Salem, Zisterzienser 

Kurzbeschreibung:

1134–1137/38 Gründung – 1142 Königsschutz und königliche Vogtei – 1178 und 1194 päpstlicher Schutz und Bestätigung weitreichender Privilegien – 1201 Unterstellung unter das Erzstift Salzburg – 1348 Karl IV. bestätigt Salem Privilegien und den Status als Reichsabtei – 1697 fast vollständige Zerstörung durch Großbrand – 1697–1710 Neubau der Klosteranlage – 1803 Aufhebung; Salem und ein großer Teil des Klosterbesitzes werden Privateigentum des Hauses Baden

Patrozinium: Maria
Ordensgliederung: Primarabtei Morimond, Mutterabtei Lützel; 1618/24 Sitz der Oberdeutschen Zisterzienserkongregation
Kirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Linzgau

Ortsbezüge:
Ordensregel:
  • Zisterzienser 1134-1803
Beschreibung:

Name: villa in qua monasterium situm est, quę antiquitus Salemanneswilare nuncupabatur, nunc autem mutato nomine Salem dicitur (1140);1 monasterium sancte Marie de Salem (1178);2 cenobium de Salem ordinis Cysterciensis, quod vulgaritur dicitur Salmanswilaer (1276);3 samlungen von Salmenschwyler (1304);4 Salamschweiller (1557);5 Salomonis villa, vulga Salmenswiler vel ut aliqui volunt Alemanni villa (1682)6

Geschichte

Historische Entwicklung

Wie bei vielen vergleichbaren Klostergründungen lässt sich auch für die Bodensee-Zisterze Salem kein exaktes Gründungsdatum festlegen; vielmehr ist von einem Gründungsprozess zu sprechen, der sich über mehrere Jahre zwischen 1134 und 1137/38 erstreckte: 1134 stellte der Edelfreie Guntram von Adelsreute Grundbesitz im Linzgau zur Errichtung des Klosters zur Verfügung.7 Obwohl das Gründungsgut kaum ausreichte, bestätigte der Abt von Lützel nach Überprüfung vor Ort die Stiftung Guntrams.8 Damit war die Eingliederung Salems in den Zisterzienserorden vollzogen und über das Filiationsverhältnis Salems konnte kein Zweifel mehr bestehen, da seither der Abt von Lützel regelmäßig als Visitator auftrat. Zu Pfingsten 1137 kamen erste Mönche aus dem Mutterkloster Lützel im Südelsass nach Salmannsweiler (Salem), die den Ort für den nachfolgenden Gründungskonvent vorbereiten sollten, der am 15. Mai 1138, dem Tag der Weihe, feierlich in das neue Kloster einzog. Gleichzeitig erweiterte Guntram in einer zweiten Schenkung die Ausstattung des Klosters deutlich und verbesserte dadurch dessen wirtschaftliche Grundlage.9

Die Neugründung entsprach jedoch den zisterziensischen Ordensvorschriften nicht zur Gänze, da es sich nicht um ein Rodungskloster im strengen Sinn handelte. Denn das Gründungsgut lag in bereits besiedeltem Gebiet und umfasste neben dem bestehenden Dorf Salemanneswilare mit seiner Kirche, die der Hl. Verena und dem Hl. Cyriak geweiht war, weitere Höfe in der Umgebung des Ortes und der Stammburg Adelsreute (Stadt Ravensburg). Bald nach der Gründung wurde der Name des Ortes von den Mönchen in »Salem« (Stätte des Friedens) geändert – wohl in Erinnerung an das Reich Salem des biblischen Königs Melchisedech (Gen 14,17–19; Ps 75,2–3; Hebr 7,2), das offensichtlich mit dem späteren Jeru-Salem gleichzusetzen ist. In weltlichen Belangen blieb freilich immer der Ortsname Salmannsweiler üblich.

Der erste Abt Frowin (1138–1165), der bereits in Lützel Cellerar gewesen war, begann zielstrebig mit dem Ausbau des Konvents. Schon 1140 hatte Salem die Bestätigung durch Papst Innozenz II. (1130–1143) erlangt, der jegliche Unterstellung Salems unter einen Vogt untersagte und das Kloster in den Schutz des Hl. Petrus nahm.10 Noch im selben Jahr wurden die Schenkungen an Salem auf einem Herzogstag, der in der dincstete Kunigistole (Dingstätte Königstuhl) stattfand, zu deren Lokalisierung Rottenacker, Ulm und zuletzt Rottweil vorgeschlagen wurden, durch den Staufer Herzog Friedrich II. von Schwaben (1105–1147) bestätigt.11 Auf Bitten Frowins bestätigte König Konrad III. (1139–1152) das junge Kloster 1142 auf einem Konstanzer Hoftag und nahm es in seinen Schutz, womit die Königsvogtei verbunden war.12 Eine bischöfliche Bestätigungsurkunde wie für andere Zisterzen existiert für Salem jedoch nicht. Dennoch scheint der Konstanzer Bischof Hermann (1138–1165) die Gründung der Abtei implizit anerkannt zu haben, da er in dem genannten Diplom Konrads III. als Zeuge auftrat. 1155 bestätigte Friedrich Barbarossa (1152–1190) die Vogteifreiheit Salems und richtete gleichzeitig eine kaiserliche Schutzvogtei ein.13 Damit waren die Protektion und die Förderung der Abtei durch die Stauferherrscher manifest, die in der Folgezeit kontinuierlich erfolgten. Päpstliche Privilegien Alexanders III. (1159–1181) von 117814 und seiner Nachfolger bestätigten den päpstlichen Schutz der Abtei und verboten wiederum die Ausübung der Vogtei über die Abtei und ihre Grangien gegen den Willen des Abtes und der Mönche, so besonders deutlich im Jahr 1185 Papst Lucius III. (1181–1185).15

Der Gründungskonvent des Klosters dürfte neben den geforderten zwölf Mönchen und Abt Frowin auch einige Konversen gezählt haben und entsprach damit der Ordensnorm. Bereits in der ersten Hälfte der 1140er Jahre muss er mindestens 60 Mönche umfasst haben. Dies lässt sich rückwirkend aus der ersten Tochtergründung Raitenhaslach (1143/46) erschließen, die ein Mutterkloster mit 60 oder mehr Mönchen voraussetzt. Es ist jedoch schwierig, genaue Zahlen zu nennen, da nicht einmal Visitationsprotokolle die Konventsstärke verzeichneten, allenfalls gibt es bei Abtswechseln entsprechende Bestandsaufnahmen. Am Beginn der Regierung von Abt Ulrich II. von Seelfingen (1282–1311) gehörten dem Konvent rund 100 Mönche und mehr als 100 Konversen an; bei seinem Tode waren es 130 Mönche und 180 Konversen.16 Eine solche Größenordnung von 310 Mitgliedern hat der Salemer Konvent nachher nie mehr erreicht, auch wenn seine Größe auf etwas niedrigerem Niveau während des Mittelalters recht konstant blieb. 1323 gab es in Salem 125 Mönche (89 sacerdotes, 36 ministri) und 160 Konversen;17 1377 sagt eine Papsturkunde aus, dass man der Kurie versichert habe, im Kloster lebten 100 Mönche und 80 Konversen;18 bei der Abtswahl 1395 sollen es ebenfalls noch 100 Konventualen und etwa 80 Konversen gewesen sein; für 1467 wird von »meist über 70 Mönchen« gesprochen, Konversen scheinen dabei nicht erwähnt zu sein. Nachdem die Zahl der Konventualen im 16. Jahrhundert zeitweise stark zurückgegangen war, stabilisierte sie sich im 17. und 18. Jahrhundert zwischen 40 und 80. 1802, unmittelbar vor Aufhebung des Klosters, umfasste der Konvent 59 Mönche, 2 Professbrüder und 17 Konversen.

Aufgrund der Überlieferung ist es nicht immer möglich, die soziale Herkunft der Salemer Klosterangehörigen zu ermitteln.19 Am ehesten ist dies noch bei den Klostervorständen möglich. So entstammten von den 19 Äbten des Mittelalters drei dem Hochadel (Eberhard I. von Rohrdorf, Bertold I. von Urach und Ulrich III. von Werdenberg-Sargans), zwei gehörten dem Niederadel an (Eberhard II. von Wollmatingen und Konrad von Enslingen), sechs kamen aus dem Stadtbürgertum (Ulrich I. Graeter aus Biberach, Jodokus Senner und Peter Ochser aus Ravensburg, Georg Münch aus Konstanz, Ludwig Oschwald und Jodokus Necker aus Überlingen), während für fünf Äbte keine Hinweise auf ihre Herkunft vorliegen. Mit dem 1494 gewählten Abt Johannes II. Scharpfer bahnte sich dagegen eine soziale Umschichtung an. Er stammte aus Mimmenhausen und war der Sohn eines Salemer Zinsbauern. Damit ist die Entwicklung für die Neuzeit vorgegeben: In immer stärkerem Maße griffen die Wahlkonvente auf Kandidaten aus bürgerlichen Familien und auf solche aus der Salemer Untertanenschaft zurück. Für die Mönche wird die Feststellung der sozialen Herkunft noch schwieriger. Dennoch wird man mit gewisser Berechtigung auch für diese eine ähnliche Herkunft wie für die Prälaten annehmen dürfen. Bei den Konversen kann man davon ausgehen, dass sie überwiegend Unfreie waren. In der Regel stammten sie aus der Umgebung der Salemer Besitzzentren.

Im 13. Jahrhundert nahm das Kloster einen erstaunlichen wirtschaftlichen Aufschwung, der sich in einer gut dokumentierten Ausdifferenzierung der Klosterämter zeigt. Neben Abt und Prior kam in Salem dem cellerarius, dem Keller oder Kellermeister, als dem Leiter der gesamten Klosterwirtschaft eine besondere Stellung zu. Er traf alle Wirtschafts- und Besitzentscheidungen und war darüber nur dem Abt Rechenschaft schuldig; des Weiteren waren ihm sämtliche Grangien unterstellt sowie die dortigen Grangienmeister. Da die Aufgaben dieses Amtes seit Beginn des 13. Jahrhunderts derart umfangreich geworden waren, ist spätestens 1239 für Salem eine Doppelbesetzung nachweisbar. Einige Jahrzehnte später erfuhr das Amt eine weitere Differenzierung: Es gab spätestens seit 1263 im Kloster einen maior cellerarius, einen medius cellerarius sowie einen subcellerarius.20 Zwischen 1275 und 1310 amtierte der Großkeller Heinrich von Isny, während dessen Amtsführung die Abtei eine Blütezeit erlebte. Der bursarius, der für alle Geldangelegenheiten in Salem zuständig war und das Bargeld aufbewahrte, arbeitete eng mit dem Keller zusammen und wurde bald von einem subbursarius unterstützt. Alle weiteren Ämter, die dem wirtschaftlichen Sektor angehörten, wurden dem Keller zugeordnet und waren teilweise auch mit Konversen besetzt. Dazu zählten der grangiarius, der ihn bei der Verwaltung der Grangien unterstützte, der Vorsteher der Kleiderkammer (vestiarius), der Pfistermeister (pistor), der für das gesamte Verpflegungswesen zuständig war, sowie der mercator, der für den Besuch der Märkte zuständige Kaufmann – ein Amt, das seit der Mitte des 13. Jahrhunderts in Salem in doppelter Besetzung ausgeübt wurde.21

Als weitere Klosterämter sind pauschal zu nennen: der portarius, der infirmarius, der das Krankenhaus leitete, der piscator, der magister servorum, der custos, der lector, der cantor, der magister noviciorum, der pomarius, der pitaneionarius sowie der refectuarius. Der magister hospitum (Gastmeister) war für die Unterbringung der Besucher und Reisenden im Kloster zuständig. Bereits in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts lassen sich Salemer Konversen in diesem Amt nachweisen. Und spätestens seit dem letzten Viertel des Jahrhunderts findet eine Differenzierung statt in einen magister hospitum und einen minister hospitum.22 Darin sind vermutlich die Vorläufer der um 1300 amtierenden zwei Gastmeister, des magister hospitum honestiorum, der für die Unterbringung der vornehmen und adeligen Besucher zu sorgen hatte, und des magister hospitum inferiorum, zuständig für die Beherbergung der einfachen Reisenden, zu sehen.23

Mit der Übertragung von verschiedenen Gefällen und Gütern an die einzelnen Ämter zur Deckung von deren Ausgaben entstanden noch im 13. Jahrhundert einige dezentralisierte, von Personen abstrahierte Klosterämter: etwa das officium mercatoris (Kaufmannsamt), officium cellerarii (Kelleramt), officium pitanciae (Pitanzamt), officium pistrinae (Pfisteramt) sowie das officium refectoriatus (Reventeramt).

Im weitesten Sinne zählen auch die Aufgaben der Konversen zu den Klosterämtern. Die Salemer Laienbrüder standen offenbar unter der Aufsicht eines magister conversorum.24 Das wichtigste Amt, das den Konversen übertragen wurde, war das des Grangienmeisters, des magister grangiae, als Leiter einer Grangie. Er war mit weitgehenden Vollmachten zum Erhalt der Grangien und deren Besitz ausgestattet. In der Landwirtschaft sind Salemer Konversen als magister vaccarum (1274),25 magister vinee (1292) oder in deutscher Entsprechung als wingartmeister (1295)26 nachgewiesen.

Darüber hinaus arbeiteten Konversen in der Klosterküche und im Krankenhaus und waren als Handwerker für die Abtei in deren Werkstätten tätig.27 Zum Teil wurden auch Salemer Pfleghöfe von Laienbrüdern verwaltet, ebenso die Salemer Saline in Hallein.28

Vielleicht schon Ende des 12. Jahrhunderts existierte in Salem eine Bauhütte, sie könnte im 13. Jahrhundert (1264) der Konverse Ortulf von Eglingen als magister operis geleitet haben.29 Im 15. Jahrhundert arbeiteten die Angehörigen der Salemer Bauhütte nicht mehr nur für das eigene Kloster; die fähigsten Handwerker können auch bei Bauarbeiten in anderen Zisterzienserklöstern nachgewiesen werden, so etwa der Konverse Georg, der um 1410 den Klosterturm in Bebenhausen errichtete.30 Gerade die Salemer magistri operis konnten offenbar auch lesen und schreiben. So sind Ziegel des Münsterdaches von 1198 erhalten, die Inschriften tragen, die von einem Burchardus conuersus sancte Marie in Salem angefertigt wurden und deren Schriftart eine frappante Ähnlichkeit mit den Auszeichnungsschriften des Liber scivias der Hildegard von Bingen, der um 1220 in Salem fertiggestellt wurde, aufweist.31 Dies könnte darauf hinweisen, dass Konversen in Salem Kontakt mit dem Skriptorium und den dort entstandenen Codices hatten, vielleicht auch selbst dort als Schreiber tätig waren. In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass 1274 ein Konverse namens Rudolf als pergamenarius genannt ist,32 der offenbar für die Pergamentherstellung im Kloster zuständig war.

Darüber hinaus gab es noch die Gruppe der mercenarii, die von der Abtei gegen Lohn beschäftigt wurden und deshalb nicht durch ein Gelübde an das Kloster gebunden waren. Sie arbeiteten in der Regel unter der Aufsicht der Konversen auf den Höfen; in der Klosterchronik sind des Weiteren auch Diener des Abtes (famuli), Boten (cursores monasterii) und Küchendiener (servi coquinarum) erwähnt.33

Ab dem 15. Jahrhundert wurden vermehrt Beamte und angestellte Handwerker im Kloster beschäftigt. Die Bedeutung Salems spiegelt sich auch in den von ihm gegründeten und betreuten Männer- und Frauenklöstern. Bereits 1143/46 entstand mit Raitenhaslach das erste Tochterkloster; 1180 wurde Salem das 1158/60 gegründete →Tennenbach unterstellt, 1227 Wettingen und 1302 Königsbronn. Über die Tochterklöster stand dem Salemer Abt gemäß dem Filiationsprinzip des Ordens das Recht der jährlichen Visitation zu. Der Salemer Paternität unterstanden zudem acht Frauenklöster, die mehrheitlich unter dem Abbatiat Eberhards von Rohrdorf (1191–1240) in die Obhut und den Einflussbereich Salems gelangten: →Wald (1212), Rottenmünster (1221), Heiligkreuztal (1227), Baindt (gegründet 1227, aufgenommen 1240), Kalchrain (1230), Heggbach (um 1233) und Gutenzell (1238). Lediglich das am Südufer des Untersees gelegene Feldbach wurde erst 1253/54 gegründet und anschließend der Salemer Paternität unterstellt. Der Salemer Abt vertrat die Frauenklöster auf dem Generalkapitel, bestellte die zuständigen Priester und kontrollierte die Wirtschaftsführung. Seit dem 15. Jahrhundert gab es wiederholt Kontroversen um die Visitation und die Reform der Frauenklöster. 1472 gewährte der Generalabt den Äbten von Salem das Recht, Beichtväter in die Frauenklöster zu entsenden.34 Die Versuche der Konstanzer Bischöfe, dies zu unterbinden, waren nicht erfolgreich. Kontroversen um die Klosterdisziplin und die Visitation der Frauenklöster gaben immer wieder Anlass zu Konflikten. 1603 ging das Patronat an Feldbach und Kalchrain auf das Salemer Tochterkloster Wettingen über. 1585 betraute der Generalabt den Salemer Abt mit der Visitation der Frauenklöster →Maria Hof bei Neudingen und →Friedenweiler, beides ältere Klöster, die im 16. Jahrhundert von Zisterzienserinnen neu besiedelt worden waren.35

Mit der Einführung der Reformation im Herzogtum Württemberg wurden die dortigen Zisterzen aufgehoben. Während des Dreißigjährigen Krieges konnten sie kurzzeitig wiederhergestellt werden. In diesem Zusammenhang erteilte Kaiser Ferdinand II. (1619–1637) dem Abt von Salem 1630 das Mandat zur Restitution des Klosters Königsbronn.36 Salem unterstützte zusätzlich die Wiederherstellung der Abteien Bebenhausen und Herrenalb. Nachdem der Westfälische Frieden eine dauerhafte Restitution der Klöster verhindert hatte, verlieh der Generalabt Abt Thomas II. Schwab von Salem (1647–1664) 1658 Titel und Würde eines Abts von Königsbronn.37

Die Ordensstruktur mit Generalkapitel und Visitationen im Filiationssystem führte zu einer kontinuierlichen Anpassung der Ordensregeln, so dass im Mittelalter keine Reformen von außen in die Klöster hineingetragen wurden. Erst im 16. Jahrhundert, als in Folge der tridentinischen Klosterreform das Filiations- durch das Territorialprinzip ersetzt wurde, lassen sich vergleichbare Phänomene wie in anderen Orden finden. Salem selbst wurde zu dieser Zeit vom Generalabt oder in dessen Auftrag visitiert. Generalabt Nicolas I. Boucherat (1571–1583) berichtete an den Generalprotektor des Ordens 1573, Salem sei ein celeberrissimum ac reformatissimum […] monasterium […] suntque in eo perplures docti monachi.38 Dementsprechend wurden die Äbte von Salem in den Folgejahren wiederholt von den Generaläbten als Vikare in Oberdeutschland eingesetzt und mit der Visitation aller oberdeutschen Zisterzienserklöster betraut.39

1593 forderte der Generalabt die Abhaltung eines oberdeutschen Nationalkapitels ein,40 das in Salem zusammenkam. Salemer Äbte waren maßgeblich an der Gründung der Oberdeutschen Kongregation des Ordens beteiligt. Der Abtei kam eine tragende Rolle zu, da hier ein gemeinsames Noviziat für die Klöster der Kongregation und ein philosophisch-theologisches Seminar eingerichtet wurden. 1624 wurden die Statuten der Kongregation bestätigt und der Salemer Abt Thomas I. Wunn (1615–1648) zum ersten Praeses der Kongregation ernannt. Seine Nachfolger hatten dieses Amt regelmäßig inne.

Durch kaiserliche und päpstliche Privilegien und einen kontinuierlichen Zuwachs an Herrschaftsrechten und Besitzungen festigte sich die politische und wirtschaftliche Stellung der Abtei. Im westlichen Bodenseeraum geriet sie am Ende des 12. Jahrhunderts deshalb in einen deutlichen Gegensatz zu den benachbarten Adeligen bzw. zur Diözese Konstanz. Aus der daraus entstehenden Krise, die zusätzlich durch die Bestätigung des Welfen Otto IV. (1198–1214) als römisch-deutscher König durch Papst Innozenz III. (1198–1215) verschärft wurde, konnte Abt Eberhard sein unter staufischer Protektion stehendes Kloster nur befreien, indem er es in einer Art zweiter Gründung 1201 der Metropolitankirche von Salzburg unterstellte, was vom Generalkapitel des Ordens gebilligt wurde.41 Obwohl Salzburg nun mater et domina von Salem geworden war, ist daraus jedoch nie ein wirkliches Abhängigkeitsverhältnis entstanden. Erzbischof Eberhard II. von Salzburg (1200–1246), ein Förderer der Zisterzienser, überließ daraufhin der Abtei als Gegenleistung einen Solebrunnen in Dürrnberg (Stadt Hallein) zur dauernden Salzproduktion, verbunden mit weitreichenden Privilegien den Salzhandel betreffend,42 womit für Salem eine weitere Einnahmequelle erschlossen war.

Das Verhältnis der Abtei zum Konstanzer Bischof war schon seit dem 12. Jahrhundert ambivalent. Bereits 1178 war Salem durch Papst Alexander III. in einer Besitzbestätigung auch der päpstliche Schutz zugesagt worden.43 1194 erhielt das Kloster unter anderem das Privileg, andere Konsekratoren als den zuständigen Diözesanbischof wählen zu dürfen, was eine Distanz zum Bischof erlaubte.44 Allerdings zeigt sich in der Praxis auch immer wieder ein Zusammenwirken. Im späten Mittelalter kam es allerdings regelmäßig zu Kontroversen mit den Bischöfen wegen des exemten Status der Abtei. 1540 unternahm der Konstanzer Bischof Johann von Weeze (1537–1548) einen ersten Versuch, die Abtei ähnlich wie die →Benediktinerabtei Reichenau dem Hochstift zu inkorporieren. Das Unterfangen scheiterte, nachdem der Abt sich an den Kaiser wandte und von Karl V. (1519–1556) 1541 eine vollumfängliche Bestätigung der Rechte und Freiheiten des Klosters erhielt.45 Als der Konstanzer Bischof Kardinal Markus Sittich von Hohenems (1561–1589) 1562 einen erneuten Versuch unternahm, konnte sich Abt Georg II. Kaisersberger (1558–1575) ebenfalls erfolgreich zur Wehr setzen und erreichte 1566 wiederum eine volle Bestätigung der Salemer Rechte und Freiheiten.46 Die Formulierung nullius dioecesis in den päpstlichen Bestätigungsurkunden für die Salemer Äbte blieb bis zur Säkularisation ein Streitpunkt mit den Bischöfen von Konstanz und bildete die Ursache dafür, dass manche Äbte lange auf ihre Benediktion durch den Konstanzer Bischof warten mussten.

Die herausgehobene Stellung Salems innerhalb der oberdeutschen Zisterzienserklöster wurde dahingehend gestärkt, dass Abt Wilhelm Schrailk (1373–1395) und seine Nachfolger 1384 durch Papst Urban VI. (1378–1389) das Recht erlangten, die Pontifikalien (Mitra, Ring und Stab) in allen zu Salem gehörigen Klöstern und Kirchen tragen zu dürfen.47

Salem behauptete im 13. und 14. Jahrhundert zäh seine herrschaftliche Eigenständigkeit: Als Konsequenz aus dem Interregnum ging der Rückhalt der römisch-deutschen Herrscher zunächst verloren, was sich in den fehlenden Herrscherurkunden ausdrückt. Die Wahl Rudolfs I. von Habsburg (1273–1291) brachte eine Wende. Bereits 1274 bestätigte der neue König die Privilegien der Abtei und erkannte die Schutzverpflichtungen des Reichs wieder an, die Rudolf allerdings an den Inhaber der neu eingerichteten Reichslandvogtei Oberschwaben, Graf Hugo von Werdenberg († 1280), übertrug.48 Die zwiespältige Königswahl 1314 brachte für die Abtei eine weitere Krisenzeit, da Abt Konrad von Enslingen (1311–1337) enge Beziehungen zu dem Habsburger Friedrich dem Schönen (1314–1330) unterhielt. Er war dessen Beichtvater, einer seiner drei Testamentsvollstrecker und in diplomatischer Mission am päpstlichen Hof in Avignon für den Habsburger aktiv. Im April 1315 weilte König Friedrich in Salem und bestätigte die Freiheiten und Privilegien des Klosters,49 was er wenige Tage später in Biberach wiederholte.50 Nach der Niederlage Friedrichs 1322 war die Abtei daher mehr oder weniger isoliert. Die Grafen von Werdenberg und Heiligenberg drängten sich nachfolgend dem Kloster als Schirmherren auf und versuchten, Salem in ihre Abhängigkeit zu bringen. Weiter wurde das Kloster von den Grafen von Nellenburg und von den Zollern bedrängt.51 Erst Karl IV. (1346–1378) bestätigte 1348 in einem großen Exemtionsprivileg die Stellung Salems als Reichsabtei,52 das fortan diese Rechtsposition unbestritten behauptete.

Ein Privileg Kaiser Friedrichs III. (1440–1493) von 1487 gewährte Salem schließlich die volle Reichsstandschaft: Es durfte die Schirmvogtei der Landvögte aufkündigen und seine Schirmherren frei wählen und war in Folge nur der Vogtei von König und Reich unterstellt.53

Noch bevor 1524 der Bauernkrieg ausbrach, kam es in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zu Bauernaufständen innerhalb des Klosterterritoriums. Die strengen Bestimmungen der umfassenden Salemer Landesherrschaft beschworen Konflikte zwischen den Untertanen und der Klosterleitung herauf, die 1473 letztlich nur durch einen Vertrag zugunsten der Bevölkerung geschlichtet werden konnten (Vertrag mit den »gemeinen Gotzhausleuten«) mit Ergänzungen von 1476 und 1486,54 sodass aufgrund dieser »Agrarverfassung« die Abtei im Bauernkrieg glimpflich davonkam und von Plünderungen verschont blieb.

Das Verhältnis zu den Königen und Kaisern war im 15. Jahrhundert ausgesprochen gut. Die Schlussweihe der Klosterkirche erfolgte am 23. Dezember 1414 in Anwesenheit von König Sigismund (1411–1437) durch Erzbischof Eberhard III. von Salzburg (1403–1427). 1458 gestattete Herzog Sigismund von Österreich (1439–1490) dem Kloster, sein Wappen an den Klostertoren anzubringen und damit anzuzeigen, dass es unter seinem Schutz stehe.55 Am 20. August 1485 besuchte Kaiser Friedrich III. die Abtei und reiste dann in die Reichsstadt Pfullendorf, wo er im dortigen Salemer Pfleghof Quartier bezog. Bereits 1470 hatte er dem Kloster gestattet, Steuern von seinen Hintersassen zu erheben.56

1460 wurde Salem vom Kaiser zum Reichstag in Nürnberg geladen.57 1471 ist es auf dem Regensburger Reichstag und in der Folge regelmäßig auf den Reichstagen belegt. Die Abtei genoss damit die Reichsfreiheit. Dies brachte auch neue Verpflichtungen mit sich, insbesondere die Beiträge in Kriegszeiten. Bereits 1422 wird Salem erstmals in den Reichsmatrikeln aufgeführt. Das Kloster musste fünf Krieger stellen; später waren die Leistungen größer. Im 18. Jahrhundert umfasste das Salemer Militär in Friedenszeiten 36 Mann zu Fuß und vier Mann zu Pferd. Die Personalstärke erhöhte sich in Kriegszeiten auf das Doppelte. Eine in dieser Zeit neu errichtete Kaserne befand sich in Mimmenhausen.58

In den Jahren 1500 und 1521 waren die Salemer Äbte Johannes II. Scharpfer (1494–1510) und Jodokus II. Necker (1510–1529) Mitglieder des Reichsregiments. Die Reichsabtei Salem zählte zu den Gründungsmitgliedern des schwäbischen Reichsprälatenkollegiums. Ihre Äbte standen an erster Stelle des Rangzeremoniells. Da sie auch die Stimmen der ihnen unterstellten reichsunmittelbaren Zisterzienserinnenklöster Baindt, Gutenzell, Heggbach und Rottenmünster verwalteten bzw. deren Rechte wahrnahmen, verfügten sie über ein beträchtliches Stimmgewicht. Das Verhältnis zu den anderen oberschwäbischen Reichsprälaten war oft davon geprägt, diesen Stimmenblock zu kontrollieren. Erstmals wurde mit Abt Anselm II. Schwab (1746–1778) ein Salemer Abt zum Direktor des Kollegiums gewählt. Der intensive Austausch zwischen den oberschwäbischen Reichsprälaten ist durch die erhaltenen Schriftwechsel und die häufigen gegenseitigen Besuche belegt, wie sie beispielsweise in den offiziellen Tagebüchern der Abtei dokumentiert sind.

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und zu Beginn des 17. Jahrhunderts stand die Abtei auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Abtei mehrfach geplündert und 1641 von den Mönchen verlassen. Nach den Verlusten durch den Dreißigjährigen Krieg bemühten sich die Äbte weiterhin, ihre führende Position unter den Reichsprälaten herauszustellen Dies äußerte sich auch in ihrer zeremoniellen Einbindung bei allerhöchsten Anlässen. So übernahm beispielsweise Abt Thomas II. Schwab einen Dienst bei der Krönung von König Ferdinand IV. (1653–1654) in Regensburg, indem er nach der Zeremonie die Reichskrone und den Krönungsmantel entgegennahm, um sie auf dem Altar abzulegen.59

Bei der Huldigung des neu gekrönten Kaisers Karl VI. (1711–1740) in Augsburg 1711 erwirkte Abt Stephan I. Jung (1698–1725), dass er als erster der anwesenden oberschwäbischen Reichsprälaten vorgelassen und mit der Segnung der zum Frühstück aufgetragenen Speisen betraut wurde.60 Abt Anselm II. schließlich erreichte, gegen entsprechende Bezahlung, die Ernennung zum Wirklichen Geheimen Rat am Hof Maria Theresias und war in dieser Funktion regelmäßig in Wien tätig.61 Die Prälatur in Salem war hinsichtlich ihres Raumprogramms auf diese Stellung der Salemer Äbte innerhalb des Reichs abgestimmt. Schon die Anlage des frühen 17. Jahrhunderts besaß einen großen Saal in der Abtei mit einem Gemäldezyklus der römisch-deutschen Könige und Kaiser. Im Neubau nach dem großen Brand von 1697 waren die Räume der Prälatur ähnlich wie im zeitgenössischen Schlossbau in einer Enfilade angeordnet. Zwischen dem Abts- und Fürstenappartement lag der Kaisersaal, dessen Bildprogramm die Stellung der Abtei im Reich thematisiert.

1760 regte sich Unmut über die Amtsführung Abt Anselms II. und dessen kostenintensive Baumaßnahmen. Als er nach dem Bau der Wallfahrtskirche Birnau, dem Umbau der Klosterkirche und dem Bau des neuen großen Vierungsturms auch die kurz zuvor renovierte Abtei abermals umbauen lassen wollte, zeigte sich offener Widerstand im Konvent. In Salem erschienen die Äbte von Ebrach und St. Urban (Kt. Luzern) im Auftrag des Generalabts zur Visitation und erklärten Anselm für abgesetzt. Dieser wandte sich als Abt einer exemten Abtei an Papst Clemens XIII. (1758–1769), der eine Untersuchungskommission unter der Leitung des Kardinals Giuseppe de Garampi einberief, die am 26. September 1761 in Salem eintraf und bis zum 17. März 1762 dort tätig war. Die Untersuchung endete mit einer vollständigen Rehabilitation des Abts.62

1791 wurde Abt Robert Schlecht mit den Aufgaben eines Generalabts für die Klöster der oberdeutschen Kongregation betraut. 1796 floh der Abt vor den Revolutionstruppen nach St. Gallen; 1799 nach Österreich. 1802 wurde die Reichsabtei Salem für den Markgrafen von Baden provisorisch in Besitz genommen und 1803 an ihn übertragen. Teile des Besitzes gingen an die Fürsten von Fürstenberg, an Thurn und Taxis sowie an Württemberg. Die badischen Teile wurden als Ersatz für zuvor an Frankreich geleistete Reparationen an den hierdurch geschädigten Apaginalfonds übertragen. Später wurden diese Teil des Bodensee-Fideikomiss. Aus diesem Grund blieben die säkularisierten Güter nach der Abdankung des letzten Großherzogs 1918 Eigentum der markgräflichen Familie.

Der Konvent selbst wurde 1804 aufgehoben. Die Konventualen übernahmen teilweise Pfarrstellen; Bernhard Boll wurde zuerst Freiburger Münsterpfarrer und später erster Erzbischof der neu gegründeten Erzdiözese Freiburg (1827–1836). Dem letzten Abt des Klosters, Kaspar Oexle, wurde Schloss Kirchberg als Wohnsitz überlassen. Die Beamten und Bediensteten des Klosters wurden von der neuen Herrschaft übernommen und mussten einen neuen Diensteid ablegen.

Besitz und Wirtschaft

1134 erhielt das neue Kloster durch Guntram von Adelsreute die Kapelle in Salmannsweiler und etwa 12 aratra (Jauchert) bebauten und unbebauten Lands mit Wiesen und Wäldern, von denen zwei in Salmannsweiler lagen, drei in Forst, eines in Schwandorf in nächster Nähe des neuen Klosters sowie je drei in Tepfenhard und in Adelsreute, dem Stammsitz des Stifters. Umfangreicher war eine zweite Stiftung Guntrams 1138; er überließ dem Kloster sein Dorf Adelsreute mit Kirche, Zehnt und allem Zubehör, ferner Behweiler, Bosinweiler, Wittenweiler, Wartberg, Tepfenhard, Haselbach und Walpertsweier, dazu Kirchengut, Zehnt und Zubehör der Kirche von Salmannsweiler.63 Obwohl die Gründungsausstattung Salems vergleichsweise gering war, genügte das bescheidene Gut für den zisterziensischen Eigenbetrieb, und es gelang der Abtei durch eine gezielte intensive Erwerbspolitik, eine umfangreiche Herrschaft zu etablieren, die seit der Mitte des 14. Jahrhunderts das gesamte Gebiet zwischen oberer Donau und Bodensee ausfüllte.

Die wirtschaftlichen Grundlagen der Klosterherrschaft bildeten die Grangien, wozu die Salemer Mönche schonungslos unzweckmäßige Ansiedelungen eingehen ließen und die Einwohner umsiedelten. Die Grangien Forst, Schwandorf, Mendlishausen, Madach, Münchhöf und das später erworbene Malaien wurden bis zur Auflösung des Klosters von diesem selbst bewirtschaftet. Einige der geschenkten Dörfer dienten schon seit der Gründung als Grangien, so auch das Dorf Adelsreute, in dem die Siedlungen Wittenweiler, Wartberg und Haselbach offenbar aufgegangen sind.64 Mit Maurach und (Ober-)Uhldingen konnte die Abtei ihren Weg zum Bodensee öffnen. Im nördlichen Teil des Hegaus entstanden die Grangien Madach, Gründelbuch, Dornsberg und Raithaslach, wobei letztere das Zentrum des Hegaubesitzes wurde. Weitere Grangien waren Bachhaupten bei Ostrach sowie Tiefenhülen bei Ehingen, Zentralstelle für den Salemer Besitz auf der Schwäbischen Alb.

Der Salemer Besitz zeigte freilich schon im 12. Jahrhundert für ein Zisterzienserkloster einen eher ungewöhnlichen Zuschnitt. Da das Verbot des Erwerbs von Kirchen und Zehntrechten, das das Generalkapitel noch 1134 bestätigt hatte, dennoch frühzeitig gelockert wurde, wurden in dieser Zeit bereits Zinseinkünfte und Kirchenpatronate übertragen, sodass viele der Besitzungen nicht mehr von den Klosterangehörigen selbst bewirtschaftet werden konnten und deshalb verpachtet werden mussten. In Salem herrschte offenbar von Anfang an eine Mischform zwischen Grangienwirtschaft und Grundherrschaft (Rentenwirtschaft) vor.

Die Abtei verfügte bereits im 12. und 13. Jahrhundert beispielsweise über die Patronate und Zehntrechte in Salmannsweiler (1134), Adelsreute (1138),65 Frankenhofen (1152),66 Storzingen, Walpertsweier (1160),67 Bachhaupten (vor 1183),68 Uzinsweiler, Herzogenweiler (1208), Leutkirch (1210), Buggensegel (1220), Seefelden (vor 1225), Tafertsweiler (1243),69 Magenbuch (1255), Weildorf (1257), Bolstern (1273), Levertsweiler, Egg (1278),70 Vöhrenbach (1278), Waldbeuren (1279/80), Leustetten, Beuren (1291)71 und Elchingen (1294/97).72 Bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts kamen noch einige Patronate hinzu: Heudorf im Hegau (1307), Urnau (1303), Dürnau (1315), Pfullingen (1321), Burgweiler (vor 1324) und Ostrach (1324)73 sowie Steinbach (1324). Einige von ihnen gingen im Laufe der Zeit wieder verloren, es konnten aber noch andere hinzugewonnen werden (etwa Birnau, Schemmerberg, Sulmingen oder Griesingen).

Eine Besonderheit zeigt sich dabei in der Ausstattung der inkorporierten Pfarreien: Zum einen gab es Pfarrkirchen, die über die Abtei versorgt wurden, zum anderen solche, die sich durch Abgaben von Fronhöfen vor Ort selbst finanzierten. Unter den Salemer Handschriften ist ein Missale speciale aus dem 14. Jahrhundert erhalten,74 dem ein Zinsregister für die Kirche in Urnau aus dem Jahr 1471 mit jüngeren Nachträgen angefügt ist. Die spätestens seit 1303 dem Kloster inkorporierte Pfarrei Urnau mit Oberdorf und Roggenbeuren gehörte zu den direktfinanzierten Salemer Parochien. So diente das Urnauer Missale dem Ortspfarrer zugleich auch als Verzeichnis, das die abgabenpflichtigen Bauern benannte sowie die Höhe des jeweils zu zahlenden Zinses festhielt. Offenbar hat die Abtei Ende des 15., Anfang des 16. Jahrhunderts die Finanzierung ihrer Pfarreien reformiert und auf neue Grundlagen gestellt, wie weitere vergleichbare Zinsregister aus der Zeit zeigen, die in den Archiven der ehemaligen Salemer Pfarreien vorhanden sind.

Der Besitz der Pfarrkirchen war für Salem von entscheidender wirtschaftlicher und geistlicher Bedeutung: Der Pfarrzehnt stellte eine ergiebige Einnahmequelle dar; und neben dem materiellen Nutzen brachten die Patronate und Inkorporationen einen nicht zu unterschätzenden geistlich administrativen Einfluss, so war seit dem frühen 14. Jahrhundert mit der Inkorporation der Pfarrkirchen das Recht verbunden, die Pfarrstellen mit Klosterangehörigen besetzen zu dürfen, wenngleich Salem in den Kirchen weltliche Kleriker als Pfarrvikare anstellte.

Seit dem beginnenden 14. Jahrhundert baute Salem zudem seine Präsenz in den oberdeutschen Städten aus, die sich bereits seit dem Anfang des 13. Jahrhunderts in Konstanz und Überlingen nachweisen lässt. Dazu zählen die großen Pfleghöfe in Biberach, Ehingen, Elchingen, Esslingen, Konstanz, Meßkirch, Nürtingen, Ostrach, Pfullendorf, Reutlingen, Saulgau, Schemmerberg, Stockach, Überlingen, Ulm und Villingen sowie Schaffhausen, wobei Salem den dortigen, beim Agnes-Kloster gelegenen Pfleghof gemeinsam mit seiner Tochtergründung Wettingen besaß.75 Diese Stadthöfe dienten als Stapelplätze für die Klosterprodukte und gewährleisteten die Vermarktung der vom Kloster erwirtschafteten Überschüsse. Sie waren Unterkünfte für reisende Mönche und ermöglichten die Verwaltung der klösterlichen Besitzungen in den Städten und in deren Umfeld. Darüber hinaus gewannen sie zunehmend an Bedeutung, da über sie auch das Salz aus der Salemer Saline in Hallein gehandelt wurde. Gerade der Konstanzer Pfleghof erlangte aufgrund seiner Nähe zur Abtei in Krisenzeiten als Rückzugsort für den Konvent große Bedeutung (so wurden die wichtigsten Teile des Salemer Archivs und des Kirchenschatzes immer wieder dorthin geflüchtet). Neben den städtischen Pfleghöfen besaß das Kloster noch in weiteren Städten Häuser, sonstiges Grundeigentum und Renteneinkünfte. Letztlich waren es 29 Städte, in denen Salem Besitzungen hatte, was die regen Wirtschaftsbeziehungen der Abtei zu ihrer Umgebung zeigte.

Mit einer planvollen Erwerbspolitik hatte sich die Abtei dem wirtschaftlichen Wandel im 14. Jahrhundert angepasst und so den Grund für einen dauerhaften wirtschaftlichen Wohlstand in einem hervorragend organisierten Klosterstaat gelegt. Salem hatte so einen ausgedehnten Raum an Besitzungen erlangt, der sich seit der Mitte des 14. Jahrhunderts kaum mehr veränderte. Er ersteckte sich zwischen Bodensee, Schwarzwald und Iller mit Streubesitz am mittleren Neckar und zeichnete sich durch mehrere Besitzzentren mit weitverstreuten Einzelgütern aus: Um Bachhaupten, Tiefenhülen, Riedlingen, Biberach, im nördlichen Hegau, um Villingen sowie im Umkreis von Esslingen lassen sich Besitzkonzentrationen feststellen. Im Gegensatz zu anderen Zisterzienserklöstern fällt die ungewöhnlich breite Streuung der Salemer Güter auf, was vor allem dadurch begründet ist, dass Salem im Altsiedelland gegründet wurde, wo es nur geringe Möglichkeiten zur Rodung im Nahbereich gab.

Was die Erwerbsformen betrifft, lässt sich in der Anfangsphase neben den vielen Schenkungen nur Grunderwerb durch Tausch zur Arrondierung der vorhandenen Güter feststellen. Erst unter Abt Christian (1175–1191) kommen erste Käufe hinzu, was zeigt, dass die Abtei eine gewisse Finanzkraft erlangt hatte.

In der Neuzeit bemühte sich die Abtei, ihre Besitzungen zu arrondieren und möglichst umfassende Herrschaftsrechte an ihnen zu erlangen. Dies betraf insbesondere die Jurisdiktionsrechte. Hinsichtlich des Grundbesitzes entschieden in der Regel wirtschaftliche Aspekte über einen Verkauf, wie beispielsweise bei der Saline in Hallein und dem Salemer Haus in Salzburg.76 Nur kurz vor dem Verkauf wurden die Zollfreiheiten des Klosters auf das Salz erneuert. 1598 wurde das Domkapitel Salzburg mit dem Salemer Haus belehnt.77 1600 erlaubte dann der Generalabt den Verkauf des Hauses.78 Im Gegenzug zur Veräußerung der weit abgelegen Besitzungen wurden nahe gelegene Orte, wie 1603 das Dorf Einhart, zur Abrundung des Besitzes übernommen.

Regelmäßig gab es in Jurisdiktionsfragen Kontroversen mit der Herrschaft Heiligenberg, die schließlich in einem Vertrag von 1637 gelöst wurden.79 Salem verzichtete auf erhebliche Liegenschaften und Rechte in der Herrschaft »ob den Bergen« (Besitzungen auf der Albhochfläche), um sich seine Gebiets- und Jurisdiktionsrechte in der Herrschaft »unter den Bergen« (Besitzungen unterhalb der Abbruchkante der Albhochfläche) zu sichern. Ausgenommen war nur das Hochgericht im Schattbuch. Mit diesem Vertrag war das Klosterterritorium, das später vom Oberamt Salem verwaltet wurde, abgesichert.

Im 16. und 17. Jahrhundert wurden einzelne Grangien, wie Bachhaupten, Maurach80 und Kirchberg81 zu lokalen Verwaltungszentren ausgebaut. Reformen bei der Bewirtschaftung der Güter hatten in den Jahrzehnten um 1600 umfangreiche Neubauten bei Zehntscheunen, Keltern und Mühlen zur Folge. Zur Tilgung der durch den Dreißigjährigen Krieg verursachten Schulden und zur Finanzierung des Wiederaufbaus der zerstörten Liegenschaften musste das Kloster wiederholt Güter verkaufen und holte sich dafür zum Teil die Erlaubnis des Generalabtes und für Markdorf sogar des Papstes ein.82

Im 18. Jahrhundert bildete das Kloster Oberämter zur Verwaltung der klostereigenen Besitzungen. Die Genese des Oberamts Ostrach ist dafür charakteristisch: Der Salemer Besitz östlich der Ostrach lag in der Grafschaft Friedberg-Scheer, der Besitz westlich des Baches in der Grafschaft Sigmaringen. Für die östlichen Gebiete hatte die Abtei die niedere Gerichtsbarkeit und in der Grangie Bachhaupten einen im 16. Jahrhundert großzügig ausgebauten Verwaltungssitz. Bei den in der Grafschaft Sigmaringen gelegenen Orten hatte das Kloster 1601 den dortigen Schirm und Schutz aufgekündigt. 1611 verpfändete Graf Ernst Georg die Grafschaftsrechte an Salem. Das Pfand wurde mehrfach verlängert, doch 1700 fiel es endgültig an Salem. Nachdem das Kloster 1708 noch die hohe Gerichtsbarkeit in den Orten östlich der Ostrach erworben hatte, wurde in Ostrach selbst das neue Oberamt eingerichtet, das die bislang in Bachhaupten angesiedelten Verwaltungsaufgaben übernahm.

Weitere Oberämter wurden in Schemmerberg und Hausen eingerichtet, Pflegämter in Ehingen und Unterelchingen, Obervogteiämter in Münchhof und Stetten am kalten Markt. Kurz vor Aufhebung der Abtei veranlasste Abt Robert Schlecht nochmals grundlegende Verwaltungsreformen, die auch eine neu strukturierte Gerichtsverfassung mit einem dreizügigen Gerichtssystem umfasste.

Das Kloster ließ sich als Sicherheit für gewährte Darlehen Grundherrschaften pfandweise übertragen. Konnte das Darlehen nicht zurückbezahlt werden, ging das Pfand an das Kloster. Mitte des 18. Jahrhunderts erwarb der Abtei auf diese Weise die Herrschaft Hausen im Tal, wo unverzüglich nach der Verpfändung 1756 ein neues Oberamt eingerichtet wurde.

Wiederholt wurde der Grundbesitz des Klosters in Karten erfasst, etwa in einer großformatigen Karte von David Buecher aus dem Jahr 1665/66.83 Kurz nach 1700 kam es zur Vermessung aller Salemer Besitzungen durch Johann Jakob Heber aus Lindau und deren Dokumentation in großformatigen Gemarkungskarten und zugehörigen Urbaren. 1751–55 schuf Joseph Anton Feuchtmayer verkleinerte und aktualisierte Kopien dieser Karten. Im Zuge einer Wirtschafts- und Verwaltungsreform erfolgte ab 1784 eine erneute Vermessung des Salemer Besitzes. Damit einhergehend wurde örtlich eine Vereinödung von Pachthöfen und die Zusammenlegung der zu diesen gehörenden Flurstücke vorgenommen. Die Neuvermessung kam vor der Aufhebung der Reichsabtei nicht zum Abschluss. Der große Bestand der erhaltenen, überaus detaillierten Karten und Aufnahmeskizzen bildet eine wichtige Quelle zur Wirtschaftsgeschichte des Salemer Klosterterritoriums. Sie weisen nicht nur die land- oder forstwirtschaftliche Nutzung aus, sondern auch die jeweiligen Markierungen für Trieb- und Weiderechte, die in den zugehörigen Beschreibungen detailliert aufgeführt sind.

Die ausnehmend gute Überlieferung erlaubt tiefgehende Einblicke zum Wein- und Obstanbau, zum Fischerei- und Weidebetrieb des Klosters. Auch die Wasserkraft wusste sich das Kloster zunutze zu machen. Bis in die Gründungsphase des Klosters reicht die Verlegung der Salemer Aach im Klosterbereich zurück. Das Wasser des Klosterkanals wurde zum Betrieb der Mühlen und zur Durchspülung der Latrinen genutzt. An oberster Stelle des Klosterkanals befand sich die Klostermühle, die ihren Standort bis zur Einstellung des Mühlbetriebs 1887 beibehielt. Im 13. Jahrhundert ist zudem eine Sägemühle im Kloster belegt. Bei seinen Besitzerwerbungen achtete das Kloster vor allem auch auf den Erwerb der vollständigen Wasserrechte, den Besitz von Mühlen oder Mühlenstandorten, an denen neue Mühlen errichtet werden konnten.84 Im Zuge der Wirtschaftsreformen des 16. und 17. Jahrhunderts wurden die Salemer Mühlen modernisiert und erweitert. Weitläufige Kanalsysteme und Speicherseen sollten einen optimalen Betrieb garantieren. Neben den Getreide- und Sägmühlen gab es Walkmühlen, Ölmühlen und eine Hammerschmiede. Zudem betrieb die Abtei eine Papiermühle in Mühlhofen und kaufte 1760 noch die Papiermühle in Karbach.85

Religiöses und kulturelles Wirken

Für Salem sind zahlreiche liturgische Handschriften überliefert, die zumeist im klostereigenen Skriptorium entstanden und die seit den Anfängen gebräuchliche Zisterzienserliturgie widerspiegeln. Wegen der vom Generalkapitel geforderten unitas ordinis basierten alle diese Schriften auf den Vorgaben des Ordens. Die Liturgie, wie sie in Salem gefeiert wurde, beruhte im Wesentlichen auf der zweiten zisterziensischen Liturgiereform, der sogenannten bernhardinischen Reform, die 1147 abgeschlossen war. Diese wurde im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts in einer dritten Liturgiereform nochmals überarbeitet. Die im ausgehenden 12. Jahrhundert kodifizierte Liturgie blieb in ihrem Grundbestand mit lokalen Abweichungen bis ins 17. Jahrhundert im gesamten Orden in Gebrauch, so auch in Salem. Im Laufe der Jahrhunderte hatten die Generalkapitel die Ordensliturgie jedoch immer wieder den neuen Gegebenheiten angepasst, und neue Feste, Offizien und Texte wurden eingeführt. Diese Änderungen zeichnen sich deutlich in den in Salem überlieferten mittelalterlichen liturgischen Handschriften ab. Jeweils nach den Liturgiereformen lässt sich in Salem eine deutliche Zunahme der Handschriftenproduktion feststellen, des Weiteren in regelmäßigen Abständen, wenn Äbte wie Ulrich II. von Seelfingen (1282–1311) oder Johannes I. Stantenat (1471–1494) die mittlerweile eingetretenen liturgischen Neuerungen sowie die lokalen Eigenheiten wie in einer Art Neuauflage in die Codices einarbeiten ließen.

Die ältesten erhaltenen liturgischen Codices des Klosters stammen aus der Zeit Abt Eberhards von Rohrdorf aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Dieser Grundbestand erfuhr im 14. Jahrhundert eine Erweiterung um drei Antiphonare, zwei Hymnare und ein Pontifikale. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts setzte die Produktion spätmittelalterlicher liturgischer Handschriften wieder stark ein. Bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts entstanden 16 Handschriften (Chorbücher), die allein schon durch ihre Größe und opulente Ausstattung auffallen. Vor allem Abt Johannes Stantenat war Ende des 15. Jahrhunderts der maßgebliche Initiator: Unter seinem Abbatiat entstanden die meisten der überarbeiteten und verbesserten »Zweitauflagen« der früheren liturgischen Handschriften. Teile dieser dann nicht mehr gebrauchten Pergament-Codices wurden makuliert, und das Material fand beispielsweise als Einbände und Spiegelblätter, aber auch als Falzverstärkungen oder Urkundenpresseln eine Wiederverwendung.

Neben der kostspieligen Herstellung dieser Pergamenthandschriften schaffte das Kloster ergänzend bereits im 15. Jahrhundert die ersten gedruckten Missalien, Breviere und Psalterien an. Mit der Entstehung einer klostereigenen Druckerei (nachgewiesen seit 1611) wurden liturgische Bücher dieser Art in Salem selbst hergestellt.

Das Kloster verantwortete die Seelsorge in zahlreichen Abteien, die ihm als Patronats- oder inkorporierte Pfarreien unterstanden, sie waren nicht zuletzt von wirtschaftlicher Bedeutung. Daneben unterhielt Salem drei Wallfahrten. Die bedeutendste war jene zum →Birnauer Gnadenbild, auf die erste Belege 1227 hinweisen, als Heinrich Tuwinger und seine Frau einen Weinberg zur ewigen Seelenmesse an die Schwestern von Birnau stifteten. Noch vor 1241 waren Kirche und Gut von den Herren von Bodman an Salem übertragen worden; 1384 wurde die Wallfahrtskapelle dem Kloster inkorporiert.86 Die Wallfahrt wurde von nun an von Salemer Konventualen betreut; im 14. und 15. Jahrhundert fanden größere Umbauten statt. Wunderberichte sind aus dem 17. Jahrhundert überliefert.87

Im ersten Viertel des 14. Jahrhunderts entstand eine Wallfahrt zum →Frauenberg bei Bodman. Die dort 1307 abgebrannte, nicht wieder aufgebaute Burg stifteten die Herren von Bodman der Abtei Salem, die dort eine Kapelle errichtete, die seit 1309 neben Birnau schnell zu einem zweiten Wallfahrtsziel wurde. Das Wallfahrtsbild dürfte um 1500 entstanden sein.

Eine dritte Wallfahrt ergab sich im 17. Jahrhundert zu einem im südlichen Querhausarm des Salemer Münsters aufgestellten Standbild der Schmerzhaften Mutter Gottes (von Virgil Moll). Anlass war eine Begebenheit am 16. Mai 1634 anlässlich der Belagerung durch die Schweden; bei ihrem Besuch im Münster habe das Marienbild Tränen vergossen. Einer der Soldaten des Feldmarschalls Horn habe es daraufhin mit dem Degen zum Kampf aufgefordert, sei dann aber vom Marienbild zu Boden geworfen worden.88

Für die Zeit des Mittelalters finden wir keine Hinweise für eine Schule im Kloster, wie sie dann für die Neuzeit spätestens seit der Entstehung der Oberdeutschen Zisterzienserkongregation belegt ist. Lediglich die Nennung eines magister noviciorum erlaubt einen gewissen Rückschluss darauf, dass die Novizen im Kloster ausgebildet wurden. Entsprechend der Konventsstärke war Salem nach den Ordensregeln verpflichtet, Mönche zum Studium an das Bernhardkolleg nach Paris zu schicken. In diesem Kolleg gab es bis zum Ende des 16. Jahrhunderts zwei eigene Räume für die Salemer Scholaren. Dennoch besuchten immer weniger Salemer Mönche die Pariser Universität und wandten sich Heidelberg zu. Von 1421 bis 1522 studierten 19 Mönche aus Salem dort und wohnten im St.-Jakobs-Kolleg, dem Studienhaus des Ordens, das von der Zisterze →Schönau beaufsichtigt wurde. Nachdem das Generalkapitel 1523 ein Verbot eines Studiums in Heidelberg wegen der dort herrschenden Lutherania pestis erlassen hatte, entschieden sich die Salemer Mönche bevorzugt für ein Studium in Dillingen. In der Neuzeit gab es im Gebiet der Abtei Salem Normalschulen und ein Gymnasium, das als Internat geführt wurde. In Salem selbst war eine Klosterschule eingerichtet, die vor allem von Söhnen des örtlichen Adels und reichsstädtischen Patriziats besucht wurde. Möglicherweise ist sie mit dem kurz vor 1600 erbauten Collegium identisch, das später umgenutzt wurde. Die Schule war auch nach dem Brand von 1697 im Konventsgebäude untergebracht. 1790 wurde ein neues Gymnasium als Internat mit eigenen Sammlungsräumen erbaut.

Es ist bemerkenswert, dass trotz dieser Anstrengungen für die Ausbildung der Mönche aus dem Salemer Konvent im Mittelalter keine herausragenden Gelehrten hervorgingen. Es fehlen wissenschaftliche Veröffentlichungen, beispielsweise auf dem Feld der Theologie und des Kirchenrechts. Allerdings kann die Salemer Geschichtsschreibung ein paar wichtige Arbeiten vorweisen, die vermutlich durch das Bestreben motiviert waren, die Gründungsvorgänge für die Nachwelt festzuhalten und den Besitz zu sichern. Um 1215 schrieb ein unbekannter Mönch eine Darstellung über die Gründung des Klosters (De fundatione claustri) als Einleitung für den Codex Salemitanus, das von Abt Eberhard I. von Rohrdorf initiierte Kopialbuch (Chartular) der Abtei, das entstand, um die Rechte und Besitztümer des Klosters zu dokumentieren und damit langfristig zu sichern. Etwa zur gleichen Zeit oder ein wenig früher entstand eine Beschreibung der Geschichte des dritten Kreuzzugs unter Barbarossa, die Historia peregrinorum, die nur in Salem überliefert ist.89 Um 1337/38 am Beginn des Abbatiats von Ulrich III. von Werdenberg-Sargans (1337–1358) verfasste ein unbekannter Salemer Konventuale den Tractatus super statu monasterii Salem,90 eine Chronik, die den Zustand des Klosters bis in seine Zeit beschreibt mit dem Fokus auf dem Abbatiat Ulrichs II. von Seelfingen. Unter ihm leistete der Konvent eine rege Bücherarbeit, zahlreiche Abschriften wurden angefertigt und Skriptorium und Bibliothek erlebten nach der Regierungszeit von Abt Eberhard von Rohrdorf in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts eine erneute Blütezeit. Obgleich Salemer Äbte immer wieder an führender Stelle in der Reichspolitik hervortraten, fand dies keinen Niederschlag in einer übergreifenden Chronistik, sondern Salem beschränkte sich auf die Historiographie des eigenen Klosters.

Ob die Miniaturen von Lauten- und Flötenspielern im Salemer Abtsbrevier 1493/95 Rückschlüsse auf die Musikpflege und den Gesang im Kloster im Sinne einer Tafel- oder »Unterhaltungs«-Musik zulassen,91 kann nur vorsichtig beurteilt werden. Erst für die Neuzeit wird man wohl von einer Musikpflege ausgehen dürfen, vor allem unter dem großen Musikfreund Abt Thomas I. Wunn, der auch Figural- und Instrumentalmusik im offiziellen Gottesdienst spielen ließ und sich dafür des Rückhalts beim Generalkapitel versicherte.

Salem nutzte die Lockerungen des 15. Jahrhunderts, die es erlaubten, an besonderen Feiertagen die Orgel zu spielen, offenbar sofort und hatte schon 1441 eine recht ansehnliche Orgel angeschafft, der 1511/14 eine Schwalbennestorgel als Chororgel folgte.92 Anlässlich der Aufstellung des neuen Chorgestühls 1593 wurde auch eine neue Chororgel erbaut, die zu ebener Erde in der Mitte des Gestühls stand. Spätestens seit dem ersten Viertel des 16. Jahrhunderts gab es in Salem einen angestellten Organisten mit einer festen Jahresbesoldung.

1597/98 erneuerten Anton und Hans Neuknecht aus München das kleine Orgelwerk im Münster und erweiterten das große Orgelwerk im südlichen Querhausarm, das jedoch bei dem Klosterbrand 1697 zerstört wurde.93 Nach dem Klosterbrand wurde zunächst 1715/16 im Westen des Münsters die Dreifaltigkeitsorgel des Salzburgischen Orgelbauers Johann Christoph Egedacher errichtet, die allerdings nicht befriedigte und aus diesem Grunde 1719/20 grundlegend überarbeitet wurde. Erst 1718/19 erbaute man als Ersatz für die zerstörte Neuknechtorgel eine neue Liebfrauenorgel im südlichen Querhausarm.94 Der Chorumbau 1751 erforderte auch eine neue Chororgel, die 1754 der Überlinger Orgelbauer Georg Aichgasser lieferte.95 Da das Klangerlebnis im Münster nach dem Umbau wohl unbefriedigend war, konsultierte Abt Anselm II. den in Dijon ansässigen, aus Eldern bei Ottobeuren stammenden Orgelbauer Karl Joseph Riepp. 1767 entwickelten der Abt und Riepp ein Gesamtprojekt aus vier Orgeln, die einzeln oder zusammen gespielt werden konnten. Die Liebfrauenorgel erhielt ein komplett neues Werk, die Dreifaltigkeitsorgel wurde 1771 umgebaut und 1773 um ein Echowerk erweitert. 1771/74 schließlich wurde die Tabernakelorgel im nördlichen Querhausarm fertiggestellt.96 Sie konnte von der Empore und von einem Spieltisch im Querhausarm aus gespielt werden, doch erwies sich die Traktur als überaus anfällig, so dass man 1790 entschied, einen Teil ihrer Register für eine neue Chororgel von Johann Nepomuk Holzhey zu verwenden. Holzhey hatte zuvor schon die Liebfrauenorgel und die Dreifaltigkeitsorgel überarbeitet und 1789 ein neue Echowerk für diese Orgel geschaffen. Bei der Säkularisation der Abtei besaß das Salemer Münster das größte spielbare Orgelensemble seiner Zeit.

Die Musikpflege spielte eine große Rolle in Salem und war auch zentraler Teil der Ausbildung an der Klosterschule und am Gymnasium. Regelmäßig finden sich in den Rechnungen Ausgaben für Musikinstrumente. Als Komponisten traten im 18. Jahrhundert Andreas Heichlinger, Franz Xaver Schlecht und Jakob Sommer hervor. Regelmäßig wurde das Kloster von durchreisenden Musikern, Komponisten, Sängern und Sängerinnen besucht. Das offizielle Tagebuch der Abtei, das in der Regel vom Sekretär des Abts geführt wurde, verzeichnet in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wiederholt derartige Besuche oder nennt besondere Konzerte im Kloster.

Das Totengedenken nahm im Münster eine große Rolle ein. Im östlichen Chorumgang befand sich bis 1750 eine Grablege für die Äbte, die im Zuge des Chorumbaus mehrfach verlegt wurde. Die Gebeine befinden sich heute im Äbtedenkmal am südöstlichen Vierungspfeiler. Einzelgräber von Äbten lagen in Kapellen, die von ihnen besonders ausgestattet wurden oder vor dem Muttergottesaltar im südlichen Querhausarm. Diese sind heute mit kleinen Kreuzen im Boden markiert. Das Salemer Münster war zudem auch ein beliebter Bestattungsort des lokalen Adels. Die größte Grablege war jene der Herren von Bodman im nördlichen Querhausarm und in der westlichsten Kapelle des nördlichen Chorumgangs. Die Grablege der Herren von Heudorf lag im dritten Joch des nördlichen Seitenschiffs, im südlichen Seitenschiff die der Herren von Jungingen und derjenigen von Gremlich. Zu den besonderen Grabstätten zählte das Grab von Andreas Reichlin von Meldegg im dritten Joch des Mittelschiffs und die Gräber der Baumeister Michel, Henslin, Hans und Marx von Savoyen im südlichen Seitenschiff.97

Abt Johannes III. Fischer (1534–1543) gründete 1540 die Sebastiansbruderschaft am Salemer Münster.98 Die finanziell gut ausgestattete Bruderschaft hatte Mitglieder aus ganz Oberschwaben. 1622 stellte Papst Gregor XV. (1621–1623) einen Ablassbrief für alle Besucher des Münsters am Sebastianstag aus.99 Im 18. Jahrhundert gab es im Münster auch eine St. Bernhardsbruderschaft. Für die Totenmessen Angehöriger dieser Bruderschaft erteilte Papst Pius VI. (1775–1799) 1794 einen besonderen Ablass.100

Im Kloster gab es mehrere Sammlungen, darunter ein Naturalienkabinett, ein graphisches Kabinett und eine mathematisch-astrologische Sammlung. Das »Musaeum« war im zweiten Obergeschoss des Refektoriumsbaus im Südflügel der Konvent- und Prälaturanlage untergebracht. Ende des 18. Jahrhunderts wurde zudem ein Observatorium auf dem sogenannten Mathematischen Turm eingerichtet.101 Am 19. August 1780 war der Erbauer des Mathematischen Turms in Kremsmünster in Salem.102 Die Einrichtung des Observatoriums erfolgte durch den Konversen Leonhard Galler in engem Austausch mit P. Basilius Bart in Ochsenhausen, der 1783103 und 1790104 in Salem war. Das Ochsenhausener Observatorium war sowohl von Leonhard Galler als auch von Abt Robert Schlecht und dessen Sekretär Kaspar Oexle besichtigt worden und bildete das Vorbild für das Salemer Projekt. Die Geräte schuf der Salemer Mechanikus Andreas Bartmann.105 In der wissenschaftlichen Sammlung befanden sich unter anderen große Globen vom Ende des 18. Jahrhunderts.106

Zu den besonderen Erwerbungen des Klosters zählt der Kauf der astronomischen Uhr des P. Aurelio di S. Cajetano im Jahr 1772, die sich heute im Bayerischen Nationalmuseum in München befindet. Der Schöpfer der Uhr reiste eigens nach Salem, um den Klostermechanikus in die Wartung dieses Meisterwerks einzuweisen.107 Eine Druckschrift erläuterte zudem Konstruktion und Funktionsweise dieser Uhr, die in Salem auch ein neues klassizistisches Gehäuse aus der Mimmenhausener Werkstatt erhielt. Die naturwissenschaftliche Sammlung wurde nach der Säkularisation 1807 an die Universität Freiburg abgegeben.

Unter den wissenschaftlich arbeitenden Konventsmitgliedern ist insbesondere auch der ehemalige Jesuit Ignaz von Weitenauer mit seinen sprachwissenschaftlichen Arbeiten und seiner Neuübersetzung des Alten und Neuen Testaments zu nennen. Im offiziellen Tagebuch der Abtei werden zahlreiche Besucher genannt, die wegen der Bibliothek und den dort tätigen Konventualen nach Salem kamen, um hier den wissenschaftlichen Austausch zu pflegen.

Bibliothek und Archiv

Obgleich von der Gründungsausstattung wohl nichts mehr überliefert ist, ist von einem Salemer Skriptorium bereits wenige Jahre nach der Gründung auszugehen, stattete die Abtei doch bereits 1143/46 die Tochtergründung Raitenhaslach mit den notwendigen Handschriften aus. In der Regierungszeit Abt Eberhards von Rohrdorf (1191–1240) entstanden rund 50 Codices mit großer thematischer Vielfalt. Während des Interregnums ist ein Rückgang der Produktivität zu verzeichnen, der erst unter dem Abbatiat Ulrichs II. von Seelfingen ausgeglichen werden konnte. Ein abermaliger Rückgang der Arbeiten ist nach dem Tod Ulrichs 1311 zu verzeichnen. Mehrere Versuche einer Wiederbelebung der Schreibstube durch die Verpflichtung von auswärtigen Schreibern und Miniatoren bzw. des berühmten Augsburger Kalligrafen und Benediktiners Leonhard Wagner blieben im Wesentlichen erfolglos: Es entstanden nur noch wenige liturgische Codices; meist waren es dann nur Gebrauchshandschriften mit durchschnittlicher Qualität für die »private« geistliche Lektüre bzw. das Hausstudium der Konventualen (Ad usum fratrum in Salem).

Am Ende der Salemer Handschriftenproduktion steht das Salemer Prachtgraduale (Cod. Sal. XI,16), dessen Herstellung sich über 50 Jahre hinzog, fertiggestellt zu Beginn des 17. Jahrhunderts durch den Überlinger Franziskaner Johannes Singer und dem Maler Johann Denzel.

Etwa gleichzeitig lässt sich im Kloster erstmals eine Druckerei nachweisen, die bis zur Aufhebung der Abtei in Betrieb war. Es wurden vor allem liturgische Texte, aber auch Theaterstücke und Schauspiele sowie Schulbücher für die Reichsstadt Überlingen und Arbeiten für das Benediktinerkloster Petershausen hergestellt.

Schon zu Beginn des 13. Jahrhunderts waren die Salemer Schreiber und Kalligrafen nicht mehr ausschließlich an die Arbeit im Skriptorium gebunden, sondern erledigten auch andere Aufgaben, wie beispielsweise die Anfertigung von Bauinschriften Im 15. und 16. Jahrhundert war unter den Konventualen kein einziger mehr, der ausschließlich im Skriptorium arbeitete. Sie hatten meist noch weitere Aufgaben in der Klosterkanzlei und -verwaltung inne.

Einen großen Innovationsschub brachte seit dem Anfang des 16. Jahrhunderts die Umwandlung der Sammlung in eine Studienbibliothek, womit eine Aufteilung der Bestände einherging. Die liturgischen und meditativen Schriften blieben im um die sogenannte ›blind Bibliothec‹ unter der Treppe zum Dormitorium erweiterten Armarium in der Ostwand des Kreuzgangs zwischen Kapitelsaal und Kirchenportal. Die anderen Bücher wurden in der neu eingerichteten Bibliothek im Obergeschoss der Marienkapelle aufgestellt. Dort überstanden sie aufgrund der feuersicheren Bauweise des Gebäudes den verheerenden Klosterbrand 1697 im Wesentlichen unbeschadet. Die ungeschützte Abtsbibliothek (Bibliotheca abbatialis) wurde dabei fast vollständig zerstört.

Die Einrichtung des Studienseminars im Kloster für die 1618/24 gegründete Oberdeutsche Zisterzienserkongregation brachte einen weiteren Ausbau der Bibliothek. Im Klosterneubau wurde nach 1697 der zweistöckige Bibliothekssaal im ersten und zweiten Obergeschoss des westlichen Prälaturflügels untergebracht. Der Brandschutz wurde durch Eisentüren und feste Gewölbe gewährleistet. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde der Raum rasch zu klein, so dass man auch den unter dem Bibliothekssaal liegenden Raum sowie einige Nebenräume auf Höhe der Bibliotheksempore in die Bibliothek integrierte.

Mittlerweile war die Sammlung zu einer auf den monastischen Kernfächern Theologie und Kirchenrecht basierenden enzyklopädisch ausgerichteten Universalbibliothek geworden und repräsentierte das gesamte zeitgenössische Wissen.

Ein Abbild der Wissensordnung ist die vom damaligen Klosterbibliothekar Matthias Schiltegger entworfene Bibliothekssystematik, die sich in der Aufstellung der auf rund 40.000 Bände angewachsenen Bibliothek ausdrückt und in seinem monumentalen 15-bändigen Katalogwerk widerspiegelt (Cod. Sal. XI, 26a und 26b; Cod. Sal. XI, 27–41).

Die herausragende Qualität der Bibliothek zog schon seit dem 17. Jahrhundert zahlreiche auswärtige Nutzer an, wie den Benediktinergelehrten Jean Mabillon oder später den Sanblasianer Abt Martin Gerbert. Von der hohen Qualität der Büchersammlung profitierte nicht zuletzt auch das in Salem bestehende Gymnasium.

Nach der Auflösung des Klosters blieb die Bibliothek als Teil des Bodenseefideikommisses in Salem und wurde dort in sehr bescheidenem Umfang weiter gepflegt. Nach langwierigen Verhandlungen wurde die Salemer Sammlung, der mittlerweile auch die Reste der Bibliothek des aufgelösten Benediktinerklosters Petershausen eingegliedert worden waren, 1826 für 20.000 Gulden an die Universitätsbibliothek Heidelberg verkauft. Die Handschriften und ein Teil der Salemer Broschüren blieben separat aufgestellt; die Inkunabeln und Druckwerke wurden in den Heidelberger Bestand eingearbeitet und können heute nur anhand von Provenienzeinträgen identifiziert werden.

In dem Neubau von Franz Beer war das Archiv in feuersicheren Räumen im Erdgeschoss des Ostflügels untergebracht, so dass es bei Gefahr leicht geborgen werden konnte. Während der Revolutionskriege waren beispielsweise Archiv und Kirchenschatz auf Wagen verladen und bis Wien und Neustift in Sicherheit gebracht worden und kamen 1801 wieder wohlbehalten nach Salem zurück. Eine Verbringung in die Zisterzienserklöster Heiligenkreuz oder St. Gotthard in Ungarn war bereits geplant, aber nicht erforderlich geworden.108 Heute sind die Salemer Archivbestände auf mehrere Archive verteilt. Der umfangreichste Bestand befindet sich im Generallandesarchiv in Karlsruhe. Bestände zu den an Württemberg gefallenen Besitzungen werden im Hauptstaatsarchiv Stuttgart verwahrt, solche zu den an Thurn und Taxis gefallenen Besitzungen befinden sich als Depositum im Staatsarchiv Sigmaringen oder dem Fürst von Thurn und Taxis Zentralarchiv in Regensburg. Das Salemer Klosterarchiv gilt als eines der am besten erhaltenen in Süddeutschland.

Bau- und Kunstgeschichte

Lage

Das Kloster wurde an der Stelle eines Weilers im Linzgau nordöstlich des Bodensees im Tal der Salemer Aach bei einer den Hll. Cyriakus und Verena geweihten Kirche gegründet. Spätestens mit der Ummauerung unter Abt Ulrich II. von Seelfingen (1282–1311) hatte der Klosterbezirk fast die heutige Ausdehnung erreicht. Im Zentrum, auf einer teilweise künstlich geschaffenen Ebene erhebt sich um drei Höfe gruppiert die monumentale Baugruppe aus gotischer Klosterkirche und barockem Konvents- und Prälaturbau. Der Klosterbezirk war von drei Seiten aus zugänglich. Die Zugänge wurden im Westen (Oberes Tor) und im Osten (Unteres Tor) von mächtigen Toranlagen gesichert. Der nördliche Zugang (Stockacher Tor) war deutlich kleiner. Das Untere Tor wurde nach einem Brand 1733 durch einen Neubau mit angrenzenden Flügelbauten ersetzt, die den großen Hof nördlich der Prälatur nach Osten hin abschlossen und neben Werkstätten auch Wohnungen, die Gesindestube mit zugehöriger Küche, das Frauenhaus und das Pomeranzenhaus umfassten (nur teilweise erhalten).

Beim Oberen Tor befand sich die Pfarrkirche St. Leonhard. In den 1780er Jahren wurde das obere Tor durch einen Neubau ersetzt, in dessen Seitenflügeln Beamtenwohnungen untergebracht waren. Ein Querbau mit einem Straßendurchlass (mittleres Tor) trennte den Wirtschaftsbereich im Westen von dem zentralen Klosterbereich. In dem Querbau waren Wohnungen für die weltlichen Beamten und Diener des Klosters untergebracht. Im westlichen Klosterbereich waren die Wirtschaftsgebäude mit Ställen und Scheunen konzentriert. Im 18. Jahrhundert kamen hierzu die Gebäude für die Normalschule und für das Gymnasium.

Nördlich der Konventsgebäude lagen die Klosterwerkstätten, der Marstall und die Gastställe. Für die östlich der Prälatur gelegenen Gartenanlagen wurde der ummauerte Klosterbezirk nach dem Klosterbrand von 1697 erweitert.109

Die hochgotische Kirche und die Konventsbauten

Von der vorklösterlichen Bebauung sind keine sicheren Spuren bekannt. Punktuelle archäologische Aufschlüsse zeigen Reste von Wackenmauerwerk. Einzelne Wackenmauern mit Türgewänden aus Quelltuffen östlich des Münsters dürften bereits aus der Klosterzeit stammen. Die erste Klosterkirche war ebenfalls in Wackenmauerwerk ausgeführt und wohl mit großformatigen Dachziegeln eingedeckt. Sie kann als dreischiffige Basilika mit ausladendem Querhaus mit Seitenkapellen und einem rechteckigen Altarraum rekonstruiert werden. Umfangreiche Baumaßnahmen unter Abt Eberhard von Rohrdorf, von denen bis heute der von dem Konversen Burchardus signierte glasierte Dachziegel aus dem Jahr 1198 zeugt, lassen sich bislang nicht lokalisieren. Dieser Dachziegel besitzt ein deutlich kleineres Format als die durch Fragmente belegte Ersteindeckung der Klosterbauten. Mitte des 13. Jahrhunderts sind die laterarii Albertus und Walter als Zeugen genannt. Dies unterstreicht die Bedeutung der Salemer Ziegelei.

Unter Abt Ulrich II. von Seelfingen erfolgte eine umfassende Erneuerung der Klosteranlage mit dem Bau einer Klostermauer und dem Neubau der Klosterkirche. Erweitert wurden die Infirmarie, die Abtei, die eine neue Stube und Kammern erhielt, sowie zahlreiche Wirtschaftsgebäude, wie ein neuer Fruchtkasten, Ställe und ein neues Waschhaus. Das außerhalb der Klostermauern erbaute Haus für die Maler und Glaskünstler weist auf die zentrale Rolle der Abtei für das Kunstschaffen im Bodenseeraum hin. Stiftungen für Glasmalereien und die Quellen über die Ausstattung der Altäre im frühen 14. Jahrhundert lassen dies erahnen.110 Während die mit Toren und Wachttürmen versehene Klostermauer aus Wacken aufgebaut wurde, ist die Klosterkirche komplett in Werkstein ausgeführt. Der Klostersteinbruch befand sich nach Karten aus dem 17. Jahrhundert nur knapp zwei Kilometer westlich des Klosters.111

Die hochgotische Kirche war als mehrschiffige Basilika mit polygonal geschlossenem Chor und einem Hallenchorumgang konzipiert. Die Querhausarme fluchten mit den Seitenschiffen und dem Umgang, so dass ein kompakt geschlossener Baukörper entstand. Möglicherweise war die Kirche ursprünglich mit einem gestaffelten Chorschluss wie der Vorgängerbau geplant, doch erlauben die einem älteren Entwurf angehörenden Teile im Querhaus und im ersten Joch des südlichen Chorumgangs keine sichere Rekonstruktion. Fundamente und aufgehendes Mauerwerk von Hochchor und Chorumgang (mit Ausnahme des 1. Jochs der Südseite) gehören einem einheitlichen Entwurf an, der hinsichtlich der Konzeption von Wandgliederung, Mauerstruktur und Raumgestaltung auf eine grundlegende Planänderung zurückgeht. Die unterschiedlichen Jochweiten des Chorumgangs nehmen auf die Austragung des Chorpolygons Bezug. Der Verzicht auf Basen und Kapitelle bei der reliefartigen Wandgliederung unterstreicht den Charakter der lichtdurchfluteten Umgangshalle als Raumkontinuum mit ursprünglich diaphanen farbigen Flächen (Glasmalereien in den Chorfenstern). Das Binnenpolygon des Hochchores war in voller Höhe gegen die dahinter liegende Marienkapelle geöffnet. Die über dem Ostteil des Chorumgangs befindliche Kapelle war über das Treppenhaus zwischen südlichem Chorumgang, südlichem Querhaus und dem Dormitorium zugänglich.

Wohl in der zweiten Hälfte der 1280er Jahre setzten die Bauvorbereitungen ein, da die Dachkonstruktionen über Chor und Kirche zwischen 1291 (d) und 1311 (d) zu datieren sind. Eine Planänderung dürfte bereits um 1290 erfolgt sein. Erste Altarweihen im Chorumgang erfolgten 1303, weitere 1307 und 1309; 1313 Weihe des Hochaltars und 1325 Weihe eines Michaelsaltars in der Kapelle über dem östlichen Chorumgang.

Wohl nach dem Tod Kaiser Heinrichs VII. (1308–1313) und der Doppelwahl von 1314 wurde der Bau vorübergehend eingestellt. Das erste Joch war zu diesem Zeitpunkt bis zur Traufhöhe der Seitenschiffe emporgeführt. Die Schlussweihe erfolgte anlässlich des Konzils zu Konstanz im Dezember 1414. Erst etwa zehn Jahre später wurde das Westjoch (Dachwerk 1421/22 [d]) vollendet.

Die Klosterkirche ist ein Meisterwerk hochgotischer Architektur und vereinigt Einflüsse der Straßburger Münsterbauhütte und der zeitgenössischen Zisterzienserarchitektur. Hier ist vor allem auf die Klosterkirchen in Tintern Abbey (Wales) und Zlatá Koruna/Goldenkron (Tschechien) zu verweisen, wo sich enge zeitgenössische Parallelen zu der Salemer Querhausnordfassade erhalten haben. Bemerkenswert sind die reichen Maßwerkfigurationen der Fenster und des Wimpergs über dem Nordportal sowie die hochrangige Bauskulptur. Die Maßwerke haben ihre nächste Entsprechung am Ober- und Hochrhein, so in St. Verena in Zurzach oder im Dominikanerinnenkloster Klingental in Basel. Im Basler Münster findet sich mit dem Grabmal für Anna (Gertrud) von Hohenberg, der ersten Gemahlin König Rudolfs von Habsburg, auch ein unmittelbares Vergleichsstück für die figürlichen Schlusssteine im Chorumgang. Enge Parallelen zu den Maßwerkfigurationen weisen zudem die Bauten des Decorated Style in Wales (z. B. St. Mary Redcliff in Bristol) und England auf.

Die reiche, ursprüngliche Ausstattung des hochgotischen Münsters ist durch Schriftquellen zumindest in Teilen bezeugt. Eine Pfingstgruppe aus dem Besitz des Badischen Landesmuseums wird mit dem Altar der Marienkapelle in Verbindung gebracht. Verschollen sind aufwendige Stiftungen Abt Ulrichs II.112 Nur der Standfuß des vom ihm gestifteten kostbaren Kreuzes blieb in überarbeiteter Form erhalten. Ein Kreuzigungsrelief im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart zeigt als Stifter zwei Zisterzienser, davon einer mit Abtsstab. Diese werden als die Brüder Adelbold und Ulrich von Seelfingen und das Relief als deren Epitaph interpretiert. Zumindest in einem Teil der Fenster befanden sich Glasmalereien, die man sich ähnlich dem Klingenberg-Fenster im Langhaus der Klosterkirche in Kappel am Albis vorstellen darf.

Die Konventsanlage des 14. Jahrhunderts kann anhand der Gewölbeansätze des Kreuzgangs an der Außenwand des südlichen Seitenschiffs in groben Zügen rekonstruiert werden.

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde das Westjoch der Kirche in zwei Etappen fertiggestellt. Die ältere Bauphase mit dem kreuzblumenbekrönten (heute abgearbeiteten) Portalwimperg, der den Dreipassfries und das Abschlussgesims des Erdgeschosses überschnitt, steht stilistisch den Arbeiten des Konversen Georg von Salem nahe, der gleichzeitig am Vierungsturm der Klosterkirche Bebenhausen arbeitete. Die oberen Fassadenbereiche mit den reichen Maßwerken der Obergeschossfenster und dem Gewölbe mit den sich mit den Fenstergewänden verschneidenden Rippenanfängern können auf seinen Nachfolger Michel von Savoyen († 1435) zurückgehen. Gerade die ungewöhnlichen Rippenanfänger an der Westwand verweisen bereits auf die Architektur in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Gegen Ende des Jahrhunderts wurde auch der hohe Dachreiter über der Vierung durch einen Neubau ersetzt. Gleichzeitig waren Reparaturen an den Strebepfeilern und der Farbverglasung des Münsters erforderlich.

Im 15. Jahrhundert wurde die Kirchenausstattung unter Abt Johannes Stantenat (1471–1494) erneuert und erweitert. Die Neugestaltung der Altäre war dabei in Einzelfällen auch mit einem Wechsel der Patrozinien verbunden. Die Architektur und die Ausstattungen erhielten farbintensive Fassungen. Fragmente der reichen spätgotischen Altarausstattung befinden sich heute in der Kunsthalle Karlsruhe, dem Badischen Landesmuseum Karlsruhe, in der Gemäldegalerie SMPK Berlin, dem Landesmuseum Württemberg in Stuttgart, dem Rijksmuseum Twenthe in Enschede, der Sammlung Marks-Thomée Altena und in der Pfarrkirche St. Bonifatius in Emmendingen. Im Münster blieb das 1751 vom Chor in den nördlichen Querhausarm translozierte Sakramentshaus erhalten, dessen Steinmetzarbeit der in Salem tätigen Bauhütte unter der Leitung von Hans von Savoyen zuzuweisen ist. Der durch Quellen dokumentierte reiche spätmittelalterliche Kirchenschatz ist bis auf eine kurz nach 1600 umgearbeitete Paxtafel verloren gegangen.

Im 15. Jahrhundert wurde wohl nahezu die gesamte Konventsanlage erneuert und beträchtlich nach Süden erweitert. Die Arbeiten erfolgten im ersten Abschnitt wohl unter der Leitung von Michel von Savoyen, die Vollendung mit dem südlichen Teil des Kreuzgangs und den daran anschließenden Refektorien durch Hans von Savoyen. Die erhaltenen Fragmente der Bauskulptur zeugen von der hohen künstlerischen Qualität dieser Räume. Unter Abt Johannes II. Scharpfer wurden die Liebfrauenkapelle und die darüberliegende Bibliothek vollendet. In Teilen erhalten blieb der bei Bernhard Strigel 1505 in Auftrag gegebene Altar. Die Bildhauerarbeiten werden Hans Thoman zugeschrieben.

Die Erneuerungsmaßnahmen ab 1590

Nach dem Konzil von Trient erfolgten in mehreren Phasen umfangreiche Erneuerungen an den Gebäuden und der Ausstattung. Wohl schon in Zusammenhang mit der Einrichtung des oberdeutschen Generalvikariats unter Generalabt Edmund de la Croix (1584–1604) erfolgten in Salem umfangreiche Baumaßnahmen: Bis zum Provinzialkapitel 1593 wurde im Münster ein neues 100-sitziges Chorgestühl aufgestellt. Die Schreinerarbeit lieferte Jakob Schwegler, die Bildhauerarbeiten entstanden unter der Leitung von Melchior Binder. Das Gestühl war mit einem ungewöhnlich reichen Bildprogramm ausgestattet, das auf den besonderen Rang des Klosters als Reichsabtei Bezug nahm. Reste des Gestühls blieben erhalten. Gleichzeitig wurden neue Chorbücher angefertigt und im Konvent erfolgten Neubauten. Das 1595 im Bau befindliche Collegium dürfte vor dem Hintergrund der besonderen Stellung Salems im oberdeutschen Generalvikariat und der geplanten Oberdeutschen Kongregation zu sehen sein. Das gemeinsame Noviziat der Kongregation und ein philosophisch-theologisches Seminar wurden in Salem eingerichtet. Die ab 1614 erfolgten Neubauten unter der Leitung von Maurermeister Balthasar Seuff aus Kempten nehmen bereits darauf Bezug. An der Entscheidung über die Neubauten waren die Jesuiten Fr. Stephan Huber, der die Konstanzer Kollegienkirche entworfen hatte, und P. Hutter maßgebend beteiligt. Parallel zur Einführung des römischen Messritus im Münster erfolgte eine programmatische frühbarocke Neuausstattung. Die Bildhauerarbeiten sind von Christoph und Hans Christoph Schenck, die Gemälde von Bartholomäus Storer. Die zwölf Apostel mit originaler Weißfassung am Langhausobergaden wurden überwiegend von Zacharias Binder ausgeführt. Die mittelalterliche Buntverglasung ersetzte man durch eine Blankverglasung, die Wände erhielten eine einheitliche Graufassung mit weißer Fugenmalerei. Die Wandgliederungen wurden nach klassischem Architekturverständnis ergänzt und die Profile teilvergoldet. Die geweißelten Gewölbefelder zierten Grisaillemalereien mit Festons. Nach dem Vordringen der Schweden bis zum Bodensee 1632 wurden die Ausstattungsarbeiten eingestellt. In Salem erhalten blieben der Apostelzyklus am Obergaden und die von Christoph Schenck geschaffenen Skulpturen der Muttergottes und des Erlösers im Chor.

Die barocken Wiederherstellungsmaßnahmen und Erweiterungen

Nach dem Dreißigjährigen Krieg erfolgte eine Reparatur der Gebäude und der Ausstattung; ab den 1680er Jahren wurden Teile neu gebaut, wie der untere Langbau, das Wirtshaus außerhalb der Klostermauern und der neue Gesindebau im Osten. 1697 wurden große Teile des Konvent- und Abteigebäudes sowie Teile der Kirchenausstattung durch einen Brand zerstört oder schwer beschädigt. Der Konvent entschied sich für eine komplette Neuerrichtung des Konvent- und Prälaturgebäudes nach einem Entwurf und Modell von Franz Beer. Die dreihöfige Anlage besteht aus zwei spiegelbildlich angelegten Vierflügelanlagen, die über einen neunachsigen Pavillonbau verbunden werden. In der westlichen der beiden, deren Nordseite das Münster bildet, waren die Räume des Konvents und des Noviziats, in der östlichen die Prälatur, die Verwaltung und Kanzlei sowie die Bibliothek und das Krankenhaus untergebracht. Die exakt gleich großen Räume der Konventsaula im Westen und des Kaisersaals in der Prälatur im Osten symbolisieren die Bipolarität der Anlage.

Aus der ersten Ausstattungsphase sind bis heute die Stuckausstattung im Sommerrefektorium mit dem zentralen Deckenbild, der Stuck in den Räumen des Konventsgebäudes, im Bernhardusgang sowie in der Sakristei erhalten; der Stuck im Sommerrefektorium und in den Obergeschossen des Konventsbaus von Michael Wiedemann; die jüngeren Stuckaturen von Georg Eitele d. Ä. und Franz Joseph Feuchtmayer. Die Gemälde stammen vor allem von Johann Christoph Achert und Johannes Glyckher. Das weltliche Zentrum der Anlage bildet der Kaisersaal (Abb. Bd. 1, S. 91) im zweiten Obergeschoss des Ostflügels, mittig zwischen dem Abtsappartement im Norden und dem Fürstenappartement im Süden gelegen. Die ursprüngliche Ausstattung von Franz Joseph Feuchtmayer und Johann Pöllandt blieb trotz Reparaturen 1721 und einer behutsamen klassizistischen Neufassung im Wesentlichen erhalten. Thematisiert werden die Gründungsgeschichte der Abtei, ihre Verbundenheit zu den Königen und Kaisern als Garanten der Reichunmittelbarkeit des Klosters. Das Heilige Römische Reich wird als Fortsetzung des römischen Weltreichs gesehen, des letzten Reichs im Sinne der Vier-Reiche-Lehre. Über den vier Portalen gibt es großformatige Stuckplastiken, die das segensreiche Wirken der Kirche, die Blüte von Wirtschaft, Wissenschaft und Künsten in Friedenszeiten sowie die zerstörerische Wirkung des Kriegs als Mahnung an die hier empfangenen weltlichen Herrscher verkörpern. Die Ölgemälde an den Wänden und der Decke stammen von Franz Karl Stauder und seinem Sohn Jakob Karl. Das Reiterbildnis Karls VI. wurde erst nach dem Tod Kaiser Josephs I. in das Bildprogramm aufgenommen. Das zentrale Deckenbild zeigt die Ausgießung des Hl. Geistes an Pfingsten.

Unmittelbar neben dem Kaisersaal befindet sich das Audienzzimmer mit Stuck von Franz Joseph Feuchtmayer. Das zentrale Deckenbild mit dem Urteil Salomos (1730) stammt von Franz Joseph Spiegler.

Die Ausstattung der Räume wurde unter den Äbten Konstantin Miller (1725–1745), Anselm II. (1746–1778) und Robert Schlecht (1778–1802) mehrfach erweitert und modernisiert. So wurde das Bildprogramm des Sommerrefektoriums 1733/34 durch einen Zyklus mit Ordensheiligen von Jacopo Pellandella und weitere Deckenbilder von Anton Bastian erweitert und mit einem Steckborner Keramikofen mit aufwendigem Bildprogramm ausgestattet. Die zu derselben Zeit modernisierte Bibliothek (Stuck, Deckenbilder) erfuhr bis 1786 eine klassizistische Umgestaltung nach einem Entwurf von Johann Georg Wieland und wurde räumlich beträchtlich erweitert.

Abt Anselm II. ließ ab 1761 die Räume der Sommerprälatur in zeitgemäßem Stil modernisieren. Die Stuckarbeiten von Johann Georg Dirr sind von 1764, die Ölgemälde mit Szenen aus dem Leben Jesu von Gottfried Bernhard Göz von 1766. Von Johann Georg Dirr und seinem Bruder Franz Anton stammen die Bildhauerarbeiten am Mobiliar, das aus der Klosterschreinerei stammt. An den Sockeltäfern des Vorzimmers und des Prälatenzimmers wurden die Wappen der Stifter und Wohltäter (Vorzimmer) und der Äbte (Prälatenzimmer) angebracht. Unter Abt Robert Schlecht wurden die Bibliothek, das Tafelzimmer der Abtei und die Räume des Fürstenappartements und die Grafenzimmer nach Entwürfen Wielands klassizistisch umgestaltet. Die Fassaden des Konvent- und Prälaturgebäudes erhielten wie alle anderen Gebäude des Klosters eine klassizistische Fassung.

Die Ausstattung der Klosterkirche war bei dem Brand 1697 stark beschädigt worden. Die Orgel im südlichen Querhausarm war ein Totalverlust. Die beschädigten Altäre wurden repariert. Für den Hochaltar mussten neue Wechselbilder von Franz Karl Stauder angefertigt werden. Ab 1708 folgte die sukzessive Erneuerung der Altarretabel nach Entwürfen von Franz Joseph Feuchtmayer. Im Chorumgang wurden die Altarstellen reduziert und Altarpatrozinien zusammengelegt. Auch mussten die Gebeine der erworbenen Katakombenheiligen angemessen untergebracht werden. 1733 gelangten die letzten beiden, Felix und Faustina, in das Münster und wurden in aufwendigen Schausärgen im Chorumgang präsentiert.

Im 18. Jahrhundert wurde die Altarausstattung des Münsters mehrfach erneuert. Bereits ab den 1730er Jahren schuf Joseph Anton Feuchtmayer neue Retabeln – nun zumeist aus Stuckmarmor und zumeist mit Reliefs an Stelle der Tafelbilder. Eine Zäsur bildet die Entscheidung von 1750, den Chor umzubauen und das Binnenpolygon und die Marien- und Michaelskapelle auszubrechen. Planung und Ausführung lagen in der Hand des Deutschordensbaumeisters Johann Kaspar Bagnato. Für die neuen Gewölbe im Bereich von Polygon und Marienkapelle wurden Spolien der ausgebrochenen Gewölbe verwendet. Der Hochaltar wurde unter die Vierung versetzt und das Patrozinium des Michaelsaltars aus der abgebrochenen Kapelle auf den neuen Doppelaltar übertragen. Das Chorgestühl wurde in den neu geschaffenen Raum östlich des Hochaltars verlegt. Aus diesem Grund musste das Sakramentshaus von 1494 abgetragen werden. Es wurde in leicht modifizierter Form vor dem zuvor vermauerten Nordportal wieder aufgesetzt. Für den neuen Hochaltar wurden Teile des abgetragenen Kreuzaltars aus dem Jahr 1630/32 verwendet. Die Türe des neu geschaffenen Tabernakels befindet sich heute in der Kapelle auf dem Liebfrauenberg bei Bodman.

Die sichtbarste Veränderung am Außenbau bildete der ab 1753 geplante und 1757 vollendete neue Vierungsturm nach Entwürfen von Johann Kaspar Bagnato (1807 abgetragen). Kurz nach den Umbauten traten Schäden am Chorgestühl auf, so dass erneute Umplanungen erforderlich wurden und ein neues Chorgestühl in Auftrag gegeben wurde. Abt Anselm II. war 1765 in Ordensangelegenheiten in Cîteaux und in Paris und nahm dabei Kontakt zu dortigen Künstlern und Architekten auf, die mit Entwürfen und Kostenvoranschlägen betraut wurden. 1767 Kontakt zu dem in Süddeutschland tätigen Architekten Pierre Michel d’Ixnard, der erste Entwürfe für die klassizistische Umgestaltung des Münsters vorlegte. Gleichzeitig entstanden alternative Altarentwürfe von Joseph Anton Feuchtmayer und Johann Georg Dirr. 1773 wurde auf die Pläne von d’Ixnard zurückgegriffen und der für diesen zuvor tätige Johann Joachim Scholl als Baudirektor angestellt. Auf ihn geht der erhaltene Grundplan für die klassizistische Umgestaltung des Münsters113 zurück. Dieser beinhaltet einen Doppelaltar unter der Vierung, der von einer Balustrade umgeben ist, sowie eine grundlegende Umgestaltung der Altäre im Chorumgang. Die von zeitgenössischen französischen und italienischen Vorlagen geprägte Neuausstattung, ausgeführt von Johann Georg Dirr und Johann Georg Wieland, wurde stilprägend für den Frühklassizismus in Süddeutschland und der Nordschweiz.

Nachnutzung

Nach der Säkularisation gelangten Salem und ein Großteil seines Grundbesitzes an Baden und wurde Teil des Bodensee-Fideikommiss. Als solcher blieb Salem nach Abdankung des letzten Großherzogs in Privatbesitz der markgräflichen Familie. 2009 wurden große Teile an das Land Baden-Württemberg verkauft. Ein Teil der Anlage ist bis heute im Eigentum des Hauses Baden. Die Prälatur wurde zunächst als Sommerresidenz, nach 1918 auch als überwiegender Wohnsitz genutzt. In den übrigen Räumen wurden zunächst Wohnungen für Bedienstete, Lehrer und den Pfarrer eingerichtet. Seit 1919 stehen große Teile der Anlage der Schule Schloss Salem zu Verfügung. Teile des Prälaturgebäudes werden heute museal genutzt.

Bibliographie

Quellen: Sartorius 1708; Chronik von Salmansweiler von 1134–1210, in: Mone I, S. 176–180; Bader 1853; Chronik von Salmansweiler von 1134–1337 in: Mone III, S. 18–41, 663–666; Lichtschlag 1870; Ebe 1871; Bader 1872; Baumann 1879; 1899; Codex diplomaticus Salemitanus I–III; Weech 1895; Roiber 1913; Ower 1918; Walter 1928; 1952.

Handbücher und Lexika: CVMA II,1, S. 216 f. (Rüdiger Becksmann); Dehio, Baden-Württemberg Bd. 2, S. 618–625 (Peter Findeisen); HelvSac III,3,1, S. 341–351 (Gerhard Kaller); KDM Bd. 1, S. 554–582 (Franz Xaver Kraus); kloester-bw, Zisterzienserabtei Salem (Elmar L. Kuhn).

Literatur: Staiger 1863; Rösener 1974; Schneider 1984; Knapp 2004; 2009; Rösener/Rückert 2014; Beuckers 2023.

Anmerkungen

  • 1 Codex diplomaticus Salemitanus I, Nr. 2 S. 3.
  • 2 Codex diplomaticus Salemitanus I, Nr. 22 S. 35.
  • 3 Codex diplomaticus Salemitanus II, Nr. 546 S. 148 f.
  • 4 Codex diplomaticus Salemitanus III, Nr. 1083 S. 94.
  • 5 GLA 66 Nr. 6602 (Pfarrei Pfullendorf).
  • 6 Bruschius 1682, S. 382.
  • 7 Baumann 1879, S. 51 (De fundatione claustri).
  • 8 Codex diplomaticus Salemitanus I, Nr. 2 S. 2, Nr. 3 S. 5.
  • 9 Baumann 1879, S. 57.
  • 10 Codex diplomaticus Salemitanus I, Nr. 2 S. 3.
  • 11 Baumann 1879, S. 58.
  • 12 Codex diplomaticus Salemitanus I, Nr. 3 S. 5; Baumann 1879, S. 58.
  • 13 Codex diplomaticus Salemitanus I, Nr. 6 S. 11.
  • 14 Codex diplomaticus Salemitanus I, Nr. 22 S. 35.
  • 15 Codex diplomaticus Salemitanus I, Nr. 34 S. 53.
  • 16 Chronik von Salmansweiler 113 4-1337, in: Mone III, cap. 32 S. 37.
  • 17 Codex diplomaticus Salemitanus III, Nr. 1213 b S. 283.
  • 18 Codex diplomaticus Salemitanus III, Nr. 1345 S. 386.
  • 19 Als Grundlage für die Herkunftsbestimmungen liegen die Zeugenreihen der Salemer Urkunden (vgl. Codex diplomaticus Salemitanus I-III) sowie die Einträge im Totenbuch der Abtei zugrunde (ed. Baumann 1899).
  • 20 Codex diplomaticus Salemitanus I, Nr. 372 S. 414.
  • 21 Codex diplomaticus Salemitanus I, Nr. 366 S. 405.
  • 22 Codex diplomaticus Salemitanus II, Nr. 494 S. 93, Nr. 695 S. 316.
  • 23 Chronik von Salmansweiler 113 4-1337, in: Mone III, cap. 14 S. 31.
  • 24 Codex diplomaticus Salemitanus II, Nr. 455 S. 39, Nr. 493 S. 91.
  • 25 Codex diplomaticus Salemitanus II, Nr. 506 S. 106.
  • 26 Codex diplomaticus Salemitanus II, Nr. 837 S. 427, Nr. 918 S. 493.
  • 27 Chronik von Salmansweiler 113 4-1337, in: Mone III, cap. 27 S. 36.
  • 28 GLA 65 Nr. 11355: Summa Salemitana 1, S. 23.
  • 29 Baumann 1879, S. 122.
  • 30 Chronik von Salmansweiler 113 4-1337, in: Mone III, cap. 14 S. 32 (Anm. *).
  • 31 UB Heidelberg Cod. Sal. X, 16.
  • 32 Codex diplomaticus Salemitanus II, Nr. 520 S. 124.
  • 33 Chronik von Salmansweiler 113 4-1337, in: Mone III, cap. 24 S. 35.
  • 34 GLA 4 Nr. 247 (30. 3. 1472).
  • 35 GLA 4 Nr. 853 (20. 9. 1585); zu Friedenweiler: GLA 98 Nr. 2647 f.; zu Mariahof: GLA 98 Nr. 281 2-2866; zur Paternität Salems: insbesondere GLA 98 Nr. 2817.
  • 36 GLA 4 Nr. 7944 (22. 12. 1630).
  • 37 GLA 4 Nr. 7059 (13. 1. 1658).
  • 38 AAV, de Concilio 2, fol. 287 r-296 r, nach Postina 1901, S. 231.
  • 39 GLA 4 Nr. 272 (6. 5. 1613).
  • 40 GLA 4 Nr. 7748 (25. 7. 1593).
  • 41 Codex diplomaticus Salemitanus I, Nr. 61 S. 91.
  • 42 Ebd.
  • 43 Codex diplomaticus Salemitanus I, Nr. 22 S. 35.
  • 44 Codex diplomaticus Salemitanus I, Nr. 54 S. 81.
  • 45 GLA 4 Nr. 806 f. (1. 7. 1541).
  • 46 GLA 4 Nr. 831 (27. 3. 1566).
  • 47 Codex diplomaticus Salemitanus III, Nr. 1352 S. 393.
  • 48 Codex diplomaticus Salemitanus II, Nr. 526 S. 131 f.
  • 49 Codex diplomaticus Salemitanus III, Nr. 1171 S. 210, Nr. 1171 a S. 211.
  • 50 Codex diplomaticus Salemitanus III, Nr. 1171 b S. 211.
  • 51 Codex diplomaticus Salemitanus III, Nr. 122 5-1225 a S. 301, Nr. 122 6-1226 d S. 302 f.
  • 52 Codex diplomaticus Salemitanus III, Nr. 1295 S. 351; Am 30. 1. 1348 kündigte Karl IV. den Grafen von Werdenberg auch die von ihnen beanspruchte Vogtei über das Kloster auf: Codex diplomaticus Salemitanus III, Nr. 1296 S. 351 f.
  • 53 Codex diplomaticus Salemitanus III, Nr. 1385 a, 1385 e S. 430 f.
  • 54 Vgl. zum Vertrag von 1473 GLA 4 Nr. 129 f.; die weiteren Verträge GLA 4 Nr. 131, 363.
  • 55 GLA 4 Nr. 741 f. (25. 11. 1458).
  • 56 GLA 4 Nr. 752 (8. 10. 1470).
  • 57 GLA 4 Nr. 7690 (25. 5. 1460).
  • 58 Zu der Kaserne: GLA 9 8-1 Nr. 93 1-934; Grundriss der Kaserne: GLA G Mimmenhausen 4.
  • 59 GLA 98 Nr. 748.
  • 60 Knapp 2013, S. 87; Knapp 2017, S. 104.
  • 61 GLA 4 Nr. 33 (30. 4. 1748); GLA 98 Nr. 305 7-3061.
  • 62 GLA 4 Nr. 1038 (24. 4. 1762); GLA 4 Nr. 1039 (19. 11. 1762); GLA 98 Nr. 86 2-868; GLA 9 8-1 Nr. 20, das entlastende Gutachten Garampis und die päpstliche Wiedereinsetzung Abt Anselms II. in sein Amt wurde von Seiten Salems umgehend im Druck veröffentlicht.
  • 63 Baumann 1879, S. 57; Codex diplomaticus Salemitanus I, Nr. 2 S. 3.
  • 64 Codex diplomaticus Salemitanus I, Nr. 3 S. 5.
  • 65 Baumann 1879, S. 57.
  • 66 Codex diplomaticus Salemitanus I, Nr. 5 S. 10.
  • 67 Codex diplomaticus Salemitanus I, Nr. 7 S. 14.
  • 68 Codex diplomaticus Salemitanus I, Nr. 26 S. 41; Baumann 1879, S. 73.
  • 69 Baumann 1879, S. 107.
  • 70 Codex diplomaticus Salemitanus II, Nr. 593 S. 213.
  • 71 Codex diplomaticus Salemitanus II, Nr. 811 S. 407.
  • 72 Codex diplomaticus Salemitanus II, Nr. 974 S. 528.
  • 73 Codex diplomaticus Salemitanus III, Nr. 1213 S. 281.
  • 74 UB Heidelberg Cod. Sal. VIII, 1, fol. 56 v-59 r.
  • 75 Codex diplomaticus Salemitanus III, Nr. 1102 S. 121.
  • 76 GLA 4 Nr. 797 7-7991.
  • 77 GLA 4 Nr. 7986 (1. 5. 1598).
  • 78 GLA 4 Nr. 8246 (28. 5. 1600).
  • 79 GLA 4 Nr. 115 9-1166; GLA 4 Nr. 1167: Bestätigung durch Kaiser Ferdinand III. 1653 und durch Papst Alexander VII. 1655
  • 80 GLA 4 Nr. 7608 (4. 5. 1616).
  • 81 Vgl. dazu den Steinakkord mit Jakob Keller in Staad wegen der Lieferung der Sandsteine: GLA 4 Nr. 7792 (9. 12. 1775); GLA 9 8-1 Nr. 1236 (1772).
  • 82 GLA 4 Nr. 7925, 7668, 8044 f.
  • 83 GLA 9 8-1 Nr. 1374; Zur Anfertigung der Karte: GLA 62 Nr. 8731, fol. 469.
  • 84 Knapp 2020, S. 9 6-107.
  • 85 GLA 62 Nr. 8854, S. 242, 8856, S. 187. Leiblehenbriefe der Papierer in GLA 4 Nr. 7016 f. (1762), 7018 (1764); Knapp 2020, S. 98.
  • 86 GLA 4 Nr. 1932 (27. 3. 1384); in der klösterlichen Überlieferung wird dies auch auf Papst Urban V. (136 2-1370) zurückgeführt und auf den 6. 4. 1369 datiert: GLA 98 Nr. 4403, fol. 49 4-497.
  • 87 GLA 98 Nr. 4403, fol. 47 8-480; Knapp 45 2015, S. 4-6; Knapp 5 2019, S. 226.
  • 88 GLA 98 Nr. 814; Sartorius 1708, S. 20 7-210.
  • 89 UB Heidelberg Cod. Sal. IX, 29, fol. 1-96.
  • 90 Der bisher kolportierten Ansicht, dass Adelbold von Seelfingen († 1336), ein Bruder Abt Ulrichs von Seelfingen, Autor des ›Tractatus‹ gewesen sei, ist nach der neuesten Arbeit über den Abt zu widersprechen. Peter Rückert führt plausibel den Nachweis, dass der Verfasser der Chronik allein schon aufgrund der chronologischen Daten nicht Adelbold sein kann, sondern es ein bis jetzt namentlich nicht bekannter Salemer Konventuale gewesen sein muss, Rückert 2023, S. 33 f.
  • 91 UB Heidelberg Cod. Sal. IX c, fol. 297 r (lautenspielender Bär, dem eine Eule ein Notenblatt hält mit einem Liedtetxt: Ich bin gutz muotz…); UB Heidelberg Cod. Sal. IX d, fol. 152 r (Bootsfahrt des Abts Stantenat, dem im Boot ein Flötist und ein Lautinist aufspielen).
  • 92 Bader 1872, S. 256; Knapp 2004 I, S. 262, 273
  • 93 GLA 62 Nr. 8640, fol. 106 r.
  • 94 GLA 62 Nr. 9197, S. 179 f., 92223 a, Beil. 7 5-79; GLA 98 Nr. 721; GLA 9 8-1 Nr. 1239.
  • 95 GLA 62 Nr. 9255, S. 206 und zugehörige Beilage in GLA 62 Nr. 9255 a, 8847, S. 56; GLA 98 Nr. 727.
  • 96 GLA 62 Nr. 8867; GLA 9 8-1 Nr. 1239.
  • 97 Zu Hans von Savoyen: GLA 4 Nr. 3632, Erblehenrevers (23. 9. 1483); GLA 4 Nr. 3745 (4. 7. 1487), als dieser mit seinen Brüdern einige Grundstücke vertauscht; zu den Grabstätten: Obser 1916.
  • 98 Das Bruderschaftsbuch von 1640 erhalten: GLA 64 Nr. 51; vgl. auch GLA 64 Nr. 52 f.; GLA 61 Nr. 13289; GLA 98 Nr. 807, 811, 3541.
  • 99 GLA 4 Nr. 7671 (25. 5. 1622).
  • 100 GLA 4 Nr. 7854 (30. 9. 1794).
  • 101 Knapp 2004 I, S. 487 f.
  • 102 GLA 65 Nr. 45 7-1, fol. 200 v.
  • 103 GLA 65 Nr. 45 7-2, fol. 17 r.
  • 104 GLA 65 Nr. 45 7-4, fol. 20 v, 21 r.
  • 105 GLA 65 Nr. 11724, fol. 158 r-v.
  • 106 GLA 98 Nr. 1539; in Brüning/Knapp 2002, Kat. Nr. VI. 18, die beiden Globen befinden sich heute in der Dauerausstellung in Kloster Schussenried.
  • 107 GLA 65 Nr. 11348, Einträge unter dem 1., 2., 9., 11., 24., 26. und 28. 6. 1772. Ein Exemplar der Druckschrift befindet sich in der UB Heidelberg in der Sammlung der Salemer Kleinschriften.
  • 108 GLA 65 Nr. 11727, fol. 7 6-148, 168 v.
  • 109 Zum Baubestand bei Aufhebung der Reichsabtei siehe GLA G Salem 6, 15, 18, 4 6-48.
  • 110 UB Heidelberg Cod. Sal. XII, 15; GLA 61 Nr. 8713: wiederverwendetes Handschriftfragment am Einband der Bursamtsrechnung 1633/34; zu den Textfragmenten Heissler 1986, S. 18-25; zu den Stiftungen Knapp 2023, S. 187 f., 19 8-201.
  • 111 GLA 9 8-1 Nr. 1339, 1374.
  • 112 GLA 65 Nr. 435, Kap. 16.
  • 113 GLA G Salem 42
Objekttyp: Konvent
Personenbezüge:
  • Uli Steiger [Autor]
  • Ulrich Knapp [Autor]
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