Bonndorf, Paulinereremiten
| Kurzbeschreibung: | 1402 gegründet durch Rudolf von Wolfurt – 1807 Aufhebung – 1842 Zerstörung von Kirche und Konventsbauten bei einem Brand Patrozinium: Peter und PaulOrdensgliederung: Deutsche Provinz, auch Deutsch-rheinische ProvinzKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Stühlingen |
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| Beschreibung: | Name: domus fratrum s. Pauli, primi eremitae, in Bondorff, ord. S. Augustini Constant. dioecesis (1418)1 GeschichteHistorische EntwicklungIm Schwarzwald bestanden schon zwei Paulinerklöster in →Tannheim (1353) und im nahe gelegenen →Grünwald (1360), als 1402 der Edelknecht Rudolf von Wolfurt mit seiner Familie als Ortsherr mit Zustimmung von Schultheiß und Rat von Bonndorf die örtliche St. Peter und Pauls-Pfarrkirche mit Zugehör und Einkünften dem Paulinerorden zur Gründung eines neuen Klosters übergab.2 Die Pfarrei war zuvor etliche Jahre unbesetzt geblieben und so wollten die Wolfurter auf Dauer die Pfarrseelsorge sichern. Die Onkel Rudolfs, Konrad und sein Bruder Ulrich, hatten in Italien für König Ludwig von Ungarn (1342–1382) als Söldnerführer gekämpft und von ihm Herrschaften in Ungarn verliehen bekommen.3 Die Wolfurter hatten den Paulinerorden sicherlich in Ungarn, seinem Gründungsland, kennengelernt, aber auch in Schwaben schon mehrfach Verbindungen mit dem Orden gepflegt. Die Bonndorfer Kloster- und Pfarrkirche wählte der Stifter Rudolf als seine Grablege. Für die Pauliner war diese Klosterstiftung in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich. Alle ihre anderen deutschen Klöster lagen abgeschieden von Siedlungen. In Bonndorf wurde dem Orden aber eine Pfarrkirche als Klosterkirche mit allem Zubehör übertragen, die mitten im Dorf lag. Andere Paulinerklöster betreuten zwar auch Pfarrkirchen, die aber in benachbarten Orten lagen. Pfarrpfründe und ›Kirchenfabrik‹ bildeten nun das Klostervermögen. Ebenso ungewöhnlich waren die Vergünstigungen, die der Bischof von Konstanz im gleichen Jahr 1402 mit seiner Zustimmung zur Stiftung gewährte: Er verzichtete auf alle pfarrlichen Abgaben an den Bischof und auf die Präsentation der Pfarrvikare, erklärte die Pfarrkirche für exemt vom Landkapitel und unterstellte sie direkt dem Bischof.4 Nachdem die Bonndorfer Mönche von Papst Martin V. (1417–1431) 1418 die Unterstellung unter den päpstlichen Schutz erlangt hatten, glaubten sich die Bonndorfer Mönche auch von jeglicher bischöflicher Jurisdiktion befreit.5 In Bonndorf amtierte zwar ein Prior, gelegentlich unterstützt von einem Mitbruder, zur Bildung eines Konvents kam es aber bis Anfang des 18. Jahrhunderts nicht. Fast zwei Jahrhunderte lang schweigen weitgehend die Quellen, denn im Dreißigjährigen Krieg wurde das Klosterarchiv nach Klingnau im Aargau verbracht, wo es 1632 einem Brand zum Opfer fiel.6 1482 sollen die Klostergebäude niedergebrannt sein. Im 16. Jahrhundert wird wie aus anderen Paulinerklöstern von Verfallserscheinungen berichtet. 1582 lebte der Prior im Konkubinat mit seinen zwei Kindern, ihm wurde Misswirtschaft vorgeworfen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden Kirche und Klostergebäude wieder errichtet. Die Landesherrschaft wechselte mehrfach von den Herren von Wolfurt über die Herren von Falkenstein, 1440 von Rechberg, 1460 die Grafen von Lupfen, 1560 an die Herren von Mörsberg, die Reichslehen aber mit dem Hochgericht 1589/1605 an die Grafen von Pappenheim. Die Abtei →St. Blasien erwarb 1609 von den Mörsbergern deren Herrschaft Bonndorf und 1612/13 von den Grafen von Pappenheim die Hochgerichtsrechte in diesem Bezirk, der von der Landgrafschaft Stühlingen abgetrennt wurde. 1699 fasste die Abtei verschiedene Herrschaften zur Grafschaft Bonndorf zusammen, innerhalb deren 1721 das Oberamt Bonndorf gebildet wurde. 1746 erhob der Kaiser den Abt von St. Blasien als Landesherr der nun gefürsteten Grafschaft Bonndorf zum Reichsfürsten. Streitigkeiten mit der neuen Landesherrschaft überschatteten die ersten Jahrzehnte des 17. Jahrhunderts, bis 1668 im Hauptrezess eine Vielzahl strittiger Punkte geregelt werden konnten. In dem Konflikt um die Vergrößerung des Konvents, Erweiterung des Klosters und seine Verlegung nach Mengen 1718–32 spitzten sich die Gegensätze wieder zu. Der Bonndorfer Prior bestritt 1726 St. Blasien jegliches Vogtrecht, da der Orden privilegiert sei und allein einen protectorem ordinis habe, der zugleich die Stelle eines Advokaten, Vogts und Schirms vertrete.7 1766 in einem erneuten Versuch, die Zahl der Konventualen zu vergrößern, warf der Prior dem Fürstabt vor, widerrechtlich die Schirmvogtei über das Kloster ad jurisdictionem zu extendieren.8 Ansonst gab es den üblichen Streit um die geistliche Immunität, wobei St. Blasien zurückhaltender verfuhr als etwa Fürstenberg, da es für sich selbst auf diese Immunität angewiesen war. Es bestand zwar auf dem Recht zur Obsignation, dem Recht, nach dem Tod eines Priors den Nachlass zu versiegeln, zu inventarisieren und die Erbschaft zu regeln, aber verzichtete regelmässig auf dessen Ausübung. St. Blasien erwartete auch nicht mehr wie sonst üblich eine förmliche Präsentation eines neuen Priors. Noch 1596 und 1621 sei sie letztmals erfolgt.9 1742 hat nach seiner Ankunft der neue Prior zu Bonndorf die gewöhnliche bey gnädiger herrschaft aufwahrtung gemacht, auch bey allhiesigen geist- und weltlichen herren seine visite abgestattet.10 In Bonndorf scheint im 18. Jahrhundert die Teilnahme des Priors an der Huldigung beim ersten Besuch eines neuen Fürstabts im Hauptort seiner Reichsgrafschaft wichtiger genommen worden zu sein als die Präsentation. Mit dem Übergang der Landesherrschaft an die Abtei St. Blasien 1609 fließen die Quellen wieder. Unaufhörliche Streitigkeiten mit der Abtei als Landesherrin und der Gemeinde füllen vor allem im 17. Jahrhundert die Aktenfaszikel. Nach langen Verhandlungen und mehreren Vertragsentwürfen einigte man sich 1668 in einem ›Hauptrezess‹ über strittige Punkte wie die pfarrlichen Pflichten, die Baulast der Kirche, die Zehntrechte, die Schatzung der Klostergüter, den Holzbezug und das Asylrecht, was weiteren Streit über die Interpretation der Vertragsartikel nicht ausschloss.11 Im 18. Jahrhundert kam es zu langen Auseinandersetzungen, da St. Blasien eine Vergrößerung des Konvents untersagte. Auf Bitten des Generals erlaubte der Abt wenigstens eine Konventsgröße von sechs Patres. Bei der nächsten Visitation 1721 war noch nichts geschehen. Offensichtlich verzögerte St. Blasien die Erweiterung und den Ausbau des Klosters, weil es andere Pläne hatte. 1725 hatte die Abtei die drei Wilhelmitenklöster →Oberried, Mengen, Sion erworben. Nun fragte sie bei den schwäbischen Paulinern an, weil [...] Mengen zu weit von St. Blasien war [...], ob es nicht anständig, wenn Mengen mit dem Bonndorfer klösterl permutiert könnte werden pro melioratione utriusque loci. Eine Woche verhandelte der Provinzial im Schloss Bonndorf mit dem Sanblasianer Prior, endlich ist doch nichts daraus worden, als dass viele Pauliner in die ungnade Rdmi. Abbatis gefallen.12 Beantragt hatte der Provinzial die vom Kirchenrecht eigentlich vorgeschriebene Konventsgröße von zwölf Patres. Mit acht bzw. zehn Mönchen war der Status eines »formierten Konvents« erreicht, der zum regelmäßigen Chorgebet verpflichtete. 1766 wurde der Provinzial wieder beim Fürstabt vorstellig, um die Zahl der Mönche in Bonndorf auf zwölf zu erhöhen. St. Blasien lehnte das 1766 und 1781 strikt ab. Für den Bonndorfer Konvent kann zwischen 1745 und 1781 die jeweilige personelle Zusammensetzung rekonstruiert werden. 71 Patres gehörten ihm während dieses Zeitraums an. Die Pauliner hatten mit den neuen Konstitutionen Mitte des 17. Jahrhunderts die stabilitas loci aufgegeben, das Provinzkapitel entschied jeweils über die Zusammensetzung der Konvente und Versetzungen. 54 % der jeweils neun bis zehn Konventualen wurden alle drei Jahre während der zwölf Wahlperioden ausgewechselt. Jeder Mönch blieb im Durchschnitt 4,8 Jahre in Bonndorf, länger als sechs Jahre hintereinander lebten nur sechs Patres hier, davon drei über drei Perioden. Mehrfach wurden die Prioren von Bonndorf zu Provinzialen gewählt, meist für eine Wahlperiode. Meist war der Sitz des Provinzials aber in Langnau. Gestört wurde die relative Ruhe im Kloster der Folgezeit durch den Ex-Provinzial Dr. Gregor Luzan. Er hatte seit 1757 die Trennung der Provinz von der Ordensleitung und die Unterstellung unter den Bischof von Konstanz betrieben.13 Nach der 1760 von Rom untersagten Trennung verhielt er sich in Bonndorf renitent und floh schließlich 1763 nach Rom. 1784 hatte Österreich den Klöstern Langnau und Rohrhalden jegliche Verbindung mit den drei anderen schwäbischen Paulinerklöstern und zur Ordensleitung in Ungarn untersagt, Fürstenberg verbot seinen beiden Klöstern Grünwald und Tannheim die Verbindung mit Bonndorf. So war der Provinzialverband faktisch aufgelöst. In dieser Situation war der Bonndorfer Prior den disziplinären Schwierigkeiten in seinem Konvent nicht gewachsen. Mehrere Patres wollten zu anderen Orden und Klöstern übertreten. Nach der Aufhebung von Langnau und Rohrhalden beherbergte Bonndorf nun auch das Noviziat und das komplette Studium für die verbliebenen drei Klöster. Mit der Aufhebung des Paulinerordens in den habsburgischen Ländern 1786 konnte es keine Verbindung zu einer Ordensleitung mehr geben. Deshalb baten 1786 die elf Patres der drei Schwarzwaldklöster den Konstanzer Bischof, sich als derzeitige membra sine capite seinem Schutz unterstellen zu dürfen. 1787 genehmigte ein päpstliches Breve die Unterstellung der verbliebenen drei Klöster der Provinz unter den Bischof. 1788 ersuchte der definitor gubernans das bischöfliche Ordinariat wegen erheblicher Disziplinprobleme um eine Visitation und die Erlaubnis eines Wahlkapitels zur Neubesetzung der Ämter, das 1789 tagte.14 Da nach dem Tod Kaiser Josephs II. (1765–1790) ein Kurswechsel der österreichischen Kirchenpolitik erwartet wurde, gab Fürstenberg seine Zustimmung, dass seine beiden Klöster wieder im Provinzverband mit Bonndorf standen, und die mutationes wieder durchgeführt wurden, behielt sich aber weiterhin die Aufsicht über die temporalia vor.15 Mit der Umsetzung der Beschlüsse 1790 war es nochmals gelungen, den Provinzverband mit einigen Verfassungsänderungen wiederherzustellen. Der Bonndorfer Prior leitete nun auch die Provinz als Provinzial. Die Kriegslasten beschwerten die Klöster, in Bonndorf überstiegen die Ausgaben von über 5.500 Gulden die Einnahmen von ca. 4.000 Gulden im Jahr beträchtlich. Doch schien sich die nur noch winzige Provinz wieder zu konsolidieren, neue Professen vergrößerten die Zahl der Patres. Aber am 14. April 1801 alarmierte der Provinzial und Bonndorfer Prior das bischöfliche Ordinariat: Uns länger durchzubringen ist bei gegenwärtiger beispielloser zeit pure unmöglichkeit [...]. Wir [sind] im verflossenen und heurigen Jahr durch den Krieg gar so hart mitgenommen, am Rande des gänzlichen, unvermeidlichen Verfalls.16 In St. Blasien bemerkte man bald, dass die vom Provinzial gelieferten Zahlen auf völlig unsinnigen Berechnungen beruhten und zu einer zu negativen Einschätzung führten. Nach Ende des Krieges, der alle Herrschaften und Stifte in Schulden gestürzt habe, sei eine Sanierung möglich. Im März 1802 visitierte ein bischöflicher Kommissar die drei Klöster und untersuchte die Bonndorfer Klosterwirtschaft. In seinem Abschlussbericht ging der Kommissar von der Weiterexistenz aller drei Klöster aus und schlug mit Zustimmung St. Blasiens einen Personalstand von vier Patres in Bonndorf und je drei in Grünwald und Tannheim vor. In Donaueschingen war die Entscheidung über die beiden Klöster Grünwald und Tannheim aber bereits gefallen. Nach ihrer Aufhebung 1802/03 blieb Bonndorf als einziges Paulinerkloster außerhalb Polens übrig. Im Reichsdeputationshauptschluss war zwar die Grafschaft Bonndorf mit St. Blasien dem Malteserorden überlassen worden, doch Österreich verhinderte eine Säkularisierung. Nach dem Preßburger Frieden 1805 fiel St. Blasien an das Großherzogtum Baden, Bonndorf an Württemberg, doch 1807 konnte Baden auch Bonndorf übernehmen. Nun kam auch das Ende für das Paulinerkloster Bonndorf. Am 25. März 1807 beschloss der Geheime Rat die Aufhebung. Von den acht Konventualen wurden der Prior und Subprior pensioniert, am Ort für die Pfarrseelsorge verblieben drei ehemalige Pauliner als Pfarrer und zwei Vikare, drei weitere ehemalige Mönche erhielten andere Pfarr- oder Kaplaneistellen. Die Einkünfte des vormaligen Klosters wurden weitgehend für die Pensionen, die Dotierung der örtlichen Seelsorge und den Unterhalt der Gebäude weiter benötigt. Besitz und WirtschaftAnders als die anderen Paulinerklöster lebte der Bonndorfer Konvent nicht so sehr von eigenem Grundbesitz und Abgaben, sondern zu etwa drei Vierteln vom Pfarreinkommen, vor allem vom Zehnten. Dem Kloster stand der halbe Zehnt in der Gemarkung Bonndorf zu, die andere Hälfte der Herrschaft. Ein- und Ausgaben des Klosters bewegten sich Ende des 18. Jahrhunderts um 4–5.000 Gulden und kamen in etwa den Erträgen des Klosters Langnau gleich, des größten Paulinerklosters in Schwaben. Die Hälfte der Einnahmen stammte aus Verkäufen von Naturalien, fast die Hälfte der Ausgaben entfielen auf Käufe von Wein und Bier. Das Vermögen des Klosters wurde 1802 auf ca. 80.000 Gulden geschätzt (davon 85 % die kapitalisierten Zehnteinnahmen) und blieb damit etwas hinter Langnau, Rohrhalden und Tannheim zurück. Den seit langem als Erblehen verliehenen Widdumhof mit über 100 Jauchert kaufte das Kloster 1756 für 2.200 Gulden zurück, ohne großen Nutzen, wie sich später erwies. Religiöses und kulturelles WirkenEtwa ab 1732 erreichte Bonndorf den Status eines formierten Konvents und hatte das regelgemäße gemeinsame Stundengebet zu absolvieren. Die Generalvisitatoren drängten darauf, dass wenigstens an hohen Feiertagen die Matutin um Mitternacht gebetet wurde. Von dieser Pflicht befreite 1732 zum Entsetzen der Ordensleitung ein Visitator der Luzerner Nuntiatur und legte die Matutin generell auf 4 Uhr morgens fest. In Bonndorf war die Klosterkirche zugleich Pfarrkirche, außerdem betreuten die Pauliner auch die Filialkirche in Wellendingen, zeitweise (1582) die Pfarrei Boll, das 1662 errichtete Leprosorium in Wellendingen, bis 1771 die Liebfrauenkapelle in Bonndorf und ab 1789 das Spital. Streitigkeiten über die genauen Rechte und Pflichten der Pauliner wurden erst 1771 in einem sogenannten Nebenrezess geregelt.17 Unter Berufung auf die Exemtion der Pfarrkirche vom Landkapitelsverband durch den Bischof 1402 verweigerte der Orden stets die Visitation durch bischöfliche Kommissare und die Dekane. Doch 1738 entschied der päpstliche Nuntius in Luzern unter Verweis auf das Konzil von Trient, dass der Prior sich der Visitation als Pfarrer nicht entziehen könne, der Bischof bzw. sein Vertreter fungiere hier aber nicht kraft eigenen Rechts, sondern kraft päpstlichen Auftrags. An der Pfarrkirche bestand eine 1690 gegründete Rosenkranzbruderschaft mit einem eigenen Bruderschaftsaltar. Die Pauliner beanspruchten die Kontrolle der Rechnungsführung. 1739 erhielten die Pauliner Reliquien des Katakombenheiligen Donatus, dessen Altar aber 1783 wieder beseitigt wurde. 1755 stiftete der später abtrünnige Provinzial Dr. Gregor Luzan der Klosterkirche eine Kopie des Gnadenbildes Unser Lieben Frau von Tschenstochau, dem größten und bedeutendsten Paulinerkloster bis heute.18 P. Gabriel Hornstein, 1751–60 und 1766–73 in Bonndorf war offensichtlich ein Allround-Genie, musicus insignis [...] laboriosus modo in arte musica, modo in horti cultura, modo in pictura.19 Martin Sulzer, Laienbruder der Provinz, fasste 1743 die Reliquienpyramiden auf den Altären. Musikalische Fähigkeiten wurden mehreren Patres Ende des 18. Jahrhunderts zugeschrieben. P. Franz Weigel, 1786–89 Cellerar in Bonndorf, wechselte 1789 in das Benediktinerkloster →St. Peter, legte dort 1791 die Profess ab und ließ 1805 seine Kompositionen drucken.20 Bau- und KunstgeschichteLageDas Kloster stand im Zentrum des Dorfs neben der den Paulinern übertragenen Pfarrkirche, nördlich des »Säßhauses« der Herren von Wolfurt, das ab 1723 zum Schloss der Äbte von →St. Blasien ausgebaut wurde. Die mittelalterliche Baugestalt von Kirche und Kloster ist unbekannt. Für die Neubauplanungen des 18. Jahrhunderts sind mehrere Grundrisse erhalten; die Baugestalt um 1760 ist vereinfacht in einem Supraportengemälde der Propstei →Bürgeln dargestellt. Kirche und KonventsbautenBeim Neubau von Kirche und Kloster ab 1668 wurde das Chorgestühl in einem Langchor vor dem Hochaltar der einschiffigen Pfarrkirche aufgestellt; ein Dachreiter über dem Chor nahm die Glocke des Konvents auf. Das Kloster war zunächst ein zweigeschossiges Gebäude, das östlich an die Kirche angebaut war; der Eingang befand sich zu einem Vorhof im Süden hin, nach Osten schloss der Garten an. Ein ab 1721 geplanter, 1731/32 ausgeführter Erweiterungsbau führte zu einer T-Form des Klosters.21 Der Altbau umfasste nun im Erdgeschoss eine Eingangshalle und die Küche, außerdem eine Gaststube sowie mehrere Lagerräume für Wein und andere Vorräte. Im Obergeschoss gab es vier Zellen, zwei Zimmer für den Prior, eine Pilgerzelle, heizbare Räume für Kranke und den Pater sowie den Abort. Ein Ausgang führte in den Chor im Kirchenraum. Der Querbau sollte in verschiedenen Entwürfen weitere Zellen, eine Bibliothek, alternativ neue Räume für den Prior und bessere Gästezellen aufnehmen;22 im Erdgeschoss lagen der beheizbare Konventsraum, der als Refektorium und Arbeitsraum diente, sowie Räume für Bedienstete. Im Altbau hätte auch ein heizbares Oratorium mit eigenem Altar eingerichtet werden können. Welche Planung ausgeführt wurde, bleibt zu klären. 1734 konnte der Klostergarten mit einer Mauer umschlossen werden, wie es einem formato monasterio anständig war.23 1756 ließ der Konvent sein Chorgestühl auf die ehemalige Westempore der Pfarrkirche umsetzen;24 1783 erreichte die Pfarrgemeinde, dass Orgel und Kanzel günstiger aufgestellt wurden.25 Materielle Kulturgeschichte, BauausstattungDer 1739 errichtete Altar zu Ehren des Hl. Donatus wurde 1783 wieder beseitigt. 1743 wurden für die Kirche drei neue Altäre verfertigt um 830 Gulden. Die Altarblätter fertigte der Konstanzer Maler Jakob Karl Stauder, der zu dieser Zeit in St. Blasien tätig war. Themen dieser Altarblätter waren der Tod des Hl. Joseph, der Hl. Paulus als Ordenspatron, der Hl. Augustinus als Verfasser der Ordensregel und der Hl. Hieronymus als Verfasser der Paulus-Biographie. Außerdem erhielt die Kirche die Statuen des Hl. Nepomuk und des Hl. Franz Xaver.26 1842 brannten die schon dezimierten Klostergebäude und die Kirche beim großen Dorfbrand ab; das Areal wurde nicht wieder bebaut und ist heute eine Grünanlage. BibliographieHandbücher und Lexika: Dehio, Baden-Württemberg Bd. 2, S. 113 (Dagmar Zimdars); HelvSac IV,7,2, S. 945–981 (Elmar L. Kuhn); kloester-bw, Bonndorf (Elmar L. Kuhn). Literatur: König 1881; Zobel 1911; 1913; Schmid 1985; Kuhn 2000; Kuhn u. a. 2005. Anmerkungen
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| Objekttyp: | Konvent |
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Literatur + Links
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