Freiburg, Antoniter
| Kurzbeschreibung: | vor 1290 Gründung – Regel des Hl. Augustinus – Sitz des Generalpräzeptors für das Bistum Konstanz – 1542 Aufhebung. Patrozinium: AntoniusOrdensgliederung: Generalpräzeptorei Konstanz, Ballei FreiburgKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Freiburg |
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| Beschreibung: | Name: sant Anthonyen spital und gotzhaws zu Freiburg im Preissgew (1527);1 hauß zu St. Anthonien zu Freyburg (1542)2 GeschichteDas Haus der Antoniter in Freiburg entstand vor 1290,3 kurz bevor die bereits 1247 als Orden anerkannte Bruderschaft zu einer Chorherrengemeinschaft mit einem Abt an der Spitze wurde (1297). Die erste urkundliche Erwähnung ist von 1325.4 Die Spitaltätigkeit ist das erste Mal 1334 erwähnt.5 In Freiburg betrieben sie ein Spital, das sechs Kranke aufnehmen konnte und für etwa fünf Antoniter ausgelegt war. Ihr Haus hatte den Rang einer Generalpräzeptorei für das Bistum Konstanz, das in zwölf Balleien aufgeteilt war (Freiburg, →Nimburg, →Villingen, Rottenburg, Esslingen, Reutlingen, Ravensburg, →Konstanz, Kleinbasel, Uznach, Burgdorf. Zentrum jeder Ballei war ein Haus, das oft von einem Laien verwaltet wurde. Dieser war zuständig für den guten Ablauf der Bittfahrten, das Weiterleiten der Naturalien und der Antoniusschweine und für das kleine Spital. Die bekannten Generalpräzeptoren von Freiburg stammten fast alle aus Frankreich. Während des großen abendländischen Schismas (1378–1417), stellten sie sich, wie das Mutterhaus, auf die Seite der Päpste von Avignon. 1406 providierte Innozenz VII. (1404–1406) Jacob Torculator aus Crémieu mit der Präzeptorei, während der Abt von Saint-Antoine sie einem Benedikt XIII. (1394–1423) anhängenden Bruder, Albert d’Urre, verlieh. Von 1449 bis 1527 stand ein Mitglied der Familie Lyasse an der Spitze des Hauses. Antoine Lyasse (1449–1483) organisierte die dem Markgrafen Karl von Baden (1453–1475) zu verdankende Neugründung des Antoniterhauses in Nimburg. 1462 kaufte Lyasse den ehemaligen Ziegelhof in Kleinbasel für 300 Gulden und gestaltete ihn zu einer Antoniterniederlassung mit Kapelle. Damit hatte er sich aber finanziell übernommen. Es gelang auch seinen Nachfolgern Claude und Robert Lyasse nicht, die Schulden zu tilgen, trotz der Veräußerung der Antoniterhäuser von Konstanz und Kleinbasel. Nach 1527 wurde die Freiburger Generalpräzeptorei von keinem Antoniter mehr geleitet. Die vorderösterreichische Regierung bestellte einen Administrator, Rudolf Ecklin, Prior von →St. Ulrich und Propst von →Sölden. Nach seinem Tod 1542 wurde die Freiburger Generalpräzeptorei ein Armenpfründhaus unter der Obhut der Stadt. Bau- und KunstgeschichteDie Antoniter Niederlassung lag in der Freiburger Altstadt, in Oberlinden, in der Nähe der Augustinereremiten. Sie umfasste ursprünglich die Häuser Herrenstraße Nr. 60 (ehemalige Präzeptorei) und Nr. 62 (Spital) sowie Salzstraße Nr. 51 (ehemalige Kapelle) und war mehrgeschossig. Laut dem Bericht der Baukommission (1808) war unter der Kirche ein guter, aber ungewölbter Keller, das Haus selbst aber hatte keinen. Heute ist der Giebel der ehemaligen Antoniterniederlassung noch sichtbar. Nach der Säkularisation kamen Gestühl und Kanzel in die Kapelle auf dem »Alten Friedhof« in Freiburg, der Hochaltar, der Hans Weiditz zugeschrieben wird, nach Obersimonswald, wahrscheinlich Ende des 18. Jahrhunderts. Zwei zu diesem Altar gehörige Standfiguren sind heute im Augustinermuseum. Die Herkunft des Antoniusaltars wurde bestritten, weil es in Freiburg keine Antoniusbruderschaft gegeben habe.6 Aber die Quellenlage ist zu schlecht, um das zu beweisen. Auch die in den Antoniterhäusern übliche Figur des thronenden Antonius spricht für seine Herkunft aus dem Antoniterhaus in Freiburg. BibliographieHandbücher und Lexika: KB Freiburg Bd. 1,2, S. 922 (Wolfgang Stülpnagel); kloester-bw, Antoniterhaus Freiburg (Stephanie Zumbrinck); SKHB, S. 208–210 (Tjark Wegner). Literatur: Mischlewski 1981; Himmelsbach 2008 (a), (b). Anmerkungen |
| Objekttyp: | Konvent |
| Personenbezüge: |
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Literatur + Links
| Weiterführende Links: |
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