Schwarzach, Benediktiner
| Kurzbeschreibung: | Gründung Mitte des 8. Jahrhunderts – 1802/03 Aufhebung – 1829–48 Abbruch eines Großteils der Klostergebäude Patrozinium: Petrus (und Paulus), Maria, AllerheiligenOrdensgliederung: 1624 Straßburger BenediktinerkongregationKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Straßburg, Archidiakonat Ultra Rhenum, Landkapitel Ottersweier |
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| Beschreibung: | Name: monasterium Suarizaha (817);1 ecclesia Swarzahe (1104);2 abbas et conventus de Swarzahe (1247);3 Kloster zu Schwarzach (1460)4 GeschichteHistorische EntwicklungDer einstige Klosterort Schwarzach liegt etwa zweieinhalb Kilometer südöstlich des korrigierten Rheins, in der Aue des Stroms, am Acherer Mühlbach (132 m NN). Das entspricht in etwa den Verhältnissen vor der im 19. Jahrhundert durchgeführten Rheinkorrektion, als der Fluss seinen Lauf mit jedem Hochwasser änderte und das rheinnähere Klostergebiet immer wieder in Mitleidenschaft zog. Die Existenz des Benediktinerklosters an dieser Stelle ist zum Jahr 817 in einem Kapitular Kaiser Ludwigs des Frommen (814–840) bezeugt,5 seine Qualität als Reichsabtei in einer Urkunde desselben Herrschers von 828.6 Allerdings handelte es sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht um eine Neugründung, sondern um einen Konvent, den der fränkische, in Alemannien engagierte Graf Ruthard bereits um 749 auf der Rheininsel Arnulfsau zwischen Drusenheim und Stollhofen unter Mitwirkung Pirmins als Eigenkloster gestiftet hatte und der wegen seiner permanenten Gefährdung durch Hochwasser wenig später hierher umsiedelte. Wiewohl die Urkunde Ludwigs des Frommen bezüglich der Verlegung (845) unecht ist,7 spricht für die Identität beider Klöster, dass zwei Gründungen durch denselben Stifter so nah beieinander kaum anzunehmen sind. Der Ursprung des Klosters ist im Kontext der seitens der fränkischen Oberschicht in Alemannien betriebenen Unterwerfungspolitik zu sehen und war Teil der kirchlichen Raumerschließung durch das Bistum Straßburg. Infolge zahlreicher Urkundenfälschungen, die vermutlich aus langwierigen Auseinandersetzungen mit den Vögten erwuchsen, sind die Anfänge der Schwarzacher Geschichte stark verunklart. Nachrichten bezüglich des Klosters im hohen Mittelalter sind überhaupt ausgesprochen rar. 961 bestätigte Kaiser Otto I. (936–973) einen Gütertausch zwischen dem Abt von Schwarzach und dem Bischof von Chur,8 und Otto III. (983–1002) erlaubte 994 die Gründung eines Markts in Vallator (abgeg. bei Bühl).9 Bald darauf schenkte Heinrich II. (1002–1024) die Abtei dem Bischof von Straßburg (1014),10 und 1032 überließ Konrad II. (1024–1039) sie dem Bischof von Speyer,11 was Heinrich III. (1039–1056) und Heinrich IV. (1056–1105) 104812 und 105713 nochmals bestätigten; daher wurden bis zum Ende des Alten Reiches die Schwarzacher Äbte von den Speyrer Bischöfen belehnt. Im 11. Jahrhundert, zur Zeit des Investiturstreits, scheint der Konvent einen dramatischen Niedergang erlebt zu haben, heißt es doch 1104 in einer Urkunde Bischof Johanns von Speyer (1090–1104), die einst ruhmreiche Abtei Schwarzach sei durch die Nachlässigkeit ihrer Vorsteher geistlich völlig heruntergekommen und ihrer Güter und Einkünfte beraubt.14 Ein neuer Aufschwung setzte dann erst wieder seit der Mitte des 12. Jahrhunderts unter den Äbten Konrad (1144–1154) und Hiltibert (2. Hälfte 12. Jahrhundert) ein, die aus Hirsau gekommen waren und das Kloster entsprechend reformierten; unter beiden entstand auch der noch vorhandene Neubau der Klosterkirche nach Hirsauer Vorbild. Seit dem 13. Jahrhundert mehrten sich die Konflikte mit dem regionalen Adel, namentlich mit den Vögten aus der Familie von Windeck und den Herren von Lichtenberg, die mit ihren konkurrierenden Herrschaftsbildungen das Kloster immer öfter bedrängten. Dessen Besitzverhältnisse entwickelten sich damals zunehmend prekär. An Ämtern und Würden finden erst 1224 neben dem Abt ein Prior (prior), ein Kämmerer (camerarius), ein Kustos (custos) und ein Wirtschaftsverwalter (cellerarius) Erwähnung. Was die Größe des Konvents betrifft, so lassen die Namen von 55 lebenden und 64 bereits verstorbenen Mönchen, die im Reichenauer Verbrüderungsbuch von 826 überliefert sind,15 auf eher bescheidene Anfänge des Klosters schließen, allerdings scheinen derselben Quelle zufolge dem Konvent nicht wenige Sprösslinge aus der Oberschicht des karolingischen Reichsadels angehört zu haben. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts musste die Zahl der Konventualen wegen begrenzter Ressourcen auf 22 beschränkt werden, und schon im 15. Jahrhundert verlor das Kloster seine Attraktivität für Abkömmlinge auch des niederen Adels. Infolge der seitens der Markgrafen von Baden-Baden lange Zeit sehr wechselvollen Haltung gegenüber der Reformation verzeichnete man Anfang der 1570er Jahre nur noch zwei und 1588 überhaupt keine Mönche mehr. 1614 waren es dann wieder vier Patres und drei Brüder mit niederen Weihen, um die Mitte des 17. Jahrhunderts neben dem Abt noch sieben Mönche. Ganz am Ende umfasste der Konvent etwa zwanzig Angehörige; der Abt und fünf weitere Klosterbrüder wurden pensioniert, einige kamen in Gengenbach unter, mehrere Priesterbrüder wirkten fortan als Pfarrer in der näheren Umgebung und zwei Novizen wurden mit Abfindung entlassen. Im zweiten Drittel des 12. Jahrhunderts gelangte das Kloster dank Einführung der Hirsauer Reform zu neuer Blüte; die damals erneuerte Kirche gilt als spätes Beispiel für die Hirsauer Bauschule. Dem Versuch des Markgrafen Karl von Baden (1453–1475), den Konvent 1459 in die Bursfelder Kongregation aufnehmen zu lassen, war kein Erfolg beschieden, und weitere diesbezügliche Bestrebungen in den Jahren 1607 und 1654 scheiterten am Einspruch des Bischofs von Straßburg. Die Reformation nach Martin Luther zog Schwarzach nicht zuletzt wegen des markgräflichen Anspruchs auf die Landeshoheit und damit verbundener Zumutungen schwer in Mitleidenschaft. Einige Mönche verließen das Kloster, und die während langer Jahre unentschiedene Haltung der baden-badischen Fürsten trug dazu bei, dass der nötige Nachwuchs ausblieb. Schließlich amtierte 1570/71 mit Michael Schwan (1570–1571) ein Abt, der sich selbst zur Reformation bekannte, jedoch bald resignierte. Mit bayerischen Vormundschaften, die auf entsprechenden Verschwägerungen des Hauses Baden-Baden beruhten, kam zwar seit 1571 in Baden-Baden die Gegenreformation zum Zuge, aber infolge des unverminderten Konflikts um die Herrschaft änderte sich an der Misere nichts, und die Oberbadische Okkupation von 1594 bis 1622 brachte noch einmal eine konfessionelle Wende. Stabilisieren konnten sich die Verhältnisse im Kloster Schwarzach erst wieder nach dem Dreißigjährigen Krieg auf bescheidenem Niveau. Hochvögte der Abtei waren im späteren 13. Jahrhundert, vielleicht aus ebersteinischem Erbe, die Burggrafen von Nürnberg. Die Untervogtei im Gebiet rechts des Rheins oblag wohl schon im früheren 13. Jahrhundert denen von Windeck, die sie als zollerische beziehungsweise geroldseckische Aftervasallen bis ins 15. Jahrhundert innehatten. Vogteiliche Befugnisse im Elsass nahmen um 1280 die von Gugenheim wahr. Weil die von Windeck das Kloster von jeher viel drangsalierten, gab es immer wieder Beschwerden. Daher brachte der Konvent in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts die Vogtei käuflich an sich, was aber keinen Bestand hatte. 1422 beauftragte König Sigismund (1411–1437) unter Umgehung der Nürnberger Rechte den Markgrafen von Baden mit dem Schutz gegen die benachbarten Herren von Lichtenberg, und 1475 übertrug Kaiser Friedrich III. (1440–1493) die Klostervogtei den badischen Fürsten auf Dauer. Für die Mönche wurde damit aber alles nur noch schlimmer, denn aufgrund ihrer Vogtei beanspruchten die Markgrafen alsbald die Landesherrschaft beziehungsweise Landeshoheit über das Kloster und sein Herrschaftsgebiet, was zu mehr als dreihundert Jahre währenden unerbittlichen Auseinandersetzungen führte und im 18. Jahrhundert nicht nur Untertanenkonflikte beförderte, sondern zeitweise auch den Konvent in zwei Lager spaltete. Die markgräfliche Verwaltung leistete dem Widerstand der Untertanen Vorschub und säte Zwietracht im Konvent. Ein seit 1721 vor dem Reichskammergericht anhängiger Prozess um die von Seiten Schwarzachs postulierte Reichsunmittelbarkeit war bis zur Aufhebung des Klosters noch nicht entschieden, jedoch hatten die Kontrahenten sich 1790 in einem auf zwanzig Jahre befristeten Vergleich provisorisch arrangiert. Am 25. April 1525 plünderten angeblich dreitausend aufständische Bauern das Kloster und schädigten es eine Woche lang an Vorräten, Vieh, Bibliothek und Archiv derart, dass für zwei Jahre der Markgraf von Baden die Verwaltung an sich zog und diese Administration selbstverständlich einmal mehr nutzte, um die Eigenständigkeit der klösterlichen Herrschaft dauerhaft zu untergraben. Die im späteren 16. Jahrhundert von Seiten Baden-Badens beabsichtigte Umwandlung in ein Seminar oder Jesuiten-Kolleg ließ sich gegen den Willen der Bischöfe von Speyer und Straßburg nicht realisieren. Unter diesen Bedingungen nahmen die Schulden der Abtei immer weiter zu und beliefen sich, als 1588 Abt Johann Kaspar Brunner (1571–1588) vor den Problemen resignierte, auf nicht weniger als 12.000 Gulden. Unter dem Nachfolger Georg Dölzer (1590–1622) konnte zwar der Bestand des Klosters gewahrt werden, aber in den Wechselfällen des Dreißigjährigen Kriegs – namentlich 1633 – und aufgrund anhaltender interner Kalamitäten war an eine Sanierung nicht zu denken; die Schuldenlast wuchs ins Unermessliche. Nach dem Krieg besorgte der aus St. Blasien stammende Abt Placidus Rauber (1649–1660) mit sieben Mönchen den Wiederaufbau des Klosters. Von den Franzosenkriegen des späteren 17. Jahrhunderts wurde Schwarzach weniger in Mitleidenschaft gezogen, aber im letzten Jahrhundert seiner Existenz war der Konvent noch einmal in ganz besonderem Maße gezwungen, sich der Unterwerfungsbestrebungen von Seiten Badens mit aller Kraft zu erwehren. So brachte der monumentale, schlossartige Neubau der ganzen Klosteranlage, dessen Realisierung die Hintersassen im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts mit Fronden und Steuern schwer belastete, wohl vor allem den verzweifelten Selbstbehauptungswillen der Abtei zum Ausdruck. Die förmliche Aufhebung des Klosters im Zuge der Säkularisation erfolgte nach provisorischer Inbesitznahme durch Baden am 25. September 1802 und nach ergangenem Reichsdeputationshauptschluss zum 25. April 1803. Güter, Schatz und Schulden fielen dem Kurfürstentum Baden zu; Aktiva und Passiva sollen einander annähernd die Waage gehalten haben. Einen Teil der Paramente und Vasa sacra überließ man, soweit der Fiskus sie sich nicht selbst aneignete, verschiedenen Pfarreien der näheren und weiteren Umgebung, desgleichen das Inventar der Klosterkirche; von zwölf Altären verblieben nur vier in Schwarzach. Vorräte, Geräte und Liegenschaften wurden versteigert, Kunstgegenstände in alle Winde verstreut, nur zum geringeren Teil sind sie im Badischen Landesmuseum und im Kloster →Lichtenthal erhalten, vielfach gelangten sie in private Hand. Die ausgedehnten Klostergebäude wurden 1815 an Fabrikanten verkauft, und als diese mit verschiedenen darin betriebenen Textil-, Strumpf-, Zucker- und Tabakfabriken nacheinander scheiterten, zwischen 1829 und 1848 zum größeren Teil abgerissen. Der letzte Schwarzacher Abt Hieronymus Krieg aus Ottenau (1790–1803), ein typischer Barockprälat, lebte als Pensionär des badischen Staats in Rastatt, starb dort 1820 und wurde auf dem Friedhof bei der Kirche St. Bernhard bestattet; sein Grabmal ist im Inneren der Kirche bewahrt. Besitz und WirtschaftDer älteste Besitz Schwarzachs streute bis in den Kraichgau, ins Hecken- und Schlehengäu, an den oberen Neckar, in den Breisgau sowie ins Gebiet der Schwäbischen Alb, um Reutlingen und Ehingen. Im Übrigen lagen die Klostergüter so gut wie ausschließlich in der Rheinebene, zu beiden Seiten des Stroms, im Wesentlichen zwischen der Breusch und der Rench beziehungsweise der Kinzig im Süden und der Oos und der Selz im Norden. Aufgrund seiner von jeher engen Verbindung mit Straßburg und bedingt durch den ursprünglichen Klosterstandort auf der später untergegangenen Rheininsel Arnulfsau scheint in älterer Zeit dem Besitz links des Rheins das größere Gewicht zugekommen zu sein. Erst nachdem das Elsass im Westfälischen Frieden an Frankreich abgetreten und mit den Kriegen des späteren 17. Jahrhunderts die Verhältnisse immer schwieriger geworden waren, trennte sich Schwarzach von seinem alten Besitz jenseits des Stroms und vertauschte seine dortigen Gerechtsame zwischen 1702 und 1715 größtenteils gegen Güter und Rechte des Straßburger Domkapitels in der Ortenau; wegen der übrigen Zehnten und Einkünfte wurde noch bis in die 1750er Jahre verhandelt, aber eine Einigung nicht mehr erzielt. Den Kern des Besitzes bildete das seit dem hohen Mittelalter entstandene Niedergerichtsterritorium rund um Schwarzach. Einer um die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert entstandenen Beschreibung zufolge reichte dieses Gebiet von Michelbuch bei Gamshurst bis nach Ansenbach beziehungsweise Schwarzwasser an die Brücke, von dieser bis in den Illehag zwischen Ulm und Greffern, von dort bis in die Mitte des Rheins dem Stromstrich folgend bis zum Zehengraben (Sulzbach bei Stollhofen?) und von diesem bis in die Dicke Lohe (einstiger Wald südlich von Unzhurst und Breithurst). Demnach umfasste das Klosterterritorium um 1400 und bis zur Säkularisation die Gerichtsstäbe Schwarzach und Vimbuch, den einen mit den Orten Schwarzach, Hildmannsfeld, Ulm und Greffern, den anderen mit den Dörfern und Weilern Vimbuch, Oberbruch, Kinzhurst, Oberweier, Balzhofen, Zell und Moos. Anfangs hatten auch Söllingen und Stollhofen zum Schwarzacher Herrschaftsgebiet gehört, waren diesem jedoch bereits im 13. Jahrhundert durch die Vögte von Windeck entfremdet worden. Im hohen Mittelalter scheint das Klostergebiet sogar noch größer gewesen zu sein und auch Scherzheim (mit Lichtenau und Grauelsbaum), Hügelsheim sowie die Vorhügelzone um Bühl mit umfasst zu haben. Innerhalb des rechtsrheinischen Klostergebiets mit den Fronhöfen Ulm, Vimbuch und Schwarzach, dazu ursprünglich noch Stollhofen, waren der Abt und sein Konvent nahezu alleinige Grund- und Zehntherren, desgleichen alleinige Niedergerichtsherren. Alle Bewohner dieses Territoriums schuldeten dem Abt Todfall, das heißt, sie waren ihm mit Leib und Gut eigen. Links des Rheins hatten die Verhältnisse sich anders entwickelt. Dort gelang es dem Kloster nie, Ortsherrschaft zu entfalten, gleichwohl bestand auch im Elsass bis ins 17. Jahrhundert eine intakte klostergrundherrschaftliche Organisation, deren Unterzentren die Dinghöfe in Dangolsheim, Tränheim, Dossenheim, Küttolsheim und Drusenheim bildeten; ihr Oberzentrum war der Dinghof in Schwindratzheim. Anders als rechts des Rheins waren im Elsass nur die dinghofpflichtigen Huber den Todfall zu geben schuldig. Die schleichende Erosion der Schwarzacher Gerechtsame seit dem hohen Mittelalter war eine Folge permanenter Auseinandersetzungen des Klosters mit den verschiedenen Herrschaftsträgern seiner Nachbarschaft, vor allem mit seinen Vögten und den Markgrafen von Baden. Und weil der Abt und sein Konvent nie eigene Landesherrschaft zu entfalten vermochten, bewahrte der Schwarzacher Besitz bis zur Säkularisation einen altertümlichen, durch und durch grundherrschaftlich geprägten Charakter. Das gilt sowohl hinsichtlich des Streubesitzes in der weiteren Umgebung als auch ganz besonders für das eigentliche Schwarzacher Niedergerichtsterritorium. Dabei erweckt eine geradezu liederliche Urbarüberlieferung16 den Eindruck, als sei es um die Güterverwaltung des Klosters in der frühen Neuzeit gar nicht gut bestellt gewesen. Der über die Grenzen des Niedergerichtsterritoriums hinaus streuende Besitz bestand großenteils aus verliehenen respektive verpachteten Liegenschaften, von denen dem Kloster zu festen Terminen im Jahr Zinse und Gülten in Naturalien oder Geld zuflossen. Einen nicht geringen Teil machten Zehntrechte aus, die ganz besonders einträglich waren. Zu verleihen hatte das Kloster auch Gold- und Salmengründe im Rhein sowie Vogelherde. Nicht eigentlich in den Bereich der Grundherrschaft gehörten die Schwarzacher Patronatskirchen; da diese aber zumeist dem Kloster inkorporiert waren, hatte der Abt auch die Verfügungsgewalt über deren Pfründvermögen, das wiederum aus grundherrlichen Gerechtsamen bestand. Einen weiteren Sonderbereich stellten die Vasallenlehen dar, die der Abt im späten Mittelalter an Familien des regionalen Ritteradels, aber auch des Straßburger Stadtadels zu vergeben hatte. Sie brachten zwar keinen unmittelbaren wirtschaftlichen Ertrag, banden aber Güter, die ansonsten entfremdet zu werden drohten, mittels des Lehnrechts an das Kloster. Und schließlich beanspruchte der Schwarzacher Abt noch eine ganze Reihe weiterer Gerechtsame, unter denen hier nur die sogenannte Grundruhr hervorgehoben sei, das Recht, von Rheinschiffen, die im Schwarzacher Gebiet auf Grund liefen und binnen Tagesfrist aus eigener Kraft nicht wieder flottkamen, ein Drittel ihrer Ladung zu fordern. Eine Klostermühle dürfte es in Schwarzach schon im hohen Mittelalter gegeben haben; um die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert finden zwei klösterliche Stampfmühlen Erwähnung. Seit den 1620er Jahren ist von einer Bierbrauerei die Rede, und im späteren 17. Jahrhundert beteiligte sich die Abtei auch am Salzhandel. In der Straßburger Kalbsgasse, in unmittelbarer Nachbarschaft der Klostervögte von Windeck, hatte Schwarzach spätestens seit 1220 einen Hof, der sich noch 1587 im Besitz des Klosters nachweisen lässt. Ein weiterer Hof in der Bischofsstadt wurde den Mönchen 1258 geschenkt und ein dritter, beim Steinburgtor, 1266 von ihnen selbst käuflich erworben, allerdings scheinen diese Anwesen später wieder veräußert worden zu sein. In Offenburg ist ein Schwarzacher Haus seit 1587 bezeugt; 1702 hatte darin ein Klosterschaffner seinen Sitz. Religiöses und kulturelles WirkenZeugnisse für das geistige und geistliche Leben im Kloster Schwarzach sind infolge mehrerer Brände sowie vor allem der von Bauernkrieg und Dreißigjährigem Krieg verursachten Verluste in Archiv und Bibliothek äußerst spärlich. Erhalten sind nur einige wenige Lektionare und Psalterien des 11. bis 16. Jahrhunderts. Ein Anniversarienbuch ist nicht überliefert, und von liturgischen Besonderheiten ist nichts bekannt, auch nicht von Wallfahrten, Bruderschaften oder speziellen Festtagen. Zu erwartende Texte literarischer oder wissenschaftlicher Produktion fehlen ganz; gleiches gilt hinsichtlich der Kirchenmusik. Der Klosterschreiber Ambrosius Götz alias Phoeberius wusste 1514 von einem alten Psalterium zu berichten, das eine Äbteliste enthalten habe, und Abt Gallus Wagner führte von 1657 bis zu seinem Tod 1691 Klosterdiarien, außerdem legte er umfangreiche Kollektaneen zur Klostergeschichte an, weiterhin gibt es aus dem 18. Jahrhundert einige Schriften, die im Kontext der Auseinandersetzungen um die behauptete Reichsunmittelbarkeit entstanden.17 Bis zum großen Brand von 1299 standen in der Klosterkirche für die täglichen Gottesdienste zehn Altäre zur Verfügung, nach der Wiederherstellung 1320 zunächst nur noch vier. Der Hochaltar war den Aposteln Petrus und Paulus sowie St. Georg geweiht; daneben gab es Altäre zu Ehren der Muttergottes auf dem Lettner, St. Maria Magdalenas, St. Martins und St. Nikolaus’ sowie einen Altar, in quo celebratur fraternitas, ohne dass man wüsste, was es mit dieser Bruderschaft auf sich hat. Nach dem Dreißigjährigen Krieg bestanden neben dem Hochaltar noch zwölf weitere Altäre, dazu Reliquienschreine für die Thebäische Legion und für St. Rufina. 1664 waren dem Kloster aus einer Familie des Luzerner Patriziats Reliquien der heiligen Rufina geschenkt worden, die noch heute vorhanden sind. Hingegen müssen Partikel vom Kopf St. Bonifatius’ und die Reliquien der Thebäischen Legion, die 1668 der wenige Jahre zuvor zur römischen Kirche konvertierte Markgraf Bernhard Gustav von Baden-Durlach übergeben hatte, ebenso wie eine Rippe St. Pirmins als verloren gelten. Über Priorate verfügte die Abtei Schwarzach nicht, desgleichen gab es keine von hier ausgehenden Tochtergründungen. Einer Visitation von 1682 im Auftrag des Bischofs von Straßburg18 zufolge hatte das Kloster inkorporierte Pfarrkirchen in Stollhofen (1218), Hügelsheim und Vimbuch (1412) rechts des Rheins sowie in Drusenheim (1398), Mommenheim (1457), Schwindratzheim (1398), Dossenheim (1330) und Dangolsheim (1296) links des Stroms; die inkorporierten Pfarreien in Quatzenheim im Elsass und in Scherzheim (1412) bei Lichtenau waren infolge der Reformation im 16. Jahrhundert verlorengegangen. Die St. Michaels-Kirche im Klosterdorf Schwarzach war ursprünglich Filial von Stollhofen, wurde aber vor 1320 verselbständigt und war ebenfalls inkorporiert. Es ist davon auszugehen, dass zumindest im Nahbereich des Klosters die Seelsorge in den inkorporierten Pfarreien von Patres ausgeübt wurde. In Ottersweier hatte der Abt von Schwarzach 1612/22 vorübergehend das Patronatsrecht. Klösterlichen Schulbetrieb gab es zweifellos auch in Schwarzach schon in der Frühzeit, aber nachzuweisen ist er erst seit dem 16. Jahrhundert, freilich ohne dass man über Strukturen und Inhalte Näheres wüsste. Im 18. Jahrhundert entsprechen die für die Schwarzacher Pfarrschulen erlassenen Ordnungen im wesentlichen dem, was man auch anderwärts kennt. Gänzlich unbekannt bleibt ebenso, ob und an welchen Universitäten Schwarzacher Konventualen studiert haben. Bibliothek und ArchivIndizien zu Schwarzacher Buchbesitz finden sich erst in den Jahren um 1500. Ein bis zur Säkularisation vor Ort verbliebenes Breviarium benedictinum entstand wohl 1507/08 im Kloster selbst. Etwa zeitgleich arbeitete der Mönch Ambrosius Götz alias Phoeberius hier als Bibliothekar und Schreiber; auf ihn geht die Schwarzacher Klosterregistratur zurück. Der Bauernkrieg zog Archiv und Bibliothek erheblich in Mitleidenschaft; der Wiederaufbau geschah in einem teils protestantischen Umfeld. Insbesondere unter Abt Martin Schimpfer nahm die Bibliothek einen Aufschwung. Als Bücherbesitzer lassen sich im 16. und 17. Jahrhundert die Prioren Simon Firnkorn und Caspar Zinck sowie der Abt Jakob Oberwein namhaft machen. Der Dreißigjährige Krieg brachte weitere Bücherverluste. Auf den 1691 verstorbenen Abt Gallus Wagner gehen die ersten klosterhistoriographischen Arbeiten zurück. Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Bücher der Klosterbibliothek durch handschriftliche Besitzvermerke, Signaturschilder und Nummern gekennzeichnet. Mit etwa 6.000 Bänden verfügte Schwarzach bei der Aufhebung über eine größere Bibliothek. Da ein Katalog fehlte, geschah die Verteilung auf der Basis einer Liste, die zwei Mönche erstellt hatten. Die Vorauswahl ging an die Hofbibliothek, der deutlich größere Rest an die Universitätsbibliothek Heidelberg. Heute werden in der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe 19 Handschriften und zehn Fragmente aus Schwarzach aufbewahrt; im Generallandesarchiv Karlsruhe finden sich klosterhistoriographische und juristische Handschriften. Etwa 70 Inkunabeln sind auf die Badischen Landesbibliothek Karlsruhe und die Universitätsbibliothek Heidelberg verteilt. Der allergrößte Teil des Klosterarchivs, das bereits im Bauernkrieg 1525 und nochmals 1688 durch einen von französischem Militär gelegten Brand erhebliche Verluste erlitten hatte, gelangte mit der Säkularisation ins Generallandesarchiv Karlsruhe und wurde dort im 19. Jahrhundert nach Pertinenzgesichtspunkten auf verschiedene Bestände verteilt. Schriftgut betreffend Schwarzachs linksrheinischen Besitz verwahren darüber hinaus die Archives Départementales du Bas-Rhin in Straßburg. Bau- und KunstgeschichteLageVon den zwischen dem 9. und 18. Jahrhundert entstandenen Bauten sind lediglich die Konventskirche des 12. Jahrhunderts sowie südwestlich davon einige barocke Wirtschaftsbauten erhalten, die über den Acherner Mühlbach hinausgreifen. Pläne des 18. Jahrhunderts zeigen, dass die Kirche den Nordflügel der vollständig abgebrochenen barocken Klausur bildete sowie das (erhaltene) Beinhaus und die Pfarrkirche St. Michael westlich der Kirche. Die Ausgrabungen von 1964 bis 1966 unter der bestehenden Kirche weisen auf eine seit dem Frühmittelalter mehrmals erweiterte und veränderte Anlage hin, es fehlt aber noch eine vollständige Auswertung. Gut erkennbar ist, dass die älteren Bauteile sich in der Länge zwischen der heutigen Westfassade und der Vierung erstreckten. In der Breite überschritten sie das Langhaus geringfügig nach Süden hin (Abb. 9). Zwei sorgfältig gearbeitete Kämpferplatten, die im 18. Jahrhundert als Mauerquader wiederverwendet worden waren, könnten im 11. Jahrhundert den Triumphbogen der Kirche getragen haben, aber auch zu einer anderen repräsentativen Architektur des Klosters gehören. Für den Totenkult und die Laienseelsorge dürfte es, wie bei Klöstern dieser Größe üblich, weitere Sakralräume gegeben haben (zum Beispiel →Reichenau); auf einen älteren, im 12. Jahrhundert überbauten Friedhof deuten Gräber unter dem Nord-Ost-Bereich der stehenden Kirche hin. KircheAusweislich des Formenrepertoires der Groß- und Detailformen wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts in drei Etappen die Kirche gebaut, von der heute noch weite Teile stehen. Moderne Bauforschungen fehlen noch. Archäologische Befunde, viele kleine technische Details, sowie Messfehler im Plan lassen darauf schließen, dass die neue Kirche um die alte herum gebaut wurde. Dabei wurden die Fußboden-Niveaus teilweise deutlich angehoben. Man begann vor der alten Westmauer mit der neuen Fassade und zog den Sockel um die südliche Ecke herum. Für neue, auf Cluny zurückgehende Formen der Liturgie, die Abt Konrad (1144–1154) einführte, benötigte man, wie in Hirsau, einen dreischiffigen Altarraum, der mit dem breit gelagerten Querschiff von Osten her gebaut wurde. Ebenso notwendig für die neue Liturgie war eine Vorhalle vor der Westfassade als wettergeschützte Prozessionsstation. Hier wurde zumindest ein Gewölbe vorbereitet. Die weiten, rundbogigen Öffnungen in der Westfassade deuten auf ein (geplantes) Obergeschoss der Vorhalle hin (Abb. 8). Nachdem Altarhaus und Querschiff bis zu einer gewissen Höhe gebaut worden waren, konnten sie durch provisorische Decken und Trennwände für die Mönche nutzbar gemacht werden. Die alte Kirche konnte nun abgetragen werden, um Platz für das neue, dreischiffige, flach gedeckte Langhaus zu schaffen, dessen basilikaler Querschnitt in der Westfassade erkennbar ist. Die acht Langhaus-Arkaden ruhen auf teuren Säulen mit reich verzierten Basen und Kapitellen, lediglich im Osten steht ein Pfeilerpaar. In der oberen Hälfte der ansonsten ungegliederten Obergadenzone zieht sich je eine Reihe von acht kleinen Rundbogen-Fenstern (Abb. 4). Gleichzeitig wurde an der Vorhalle weitergearbeitet; später der Altarraum eingewölbt. Über der Vierung erhob sich ein Glockenturm. Aufsehenerregend dürfte auf die Zeitgenossen der großflächige Einsatz des Baumaterials Backstein gewirkt haben, das auch als zierendes Gliederungselement zum Überfangen der Fensterbögen und für den Rundbogenfries unter den Dachtraufen eingesetzt wurde. Die Klosterkirche von Schwarzach ist damit im südwestdeutschen Raum einer der ältesten erhaltenen Backstein-Großbauten. Nach einem Kirchenbrand um 1299 wurde das romanische Langhaus kostengünstig wiederhergestellt: die brandgeschädigten Säulen wurden mit Mörtel ausgebessert, erst im 19. Jahrhundert wurden im Zuge umfangreicher Sicherungsmaßnahmen neun der zwölf Säulen ausgetauscht. Von den originalen Kapitellen und Basen sind im Lapidarium neben der Kirche einige zu sehen. Das ab 1300 (d) neu entstandene Dachwerk des Hauptschiffs mit seinen 27 als Hängeträgern gearbeiteten Sparrendreiecken ist bis heute erhalten. 1899 sollen noch sporadisch grün glasierte Dachziegel vorhanden gewesen sein, die der Erneuerungszeit des Vierungsturms zugeschrieben werden. Dieser ist inklusive Fensterpfeilerchen ganz in Backstein gesetzt. Für 1573 wird das Ende einiger Renovierungsmaßnahmen vermerkt. Über weitere Baumaßnahmen bis zum 18. Jahrhundert ist wenig bekannt. Dann wurde die Kirche zeitgemäß modernisiert: Breitere Seitenschiffe mit großen, hellen Fenstern und Emporen, weiß gestrichene Wände und Stuck an den neu eingezogenen Holzgewölben schufen ein festliches, barockes Raumgefühl. Zu der im Laufe des 18. Jahrhunderts angeschafften Möblierung gehörte ein großer Hochaltar in der Vierung, der sowohl für die Mönche, deren Chorgestühl nun ganz im Osten der Kirche stand, als auch für die Gemeinde vom Langhaus aus einen prächtigen Anblick bot und gleichzeitig den Chor vom Laienraum abschirmte (Abb. 11). Schließlich trennte man den Bereich des Hochaltars nicht, wie im Mittelalter, durch einen steinernen Lettner ab, sondern durch das neue, luftige Chorgitter (1765/66). Insgesamt 20 Altäre waren untergebracht, einige an den Säulen des Langhauses. Gleichzeitig blieb von außen das altehrwürdige Erscheinungsbild der Kirche in ihrer Fernwirkung belassen und weite Teile ihrer mittelalterlichen Bausubstanz erhalten. Nach rekonstruierenden Baumaßnahmen von 1964 bis 1969 präsentiert sich der fünfapsidiale Kirchenbau heute als ein Idealbild des Funktionstyps »Reformbenediktinerkirche«. Mit maximal 54 m Länge und 17 m Breite gehört er zu den mittelgroßen Klosterkirchen des 12. Jahrhunderts. KonventsbautenVon der mittelalterlichen Klosteranlage ist wenig erhalten, ihre Lage ist unbekannt. Auf dem Klostergelände sind zahlreiche Doppelkapitelle und weitere Werkstücke aufgefunden worden (im Lapidarium neben der Kirche installiert sowie im Badischen Landesmuseum, Abb. 3). Sie zeigen ältere und ganz neue Motive, in einer Zusammenstellung, die bis in die 1230er Jahre im südwestdeutschen Raum sehr beliebt war. Ihr Format legt ihre Verwendung für Kreuzgangarkaden nahe; passt aber auch in andere wichtige Bauten eines Klosters, etwa zu den Fenstern des Empfangssaals des Abtes. Die barocke Klausur ist durch Pläne und Ansichten überliefert. 1724 schlossen Abt Bernhard Steinmetz (1711–1729) und der Konvent einen Vertrag mit dem Vorarlberger Bauunternehmer Peter Thumb, um Kloster- und Wirtschaftsbauten neu errichten zu lassen. Ab 1732 umschlossen an der Südseite der Kirche drei breit gelagerte, dreistöckige Flügel mit Eckpavillons den viereckigen Kreuzgarten. Für die Mönche befand sich das Refektorium im Südflügel, ihre Zellen waren über Ost- und Südflügel verteilt. Verbunden waren sie durch einen zweigeschossigen, dreiflügeligen Kreuzgang. Entlang der Kirche gab es keinen Gang (Abb. 6); die neuen Fenster des Seitenschiffs der Kirche entsprachen aber denen der Konventflügel, so dass sich optisch ein einheitlicher Eindruck ergab. Den Mittelrisalit der Westfassade schmückten ein prächtiger Volutengiebel und ein reich verziertes Portal. Hier konnte der Abt hohe Gäste standesgemäß empfangen und bewirten. Ab 1765 ließ Abt Anselm Gaugler (1761–1790) die Wirtschaftsgebäude westlich der Kirche erneuern. Das prächtige Klostertor in der Außenmauer gab nun den Blick frei auf das Hauptportal der Abtsresidenz. Vor deren Hauptfassade umfassten die gleichmäßig gestalteten, ein- bis dreigeschossigen Wirtschaftsbauten einen großen Ehrenhof. Damit bediente sich auch der Schwarzacher Abt der in Frankreich entwickelten architektonischen Würdeformeln, durch deren berühmteste Ausführung, die Stadtansicht des Königsschlosses in Versailles, der Herrscher seine Fähigkeit zeigt, die Welt in eine harmonische Ordnung zu bringen. Etwas weniger regelmäßig folgten im Süden der Anlage die Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude dem Verlauf des Acherner Mühlbachs. Zur Ausstattung der Gebäude gehören barocke Heiligen- und Engelsfiguren sowie personifizierte Tugenden (durch Kopien ersetzt, Originale teilweise im Beinhaus). Die Gebäude kamen ab 1815 in Privatbesitz und wurden nach verschiedenen Nutzungen bis 1848 weitgehend abgebrochen. Westlich der Kirche prägen noch eine ganze Reihe barocker Wirtschaftsbauten sowie der Torbau das Straßenbild. Materielle Kulturgeschichte, BauaussstattungDas »Schwarzacher Köpfchen«, das Fragment eines bemalten Kirchenfensters, entstand um das Jahr 1000 und ist das früheste erhaltene Beispiel für Glasmalerei am Oberrhein (Abb. 7). Als frühmittelalterlicher Sarkophag-Deckel gilt ein rotes Sandsteinfragment, das 1514 im Beisein hochrangiger Zeugen angehoben und untersucht wurde. Man kam zu dem Schluss, dass es sich bei den darunter liegenden Überresten nicht um die einfacher Leute (plebeior[um]) handle und ließ einen Vermerk zu dem Vorgang in gotischen Minuskeln in der Platte einmeißeln. Später, vielleicht anlässlich der Renovierungen, die bis 1573 stattfanden, wurde derselbe Text auf der anderen Seite in Kapitalis eingearbeitet. Um 1660 war die Platte im Boden vor dem Heilig-Kreuz-Altar eingelassen und kaum noch lesbar, so dass Abt Gallus Wagner erneut Forschungen anstellte und seine Ergebnisse ausführlich dokumentierte. Zum Brand von 1299 heißt es, es seien acht Glocken verloren gegangen. Eine 1699 gegossene Glocke ist erhalten geblieben. Von der ab 1700 in der hauseigenen Kunst- und Schnitzerschule angefertigten Ausstattung aus Chorgestühl (i) mit Lektionar, Emporenbrüstung und Beichtstuhl sowie weiterer Ausstattung (Altarbilder, Heiligenfiguren, Kreuzwegstationen, Paramente) sind zahlreiche Teile erhalten. Sie wurden an anderer Stelle umgebaut wiederverwendet, museal in der Kirche aufgestellt und an andere Pfarreien (z. B. Bühl, Rastatt) abgegeben oder gelangten in Museen. Von den 1730 und 1760 entstandenen Orgeln ist ein Prospekt erhalten. Der 1752 entstandene prächtige Hochaltar von Martin Eigler (Abb. 11) ist in reduzierter Form im Nordquerhaus wieder aufgebaut, mit neuer Farbfassung. Anlässlich der Neugestaltung des Klosters ab 1724 bekam auch die Klosterapotheke eine prächtige neue Möblierung mit pastos-hellgrüner Farbfassung und Goldakzentuierung; seit 1961 im Deutschen Apothekenmuseum (Heidelberg). BibliographieHandbücher und Lexika: CVMA II,1, S. 223-225 (Rüdiger Becksmann); Dehio, Baden-Württemberg Bd. 1, S. 696 f. (Dagmar Zimdars); DI 73 (Harald Drös); DI 78 (Ilas Bartusch); GermBen V, S. 574–588 (Hansmartin Schwarzmaier); KB Rastatt Bd. 2, S. 446–448 (Kurt Andermann); kloester-bw, Benediktinerabtei Schwarzach (Kurt Andermann). Literatur: Gerettete Wahrheit 1780; Harbrecht 1951–1957; Marzolff 41976; Gartner 2012; Andermann 2016; Walter 2016; Lagemann/Schöbel 2018. Anmerkungen
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| Objekttyp: | Konvent |
| Personenbezüge: |
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Literatur + Links
| Weiterführende Links: |
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