Brunnen, Schwesternsammlung 

Kurzbeschreibung:

1275 Ersterwähnung – um 1450 nach Möhringen gezogen

Patrozinium: Nikolaus
Kirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Kirchen

Ortsbezüge:
  • Brunnen
  • Hattingen, Immendingen, Landkreis Tuttlingen
Ordensregel:
  • Schwesternsammlung 1275-1450
Beschreibung:

Name: priorissa seu magistra in Brunnon (1275) 1

Geschichte

Im Liber decimationis von 1275 wird erstmals eine Schwesternsammlung unter der Leitung einer Priorin oder Meisterin in Brunnen genannt (priorissa seu magistra in Brunnon).2 Zu verorten ist sie auf dem Höhenzug Witthoh auf der heutigen Gemarkung Hattingen. Es sind, mit Ausnahme der einschiffigen Brunnenkapelle St. Nikolaus, welche nördlich, etwas unterhalb des Witthohs steht, keine Gebäude erhalten. In den wenigen, späteren Quellen werden die Frauen als Terziarinnen bezeichnet,3 die von einem Leutpriester betreut wurden. Vermutet wird, dass sie um 1450 in die benachbarte Klause in →Möhringen übersiedelten. Diese These wird dadurch gestützt, dass 1586 ein Streit der Möhringer Frauen über illegale Grenzsteinversetzungen Grundbesitz bei der Brunnenkapelle bezeugt. Der Brunnen- oder Bronnenhof, der heute noch bei der Kapelle existiert, gehörte im Mittelalter zur →Abtei Reichenau. Die Kapelle (Kloster) war durch die Reichenau ebenfalls mit einem beachtlichen Lehen ausgestattet.

Die Kapelle entwickelte sich schon unter den Klosterfrauen zu einem Wallfahrtsort. So wird zum Jahr 1339 von einem Ablass berichtet, den Papst Benedikt XII. (1334–1342) den Gläubigen gewährte. Mit dem Wegzug der Schwestern wurde eine Eremitage eingerichtet, die bis 1747 bestand. Um die einschiffige Kapelle ranken sich einige Sagen; sie ist auch unter dem Namen Rosskapelle bekannt. Dieser Name rührt der Überlieferung nach von einem Pferd, welches sich in die Kapelle verirrte, die Tür zum Einschnappen brachte und durch das Ziehen am Glockenseil auf sich aufmerksam machte.

Bibliographie

Handbücher und Lexika: kloester-bw, Schwesternsammlung Brunnen bei Möhringen (Gunda Woll).

Literatur: Willimski 1973; Schuster 2000; Woll 2003.

Anmerkungen

  • 1 Person-Weber 2001, S. 167.
  • 2 Ebd.
  • 3 Willimski 1973, S. 50
Objekttyp: Konvent
Personenbezüge:
  • Alexander Röhm [Autor]
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