Freiburg, Dominikanerinnen St. Agnes
| Kurzbeschreibung: | 1264 Gründung – 1271 Ersterwähnung – vor 1284 Inkorporation in den Dominikanerorden – 1465 Einführung der Observanz – 1647 Aufhebung (Zusammenlegung mit Adelhausen) Patrozinium: AgnesOrdensgliederung: Provinz Teutonia, Nation AlsatiaKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Freiburg |
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| Beschreibung: | Name: frowan fon sant Ageneson (1278/80);1 sant Agnesen closter (1465)2 GeschichteÜber die Anfangszeit von St. Agnes gibt es nur wenige Quellen. Als Gründerin der Schwesterngemeinschaft gilt die als heilig verehrte Berta, eine Adelige aus dem Elsass, die 1264 mit einigen Gefährtinnen von Breisach in die Lehener Vorstadt übersiedelte. Die früheste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1271.3 In den folgenden Jahren muss die Inkorporation der Schwesterngemeinschaft in den Dominikanerorden erfolgt sein, da diese 1284 in einer Urkunde des Dominikanerprovinzials Hermann von Minden als gegeben vorausgesetzt wird.4 Für das 13. und 14. Jahrhundert sind hauptsächlich Schwestern aus bürgerlich-zünftischem Umfeld zu greifen, verstärkt durch einzelne Patrizierinnen. Der Fall der Witwe Gisela Rüssin im 14. Jahrhundert, die als Nonne in einem eigenen Haus auf dem Klostergelände wohnen durfte, zeigt, dass St. Agnes zumindest hin und wieder auch die Möglichkeit einer alternativen Lebensform für Witwen bot. Auch für das 15. Jahrhundert sind nur einzelne Namen bekannt. 1444 hätte St. Agnes fünf vertriebene Nonnen aus dem observanten Kloster Schönensteinbach aufnehmen sollen, was aber einhellig abgelehnt wurde aus Sorge, dies könne zu einer Reform führen. Zwanzig Jahre später war die Gegenwehr der Nonnen gegen die Einführung der Observanz nicht mehr erfolgreich. 1465 wurde auf Betreiben des Basler Dominikaners Johannes Meyer († 1485) in →Adelhausen, →St. Maria Magdalena und St. Agnes die Observanz eingeführt. Meyer selbst stellte St. Agnes ein recht gutes Zeugnis aus, abgesehen vom Unwillen zur Einführung der Reform. Zur erfolgreichen Einführung erhielt das Kloster Zuwachs von fünf Reformschwestern aus dem Basler Steinenkloster. Die Einführung der Reform scheint St. Agnes einen regen Zulauf beschert zu haben, in einem Brief an Kaiser Maximilian vom Anfang des 16. Jahrhunderts wird eine Konventstärke von 37 Schwestern genannt, nachdem es zuvor lange Zeit nur etwa 18 gewesen seien.5 Trotzdem war das Kloster wirtschaftlich zu Beginn des 16. Jahrhunderts dem Bankrott nahe. Die Reformation und die Bauernaufstände rund um Freiburg brachten auch den örtlichen Frauenklöstern unruhigere Zeiten. Rat und Bürgermeister versuchten, reformatorisches Gedankengut von den Freiburger Schwestern fernzuhalten, indem sie beim Provinzial um geeignete, nicht durch lutherische Ideen beeinflusste Beichtväter baten. Schutz vor den kriegerischen Ereignissen bot in St. Agnes die Lage nahe der Stadtbefestigung, weshalb es vorübergehend auch Nonnen aus dem ungeschützter liegenden Schwesternkonvent Adelhausen aufgenommen hat. St. Agnes nahm 1529 abermals Schwestern aus dem Basler Steinenkloster auf, nur dass diese dieses Mal vor der Auflösung ihres Klosters Zuflucht suchen mussten. Anschließend kamen bis zum Dreißigjährigen Krieg ruhigere Zeiten, wenngleich auch St. Agnes unter den Klöstern war, über die nach dem Konzil von Trient Klagen vorgebracht wurden. Gute Einblicke in die Situation des Klosters während des Krieges gibt die Chronik der Priorin Appolonia Cabelisin.6 Mehrfach mussten die 17 Schwestern Anfang der 1630er Jahre ihr Kloster verlassen und in der Stadt Zuflucht suchen. 1644 war das Schicksalsjahr der in der Vorstadt gelegenen Klöster, nicht nur für St. Agnes, der Stadtkommandant Friedrich Kanowsky ließ die Vorstädte zur besseren Verteidigung sprengen. St. Agnes konnte sich keinen Neubau leisten und weder von der Stadt noch vom Orden war Unterstützung zu erwarten, so dass sich die letzten Schwestern (fünf Chorfrauen und drei Laienschwestern) 1647 mit dem ebenfalls in Mitleidenschaft gezogenen Adelhausen zusammenschlossen. 1650 wurde dieser Zusammenschluss bestätigt. Durch die Zusammenlegung hat sich für St. Agnes keine eigenständige Bibliothek erhalten. Als eigenständige Archivalie wäre das Urbar von 1573 im Stadtarchiv Freiburg zu nennen.7 Bau- und KunstgeschichteDas Kloster lag in der Lehener Vorstadt, unweit des Lehener Tors. Im Großen Sickingerplan von 1589 (Abb. 1) ist die schlichte Kirche mit einem Dachreiter dargestellt. An den Chor schließt südlich ein zweigeschossiger Konventsflügel an. Ein weiteres stattliches Gebäude ist an die Westwand der Kirche angebaut. Das im Dreißigjährigen Krieg gesprengte Kloster wurde aufgegeben und seine letzten Reste nach 1677 beim Bau der barocken Festungsanlage beseitigt. Das ca. 5.000 m² große Gelände des ehemaligen Klosters südlich des gegenwärtigen Stadttheaters im Bereich Sedanstraße 2–6 und Milchstraße 1–3 ist heute dicht überbaut. Reste der ehemaligen Ausstattung sind erhalten, darunter eine Statue der Hl. Agnes im Augustinermuseum (Abb. 2). BibliographieHandbücher und Lexika: kloester-bw, Dominikanerinnenkloster St. Agnes Freiburg (Martina Wehrli-Johns). Literatur: Schwineköper 1974; Denne 1997; Bock/Böhler 1998; Henze 2006 (a); Zinke 2010; Doerr 2012; Bock 2016; Kammerer 2024. Anmerkungen |
| Objekttyp: | Konvent |
| Personenbezüge: |
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Literatur + Links
| Weiterführende Links: |
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