Klingental, Dominikanerinnen
| Kurzbeschreibung: | 1236 Gründung in Häusern (bei Pfaffenheim im Elsass) – 1246 Inkorporation in den Dominikanerorden – 1256 Verlegung nach Wehr und Umbenennung in Klingental – bis 1259/64 Bau der Klosteranlage – 1274 Verlegung nach Kleinbasel Patrozinium: MariaOrdensgliederung: Provinz Teutonia, Nation AlsatiaKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Wiesental |
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| Beschreibung: | Name: priorissa et conventus sororum quondam in Hiuseren Basiliensis dyocesis ordinis fratrum Predicatorum (1256);1 priorissa et conventus sororum in Klingindal ordinis beati Augusti (1256);2 priorissa et conventus monialium inclusarum monasterii de Klingental ordinis sancti Augustini Constantiensis diocesis secundum instituta ordinis fratrum Predicatorum viventes (1257);3 monasterium reverendarum in Christo priorisse et sororum in Clingital ordinis fratrum Predicatorum (1261)4 GeschichteDer Ursprungskonvent des Klosters Klingental in Wehr stammte aus Häusern bei Pfaffenheim im Elsass, wo 1236 auf Initiative der Herren von Horburg durch die Schwestern von St. Marx in Straßburg das Kloster St. Leonhard gegründet und 1246 vom Papst in den Dominikanerorden inkorporiert wurde. Nachdem sich der Konvent 1253 aufgrund der kriegerischen Wirren des Interregnums am Oberrhein aus Häusern nach Pfaffenheim zurückgezogen hatte, lud der am Hochrhein begüterte Adlige Walter von Klingen, dessen Gattin Sophia vermutlich eine Horburgerin war, die Schwestern zu einer Umsiedlung nach Wehr ein. Er schenkte ihnen 1256 dort Güter sowie das Patronatsrecht der Pfarrkirche und der Kapelle in der Burg Wehr.5 Noch im selben Jahr erwarb das Kloster, das nun in Bezugnahme auf ihren Förderer unter dem Namen Klingental firmierte und das Hauptpatrozinium zu Maria6 gewechselt hatte, im Tausch gegen einige Schenkungsgüter ein Gelände in Oberwehr für den Bau einer Klosteranlage, die wohl bereits 1259 in Teilen bezugsfertig war. Zahlreiche Güterstiftungen sowohl weiterhin im Elsass als auch im Umfeld von Wehr und aus Basel, ebenso wie die 1262/64 vollzogene Inkorporation der Pfarrkirche von Wehr sorgten für eine gute wirtschaftliche Entwicklung. Möglicherweise weil Wehr mit seiner Burg im Konflikt zwischen Rudolf von Habsburg (1273–1291) und dem Basler Bischof ab 1268 zur Konfliktzone geworden war, entschieden sich die Nonnen ab 1270 mit Unterstützung der Dominikaner in Basel, zu denen Klingental ein enges Verhältnis pflegte, zu einer Verlegung des Klosters nach Kleinbasel, die 1274 abgeschlossen war. Die Güter in Wehr blieben zunächst in Besitz des Konvents und wurden erst 1325 weitgehend abgestoßen, der Wirtschaftshof 1378/1451 jedoch wieder zurückerworben. Zwischen 1480 und 1482 diente der Hof einer Gruppe reformunwilliger Klingentaler Schwestern kurzzeitig als Zufluchtsort. Bau- und KunstgeschichteIm Herbst 1256 erwarb das Kloster Grundbesitz in Oberwehr, um auf einem Gelände rechts der Werra, heute maßgeblich bestehend aus dem Ostbereich der Liegewiese des Freibads, die Klosteranlage zu errichten. Von dem zwischen 1256 und 1264 errichteten Kloster sind weder bauliche Reste im Aufgehenden, noch bildliche Darstellungen erhalten, seine Lage ist jedoch durch archäologische Zeugnisse und Luftbildbefunde einzugrenzen.7 Durch eine geophysikalische Prospektion konnten 2007 Fundamentreste der Anlage erfasst werden, die sich wie folgt interpretieren lassen: Im Messbild zeigt sich ein etwa 55 m langer und etwa 9 m breiter, Ost-West gerichteter Baukörper. An dessen Südostecke schloss sich ein weiterer, 30 m langer und ebenfalls 9 m breiter Gebäudetrakt an. Die Befunde lassen sich als rechteckige Saalkirche von etwa 38 m Länge ansprechen. Die eigentlichen Konventsbauten schlossen südlich an die Apsis sowie in Verlängerung des Westabschlusses an.8 Die Anlage war von einer Mauer umgeben. Nördlich davon lagen weitere Gebäude, die am ehesten als Klosterhof anzusprechen sind. Die Klosteranlage vermittelt im Erscheinungsbild nicht den Eindruck eines Provisoriums. Nach dem Umzug nach Kleinbasel wurde ein Großteil der Liegenschaften im Wehratal an König Rudolf verkauft.9 Ein Teil der Klostergebäude, vermutlich der Wirtschaftstrakt stand wohl noch 1451. Spätestens Ende des 15. Jahrhunderts waren die Gebäude und Kirche wohl abgeräumt, weshalb die 1480/82 nach Wehr geflüchteten Klingentaler Nonnen im Klosterhof ihre Wohnung nehmen und ihre Gottesdienste in der Wehrer Pfarrkirche feiern mussten; 1486 wurde auch eine Wolfgangskapelle errichtet.10 BibliographieHandbücher und Lexika: HelvSac IV,5,2, S. 530–583 (Brigitte Degler-Spengler/Dorothea A. Christ); kloester-bw, Dominikanerinnenkloster Klingental/Wehr (Martina Wehrli-Johns). Literatur: Jehle 1969; Beck 2010; Hübner 2010; Jenisch 2010. Anmerkungen
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| Objekttyp: | Konvent |
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Literatur + Links
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