Haslach, Kapuziner
| Kurzbeschreibung: | 1630 Gründung – 1802 Inbesitznahme durch Fürstenberg – 1824 Aufhebung Patrozinium: ChristophorusOrdensgliederung: Schweizerische Provinz, Kustodie Freiburg; 1668 Vorderösterreichische Provinz, Kustodie FreiburgKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Straßburg, Archidiakonat Ultra Rhenum, Landkapitel Lahr |
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| Beschreibung: | Name: Haslachensis monasterium (um 1670);1 das haaßlachische Capuziner closter (1679)2 GeschichteHistorische EntwicklungIm Jahr 1612 wies Graf Christoph II. von Fürstenberg (1599–1614) den Haslacher Oberamtmann Simon Finkh an, aus den Einkünften der Haslacher Landschaffnei Gelder zur Stiftung einer Kapelle mit zwei Altären und einem eigenen Kaplan bereitzustellen, bis die zur Finanzierung nötige Summe erreicht wäre. Noch bevor mit dem Bau begonnen werden konnte, änderte Graf Christoph seinen Plan zunächst dahin, ein Kloster für vier bis fünf Minoriten, dann, ein Kapuzinerkloster zu stiften. Durch den vorzeitigen Tod Graf Christophs 1614 wurde die Ausführung dieses Planes jedoch verzögert. Graf Vratislaus von Fürstenberg († 1631), der die Vormundschaftsregierung für seine drei minderjährigen Neffen Ottokar, Vratislaus und Friedrich Rudolf übernahm, scheint kein Interesse an der Verwirklichung des Plans seines Bruders gezeigt zu haben.3 Erst einige Zeit, nachdem er die Regierungsgeschäfte eigenständig übernommen hatte, nahm Graf Friedrich Rudolf (1639–1655) den Plan seines Vaters wieder auf. Am 12. April 1630 stimmte das Provinzialkapitel der Kapuziner in Konstanz der Gründung einer Niederlassung in Haslach zu. Am 11. November desselben Jahres wurde in Gegenwart des Provinzial Pater Columban Rottenburger sowie des →Gengenbacher Abts Jakob als Vertreter des Straßburger Bischofs und unter großer Teilnahme der Bevölkerung nur wenige Meter vor den Mauern der Stadt auf der anderen Seite des Klosterbachs zunächst ein Kreuz feierlich aufgerichtet und gesegnet, dann der Grundstein zum Klostergebäude gelegt. Drei fürstenbergische Beamte unterschrieben die Urkunde, die die Gründe für die Stiftung angab und in einer zinnernen Kapsel im Grundstein eingeschlossen wurde.4 Die Baukosten von insgesamt 7.377 Gulden überstiegen das zu diesem Zwecke seit 1612 angesammelte Kapital von lediglich etwa 500 Gulden bei weitem. Unter anderem bestimmte Graf Friedrich Rudolf den Maßpfennig sowie den zehnten Teil des eingezogenen Vermögens von zwölf 1630 und 1631 in Haslach wegen Hexerei hingerichteten Personen zu ihrer Deckung. Allein durch letztere Maßnahme kamen etwa 1400 Gulden, mithin fast ein Fünftel der Gesamtkosten zusammen. Außerdem sollte jeder Haslacher Bürger zwölf Tage Frondienst leisten.5 1632 waren die Bauarbeiten beendet. Aufgrund der Kriegswirren konnte die Klosterkirche aber zunächst nicht geweiht werden.6 Auch nach Ende des Dreißigjährigen Krieges verzögerte sich die Weihe noch bis 1661, als die Klosterkirche, als deren Patrozinium man zu Ehren des ursprünglichen Klosterstifters den heiligen Christophorus gewählt hatte, zusammen mit der 1657 von Graf Maximilian Franz von Fürstenberg († 1681) gestifteten Lorettokapelle vom Straßburger Weihbischof Gabriel Haug konsekriert wurde.7 Bereits sechs Jahre zuvor, 1655, hatte sich Friedrich Rudolf in der Klosterkirche bestatten lassen. Ihm folgten sein Sohn Maximilian Franz († 1681) und sein Enkel Prosper Ferdinand († 1704). Als Konventsgröße waren ursprünglich sechs bis acht Religiosen angedacht,8 bis Ende des 18. Jahrhunderts wuchs sie auf 17 an.9 1792 versuchte Guardian Antonius bei der fürstenbergischen Regierung eine Reduktion auf sieben Religiosen zu erreichen, mit denen er die stiftungsgemäßen Verpflichtungen erfüllen zu können meinte. Als Argumente brachte er nicht nur wirtschaftliche Gründe vor, sondern auch die vermeintlich negativen Auswirkungen der auswärtigen Aktivitäten der Mönche auf die eigene Disziplin wie auch die der Weltgeistlichen. Außerdem schadeten die Wallfahrten und andere Nebenandachten, die so unterhalten würden, der wahren Frömmigkeit der Landbevölkerung. Diese ganz ausserordenltiche reduction wurde jedoch von Provinzial Gorgonius vehement abgelehnt, der dem Guardian Misswirtschaft vorwarf und ihm mit der Absetzung drohte. Auch die Provinzialversammlung stellte sich gegen das Ansinnen des Guardians, das bei der fürstlichen Regierung durchaus Gefallen gefunden hatte, und verwies darauf, dass der Fürst erst 1781 den Personalbestand von 13 Priestern, einem frater clericus und drei Laienbrüdern bestätigt hatte.10 1793 mussten die Kapuziner das Kloster verlassen, das vorübergehend in ein Lazarett umgewandelt wurde, und im Leprosenhaus Quartier nehmen. 1795 rückten die Franzosen in Haslach ein, die meisten Konventualen einschließlich des Guardians hatten die Stadt zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen. Das Kloster wurde von den französischen Soldaten, aber auch von Haslacher Bürgern geplündert. 1796, nach dem Abzug der Franzosen, waren nur noch vier Religiosen vor Ort, die mittlerweile das Haslacher Pfarrhaus bewohnten und die Pfarrei mitsamt der Filiale Hofstetten versahen, da auch der Haslacher Pfarrer geflohen war.11 Als im selben Jahr die ersten geflohenen Konventualen nach Haslach zurückkehrten, lehnte Fürst Karl Joachim von Fürstenberg (1796–1804) die Wiederherstellung des Klosters auf Staatskosten ab, gestattete den Kapuzinern aber, diese auf eigene Kosten vorzunehmen, wofür sie freilich auf Almosen aus der Bevölkerung und Messstipendien angewiesen waren. Außerdem reduzierte er den Konvent auf acht Religiosen, den Guardian und einen Laienbruder eingeschlossen, bei denen es sich aber um für die Seelsorge taugliche Personen handeln sollte, da die pastorale Aushilfe der Hauptgrund für die weitere Duldung sei.12 1802 wurde das Kloster in fürstenbergischen Besitz genommen.13 In den folgenden Jahren war die Regierung bemüht, die Anzahl der Konventualen weiter zu reduzieren, in dem die Neubesetzung von durch den Tod von Religiosen frei gewordenen Stellen abgelehnt oder nur Versetzungen aus anderen fürstenbergischen Klöstern bewilligt wurden.14 1806 wurde noch einmal ein Lazarett im Kloster eingerichtet, weshalb die Kapuziner von Fronleichnam bis Mitte Oktober ins Pfarrhaus ziehen mussten.15 1813 kam es aufgrund massiver Disziplinprobleme, hatten die Kapuziner doch den besuch der wirths- & schenckhäuser bis zur nachtszeit sich erlaubt (…) und den weibspersonen ledigen und verheyrathenen standes den ungehinderten zugang in das Kloster gestattet, zu einer disziplinarischen Untersuchung durch den bischöflichen Kommissar Burg. Der Guardian, der als Hauptschuldiger angesehen wurde, wurde seines Amtes enthoben und wie alle anderen Konventualen bis auf einen Pater und den Laienbruder, der bald darauf entlassen wurde, in andere Klöster versetzt. Die frei gewordenen Stellen wurden mit Religiosen aus anderen Konventen neu besetzt. Darüber hinaus empfahl Burg jedoch, das Kloster eingehen zu lassen und sein Vermögen zur Dotierung zweier Vikariate an der Haslacher Pfarrkirche zu verwenden. Die fürstenbergische Verwaltung ging auf dieses Ansinnen nicht ein. Sie teilte zwar Burgs Interesse an der Aufhebung des Klosters, war aber an einer Reinvestierung der dadurch eingesparten Gelder in die Pastoral nicht interessiert.16 Als es 1824 zu massiven Streitigkeiten innerhalb des Konventes kam, bestand Kommissar Burg auf der Notwendigkeit der Auflösung. Zugleich griff er die Idee wieder auf, mit den freiwerdenden fürstlichen Geldern zwei Hilfspriesterstellen in Haslach zu dotieren, worüber mit der fürstenbergischen Verwaltung noch mehrere Jahre verhandelt wurde.17 Noch 1838 verweigerte die fürstenbergische Regierung dem Freiburger Ordinariat eine Archivauskunft aus Furcht, das ursprüngliche Vorhaben Graf Christophs, eine Kaplansstelle zu stiften, wie auch die finanziellen Beiträge der Haslacher Bürgerschaft bei der Erbauung des Klosters könnten die Position des Ordinariats stärken.18 Guardian Marcellian, Pater Leopold Marxner sowie zwei Laienbrüdern wurde erlaubt, bis zu ihrem Tod im Kloster wohnen zu bleiben. Nach dem Tod des Guardians 1832 sowie der beiden Laienbrüder 1840 bzw. 1843 wurden die Klostergebäude für 3.500 Gulden an die Stadt Haslach verkauft, sodass Pater Leopold das Kloster verlassen musste und in ein Bürgerhaus zog, wo er 1851 als letztes Haslacher Kapuziner starb.19 Nach seinem Tod entstanden noch einmal Streitigkeiten um einige Kirchengeräte aus dem Besitz des Klosters, die der Pater eigenmächtig veräußert hatte.20 Besitz und WirtschaftÜber Besitzungen außerhalb des Klosters verfügten die Haslacher Kapuziner nicht. Ihre Haupteinkünfte bildeten ein jährliches herrschaftliches Almosen, das neben einem Geldbetrag etwa für Wein, Wachs und Öl auch ein gewisses Kontingent an Stockfisch und eine Fruchtration umfasste, 1796 aber bis auf die Fruchtration gestrichen wurde.21 1813 brachte das fürstenbergische Rentamt zur Dotierung des Klosters für 14 Viertel Roggen, 14 Viertel Weizen, 59 Ohm Wein und 80 Gulden für Fleisch insgesamt 456 Gulden auf.22 Daneben bettelten die Konventualen in den umliegenden Gemeinden, in denen sie auch seelsorgerisch tätig waren. Als die fürstenbergische Regierung 1796 die angestrebte Reduktion der Religiosenzahl auch mit der Belastung der Landbevölkerung durch die Unterstützung der Kapuziner rechtfertigen wollte, suchten die Gemeinden Schapbach, Schenkenzell und Oberwolfach sowie die Städte Haslach und Hausach diese Reduktion mit Bittschriften an den Fürsten zu verhindern, was die Beliebtheit der Patres bei der Bevölkerung aufgrund deren pastoraler Tätigkeit und ihre hohe Motivation, die Kapuziner finanziell zu unterstützen, belegt.23 Weiter Einnahmen erwirtschafteten die Konventualen durch Messstipendien in der Klosterkirche, der Pfarrkirche und der Mühlenkapelle in Haslach.24 Religiöses und kulturelles WirkenEntsprechend des ursprünglichen Vorhabens Graf Christophs, eine Kaplansstelle zu stiften, waren die Kapuziner von Anfang an fast in der gesamten fürstenbergischen Herrschaft im Kinzigtal und darüber hinaus pastoral tätig: In Haslach, Mühlenbach, Fischerbach, Steinach, Welschensteinach, Biberach, Oberharmersbach, Wolfach, Hausach, Oberwolfach, Schapbach, Schenkenzell, Elzach und Schonach predigten sie an verschiedenen Festen und hörten zum Teil auch die Beichte. Außerdem betreuten sie die Wallfahrt zu Maria zu den Ketten in Zell am Harmersbach und auf dem Hörnleberg im Elztal. In Zell hörten sie jeden Freitag und Samstag, dem eigentlichen Wallfahrtstag, die Beichte und predigten an den Marienfesten. Auf dem Hörnleberg, einem 907 m hohen Bergkegel bei Winden im Elztal, etwa fünf Wegstunden von Haslach entfernt, hielten sie an 22 Tagen im Jahr den Gottesdienst mit Predigt und hörten die Beichte.25 Von 1638 bis 164326 wie auch 1795/9627 besorgten sie in Haslach die Pfarrseelsorge, da der Pfarrer die Stadt verlassen hatte. In der Haslacher Filiale Hofstetten behielten sie diese bis zur Aufhebung des Klosters bei.28 Besonderen Eifer entfalteten die Haslacher Kapuziner in der Missionstätigkeit unter Protestanten: Mit dem kinderlosen Tod Jakobs von Geroldseck als Letztem seines Geschlechts im Jahr 1684 fiel die Herrschaft Geroldseck, wenn auch nicht unumstritten, an Adam Philipp XI. von Cronberg und damit an einen katholischen Herrscher, was es den Kapuzinern ermöglichte, die geroldseckische Bevölkerung durch ihre Predigttätigkeit zu rekatholisieren.29 Konfliktträchtiger waren die Anstrengungen der Haslacher Konventualen im Prechtal. Da es sich dabei um ein badisch-fürstenbergisches Kondominat handelte, waren beide Konfessionen vertreten. Während das untere Prechtal von jeher zur Pfarrei Elzach gehörte und mehrheitlich katholisch geblieben war, war die Bevölkerung Oberprechtals mehrheitlich protestantisch. Die Oberprechtaler Pfarrkirche wurde als Simultankirche von beiden Konfessionen benutzt, wobei protestantischerseits ein eigener Prädikant und eine Schule vorhanden waren, während die katholische Bevölkerung von Elzach aus pastoral betreut wurde.30 Die Kapuziner entfalteten hier eine intensive und durchaus erfolgreiche Missionstätigkeit, bei der sie auch nicht vor Störungen des protestantischen Gottesdienstes zurückschreckten. Um einen gewissen Frieden sicherzustellen wurde 1664 zwischen Baden und Fürstenberg eine Vereinbarung getroffen, wie sich die Konfessionen insbesondere an Festtagen gegeneinander zu verhalten hätten, die von den Haslacher Religiosen jedoch nicht immer eingehalten wurde.31 Auch um die Einrichtung einer katholischen Schule bemühten sie sich.32 Bibliothek und ArchivAus dem Nachlass des Haslacher Pfarrers und Dekans Johannes Ramsteiner übernahmen die Kapuziner 1661 eine umfangreiche Bibliothek. Im Streit zwischen Kloster und Pfarrei um den rechtmäßigen Besitz der Bibliothek entschied Graf Maximilian Franz von Fürstenberg zwar zunächst, dass die Bücher rechtens nicht den Kapuzinern, sondern der Pfarrei gehörten und der Guardian des Klosters lediglich einen Schlüssel erhalten sollte, wie auch die Büchern, um eine Verwechslung mit denjenigen der Kapuziner zu vermeiden, mit einem schwarzer Adler markiert werden sollten.33 Der nach diesem Beschluss angelegte Katalog bezeichnet die Bücher jedoch schon als bei den Capucinern zu Haslach stehend. Er umfasst insgesamt 45 Titel, größtenteils in lateinischer, teilweise auch in deutscher oder italienischer Sprache, darunter neben biblischen und theologischen Schriften auch klassische Autoren wie Cicero und Livius, einige mathematisch-naturwissenschaftliche Werke und ein deutsch geschriben artzney buch. Auch fünf Handschriften, vier davon auf Pergament, werden verzeichnet.34 Bei der Plünderung des Klosters 1796 wurde auch die Bibliothek in Mitleidenschaft gezogen.35 1829 stellte der Haslacher Handelsmann Rudin den Antrag, ihm die noch vorhandenen Bücher käuflich zu überlassen. Ein Inventar war zu dieser Zeit nicht vorhanden, wie auch die Bibliothek selbst in sehr schlechtem Zustand gewesen zu sein scheint. Es handelte sich gröstentheils [um] alte u. unbrauchbare scharteken (…), die der klostervorsteher jedoch schlecht u. in allen stückeln herum zerstreut bewahrt, u. von staub u. maden nach u. nach aufzehren lässt. Da den Kapuzinern bei der Inbesitznahme des Klosters durch Fürstenberg die Nutzung bis zum Erlöschen des Konvents zugesagt worden war, wurden noch brauchbare von unbrauchbaren Büchern getrennt und letztere von Rudin nach Gewicht verkauft. Es handelte sich noch um 15 bis 20 Zentner, die Buchdeckel mitgerechnet.36 Über ein eigenes Klosterarchiv ist nichts bekannt. Wenn im Kontext der geplanten Reduktion der Konventsgröße 1792 vom convent-archiv die Rede ist,37 ist damit die handgeschriebene Klosterchronik gemeint, die von um 1670 bis über die Aufhebung des Konvents hinaus meist vom jeweiligen Guardian, später von Pater Leopold als letztem Haslacher Kapuziner fortgeführt wurde. Nach Pater Leopolds Tod 1851 verblieb sie zunächst bei Kastvogt Eduard Hansjakob, bei dem Pater Leopold gewohnt hatte. Dieser überließ sie 1867 seinem Vetter, dem Pfarrer und Volksschriftsteller Heinrich Hansjakob, der sie 1897 den Kapuzinern in Sigolsheim übergab. Von dort gelangte sie nach dem Zweiten Weltkrieg ins Zentralarchiv der Kapuziner ins Kloster Ehrenbreitstein in Koblenz (heute in Altötting).38 Bau- und KunstgeschichteLageHeute am südwestlichen Rand der Altstadt von Haslach gelegen, aber in der frühen Neuzeit außerhalb der Mauer, umschließen die Klostergebäude zusammen mit der in Süd-West Richtung gebauten Kirche einen quadratischen Innenhof mit Kreuzgang. Baubeginn, für die heute noch außerordentlich gut erhaltenen Anlage, war im Jahr 1630 (i). Auf nennenswerte Architekturdekoration wurde verzichtet, nur Eckquader an den Gebäudekanten setzen Akzente. Unmittelbar östlich neben der Klosterkirche steht die 1660/61 errichtete Lorettokapelle. An der vorgelagerten, teilweise ummauerten Parkanlage lässt sich noch heute der einstige Klostergarten ablesen. Kirche und KonventsbautenBei der dem Hl. Christophorus geweihten Kirche handelt es sich um einen Saalbau mit geradem Chorschluss, Satteldach und polygonalem Dachreiter. An der östlichen Langseite fügt sich die Sakristei als niedriger Anbau mit Satteldach an. Das rundbogige Eingangsportal befindet sich an der Nordseite. Achsial darüber ist eine Sandsteinplatte in Rollwerkrahmung mit Namen und Wappen des Stifters von 1631 (i) in die Wand eingelassen. Die Baukosten stiftete Christoph II. von Fürstenberg. Baumeister war Pater Vinzenz von Pruntrut aus der Schweiz. Georg Hofacker aus Wolfach und Michael Steiner aus Haslach führten die Maurer- und Steinhauerarbeiten aus. Das Innere der Kirche besitzt über dem Schiff eine Flachdecke aus Brettern, die durch Profilleisten in Kassetten unterteilt ist. Nur die eingezogene Apsis, die sich in Mönchschor und Altarraum gliedert, ist gratgewölbt. Unter dem Langhaus der Kirche befindet sich eine Grablege, in der drei Grafen von Fürstenberg bestattet sind. Die Lorettokapelle wurde nach einem Gelübde von Maximilian Franz von Fürstenberg in Anlehnung an das Heilige Haus in Loretto erbaut. Der von einer Holztonne mit Sternenhimmel überdeckte Raum zeigt hinter einer Abschrankung die barocke Schwarze Madonna von Loretto in reich verziertem Altarretabel. Bei den Klausurgebäuden handelt es sich um zweigeschossige, zur Außenseite hin verputzte Gebäude aus Fachwerk. Zum Innenhof öffnet sich ein Kreuzgang mit schlichten hölzernen Stützen. Im Erdgeschoss liegt das Refektorium, ein getäfelter Raum mit Holzbalkendecke, unmittelbar daneben die ehemalige Küche, mit direktem Zugang zum Klostergarten. Die Mönchszellen im Obergeschoss sowie das Dormitorium erschließt ein schmaler, an der Innenseite verlaufender Gang. Im Zuge einer Restaurierung der Klosteranlage in den 1980er Jahren wurde die Grundrissstruktur so wiederhergestellt, dass heute die Zelleneinteilung gut erkennbar ist. Nachdem die Stadt Haslach nach der Säkularisation die Klosteranlage erworben hatte, richtete man Armenwohnungen ein. Das Refektorium diente als Bürgergymnasium. Heute befinden sich in den Klostergebäuden ein Trachtenmuseum und die Touristeninformation. Die Klosterkirche und die Lorettokapelle werden weiterhin sakral genutzt. Materielle Kulturgeschichte, BauausstattungDer Hochaltar und zwei Seitenaltäre aus dem Jahre 1757 bestimmen den Innenraum. Sie sind holzsichtig und durch weiß gefasstes Rocaillewerk gerahmt. Die Altäre, die noch aus der Bauzeit stammten, waren so schadhaft geworden, dass der Kapuzinerpater Adam von Gündelwangen den Auftrag bekam, neue Altäre zu fertigen. Der Hochaltar bildet die symbolische Trennung zwischen dem dahinter liegenden Psallierchor und der Laienkirche. Der Mönchschor ist über zwei Türen, die den Hochaltar flankieren und durch zwei Zugänge von den Konventsbauten her zugänglich. Zwei Säulen auf Postamenten rahmen das Retabel des Hochaltares, dessen Altarbild Matthäus Gundelach bereits 1614 schuf. Er war Hofmaler am kaiserlichen Hof in Prag und arbeitete nach dem Tod Kaiser Rudolf II. (1567–1612) für die Fürstenberger. Das Hochaltarbild wurde durch Christoph II. von Fürstenberg in Auftrag gegeben. Es zeigt im oberen Bereich die Marienkrönung, darunter den Stifter Christoph II. von Fürstenberg. Über der östlichen Tür zum Mönchschor die Darstellung von Franz von Assisi zu Füßen Christi. Über der westlichen Tür zum Mönchschor befindet sich die Stigmatisierung des Hl. Franz von Assisi in La Verna, dem der gekreuzigte Christus als Seraphim erscheint. Der östliche Seitenaltar zeigt den Tod des heiligen Josef. Darüber im Auszug die Darstellung eines Kapuziners, darunter in einem Medaillon die Aufschrift »Tertianer Altar Priveligiert alle Sambs Tag«, ein Hinweis auf das Privileg, dass jeweils Samstags dieser Altar dem »Dritten Orden« vorbehalten war. Am westlichen Seitenaltar der Tod des heiligen Fidelis von Sigmaringen, der 1612 in den Kapuzinerorden eintrat und 1622 von protestantischen Bauern umgebracht wurde. Darüber in der Altarbekrönung der Hl. Antonius. Beide Seitenaltarbilder kamen 1719 bzw. 1729 in die Kirche und stammen von dem Wolfacher Maler Johann Georg Hildbrandt. Der Mönchschor ist heute ohne nennenswerte Ausstattung. Ein hölzernes Epitaph befindet sich an der Westwand des Kirchenschiffs. Es erinnert an den in der Kirche bestatteten, 1655 verstorbenen Grafen Friedrich Rudolf von Fürstenberg sowie an den ebenfalls hier beigesetzten Grafen Maximilian Franz. Auf das Sterbedatum des Letzteren 1681 weist ein Chronogramm hin. BibliographieHandbücher: kloester-bw, Kapuzinerkloster Haslach (Matthias Ilg). Literatur: Hansjakob 1869; Schmider 1919/20; Hildenbrand 1978. Anmerkungen
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| Objekttyp: | Konvent |
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Literatur + Links
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