Jungental, Johanniter 

Kurzbeschreibung:

vor 1275 Gründung – 1406 Nennung eines Priors – vor 1602 Aufhebung

Patrozinium: Johannes der Täufer
Ordensgliederung: Großpriorat Deutschland
Kirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Trochtelfingen

Ortsbezüge:
Ordensregel:
  • Johanniter 1275-1602
Beschreibung:

Name: domus hospitalis in Jungental (1275)1

Geschichte

1275 wird im Liber decimationis, dem Zehntabgabenverzeichnis der Diözese Konstanz, die domus hospitalis in Jungental, ein Hospiz, erwähnt.2 Jungental bestehend aus einem Haus, einem Platz (area) und einer Kapelle gehörte vor 1300 zusammen mit Burg und Dorf Jungingen dem Johanniterorden und blieb auch in dessen Besitz nach einem Gütertausch mit Württemberg. Der dort mit seiner Ordensfamilie wohnende Priester durfte die Waldweide und weitere Allmendgüter nutzen.3 1406 wird ein Prior erwähnt.4 Das Hofgut war der Kommende Hemmendorf unterstellt.

Zu einem unbestimmten Zeitpunkt vor 1602 war die Ordensniederlassung aufgegeben worden, denn vor 1602 hatte ein Chorherr der →Kollegiatkirche Hechingen die Einkünfte von Hof und der St. Johannes dem Täufer geweihten Kapelle um einen jährlichen Canon inne, 1602–05 gegen eine jährliche Zahlung von 50 Gulden an den Orden sowie Bauverpflichtungen für die Kirche. 1605 fiel der Hof an den Orden zurück, der ihn 1612 für 2.000 Gulden an Graf Johann Georg von Hohenzollern-Hechingen (1605–1623) verkaufte. Dieser verpachtete ihn als fürstliche Domäne. Kapelle und Hof wurden im 18. Jahrhundert abgebrochen.

Bibliographie

Handbücher und Lexika: KDM Hohenzollern Bd. 1, S. 275 (Friedrich Hoßfeld); kloester-bw, Jungental (Andreas Zekorn).

Literatur: Kraus 1941.

Anmerkungen

  • 1 Person-Weber 2001, S. 234.
  • 2 Ebd.
  • 3 WUB XI, Nr. 5428 S. 36 6-369.
  • 4 HStAS J 1 Nr. 131, Bd. c Nr. 682: Wilhelm Ferdinand Ludwig Scheffer (Sammelmappen) 1799 Wirtembergiae sacrae diplomata
Objekttyp: Konvent
Personenbezüge:
  • Andreas Zekorn [Autor]
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