Hausach, Franziskaner
| Kurzbeschreibung: | 1475 Gründung – seit 1537/38 unbesetzt – 1565 Aufhebung Patrozinium: Franziskus, Sixtus, Ulrich, WolfgangOrdensgliederung: Oberdeutsche (Straßburger) (Minoriten-)Provinz, Kustodie RheinKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Rottweil |
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| Beschreibung: | Name: capella s. Sixti in loco fratrum Minorum prope Husen (1475);1 ein nüw closter und gotzhuß zuoo Husen by sant Sixten und Wolfgangen (1491)2 GeschichteIm Jahr 1475 schenkte Graf Heinrich VI. von Fürstenberg († 1490) aus der Kinzigtäler Linie den Franziskanern ein Grundstück bei der bereits bestehenden St. Sixt-Kapelle nur wenige Meter vor den Mauern der Stadt Hausach oberhalb des Oberen Stadttores zur Errichtung eines Klosters.3 Das projektierte Kloster wurde noch im selben Jahr auf Bitten des Provinzials Heinrich Karrer von mehreren Kardinälen mit einem Ablass versehen.4 Drei Jahre später scheinen die wichtigsten Bauarbeiten abgeschlossen gewesen zu sein, denn im Juli 1478 quittierte der Haslacher Bürger Diebold Krießbaum dem Hausacher Guardian Heinrich Gardman 57 Gulden für Zimmermannsarbeiten. Zur Finanzierung weiterer Ausstattung und zum Unterhalt der Brüder stellte Provinzial Heinrich Karrer im November desselben Jahres einen Sammlungsbrief aus. Auch Graf Wolfgang von Fürstenberg, der nach dem Erlöschen der Kinzigtäler Linie mit dem Tod Graf Heinrichs im Jahr 1490 die Herrschaft im Kinzigtal übernommen hatte, unterstützte das Projekt seines Vorgängers und forderte die Bevölkerung 1491 zu weiteren Almosen für das Kloster auf.5 Da ein eigener Guardian in Hausach eingesetzt wurde, scheint eine Besetzung mit mehreren Mönchen zumindest angedacht gewesen zu sein. Auch bestand 1480 eine Bruderschaft zu den Heiligen Franziskus, Sixtus, Ulrich und Wolfgang, deren Mitgliedern beiderlei Geschlechts Provinzial Karrer die Teilnahme an allen Verdiensten des Ordens, insbesondere die Aufnahme ins Totengedächtnis des Provinzialkapitels, gewährte.6 Bis in die 1530er-Jahre hat sich die Besetzung des Klosters auf nur einen Mönch reduziert. Die ältere Literatur spricht entsprechend nur noch von einem Hospiz.7 Die Hintergründe dieser Entwicklung sind in den Quellen nicht fassbar. Die in der Literatur erwähnten Pestausbrüche von 1493 und 15178 beziehen sich in Wirklichkeit auf das Franziskanerkloster in Villingen und lassen sich für Hausach nicht nachweisen. Der letzte Mönch war bis 1537 als Helfer des Gutacher Pfarrers für die seelsorgerische Betreuung von sechs Bauern underm Grabem zum Thurn in Gutach zuständig, von denen er als anscheinend einzige feste Einnahme des Klosters auch einen Bodenzins bezog. Mit der Durchsetzung der Reformation in Württemberg übernahm aber der Gutacher Pfarrer die pastorale Betreuung der Turmer Bauern selbst und bezog auch die Abgaben, die württembergischerseits nicht als Bodenzins, sondern als Dienstgeld angesehen wurden. Der letzte Hausacher Mönch konnte sich in Ermangelung dieses Zinses wider nit erhallten und verließ das Kloster, das daraufhin leerstand.9 1559 machte der Wolfacher Amtmann Branz den Vorschlag, die Franziskaner zum Verzicht auf das Kloster, das samt Garten an einen Rebmann verpachtet war, zu bewegen.10 Dieser Vorschlag wurde 1565 umgesetzt, als die Klostergebäude samt etwa einem Jauchert Garten gegen das Gegengeschenk von 200 Thalern in den Besitz der Vormünder Graf Albrechts von Fürstenberg übergingen.11 Alle Angaben zu einer vermeintlichen Wiederherstellung des Klosters beziehen sich in Wirklichkeit auf Heitersheim.12 Ein Archiv der Hausacher Franziskaner wird nie erwähnt. Alle Archivalien des Klosters befinden sich heute im Fürstlich Fürstenbergischen Archiv Donaueschingen. Bau- und KunstgeschichteIm Osten außerhalb der historischen Kernstadt von Hausach (heute zwischen Klosterstraße und Klosterplatz) erstreckt sich das ehemalige Klosterareal des Franziskanerklosters. Der Konventsbau ist vollständig abgegangen. Die baulichen Reste der Kirche sind anschaulich im heutigen Wohnhaus Klösterle 1 erhalten geblieben. Wenig ist von der ursprünglichen Größe und Gestalt des Klosters bekannt. Historische Darstellungen des 17. Jahrhunderts zeigen die Kirche als einfachen Saalbau mit Dachreiter. Gewände aus Buntsandstein mit gotischen Maßwerkfüllungen haben sich an der eingezogenen, rechteckigen Apsis und über einer Tür in der Nordwand des ehemaligen Kirchenschiffs erhalten. Der gratgewölbte Altarraum zeugt noch immer von Baugestalt und Ausstattung des späten 15. Jahrhunderts. Reste der spätgotischen Wandmalerei zeigen stilisierte Pflanzen und ganzfigürliche Heiligendarstellungen in der Mittelzone. Von einst elf figürlichen Darstellungen sind drei durch Fenstervergrößerungen verloren gegangen, drei weitere wurden schwer beschädigt und sind in Fragmenten erhalten. Im Gewölbescheitel befinden sich vier Evangelistenmedaillons umgeben von einem blauen Sternhimmel, der die Gewölbekappen überzieht. Aussehen und Standort des 1491 fertiggestellten Konventsbaus sind unklar. Bauliche Reste wurden nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg niedergelegt. Der Sakralraum wurde bis zum Bau einer neuen Pfarrkirche 1895 als Kapelle genutzt und gelangte anschließend in Privatbesitz. Das heutige Erscheinungsbild ist geprägt von den Umbaumaßnahmen zum mehrgeschossigen Einfamilienhaus 1968. Der Dachreiter mit Glocke entstammt dieser letzten Sanierungsphase. BibliographieHandbücher und Lexika: KDM Bd. 7, S. 620 (Franz Xaver Kraus); kloester-bw, Franziskanerkloster Hausach (Christian Plath). Literatur: Eubel 1886; Bischoff 1939; Klein 1978; Stievermann 1980; Klein 2000. Anmerkungen
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| Objekttyp: | Konvent |
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Literatur + Links
| Weiterführende Links: |
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