Meßkirch, Kapuziner
| Kurzbeschreibung: | 1659 Gründung – 1665 Weihe der Klosterkirche – 1826 Aufhebung – 1827 Abbruch der Klosteranlage Patrozinium: FranziskusOrdensgliederung: Schweizerische Provinz, Kustodie Konstanz; 1668 Vorderösterreichische Provinz, Kustodie Konstanz; 1781 Schwäbische ProvinzKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Meßkirch |
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| Beschreibung: | Name: Capuciner closter (1745);1 Capuciner convent (1745)2 Geschichte1627 fiel die Herrschaft Meßkirch auf dem Erbweg von den Grafen von Helfenstein-Gundelfingen an das Haus Fürstenberg. Wratislaus II. (1601–1642), der daraufhin Meßkirch zu seinem Hauptsitz erwählte und die Meßkircher Fürstenberg-Linie begründete, bemühte sich schon bald nach Übernahme der Herrschaft um die Ansiedlung des Kapuzinerordens in seiner neuen Residenzstadt. Aber erst nach Ende des Dreißigjährigen Kriegs zeigte sich der Orden zu einer Klostergründung dort bereit. Am 1. August 1659 wurden die ersten Kapuziner nach Meßkirch entsandt. Auf Veranlassung des Grafenhauses konnte 4. Oktober 1661 der Grundstein zum Klosterbau gelegt werden. Am 21. September 1665 wurde die neue Klosterkirche zu Ehren des Hl. Franziskus von Assisi und der Hochaltar zu Ehren der Gottesmutter geweiht. Seitens der gräflichen Stifterfamilie waren den Kapuzinern von Anfang an besondere seelsorgerische Aufgaben wie die geistliche Betreuung der Meßkircher Schlosskapelle sowie der ebenfalls herrschaftlichen Kapelle im Unteren Hof zu Meßkirch, ferner der Schlosskapelle Falkenstein, der Kapellen in Thiergarten und Langenhart, der Kirche in Kreenheinstetten sowie der beiden eigens eingerichteten Nebenaltäre in der Meßkircher Spitalkapelle zugedacht. Wichtig wurde später überdies die Tätigkeit der Kapuziner als Aushilfsseelsorger der mächtig aufblühenden Marienwallfahrt in Engelswies. Auch für das Zisterzienserinnenkloster in →Wald sind Aushilfsdienste der Kapuziner bezeugt. Der Terminierbezirk des Meßkircher Klosters bestand aus der Herrschaft Meßkirch, den benachbarten Herrschaften Scheer, Mühlheim, Hausen, Werenwag, Gutenstein und Jungnau, den reichsritterschaftlichen Orten Menningen, Krumbach, Boll, Linz, Worndorf, Bittelschieß, Bingen und Wilflingen, den Klosterherrschaften Wald, →Inzigkofen, Heiligkreuztal und →Beuron, dem zum Kloster →Petershausen gehörenden Amt Sauldorf, dem zum Chorfrauenstift Buchau gehörenden Amt Straßberg, dem Territorium der Reichsstadt Pfullendorf und den vorderösterreichischen Städten Mengen und Fridingen. Der von Österreich vorgezeichnete Weg – Schwächung der Ordensstruktur durch Reduzierung der Außenkontakte, Verbot von Neuzugängen in den einzelnen Klöstern und schließlich deren Aufhebung – vollzog sich mit einiger zeitlicher Verzögerung bald auch im Fürstenbergischen: Am Heiligabend 1802 nahm Oberamtmann Baur unter Bezugnahme auf die Zivilbesitznahmeverordnung des Fürsten Karl Joachim (1796–1804) das Meßkircher Kloster für das Fürstenhaus in Besitz. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich in Meßkirch noch 14 Konventualen. Diese durften zwar weiterhin im Klostergebäude bleiben, das nun aber als fürstliches Domänengut galt. Als am 9. August 1826 schließlich der letzte Meßkircher Kapuzinerpater Alvarus Wöhrle im Alter von 72 Jahren starb, wurde das Kloster aufgehoben. Am 12. August 1826 wurden die Klostergebäude von fürstenbergischen Beamten inspiziert und das Inventar aufgelistet. Neben einer Barschaft von 350 Gulden fanden sich eine größere Anzahl an Kirchengerätschaften sowie nicht zuletzt die 3361 Bände umfassende Klosterbibliothek, die der fürstlichen Hofbibliothek in Donaueschingen einverleibt wurde. Am 11. Januar 1827 wurden Klostergebäude und -kirche auf Geheiß des Fürsten auf Abbruch versteigert. Nach Abzug aller angefallenen Ausgaben hatte die fürstliche Verwaltung insgesamt 1.182 Gulden aus dem Einzug des Klostergutes erlöst. Bau- und KunstgeschichteDas Kapuzinerkloster, von dem heute keine baulichen Spuren mehr vorhanden sind, stand innerhalb der nördlichen Vorstadt an der Westseite des heutigen Adlerplatzes. Zur Gewinnung des Baugrunds mussten mehrere Häuser abgetragen werden. Die Errichtung fand in den Jahren 1661–65 statt. Die Klosterkirche aus Langhaus, Altarraum und Psallierchor richtete ihre Chorachse annähernd nach Norden. Daran schloss linksseitig gegen Westen das Konventsgeviert an. Darin war das Refektorium im parallel zur Kirche gelegenen Westflügel, die Küche in der Nordwestecke und Vorratsräume im Nordflügel untergebracht. Die Pforte lag seitlich des Langhauses und führte an diesem entlang direkt in den Hofgang. Dieser war an drei Seiten offen mit Holzstützen beschaffen, während entlang des Nordflügels ein geschlossener Gang mit dem Zugang zum inneren Chor am östlichen und zum Refektorium am westlichen Ende verlief. Die Sakristei lag auf der zum Platz gelegenen Ostseite des Chors. Schon 1676 wurde eine Lorettokapelle mit angegliedertem Oratorium und einer obergeschossigen Eremiten-Wohnung errichtet, die südlich mit Abstand vor dem Langhausgiebel ihren Platz fand und einen kleinen Hofraum mit Bogengang entstehen ließ. 1743 kam eine Fideliskapelle als Erweiterung des Langhauses an der zum Platz gelegenen Längsseite hinzu. Eine Lücke zur Sakristei wurde durch deren Vergrößerung geschlossen. Für die Jahre 1750/51 ist ein Erweiterungsbau überliefert, dessen Lage und Form sich anhand der vorliegenden Bildquellen nicht nachvollziehen lässt. Die Möglichkeit, dass man aufgrund der anfänglich geringen Zahl an Klosterinsassen zunächst nur zwei Flügel ausgeführt hatte und nun erst den noch fehlenden Flügel hinzufügte, kann aufgrund des vollständigen Gevierts in einem auf 1730 datierten Stadtplan ausgeschlossen werden. Nach dem Tod des letzten Kapuzinerpaters 1826 wurden im Jahr darauf die Gebeine aus der Gruft auf den Friedhof verlagert und die Baulichkeiten auf Abbruch versteigert. Die Lorettokapelle verblieb bis in die frühen 1880er Jahre, als man sich wegen Baufälligkeit gezwungen sah, an anderer Stelle eine neue zu erbauen. Heute steht im nördlichen Teil des Grundstücks das Großherzoglich Badische Forstamt mit Kutschenremise von 1897. Im Rahmen der Errichtung des Klosters ging 1662 der Auftrag zur Anfertigung von drei Altarbildern mit Oberbildern an Johann Christoph Storer. 1844 gelangten die beiden Hauptbilder der Seitenaltäre von Storer und das Bild des Fidelisaltars in die Pfarrkirche nach Trillfingen bei Haigerloch. Das eine Seitenaltarbild zeigt die Hl. Theresia von Avila und den Hl. Christophorus, das andere den Hl. Antonius von Padua und den Hl. Felix von Cantalice. Über die künstlerische Ausstattung der Klosterkirche sind wir bestens unterrichtet, da sich im Fürstenbergischen Archiv in Donaueschingen der Briefwechsel zwischen dem Auftraggeber, dem Grafen Franz Christoph (1656–1671), und dem Konstanzer Maler Johann Christoph Storer erhalten hat. BibliographieHandbücher und Lexika: KDM Bd. 1, S. 400 (Franz Xaver Kraus); kloester-bw, Kapuzinerkloster Meßkirch (Matthias Ilg). Literatur: Mayer 1975–1977, S. 265–270; Heim 2005. Anmerkungen |
| Objekttyp: | Konvent |
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Literatur + Links
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