Heidelberg, Kapuziner
| Kurzbeschreibung: | 1629 Niederlassung – 1649 Ausweisung aus der Stadt – 1686 Rückkehr – 1688 Klosterbau – 1802 Aufhebung – 1807 Beginn des Abbruchs des Klosters Patrozinium: Maria MagdalenaOrdensgliederung: Rheinische ProvinzKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Worms, Archidiakonat des Propstes von Neuhausen, Landkapitel Heidelberg |
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| Beschreibung: | Name: Capuciner closter zu Heydelberg (1696);1 CapucinerKloster (1802)2 GeschichteDie Kapuziner kamen 1629 unter Kurfürst Maximilian I. von Bayern (1623–1651) nach Heidelberg. Ihren Sitz hatten sie zuerst im Stadthaus des Wormser Bischofs (villa Wormatiensis),3 wo zunächst ein hölzernes Kreuz aufgestellt wurde. Außerdem erhielten sie einen Teil des in der Stadt gelegenen Herrengartens. Der Bau eines Klosters in dessen nordöstlichem Teil, an der Stelle des Stück- und Gießhauses, sollte jedoch erst Jahrzehnte später erfolgen: Zunächst mussten die Kapuziner 1649 Heidelberg wieder verlassen, erst der Dynastiewechsel 1685 ermöglichte ihnen unter dem nun katholischen Kurfürsten im folgenden Jahr die Rückkehr. Sie erhielten ihr ursprüngliches Gebäude, das zwischenzeitlich als Hofschreinerei genutzt worden war, zurück. Bald darauf begann der Bau des Klosters mit der Grundsteinlegung im April 1688, dessen Fertigstellung wegen des Pfälzischen Erbfolgekriegs und seinen Folgen etwa ein Jahrzehnt in Anspruch nahm. Die Kirche selbst konnte dagegen schon 1692 geweiht werden; beim Brand der Stadt blieb sie unbeschadet und diente den Einwohnern Heidelbergs als Zufluchtsort. Hierher wurde 1696 auch Kurfürst Friedrich der Siegreiche († 1476) umgebettet, nachdem die Franziskanerkirche zerstört worden war. In der Folgezeit übernahmen die Patres die Seelsorge in den umliegenden Orten Stift Neuburg, Wieblingen und Eppelheim sowie auf dem kurfürstlichen Schloss (und später in Ziegelhausen), wohingegen ihnen die Stadt Heidelberg entzogen wurde. Im Zuge der Säkularisation 1802 mussten die Kapuziner ihr Kloster verlassen; ein Teil der verbliebenen Patres (mindestens zwei) ging in die →Mannheimer Niederlassung des Ordens. Die Klosterbauten, in die zwischenzeitlich die Franziskaner eingezogen waren, hatten nur wenig länger bestand, ab 1807 erfolgte der sukzessive Abbruch. Bau- und KunstgeschichteDas Kapuzinerkloster stand im Ostteil der Neustadt auf der Südseite der Hauptstraße (heutige Parzellen Hauptstraße 100–108), neben dem Wormser Hof (Hauptstraße 110) und dem großen kurfürstlichen Herrengarten. Das Areal war im Nordosten vom Herrengarten abgeteilt worden. Die nach Süden ausgerichtete Kirche bildete den Westflügel der Klosteranlage, zur Hauptstraße hin war ihr ein kleiner Vorplatz vorgelagert. Der zweiflüglige Wirtschaftshof stieß im Osten an das Kloster an. Der rückwärtige Garten war durch einen schmalen Weg von der Plöck aus zu erreichen, durch den auch die Wasserleitung ins Kloster geführt wurde. Die Kirche wurde 1807 abgebrochen und mit privaten Häusern überbaut, das Kloster nach 1850; im Gartenbereich entstand 1852 der Neubau des städtischen Theaters, im Bereich des Wirtschaftshofs das Haus der Harmonie-Gesellschaft; dort mündet heute die 1852/53 angelegte, 1959 verbreiterte Theaterstraße auf die Hauptstraße. Die Baugestalt des Klosters ist durch zwei Pläne des späten 17. und frühen 19. Jahrhunderts überliefert. Die Kirche hatte die übliche Gestalt einer Kapuzinerkirche mit Kirchenschiff, seitlicher Kapelle, Altarraum mit seitlichen Oratorien und Psallierchor; von der Sakristei führte ein Verbindungsgang zur Kapelle. Östlich schloss die zweigeschossige Klausur mit einem vierflügeligen Kreuzgang an. Im straßenseitigen Klausurnordflügel befanden sich Verwaltungsräume und Gastzimmer, im langen Südflügel, der nach Osten vorkragte, das große Refektorium und die Küche. Ca. 30 Zellen waren im Obergeschoss von Süd- und Ostflügel eingerichtet, mehrere heizbare Krankenräume nahmen den Ostteil des Südflügels ein. Zum Wirtschaftshof, der ein eigenes Tor zur Hauptstraße aufwies, gehörten eine Remise und ein Schuppen an der Ostmauer. Die Ausstattung der Kirche wurde in den katholischen Teil der Heiliggeistkirche gegeben, die Stücke sind heute aber nicht mehr sicher zu identifizieren. BibliographieQuellen: Hierotheus Confluentinus 21750, S. 265. Handbücher und Lexika: Denkmaltopographie HD 2013 Bd. 1, S. 251 f., 471 f.; KB Heidelberg/Mannheim Bd. 2, S. 48 f. (Hans Huth); KDM Bd. 8,2, S. 117 (Adolf von Oechelhäuser); kloester-bw, Kapuzinerkloster Heidelberg (Andreas Schmidt). Literatur: Hümmerich 1987. Anmerkungen |
| Objekttyp: | Konvent |
| Personenbezüge: |
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Literatur + Links
| Weiterführende Links: |
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