Freiburg, Johanniter 

Kurzbeschreibung:

1240 erste Erwähnung – um 1546 vom Großpriorat der Johanniter in Heitersheim abhängiges Kameralhaus – 1677/78 Aufgabe der Freiburger Niederlassung und endgültige Vereinigung mit dem Großpriorat

Patrozinium: Johannes der Täufer
Ordensgliederung: Großpriorat Deutschland
Kirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Freiburg

Ortsbezüge:
Ordensregel:
  • Johanniter 1240-1677
Beschreibung:

Name: hospitale sancti Johannis (1240);1 preceptoria in Friburg in Brysgaudia (1495)2

Geschichte

Historische Entwicklung

Die Freiburger Kommende des Johanniterordens, der unter dem Schutz der Staufer seit der Zeit um 1200 mehrere Niederlassungen im Reich gründete, wird erstmals im Jahr 1240 urkundlich erwähnt, als Graf Konrad von Freiburg (1236–1271) den unter seinem Vater Graf Egino V. († 1236) in Freiburg angesiedelten Dominikanern ihre früheren Vergünstigungen bestätigte; die Urkunde wurde in cimiterio hospitalis sancti Johannis extra muros ausgestellt.3 Es spricht viel dafür, dass nicht lange davor Graf Egino oder sein Sohn Konrad den Johannitern die Aufnahme in Freiburg gewährt hatte, zeigte sich doch das Grafenhaus später nachweislich dem Hospitalorden in Freiburg zugewandt, wie dies auch bei der von Konrads Bruder Heinrich von Fürstenberg (1250–1284) 1253 gegründeten Kommende in →Villingen der Fall war.4 In Freiburg hatten die Johanniter ihren Standort am nördlichen Rand der Vorstadt Neuburg unweit von dem nach ihrer Niederlassung benannten Johannestor.

In der ersten Jahren befand sich die Freiburger Kommende noch im Aufbau: Als im Jahr 1252 das hospitale dem Freiburger Ritter Konrad Kolman Ackerland beim Wald Rotlaub nordwestlich von Freiburg mit Zinsverpflichtung gegenüber den Johannitern wie gegenüber Graf Konrad übertrug, war der für die Ordenshäuser im Elsass und Breisgau zuständige Meister Heinrich von Toggenburg in Abstimmung mit den Freiburger fratres tätig.5 Als Zeugen des Rechtsgeschäfts fungierten Rudolf, Meister des Johanniterhauses in Basel, und L. rector predicti hospitalis. Außerdem testierte Bruder G. aus Thunstetten, wo für 1220 eine Niederlassung der Johanniter bezeugt ist.6 War somit die Freiburger Kommende damals noch auf auswärtige Unterstützung angewiesen, so zeigt sie sich mit dem zu 1262 belegten magister hospitalis ordinis sancti Johannis Gottfried eigenständig;7 dieser ist 1264/65 dann als Komtur bezeugt.8

Materielle Zuwendung erhielt die Kommende von Beginn an durch Angehörige stadtadliger Familien wie den bereits erwähnten Freiburger Ritter Konrad Kolman. Ein anderer Freiburger Ritter, Heinrich von Schaffhausen, schenkte den Brüdern hospitalis sancti Johannis Jherosolimitani in Friburch vor Antritt seiner (bereits zweiten) Fahrt ins Heilige Land (cum pro peccatis meis velim transfretare) eine Getreidegült in Hausen an der Möhlin,9 und Mechthild, Witwe des Freiburger Bürgers Bertold Muchter, machte ihr 1261 eine größere Zuwendung an Gütern in Schlatt, Mengen, Wendlingen und Ebnet.10 Daneben zählten Adlige aus der näheren Umgebung Freiburgs zu den Förderern der Freiburger Kommende. So übertrug 1272 Gottfried d. J. von Staufen an diese den als früheren Fronhof des Klosters Murbach anzusprechenden Hof sowie weitere Güter zu Heitersheim mitsamt dem dortigen Kirchensatz und trat selbst in die Gemeinschaft ein, der sein Bruder Rudolf als Komtur vorstand.11 1280/81 ist dann Gottfried als Komtur bezeugt, bevor Rudolf erneut bis 1297 dieses Amt ausübte. Mit der Übertragung von Bann, Vogtei und Gerichtsbarkeit zu Heitersheim durch Markgraf Heinrich II. von Hachberg (1232–1290), bestätigt 1297 durch seine Söhne Heinrich (1290–1330) und Rudolf (1290–1313),12 wurde der Grundstock für das 1335 erstmals erwähnte →membrum Heitersheim der Freiburger Kommende gelegt. Förderung wurde den Johannitern auch durch das Freiburger Grafenhaus zuteil: 1267 gaben die Brüder Graf Konrad von Freiburg und Graf Heinrich von Fürstenberg ihrer Ministerialin Berta von Alzenach die Erlaubnis zur Güterschenkung in Hochstetten an die Kommende,13 und im Jahr darauf gestattete Graf Konrad seinen Dienstleuten pauschal, sich und ihren Besitz dem Haus zu übergeben.14

Dem Kreis der Wohltäter entsprechend kamen die Mitglieder des Konvents, der erstmals 1269 mit acht Brüdern urkundlich in Erscheinung tritt,15 sowohl aus auswärtigen Adelsfamilien wie den Markgrafen von Hachberg, den Herren von Falkenstein, von Schleitheim, von Seppenhofen, von Staufen oder von Winzenheim im Elsass als auch aus Freiburger Familien vom Schlage der Ederli, Geben, Kotz, Kräher, Lape oder Tußlingen.16

Im 14. Jahrhundert war der Freiburger Kommende eine Schwesterngemeinschaft zugeordnet. Die Ordensschwestern entstammten adligen Familien des Umlands wie die 1383 bezeugte Anastasia von Keppenbach, Nichte des Freiburger Johanniterkomturs Dietrich von Keppenbach. Im Unterschied zu ihrem Onkel, der 1403 seine letzte Ruhe in der Zisterze →Tennenbach fand, wurde Anastasia 1388 – wie einige andere Ordensschwestern – in der Kirche der Freiburger Johanniterkommende beigesetzt.17 Aus Freiburger Familien stammten Katharina Schwertzin, die 1343 eine Gülte nach ihrem Tod zur Hälfte an das Heilig-Geist-Spital und an das Leprosenhaus stiftete,18 und die 1363 belegte Lüggard von Dottighofen.19 Vermutlich gehörte auch die in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts mehrfach bezeugte Schwester Anna die Vögtin von Heitersheim, die an das Freiburger wie das Heitersheimer Johanniterhaus stiftete, zur Gemeinschaft der an die Freiburger Kommende angegliederten Schwesterngemeinschaft.20

Die oft nur kurzfristig amtierenden Freiburger Komture des 15. Jahrhunderts standen mehrfach auch anderen Kommenden im deutschsprachigen Südwesten vor, so bereits Ende des 14. Jahrhunderts Hermann Meyger (von Kürnberg) dem Haus in →Neuenburg, Johannes von Owe den Häusern in Heitersheim und Rottweil. In der Folgezeit waren insbesondere die Kommenden Freiburg, Heitersheim und Neuenburg unter gemeinsamer Leitung, Rudolf von Baden hatte zusätzlich noch Thunstetten und →Kenzingen unter sich.21

Unter Großprior Rudolf (X.) Graf von Werdenberg-Sargans führte der Orden im Jahr 1495 eine Visitation in der Freiburger Kommende durch. Im hierüber erstellten Bericht22 wird zu Beginn betont, dass die preceptoria unter Leitung des ehrwürdigen Priors Rudolf Graf von Werdenberg dem Reich unterstellt sei. Den Eid bezüglich der wahrheitsgemäßen Unterrichtung der Visitatoren leistete der Ordensbruder Johannes Fischer als Prokurator der Kommende. Im Folgenden wird die große und ziemlich schöne Kirche, die jedoch keine Pfarrkirche sei, angesprochen, mit ihren sieben Altären zu Ehren Johannes des Täufers, der Apostel, des heiligen Kreuzes, aller Märtyrer und Bekenner, aller heiligen Jungfrauen, der heiligen Jungfrau Maria und des Apostels Jacobus. Als Personal nennt der Bericht namentlich vier Kapläne und einen Diakon, alle Angehörige des Johanniterordens. Nach Erwähnung der liturgischen Gesangspflichten der Kapläne werden die Lichter der Kirche, Kleinodien, kirchliches Gerät und Messgewänder aufgeführt, darunter eigens das Haupt Johannes des Täufers auf einer silbernen Schale als Stiftung von Bruder Hermann von Hachberg, Großprior von Deutschland.23 Es folgt der Überblick über mehr als ein Dutzend namentlich aufgeführter Pfarrkirchen, an denen die Kommende ihr Patronatsrecht ausübte. Dann erwähnt der Bericht das große und geräumige Haus der Kommende, das mit allem Notwendigen gut ausgestattet sei, darunter mit 28 Betten, was auf die Gastlichkeit des Ordenshauses verweist.

Der Bericht schließt mit der Angabe, dass zur preceptoria Freiburg damals die vier membra Heitersheim, Thunstetten, Neuenburg und Kenzingen gehörten, wie dies auch unter Werdenbergs Amtsvorgänger Rudolf von Baden gewesen war, und mit der Aufzählung der Einkünfte aus Geld, Getreide und Wein. Wenn dazu vermerkt wird, dass hier die Ausgaben nicht verzeichnet würden, weil der Großprior sich in Heitersheim aufzuhalten pflege und deshalb dort über die Einkünfte und Ausgaben der preceptoria und ihrer membra abgerechnet werde, so wird die mittlerweile eingetretene Funktions- und Bedeutungsverlagerung nach Heitersheim sichtbar, die um die Mitte des 16. Jahrhunderts dazu führte, dass die Freiburger Niederlassung zum Kameralhaus herabgestuft wurde und damit seither keinen Komtur mehr an ihrer Spitze hatte. Von der Zerstörung der Neuburg durch die Franzosen im Jahr 1677 waren auch die Gebäude der ehemaligen Freiburger Kommende betroffen, die damals mit dem Großpriorat Heitersheim endgültig vereinigt wurde.

Besitz und Wirtschaft

Der natural- und geldzinspflichtige Besitz der Freiburger Kommende erstreckte sich hauptsächlich über den nördlichen und mittleren Breisgau. Ein Schwerpunkt war laut dem Berain von 1483 Freiburg mit dessen näherem Umfeld Herdern, Zähringen, Adelhausen, Günterstal, Ebnet, Haslach, Lehen und Uffhausen und etwas weiter entfernt Kollmarsreute, Heuweiler, Vörstetten, Denzlingen, Tiengen, Merdingen, Oberrimsingen und Schallstadt.24 Die Relation über die Melioramentenvisitation des Großpriorats von 1787–89 nennt für das zugehörige Kameralhaus Freiburg zuvörderst Wendlingen als Sitz des gleichnamigen Amts im Fürstentum neben dem Amt Heitersheim.25 Dabei ließ der Orden offenbar von hier aus die dem mittlerweile aufgegebenen Standort Freiburg zugeordneten Besitzungen und Einkünfte verwalten.26 Außer in Wendlingen verfügte das Kameralhaus Freiburg unter anderem über Besitz in Eichstetten, Gottenheim, Grißheim, Kirchzarten, Nimburg, Riegel, Staufen und Waldkirch. Der seit dem späteren 13. Jahrhundert aufgebaute Besitz- und Herrschaftsschwerpunkt der Johanniter in und um Heitersheim scheint gegen Ende des Mittelalters zunehmend von der dortigen Kommende bzw. dem Großpriorat verwaltet worden zu sein, wie der Visitationsbericht von 1495 zu erkennen gibt.27

Religiöses und kulturelles Wirken

Der Freiburger Kommende waren um 1500 zahlreiche Kirchen inkorporiert: in Achkarren, Bickensohl, Oberbahlingen, Bremgarten, Britzingen, Grißheim, Gündlingen, Hartkirch, Heitersheim, Kirchzarten, Oberrimsingen, Riedlingen, Schlatt, Schliengen, Steinenstadt, Vörstetten, Weinstetten.28 Vom religiösem Wirken der Freiburger Johanniterkommende zeugt das um 1320/40 angelegte Anniversar.29 In ihm sind frühe Förderer des Ordens wie Ritter Johann Snewlin und Konrad Kolman eingetragen.30 Dabei vermachte Snewlin drei Pfund Pfennige ad refectionum fratrum et sororum, bedachte somit neben den Brüdern auch die Schwestern des Johanniterordens. Die Freiburger Bürgerin Mechthild Muchter ist mit dem Zusatz eines testamentarisch bestimmten Priesters vermerkt.31 Mehrere Freiburger Komture fanden Eingang in das Anniversar, so Komtur Rudolf von Staufen mit seiner Mutter Ida und Gottfried von Staufen, allerdings nur als frater eingetragen,32 ferner Hermann von Hachberg  d. Ä., Prior von Deutschland, und Gotbold von Blumenberg.33 Auch des Neuenburger Komturs Nikolaus von Augsburg gedachten die Freiburger Johanniter.34 Als Brüder des Freiburger Konvents sind eingetragen: aus der Familie der Herren von Staufen Rudolf und Werner,35 von den Markgrafen von Hachberg Rudolf,36 Egen von Fürstenberg, Komtur in Klingnau,37 Gregor von Falkenstein.38 Ebenso finden sich Ordensschwestern aus Freiburg und aus adligen Familien des Umlands im Anniversar, so Mechthild von Keppenbach, Anna von Falkenstein,39 aus der Freiburger Familie Dottighofen zwei Mitglieder mit der 1363 belegten Lüggardis40 und Kachina.41 Das Anniversar verzeichnet überdies Laien beiderlei Geschlechts: über die bereits erwähnten Mechthild Muchterin und Ritter Johann Snewlin hinaus etwa Konrad Snewlin,42 Gotfridus miles dictus de Herdern.43 Für Heinricus Meyger wird festgehalten: iacet sepultus in capella S. Marie.44

Damit sind die zahlreichen Beisetzungen im Gotteshaus St. Johann angesprochen, welche das weit über Freiburg hinaus geltende Ansehen der Freiburger Kommende spiegeln. Das Verzeichnis aller in Gott ruhenden personen bei dem gottshaus S. Johann in dem Breisgau aus dem Jahr 1617, als Beilage zu dem jüngeren, zu Beginn des 17. Jahrhundert angelegten Freiburger Johanniteranniversar überliefert,45 hält die Namen von 47 Personen mit ihrem Sterbedatum fest.46 Hier fanden mehrere Freiburger Komture ihre letzte Ruhe, u. a. 1320 Markgraf Hermann von Hachberg d. Ä., Prior von Deutschland, 1356 Markgraf Hermann von Hachberg, prior Alemanniae superioris, 1405 Hermann Meyger (von Kürnberg), Verwandter des hier gleichfalls bestatteten armiger Heinrich Meyger († 1387), 1408 Johannes von Owe, 1412 Heinrich Lisser, 1427 Nikolaus Weißlin, 1505 der in Freiburg gestorbene, hauptsächlich in Heitersheim residierende Großprior Rudolf Graf von Werdenberg-Sargans.47 Auch auswärtige Ordensdignitäre wurden in der Kirche der Freiburger Kommende beigesetzt: 1343 Markgraf Rudolf von Hachberg, Komtur in Hohenrain (als Bruder im Anniversar des Freiburg Konvents eingetragen), 1363 Graf Egen von Fürstenberg, Komtur in Klingnau, 1390 Hermann von Owe, Komtur in Hemmendorf und Rohrdorf, 1404 Heinrich Mesen von Wolfach, Komtur in Straßburg, 1484 Nikolaus von Augsburg, Komtur in Neuenburg (auch im Anniversar vermerkt), 1598 Großprior Philipp Riedesel von Camberg, 1599 Großprior Bernhard von Angeloch.48 Neben weiteren Ordensbrüdern und Ordenspriestern sowie den bereits angesprochenen Ordensschwestern erwähnt das Verzeichnis noch die Namen von 13 Laien, adligen und bürgerlichen Personen beiderlei Geschlechts, z. T. Amtsträger und Bedienstete in den Häusern zu Freiburg und Heitersheim.

Die bis 1613 reichende Aufzeichnung über Bestattungen im Gotteshaus der Kommende zeigt, 60 Jahre vor ihrer Zerstörung im Zuge der Umwandlung der Neuburg durch die Franzosen, das auch damals noch bestehende Ansehen der Johanniterniederlassung in Freiburg, die auf eine über vierhundertjährige Geschichte zurückblicken konnte.

Bibliothek und Archiv

Mit der Auflösung des fürstlichen Großpriorats im Jahr 1806 und dem Übergang seiner Herrschaftsrechte und Besitzungen an den badischen Staat sind Urkunden und Verwaltungsschriftgut der Johanniterkommende Freiburg an Baden gelangt, heute verwahrt im Generallandesarchiv, in Karlsruhe: Abt. 20 Urkunden Johanniterarchive, Abt. 64 Anniversarienbücher, Abt. 66 Beraine. Weiteres Schriftgut wie die Visitationsberichte von 1495 und 1541 befinden sich im Zentralarchiv des Johanniterordens, heute in der National Library Malta, Valetta, AOM.

Bau- und Kunstgeschichte

Die ab 1240 fassbare Kommende des Johanniterordens gehörte zu den ältesten Bauten in der Freiburger Stadterweiterung Neuburg.49 Die ca. 17.500 m² große, von einer Mauer umgebene Parzelle lag am östlichen Rand der von einer Ringmauer umgebenden Vorstadt. Im Norden wurde sie von der Herdgasse, die auf das Johannestor führt, im Westen von der Steingasse und im Süden von der Kusteingasse begrenzt50 (im heutigen Stadtplan südlich der Ludwigstraße zwischen Karl- und Jakob-Burckhardt-Straße). Aufgrund der Lage unmittelbar an der Befestigung der Vorstadt, beim Zugang zum Schlossberg ist anzunehmen, dass die Johanniterkommende für die Bewachung und Verteidigung des angrenzenden Mauerabschnitts und des Tors zur Burg zuständig war. Dies ist explizit in einer Satzung aus dem Jahr 1406 überliefert.

Die Kommende besaß als zentrales Gebäude eine dem Hl. Johannes geweihte Kapelle. Nach den frühneuzeitlichen Abbildungen (Stadtansicht des Monogrammisten NIW, um 1580 und dem Sickingerplan 1589) (Abb. 1) war dies eine Saalkirche mit einem eingezogenen, polygonal schießenden Chor und südseitigem Chorschulterturm.51 Die Lage der Kirche ist durch eine Ausgrabung im Hinterhof des Anwesens Ludwigstraße 24 im Jahr 1958 gesichert. Dort wurde die Nordostecke der Kirche und eine Bestattung im Innenraum der Kirche dokumentiert.52

Die Kirche war von einem Friedhof umgeben. Im Osten und Süden der Kirche gruppieren sich Konvents- und Wirtschaftsbauten um einen Innenhof. Hier lagen auch Gebäude zur Beherbergung von Gästen, im Spätmittelalter sind 28 Gästebetten überliefert. Für die Frühzeit der Kommende ist damit zu rechnen, dass sich die Johanniter der städtischen Krankenfürsorge annahmen. Im Nordwesten des Grundstücks lagen mehrere Gebäude, die zum Wirtschaftstrakt der Kommende gehörten. Diese wurden zum Teil archäologisch erfasst, unter anderem wurde in einem an der Grundstücksgrenze angelegten Gebäude eine Feuerstelle einer Schmiede (?) nachgewiesen.53

Die 1638 und 1644 beschädigte Kommende wurde mit dem Bau der Vauban’schen Befestigung ab 1677 restlos beseitigt.

Bibliographie

Quellen: Ruppert 1889; Kageneck/Schwineköper 1979.

Handbücher und Lexika: HelvSac IV,7, S. 31–76 (Walter G. Rödel); KB Freiburg Bd. 2, S. 916–934 (Wolfgang Stülpnagel); kloester-bw, Johanniterkommende Freiburg (Hans-Peter Widmann); Wienand 31988.

Literatur: Rödel 21972; Schadek/Treffeisen 1996; Baeriswyl 2003; Widmann 2006; Zotz 2011; Groß/Jenisch/Willmes 2016; Jenisch 2022.

Anmerkungen

  • 1 Fr UB (Hefele) I, Nr. 69 S. 58.
  • 2 Kageneck/Schwineköper 1979, S. 121.
  • 3 Wie Anm. 1. GLA 64 Nr. 12, fol. 16 r (12. 4.), 14 r (28. 3.).
  • 4 Schadek/Treffeisen 1996, S. 446; Zotz 2011, S. 160.
  • 5 Fr UB (Hefele) I, Nr. 128 S. 107 f.
  • 6 HelvSac VII, 1, S. 459 f.
  • 7 Fr UB (Hefele) I, Nr. 188 S. 159 f.
  • 8 Fr UB (Hefele) I, Nr. 197 S. 169 f., Nr. 203 S. 173 f.
  • 9 Fr UB (Hefele) I, Nr. 131 S. 111 f.; vgl. Kälble 2001, S. 166; Zotz 2011, S. 154.
  • 10 Fr UB (Hefele) I, Nr. 185 S. 15 6-158, Nr. 256 S. 228 f.
  • 11 Fr UB (Hefele) I, Nr. 260 S. 234.
  • 12 Fr UB (Hefele) II, Nr. 209 S. 24 2-245.
  • 13 Fr UB (Hefele) I, Nr. 216 S. 188 f.
  • 14 Fr UB (Hefele) I, Nr. 222 S. 196 f.
  • 15 Fr UB (Hefele) I, Nr. 228 S. 202 f.
  • 16 Vgl. die Angaben im Register von Fr UB (Hefele) I-III, unter Freiburg, Johanniter.
  • 17 KvK Bd. 2, S. 271 f.; Ruppert 1889, S. 297.
  • 18 UB HGS Fr I, Nr. 288 S. 127.
  • 19 KvK Bd. 1, S. 237.
  • 20 Vgl. den Artikel Heitersheim Johanniter.
  • 21 Vgl. Krieger I, Sp. 64 1-643.
  • 22 Kageneck/Schwineköper 1979, S. 121 f.
  • 23 Entweder Hermann von Hachberg d. Ä. († 1320) oder Hermann von Hachberg († 1356), HelvSac IV, 7, S. 3 1-76, hier S. 55, 57.
  • 24 GLA 66 Nr. 2620.
  • 25 GLA 66 Nr. 3580.
  • 26 Ehrler 1900, S. 24.
  • 27 Kageneck/Schwineköper 1979.
  • 28 Lehmann 1916, S. 157. 29 GLA 64 Nr. 12, Hinweis bei Schadek/Treffeisen 1996, S. 667 (Anm. 141).
  • 30 GLA 64 Nr. 12, fol. 40 r (9. 11.), 42 r (30. 11.).
  • 31 GLA 64 Nr. 12, fol. 44 r (12. 12.).
  • 32 GLA 64 Nr. 12, fol. 7 r (29. 1.), 22 v (2. 6.).
  • 34 GLA 64 Nr. 12, fol. 13 v (3. 3.).
  • 35 GLA 64 Nr. 12, fol. 7 r (29. 1.), 37 r (14. 10.).
  • 36 GLA 64 Nr. 12, fol. 20 r (16. 5.).
  • 37 GLA 64 Nr. 12, fol. 22 v (9. 6.).
  • 38 GLA 64 Nr. 12, fol. 32 v (1. 11.).
  • 39 GLA 64 Nr. 12, fol. 9 r (12. 2.), 13 v (20. 3.).
  • 40 GLA 64 Nr. 12, fol. 16 r (11. 4.). Vgl. KvK Bd. 1, S. 237.
  • 41 GLA 64 Nr. 12, fol. 35 v (3. 10.). GLA 64 Nr. 12, fol. 42 r (28. 11.).
  • 43 GLA 64 Nr. 12, fol. 17 r (28. 4.).
  • 44 GLA 64 Nr. 12, fol. 13 v (19. 3.).
  • 45 GLA 64 Nr. 13. 46 Vgl. Ruppert 1889, hieraus alle Belege für das Folgende.
  • 47 Zu Rudolf: HelvSac IV, 7, S. 61.
  • 48 HelvSac IV, 7, S. 66.
  • 49 Schadek/Treffeisen 1996, S. 446.
  • 50 Jenisch 2022, Abb. 12.
  • 51 Baeriswyl 2003, S. 132.
  • 52 Dokumentation Hr. Münzer, Stadtplanungsamt Freiburg, nach Baeriswyl 2003, 131 f.
  • 53 Groß/Jenisch/Willmes 2016
Objekttyp: Konvent
Personenbezüge:
  • Thomas Zotz [Autor]
  • Bertram Jenisch [Autor]
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