Steißlingen, Augustinereremitinnen »im Kirnberg«
| Kurzbeschreibung: | 1434 Ersterwähnung augustinisch regulierter Schwestern – 1456 Weihe einer Kapelle – 1522 unter der Leitung der Konstanzer Augustinereremiten – vor 1557 aufgelöst. Patrozinium: Augustinus (ab 1456)Ordensgliederung: Rheinisch-schwäbische ProvinzKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Engen |
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| Beschreibung: | Name: maistrin vnd andren swöstren in dem Kirnberg (1434);1 sororum in Kủrnberg […] sub habitu et cura frm. ordinis Heremitarum sci. Augustini (1446);2 sororibus professis […] ordinis sancti Augustini aus der Klause in Kyremberg (1447)3 GeschichteÜber die Entstehung der Schwesternsammlung am Kirnberg (auch Kürnberg) ist nichts Genaueres bekannt. Die Vermutung, dass sie sich aus einer älteren Beginensammlung im Ort Steißlingen entwickelte, lässt sich nicht belegen.4 In einer nach 1446 entstandenen Handschrift ist eine Ordnung für die maistrin vnd andren swöstren in dem Kirnberg erhalten, welche der Provinzial der rheinisch-schwäbischen Augustinereremiten 1434 in Basel ausstellte.5 Folgt man dem Text, so lebten die Schwestern bereits zu diesem Zeitpunkt nach der Augustinusregel abgeschieden vom Dorf. Die Messe sollte von den zu strenger Klausur verpflichteten Schwestern nur an ausgewählten Festtagen besucht werden, lediglich vorschwöstren waren von der Klausur ausgenommen.6 1446 ließen sich die Schwestern einen päpstlichen Ablass für alle Augustinereremitinnen durch den Generalvikar der Diözese Konstanz bestätigen.7 Die Abschrift des Ablasses und der Ordnung sind in einer Handschrift der →Freiburger Augustinereremiten erhalten, weshalb es denkbar ist, dass die cura monialium in den Händen dieses Klosters lag. Die Klause war aber nicht in den Orden inkorporiert. Mitte des 15. Jahrhunderts muss die Gemeinschaft bereits eine beachtliche Größe erreicht und die strengen Regeln in vorbildlicher Weise befolgt haben. Denn in einem Schreiben des Generalvikars der Diözese Konstanz vom 3. Dezember 1447 werden zwei sorores professae aus der Kirnberger Klause genannt, die zur Besetzung der aufgelassenen Eremitenklause ins Halltal (Tirol) entsandt wurden.8 Eine eigene Kapelle wurde 1456 zu Ehren der Hl. Dreifaltigkeit, der Muttergottes, Johannes des Täufers und des Hl. Augustinus geweiht. Das Patrozinium dieser Kapelle wurde auf den Augustinustag gelegt.9 Knapp ein halbes Jahrhundert erfahren wir nichts mehr von der Klause. Vermutlich war die Gemeinschaft wie auch das Dorf Steißlingen und die Burg Homburg durch den Schweizerkrieg 1499 in Mitleidenschaft gezogen worden. 1500 waren die Schwestern zinsberechtigt auf einen Hof in Steißlingen, in den folgenden Jahrzehnten finden sich regelmäßig Belege für Zukäufe und Tauschgeschäfte.10 Die wenigen überlieferten Zeugnisse lassen den Schluss zu, dass die Klausnerinnen um 1530 einen nennenswerten Landbesitz von ca. 30 Morgen Land hatten. Die cura monialium lag nun bei den →Konstanzer Augustinereremiten: 1522 geben Prior und Konvent der Konstanzer Augustiner die Zustimmung zu einem Finanzgeschäft der Schwestern.11 Die Klause löste sich wohl in den 1550er Jahren auf, 1557 wird sie als »gewesene Klause« bezeichnet und die Güter und Zinsen wurden in die Liebfrauenkaplanei der Steißlinger Pfarrkirche integriert.12 BibliographieHandbücher und Lexika: KB Konstanz Bd. 4, S. 302 (Wolfgang Stülpnagel); kloester-bw, Schwesternsammlung im Kürnberg/Steißlingen (Franz Hofmann). Literatur: Jehle 1956; Wilts 1994, S. 442. Anmerkungen
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| Objekttyp: | Konvent |
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Literatur + Links
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