Haigerloch, Schwesternsammlung »Klause bei St. Ulrich«, Dominikanerterziarinnen 

Kurzbeschreibung:

vor 1363 Gründung – 1561 Aufhebung

Kirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Haigerloch

Ortsbezüge:
Ordensregel:
  • Schwesternsammlung »Klause bei St. Ulrich«, Dominikanerterziarinnen 1363-1561
Beschreibung:

Name: swestern der clossen (1379);1 closen [] Prediger ordens (1498);2 congregatio monialium tertiae regulae ordinis nostri (1611)3

Geschichte

Die Klause bei der St. Ulrichskapelle in der Oberstadt wird erstmals 1363 in einer Kaufurkunde der Gräfin Ursula von Pfirt, Gemahlin Graf Hugos I. von Hohenberg, erwähnt.4 1379 befreite Graf Rudolf II. von Hohenberg die Schwestern der Klause von Diensten und Abgaben. 5 Obwohl Herzog Leopold von Österreich dieses Privileg 1392 bestätigte,6 wurde die Klause im 15. Jahrhundert aufgrund ihres Bürgerrechts von der Stadt zu Steuerzahlungen herangezogen. 1468 kauften sich die Klausnerinnen mit 90 Gulden von der Steuer los. In dieser Urkunde wird eine namentlich nicht genannte Priorin erwähnt. In einem über den Loskauf 1498 ausgestellten Notariatsinstrument wird die Klause als des Prediger ordens bezeichnet.7 Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Klause durch einen Brand zerstört. Die zwei Schwestern, die noch in der Klause gelebt hatten, fanden im Kloster →Gruol Aufnahme.8 Das Vermögen der Klause wurde u. a. zum Bau der 1607 vollendeten Schlosskirche Haigerloch verwendet wie dasjenige der beiden anderen abgegangenen Klausen →Stetten bei Haigerloch und →Weildorf.9 Das Eingreifen der weltlichen Obrigkeit wurde nachträglich 1610 mit dem unsittlichen Lebenswandel der Haigerlocher Schwestern gerechtfertigt.10 1611 wollte das Generalkapitel der Dominikaner das Vermögen anders verwenden und bezeichnete die Klause dabei als eine von quatuor congregationum monialium tertiae regulae ordinis nostri.11 Das Vermögen blieb der Geistlichen Verwaltung der Herrschaft Haigerloch unterstellt,12 und der Provinzial verzichtete schließlich 1613 gegen eine Geldzahlung auf die Güter.13

Bibliographie

Quellen: Lichtschlag 1869/70.

Handbücher und Lexika: KDM Hohenzollern Bd. 1, S. 107, 304 (Friedrich Hoßfeld); kloester-bw, Schwesternsammlung Haigerloch (Martina Wehrli-Johns).

Literatur: Hodler 1928; Kraus 1955; 1956.

Anmerkungen

  • 1 StAS Ho 177 T 1 Nr. { 9 }. Inseriert in Ho 177 T 1 Nr. 69.
  • 2 StAS Ho 177 T 1 Nr. 68.
  • 3 Acta capitulorum Generalium VI, S. 152, 206.
  • 4 Hodler 1928, S. 55 5-560.
  • 5 StAS Ho 177 T 1 Nr. { 9 }. Inseriert in Ho 177 T 1 Nr. 69; Lichtschlag 1869/70, S. 8 5-89.
  • 6 StAS Ho 177 T 1 Nr. 13; Lichtschlag 1869/70, S. 8 5-89.
  • 7 StAS Ho 177 T 1 Nr. 68; Lichtschlag 1869/70, S. 8 5-89.
  • 8 Pfeiffer 1884/85, S. 11 7-122.
  • 9 StAS Ho 177 T 1 Nr. 171.
  • 10 Kraus 1956, S. 30 zitiert EAF Ka 46 Sammelfaszikel; Hodler 1928, S. 560.
  • 11 Wie Anm. 3.
  • 12 StAS Ho 177 T 3 Nr. 655.
  • 13 StAS Ho 177 T 1 Nr. 171; Kraus 1956, S. 30
Objekttyp: Konvent
Personenbezüge:
  • Andreas Zekorn [Autor]
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