ddhv/dhv_ 252.htm).
  • 2 GLA B Nr. 41.
  • 3 MGH Const. 6, 2, 3, Nr. 627 S. 436.
  • 4 MGH Const. 10, Nr. 56 S. 43.
  • 5 StA Würzburg Mainzer Intgrossaturbücher 9, fol. 44 v.
  • 6 Wie Anm. 1.
  • 7 Brackmann 1935, S. 131.
  • 8 Anders GermBen V, S. 465, 111 0-1118.
  • 9 WUB I, Nr. 267 S. 338 f.
  • 10 GermBen V, S. 465.
  • 11 Lossen 1907, S. 171.
  • 12 UB Bischöfe Speyer II, Nr. 224 S. 426 f.
  • 13 UB Bischöfe Speyer II, Nr. 228 S. 43 1-440.
  • 14 GLA 42 Nr. 3784, 3580, 380 8-3813.
  • 15 GLA 66 Nr. 6286 (vor 1433).
  • 16 Grabungsdokumentation Mittelalterarchäologie 1984.
  • 17 GLA 42 Nr. 4036 (15. 8. 1508).
  • 18 Rechmann 2022, S. 12; Dieser Befund widerspricht Gehrig 1979.
  • 19 Gehrig 1979, S. 79 offenbar nach GLA 42 Nr. 3811 (25. 5. 1507).
  • 20 KDM Bd. 9, 2, S. 287.
  • 21 Grabungsdokumentation Mittelalterarchäologie 1984.
  • 22 GLA G Odenheim 3.
  • 23 Rechmann 2022, S. 13
Objekttyp: Konvent
Personenbezüge:
  • Stefan G. Holz [Autor]
  • Kristina Hagen [Autor]
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