Heidelberg, Lazaristen 

Kurzbeschreibung:

1781/82 Gründung – 1793/96 Auflösung

Ordensgliederung: Kurpfälzische Kongregationsprovinz
Kirchliche Zugehörigkeit: Bistum Worms, Archidiakonat des Propstes von Neuhausen, Landkapitel Heidelberg

Ortsbezüge:
Ordensregel:
  • Lazaristen 1781-1793
Beschreibung:

Name: congregation der priester von der mission (1781/1782)1

Geschichte

Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz (1742–1799) berief 1781/82 französische Lazaristen als Ersatz für den 1773 aufgehobenen Jesuitenorden in sein Land.2 Die Kongregation der Lazaristen war dem Kurfürsten von seinem Oberbibliothekar Abbé Nicolas Maillot de la Treille sowie dem in Mannheim lebenden Ex-Jesuiten und Gelehrten P. François-Joseph Terrasse Desbillons empfohlen worden.

Die Lazaristen bekamen als Rechtsnachfolger der Jesuiten deren Güter in →Mannheim, Heidelberg, Neustadt und Nieder-Ingelheim übertragen. In Heidelberg erhielten sie das →Jesuitenkolleg und das Seminarium Carolinum (auch Collegium Carolinum, Karlsches Konvikt). Als wirtschaftliche Grundlage waren mit dem Heidelberger Kolleg der Schwabenheimer Hof bei Ladenburg, das →Stift Neuburg bei Heidelberg sowie 27 weitere Güter verbunden. Allerdings waren alle im kurpfälzischen Jesuitenfonds zusammengefassten Besitzungen mit Schulden, Pensionen und Gehältern für Ex-Jesuiten sowie zweckfremden Kapitalentnahmen belastet. Die Lazaristen mussten deshalb für eine Entlastung und Neuordnung ihrer Einkünfte kämpfen.

In Heidelberg unterhielten die Lazaristen ein Seminar für den eigenen Ordensnachwuchs (Seminarium internum) sowie das Alumnat zur Ausbildung von Weltgeistlichen. Am Seminarium Carolinum reformierten sie den Schulbetrieb. Ihren Sitz hatten sie zuerst im ehemaligen Jesuitenkolleg, bis sie 1793 ins Seminarium Carolinum umzogen, da das Jesuitenkolleg als Lazarett belegt wurde.

An der Heidelberger Universität übernahmen die Lazaristen nach kurfürstlichem Willen freiwerdende theologische und philosophische Lehrstühle bzw. hatten für deren Besetzung das Vorschlagsrecht. Infolge der Französischen Revolution löste sich die Kongregation 1790 in ihrer Heimat auf. Das »Erlöschen« der Lazaristen in der Kurpfalz erfolgte als schleichender Prozess zwischen Dezember 1793 (Tod des Superiors P. Pierre Antoine Saligot) und Mitte 1796.3 Eine offizielle Aufhebung der Gemeinschaft durch den Kurfürsten liegt nicht vor.

Bibliographie

Handbücher und Lexika: kloester-bw, Lazaristenniederlassung Heidelberg (Markus A. Maesel).

Literatur: Haas 1960; Burkard 1995.

Anmerkungen

  • 1 H aas 1960, S. 27.
  • 2 Vgl. Haas 1960, S. 23, 2 7-29.
  • 3 Vgl. Hass 1960, S. 9 1-95
Objekttyp: Konvent
Personenbezüge:
  • Markus A. Maesel [Autor]
Suche
Durchschnitt (0 Stimmen)